5. Juli - Hl. Antonius Maria Zaccaria PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 05. Juli 2014 um 07:00 Uhr

"Herr, unser Gott, laß uns im Geiste des heiligen Paulus, die alles überragende Wissenschaft Jesu Christi erlernen, durch die wunderbarerweise unterwiesen, der hl. Antonius Maria in Deiner Kirche neue Familien von Klerikern und Jungfrauen sammelte. Durch unsern Herrn Jesus Christus ..."

(Kirchengebet am Fest des hl. Antonius Maria Zaccaria)

Antonius Maria Zaccaria wurde im Jahre 1502 zu Cremona als Sohn vornehmer Eltern geboren. Nach einem Studium der Medizin in Padua wurde er Arzt.

Statt die Laufbahn des Mediziners einzuschlagen, wandte sich Antonius Maria Zaccaria jedoch nun der Theologie zu und wurde 1528 zum Priester geweiht.

Der hl. Antonius Maria Zaccaria nannte sich oft „Priester des Apostels Paulus“. Die Kreuzestheologie des Völkerapostels prägte den heiligen Weltpriester in hervorragender Weise. - Jedoch verstand der hl. Antonius Maria Zaccaria die paulinischen Schriften nicht etwa in derselben Weise wie der sich ebenfalls auf Paulus berufende Irrlehrer Luther. Dieser isolierte Aussagen des Völkerapostels über den Glauben und setzte sie dadurch mißverstanden über andere klare Aussagen des Neuen Testamentes. Auch die wahre Bedeutung des Kreuzestodes des Heilands vermochte Luther nicht zu begreifen, weil er die Vergegenwärtigung desselben im hl. Meßopfer zutiefst verneinte und sich vielmehr mit Hilfe seines Glaubens an den Gekreuzigten in eine andere Wirklichkeit versetzt wähnte, in der seine bleibende Sündhaftigkeit nichts galt.

Dagegen verehrte der von der paulinischen Kreuzestheologie geprägte hl. Antonius Maria Zaccaria das Altarsakrament ganz besonders innig. Sein geistliches Anliegen war es, gerade auch das, was schwach ist in der Welt, durch die Frömmigkeit zu Gott emporzuführen; das gesamte Volk Gottes wollte er zu einem Leben in Heiligkeit und Gerechtigkeit anleiten, aber nicht etwa dadurch, daß er den Laien priesterliche Vollmachten zusprach und zugleich die Priester den Laien ähnlich machte. - Die Mailänder Inquisition überprüfte 1534 und 1537, was der hl. Antonius Maria Zaccaria unternahm, und hinderte ihn nicht, sein Vorhaben weiter zu verfolgen. So wurde er zum Vorläufer der tridentinischen Reformen, die der hl. Karl Borromaeus später in seinem Bistum beispielhaft durchführte.

Bereits 1530, zwei Jahre nach seiner Weihe, gründete der hl. Antonius Maria Zaccaria zu Mailand mit den beiden Priestern Bartholomäus Ferrara und Jakob Anton Morigia die Kongregation der Regularkleriker vom hl. Paulus. Wurden diese Priester nun als Paulaner bezeichnet, so mochte es dadurch Verwechslungen mit den durch St. Franz von Paula gegründeten Mindersten Brüdern geben, die ebenfalls Paulaner heißen. Doch es kam für die Angehörigen der von Antonius Maria Zaccaria gegründeten Regularklerikervereinigung der Name Barnabiten auf, nachdem ihnen 1538 die Mailänder Barnabas-Kirche überlassen worden war, in der Augustinus die hl. Taufe empfangen haben soll.

Das Anliegen der Barnabiten-Priester war es, als Volksmissionäre das allgemeine sittliche Niveau anzuheben und die Verehrung des Altarsakramentes zu vertiefen. Außerdem widmeten sie sich vorzüglich dem Bußsakrament, dem Unterricht der Jugend sowie der Leitung von Priesterseminaren. - Noch in demselben Jahr 1530 gründete der hl. Antonius Maria Zaccaria mit Hilfe der Gräfin Luise Torelli von Guastella die Angeliken, die Englischen Schwestern vom hl. Paulus. Sie wandten sich dem weiblichen Teil des Volkes zu und sollten Schutzengeln gefährdeter Mädchen gleichen. Diese Vereinigung erhielt wie die der Barnabiten-Priester bereits 1533 durch Clemens VII. (1523 - 1534) die päpstliche Anerkennung.

Auch eine Laienvereinigung vom hl. Paulus rief St. Antonius Maria Zaccaria ins Leben. Dazu wurden Gemeinschaften frommer Laien gebildet. Das Läuten zur Todesstunde des Heilands erinnerte sie freitags an dessen Kreuzigung. Sie verrichteten vierzigstündige Gebete in Erinnerung an die Zeitspanne, in der der Leib des Herrn im Grabe ruhte.

Am 5. Juli 1539 starb der hl. Antonius Maria Zaccaria in seiner Heimatstadt Cremona. Sein Leib wird zu Mailand in der Barnabaskirche verehrt.


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