16. Juni - Hl. Benno, Hl. Otto vom Bamberg PDF Drucken E-Mail
Montag, den 16. Juni 2014 um 07:00 Uhr

Benno wurde um 1010 zu Goslar als Sohn eines alt-sächsischen Grafen aus dem Geschlecht von Woldenberg geboren. Als Knabe wurde Benno in das Hildesheimer St. Michael Kloster aufgenommen, das der hl. Bernward von Hildesheim gegründet hatte. - Der um 960 geborene Bernward entstammte wie Benno dem alt-sächsischen Adel und war Erzieher Kaiser Ottos III. (s. 16.3.) gewesen. 993 wurde Bernward zum Bischof von Hildesheim geweiht. Um 1015 soll er selbst als Gießer an der Herstellung der berühmten Bronzetür des Hildesheimer Domes mitgewirkt haben. Am 20. November 1022 starb St. Bernward.

Benno, der Bischof Bernward noch kennengelernt hatte, wurde 1031 unter die Benediktinermönche des St. Michael Klosters aufgenommen. 1040 empfing Benno die Priesterweihe und zwei Jahre darauf wählte man ihn zum Abt seines Klosters.

Im Jahre 1066 wurde der hl. Benno zum Bischof von Meißen geweiht. Sieben Jahre danach erhob sich das Volk in Alt-Sachsen gegen die Willkürherrschaft König Heinrichs IV. (1056 - 1106). Der Aufstand dauerte bis 1075. Am Ende siegte Heinrich IV. Dieser ließ den heiligen Bischof Benno nach einem Überfall auf Meißen festnehmen und hielt ihn gefangen. Benno hatte Heinrich IV. nämlich nicht unterstützt, und nun wurde ihm deswegen eine Beteiligung am Aufstand unterstellt. - Der hl. Benno von Meißen wurde einige Zeit danach auf Anordnung Heinrichs IV. nach Worms zu einem Reichstag geführt, der die Absetzung des die Laieninvestitur verbietenden Papstes Gregor VII. (25.5.) verkünden sollte. St. Benno jedoch nutzte die Gelegenheit zur Flucht nach Rom zu St. Gregor VII. Dieser belegte den widerspenstigen Heinrich IV. mit dem Bann. Nachdem der König den Gang nach Canossa angetreten hatte, kehrte Benno nach Deutschland zurück. 1077 beteiligte er sich an der Wahl Rudolphs von Schwaben zum Gegenkönig (1077 - 1080).

Eine Mainzer Synode erklärte 1085, im Todesjahr des exilierten Papstes Gregor VII., den hl. Benno sowie andere papsttreue Bischöfe für abgesetzt. Etwa ein Jahr darauf reiste St. Benno zum zweiten Mal nach Rom. Dort verständigte er sich mit dem von Heinrich IV. eingesetzten Gegenpapst Clemens III. (1080 - 1100). Auf dessen Empfehlung hin gestatte der Kaiser St. Benno 1088 die Rückkehr in sein Bistum. Als der Heilige in Meißen ankam, so wird erzählt, sollen die Schlüssel seiner Kathedrale, die er zwei Domherren anvertraut hatte, nicht mehr vorhanden gewesen sein; ein Graf Heinrichs IV. hatte sie nämlich geraubt und in die Elbe geworfen. Im Vertrauen auf Gott setzte sich der hl. Benno zu Tisch. In dem Fisch aber, der ihm zum Mittagsmahl aufgetragen wurde, fand sich der Schlüssel, so daß die Kathedrale wieder geöffnet werden konnte (vgl. 13.6.).

Gregors Nachfolger auf dem Papstthron, der sel. Viktor III. (1086 - 1087), der von Beginn an im Exil residierte, strebte eine Aussöhnung mit Heinrich IV. an, hielt jedoch gleichwohl am Verbot der Laieninvestitur fest. Sein Nachfolger wurde der sel. Urban II. (1088 - 1099), dem 1089 mit Hilfe militärischer Gewalt die Rückkehr nach Rom gelang. Auch er vermochte es nicht, den Investiturstreit zu beenden, doch verbesserte sich das Verhältnis des Papsttums zum Kaiser. So konnte der greise Benno von Meißen Papst Urban II. unterstützen, ohne erneut sein Bistum verlassen zu müssen.

St. Benno erhielt auf Grund seines erfolgreichen missonarischen Wirkens unter den Slawen in seinem Bistum den Ehrennamen „Apostel der Wenden“, wobei der Begriff „Wenden“ sich in diesem Fall auf die Sorben in den Marken Meißen und Lausitz bezieht. Es wird erzählt, daß dem predigenden Benno an einem heißen Tag viele Heiden zuhörten. Um die Durstigen auch leiblich zu erquicken, stieß er seinen Bischofsstab in die Erde, woraufhin eine Quelle hervorsprudelte. Die Gegend, in der sich dies ereignete, heißt seitdem „das heilige Tal“.

Mit sechsundneunzig Jahren starb der hl. Benno am 16. Juni 1106. - Kaiser Heinrich IV. verschied wenige Wochen später, am 7. August desselben Jahres.

Nach der Heiligsprechung Bennos von Meißen 1523 erfolgte am 16. Juni des darauffolgenden Jahres die Erhebung seiner Gebeine. Dies veranlaßte den Irrlehrer Martin Luther (vgl. 5.7.), einen abtrünnigen Augustiner Eremiten (vgl. 12.6.), zu der Abfassung einer Schmähschrift mit dem Titel „Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden“. - 1576 wurden die Reliquien St. Bennos nach München übertragen, um sie vor den Protestanten zu schützen. Darum wird der heilige Meißener Bischof nun vor allem in Bayern verehrt. Anzurufen pflegt man ihn vor allem um ausreichend Regen und bei Wassersnot.

Nordöstlich des Missionsgebietes des hl. Benno lag dasjenige des hl. Otto von Bamberg. Er wirkte als Glaubensbote unter den slawischen Pommern.

Otto von Mistelbach wurde um 1060 oder 1062 geboren. Er entstammte dem schwäbischen Adel, doch waren seine Eltern keineswegs wohlhabend.

Es ist nicht bekannt, wo Otto seine Ausbildung erhielt. Nach dem Empfang der Priesterweihe jedenfalls zog es ihn nach Osten. Er begab sich nach Krakau, wo noch kurz zuvor der hl. Stanislaus (7.5.) erschlagen worden war, und erlernte die polnische Sprache. Dann gründete Otto dort eine Schule.

Der polnische Herzog Wladislaw I. Hermann (1080 - 1102) wurde auf den jungen, deutschen Priester aufmerksam und erhob ihn zu seinem Hofkaplan. - Als Wladislaws Gemahlin, Judith von Böhmen, am Weihnachtstage (25.12.) des Jahres 1086 starb, stand der hl. Otto ihr bei.

Auf Anraten seines Hofkaplans heiratete der verwitwete Herzog im Jahre 1088 oder 1089 Judith von Franken (gest. 1095), eine Schwester Kaiser Heinrichs IV. (1056 - 1106). Sie war die Witwe des Königs Salomon von Ungarn (1063 - 1074, gest. 1087).

1091 rief Heinrich IV. Otto an seinen Hof. Im Dienste des Kaisers hatte der Heilige den Dombau zu Speyer zu beaufsichtigen. - Angemerkt sei, daß der hl. Otto selbst die Fenster des Domes entworfen haben soll.

1101 ernannte Heinrich IV. St. Otto zu seinem Kanzler. Dieser suchte im Investiturstreit (s. 25.5.) zwischen Kaiser und Papst zu vermitteln. - Am Weihnachtstage des Jahres 1102 ernannte Heinrich IV., den eine Gesandtschaft aus Bamberg (vgl. 15.7.) aufgesucht hatte, Otto zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs Rupert (1075 - 1102). Als die Gesandtschaft sich enttäuscht darüber äußerte, daß kein Mann aus berühmterem Geschlecht achter Bischof ihrer Diözese werden sollte, entgegnete ihnen der Kaiser: „Ich bin sein Vater, und Bamberg wird seine Mutter sein. Wer ihn anrührt, rührt meinen Augapfel an.“

Der hl. Otto hatte zuvor Augsburg und Halberstadt ausgeschlagen, nun konnte er die Übernahme des Bischofsamtes nicht mehr abwenden. Er stellte jedoch die Bedingung, daß der Papst selbst ihn weihen sollte. - Bei der Amtseinführung an Lichtmeß (2.2.) 1103 zog der hl. Otto barfuß in Bamberg ein.

Im Streit Heinrichs V. (1106 - 1125) mit seinem Vater (1104 - 1106) suchte der Heilige zu vermitteln. Dann zog er mit einer Gesandtschaft Heinrichs V. nach Italien. Das Fest der Himmelfahrt Christi (s. 30.4.) begingen sie am 3. Mai zu Rom. Anschließend suchten sie Papst Paschalis II. (1099 - 1118) in Anagni auf. Dieser weihte Otto am Pfingstfest (s. 17.5.) 1106 zum Bischof. - Es wird erzählt, daß Otto am Vortag von Pfingsten Ring und Stab, die er 1102 vom Kaiser entgegengenommenen hatte, dem Papst übergab und erklärte, er sei des Bischofsamtes unwürdig. Dann soll Otto abgereist sein. Der Papst aber begriff, daß er niemanden finden würde, der besser geeignet wäre für das Amt. Seine Boten holten Otto ein und führten ihn zurück, so daß er tags darauf vom Heiligen Vater geweiht wurde.

In demselben Jahr 1111, in dem Otto das Pallium (s. 21.1.) empfing, durften auch die sterblichen Überreste Heinrichs IV. an dessen fünftem Todestag im Speyrer Dom beigesetzt werden. - Der Kaiser war auf Ottos Fürsprache hin endlich aus dem Bann gelöst worden.

1111 vollendete Otto den Bamberger Dom, nachdem der Vorgängerbau dreißig Jahre zuvor durch Feuer vernichtet worden war. Auch die Schule des Domes förderte er. - Otto lebte als Bischof sehr bescheiden. Als als ihm einmal ein Fisch zur Speise vorgesetzt wurde, fragte er nach dem Preis. „Zwei Gulden“, war die Antwort des Dieners. „Dann bringe den Fisch rasch dem Heiland“, gebot der Bischof. Der Diener brachte den Fisch einem armen Kranken, während der Bischof seinen Hunger mit einem Bissen Brot stillte.

Im Jahre 1110 war Otto von Bamberg mit Heinrich V. noch einmal zu Paschalis II.. gereist. Eine Übereinkunft hinsichtlich des Investiturstreites wurde jedoch nicht erzielt. Vielmehr befand sich Heinrich V. ab 1112 im Bann. - Der Investiturstreit im Reich endete erst 1122 mit dem Womser Konkordat, das in Bamberg vorbereitet worden war.

Otto war ein Anhänger der Hirsauer Reform, der Fortsetzung der cluniazensische Reform (s. 13.1.) in Deutschland, benannt nach dem Kloster Hirsau im Schwarzwald. - Dieser Bewegung schlossen sich mehr als zweitausend Klöster an.

Otto von Bamberg errichtete Kirchen und Burgen. Er gründete Stifte und Klöster, auch außerhalb der Grenzen seines Bistums, und erneuerte bestehende. Neue Orden rief er herbei. So nannte man den Heiligen „Vater der Mönche“.

Pommern befand sich nach ca. 980 bis 1033 seit 1121 oder 1122 erneut unter polnischer Oberhoheit, denn Herzog Wratislaw (geb. um 1100, gest. zwischen 1134 und 1148) war dem polnischen Herzog Boleslaw III. Schiefmund (1102 - 1138), dem Sohn Wladislaws I., unterlegen. So hatte sich Wratislaw von Pommern auch zur Christianisierung seines Landes verpflichten müssen. Den Auftrag dazu erteilte Boleslaw III. im Einvernehmen mit Papst Calixtus II. (1119 - 1124) St. Otto von Bamberg. Um diese Aufgabe zu bewältigen zog der Heilige 1124 mit zahlreichen Priestern über Böhmen und Schlesien nach Gnesen, wo er mit Boleslaw III. zusammentraf. Dann begaben sich die Glaubensboten nach Pommern. Zu Beginn des Monats Juni erreichten sie Pyritz, danach die Residenzstadt Cammin. Dort entließ der bereits zuvor getaufte Herzog Wratislaw seine vierundzwanzig Konkubinen. In Wollin erwartete den Heiligen Aufruhr, so daß er vorerst nach Stettin zog. Von dort aus begab er sich noch einmal nach Wollin, wo er nun ebenfalls erfolgreich missionierte. Im Winter wanderte der hl. Otto nach Kolberg, wo schon seit über einhundert Jahren Christen lebten, und Belgard. Wollin erhob er zum Bischofssitz. Zu Ostern 1125 befand sich Otto bereits wieder in Bamberg. - Insgesamt empfingen über zweiundzwanzigtausend Menschen während dieser Missionsreise die Taufe.

Ein bald hernach ausgebrochener heidnischer Aufstand führte zur Zerstörung vieler neugegründeter Kirchen. Von Kaiser Lothar III. von Supplinburg (1125 - 1137), der um den Frieden im Osten des Reiches besorgt war, und Papst Honorius II. (1124 - 1130) beauftragt zog der hl. Otto von Bamberg 1128 noch einmal nach Pommern. Nach dem Aufbruch am 31. März, dem Gründonnerstag (s. 21.3.) jenes Jahres, wanderte der Heilige über Magdeburg (vgl. 6.6.) nach Norden. Er nahm an dem für Pfingsten nach Usedom berufenen Landtag teil, um Pommern zum Christentum zurückzuführen. Während der Pfingstoktav spendete er bereits zahlreiche Taufen. Danach nahm Pommern durch die dort versammelten Adligen und Großen des Landes feierlich die katholische Religion an. - Anschließend begab sich Otto nach Wolgast und Gützkow. Den mit seinem Heer nahenden Boleslaw bewegte der Heilige zur Rückkehr nach Polen. Noch einmal suchte Otto Stettin, Cammin und Wolgast auf. Unter vielfacher Gefahr für Leib und Leben stellte der „Apostel der Pommern“ bis zum Dezember 1128 das Christentum im Lande wieder her. Dann kehrte er nach Bamberg zurück.

Im Jahre 1130 erkrankte Otto zum ersten Mal in seinem Leben ernstlich. - 1135 konnte er noch den Frieden zwischen den Staufern und Kaiser Lothar III. (vgl. 5.3.) vermitteln. Vier Jahre später, am 30. Juni 1139, verstarb der hl. Otto zu Bamberg.



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