14. Juni - Hl. Basilius der Große PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 14. Juni 2014 um 06:00 Uhr

 

Basilius wurde um 330, also zu derselben Zeit wie Gregor von Nazianz (9.5.), als Kind sehr wohlhabender Eltern geboren. Der Vater Basilius d.Ä. und die Mutter Emmelia waren beide Christen. Die Eltern Emmelias hatten während der Verfolgung unter Galerius (305 - 311) und Maximinus Daia (305 - 313), die an die diokletianische anschloß (s. 6.12.), ihr Heim verlassen müssen und sieben Jahre lang verborgen in den Wäldern und Bergen von Pontus am Schwarzen Meer gelebt. Bei ihnen war die hl. Makrina d.Ä., die Mutter des älteren Basilius, eine Schülerin des hl. Gregorius Thaumaturgus (17.11.).


Basilius d.J. kam im kleinasiatischen Caesarea Kappadokiens zur Welt. - Gregor von Nazianz, Basilius und dessen jüngerer Bruder Gregor von Nyssa werden die drei großen Kappadokier genannt. Ihre theologischen Bemühungen trugen viel zur geistigen Überwindung des Arianismus (s. 2.5.) bei.

Der hl. Basilius begann sein Studium, das ihm eine umfassende Kenntnis der heidnisch-antiken Kunst und Kultur vermittelte, im kappadokischen Caesarea. Er setzte es fort in Konstantinopel und ab 350 in Athen, wo er den hl. Gregor von Nazianz kennenlernte. Man nannte die beiden bald „eine Seele in zwei Leibern“. - Bereits Gregor von Nazianz verlieh seinem Freund Basilius den Ehrentitel „der Große“.

Nach Caesarea in Kappadokien zurückgekehrt entschied sich St. Basilius bald für ein Leben vollkommener Hingabe an Gott. 356 wurde er getauft, und in den beiden darauf folgenden Jahren bereiste Basilius der Große Syrien-Palaestina, Ägypten sowie das Zweistromland, um das mönchische Leben dieser Länder kennenzulernen.

Heimgekehrt verschenkte er sein Vermögen und zog sich für einige Zeit an den Oberlauf des Flusses Iris zurück, wo seine Familie Länderein besaß. Gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses, gab es bereits eine klösterliche Ansiedlung, in der Basilius’ Mutter Emmelia und seine Schwester Makrina d.J. lebten. Auch um Basilius sammelten sich einige geistlich gleich Gesinnte.

Nicht lange danach zog es Basilius den Großen nach Pontus am Schwarzen Meer, in die Einöde bei Neocaesarea. Auf einem Familienbesitz errichtete er ein Kloster. 360 suchte der neugetaufte Gregor von Nazianz seinen Freund Basilius dort auf. Gregor half ihm eine Ordnung des mönchischen Lebens zu erarbeiten, die im Osten bis heute als einzige Regel dient. Auch der hl. Benedikt (21.3.), Mönchsvater des lateinischen Westens, nennt sie voller Ehrfurcht. Es ging dem hl. Basilius darum, daß nicht nur die einzelnen Mönche jeweils nach ihrem eigenen Heil streben. Vielmehr soll in einer Gemeinschaft von Mönchen jeder auch für das Heil des anderen Sorge tragen.

364 kehrte Basilius der Große aus der Einsamkeit zurück und wurde zum Priester geweiht. Im folgenden Jahr ernannte ihn der kappadokische Bischof Eusebius von Caesarea (362 - 370) zu seinem Stellvertreter. Nach dem Tode des Eusebius wurde Baslius 370 dessen Nachfolger und damit zugleich kirchliches Oberhaupt von ganz Kappadokien.

Um die Kirche bemühte Basilius sich, indem er die griechische Liturgie ausgestaltete. Gegen Ämterkauf ging er vor. Er sorgte sich um die ihm anvertrauten Seelen, auch um deren irdische Nöte. Bereits 368, als eine Hungersnot über das Land hereingebrochen war, hatte Basilius eine Volksspeisung durchgeführt, die übrigens auch Juden nicht ausschloß. Als Bischof ließ er einen Gebäudekomplex um Kirche und Kloster herum errichten, der ein Pilgerhospiz, ein Krankenhaus für Arme und eine medizinische Ausbildungsstätte enthielt. „Vater der Armen“ wurde der hl. Basilius genannt. - Durch ihn wurde im Bereich des klassischen Altertums das erste Krankenhaus eingerichtet. Zahllose weitere sind von Christen danach bis heute gegründet worden.

Basilius der Große wurde Bischof während der Spätphase des Kampfes gegen die arianische Häresie. Unter seiner Regierung wurde die Kirche Kappadokien rein nicaenisch. Dazu erhob er seinen Freund Gregor von Nazianz 372 zum Bischof von Sasima, der sein Amt allerdings nicht antrat. Seinen jüngeren Bruder Gregor hatte Basilius 371 zum Bischof von Nyssa am Halys geweiht. - Der hl. Gregor von Nyssa wurde um 334 geboren. Er besaß, wie seine theologischen Schriften zur Verteidigung des rechten Glaubens zeigen, eine gründliche philosophische Bildung, obwohl er nicht wie Basilius und Gregor von Nazianz in berühmten Städten studiert zu haben scheint. Gregor von Nyssa bezeichnete seinen älteren Bruder Basilius als seinen Lehrer. Dieser bewog ihn auch, die Welt zu verlassen und in das pontische Kloster einzutreten. Dort widmete sich Gregor von Nyssa dem Studium der hl. Schrift und der asketischen Lebensweise. Fünf Jahre nach seiner Ernennung zum Bischof wurde er von den Arianern unter dem Vorwand einer unordentlichen Kassenführung ins Exil geschickt. Nach dem Tode des dem Arianismus anhangenden Kaisers Valens (364 - 378) im Jahre 378 (vgl. 7.12.) kehrte Gregor nach Nyssa zurück. Zwei Jahre darauf wurde er Bischof von Sebaste in Armenien (vgl. 10.3.). 381 nahm er am zweiten ökumenischen Konzil zu Konstantinopel teil, auf dem das rechtgläubige Nicaenum über den Arianismus triumphierte. Im Anschluß daran übernahm er die kirchliche Leitung von Pontus. Im Jahre 394 oder bald danach starb der hl. Gregor von Nyssa.

Zu Beginn des Jahres 372 besuchte Kaiser Valens die Stadt Caesarea in Kappadokien. Basilius sollte eingeschüchtert werden. Doch er antwortete: „Droht man mir mit Einzug meines Vermögens? Mir gehört nichts. Droht mir Verbannung? Ich bin überall zu Hause. Oder droht man mir mit Folter und Tod? Einen Leib habe ich beinahe nicht mehr, und der Tod ist mir willkommen, denn er bringt mich rascher zu Gott.“ Als der Kaiser verwundert sagte, so habe noch niemand mit ihm gesprochen, antwortete Basilius der Große: „Dann hast Du noch nie mit einem Bischof gesprochen.“

Basilius erstrebte als Theologe eine gedankliche Durchdringung des nicaenischen Glaubens. Er bekennt drei Personen und eine Gottheit, ohne sich dabei in Spekulationen zu verlieren. Ihm genügt der überlieferte Glaube.

Zur Stärkung der nicaenischen Position im Reich suchte der hl. Basilius das Gespräch mit anderen Anti-Arianern; seine Beziehung zu dem heiligen Papst Damasus (11.12.) blieb allerdings belastet. - Als der hl. Basilius am 1. Januar 379 zu Caesarea in Kappadokien starb, war der Sieg der Nicaener bereits ganz nah.

Eine Streitfrage trennte die beiden Heiligen Basilius und Damasus: Im syrischen Antiochia war 361 der hl. Meletius (361 - 381) zum Bischof gewählt worden. Für ihn hatten Nicaener gestimmt, aber auch Arianer. Obwohl er wegen seines anti-arianischen Bekenntnisses bereits 361 ins Exil gehen mußte, erschien einem Teil der Nicaener die Rechtgläubigkeit des Bischofs zweifelhaft. Sie wählten statt seiner Paulinus (362 - 388) zum kirchlichen Oberhaupt Antiochias. Rom und Alexandria erkannten Paulinus an. Basilius von Caesarea dagegen sah in Meletius den rechtmäßigen Bischof von Antiochia. - Die Streitfrage konnte zu Lebzeiten von Basilius und Damasus nicht geklärt werden. Auch der hl. Gregor von Nazianz wurde in sie verstrickt. Man hatte Meletius zum Vorsitzenden des zweiten ökumenischen Konzils gewählt, doch er starb, bevor es abgeschlossen war. Gregor von Nazianz schlug vor, den Paulinus als Bischof Antiochias anzuerkennen. Der Sturm der Entrüstung, der daraufhin losbrach, führte dazu, daß St. Gregor als Bischof Konstantinopels zurücktrat. Stattdessen wählten die Konzilsväter Flavianus (381 - 404), einen Priester des hl. Meletius, zu dessen Nachfolger (vgl. 27.1.). Während Flavianus regierte, starb Paulinus, der zwar noch auf dem Totenbett den Evagrius (s. 30.9.) zu seinem Nachfolger weihte, doch verschied auch dieser bald darauf. Flavianus aber bemühte sich erfolgreich um eine Aussöhnung mit Rom und Alexandria, die 398 auch endlich erreicht wurde.



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