14. April - Hl. Justinus und Gefährten, Hll. Valerianus, Tiburtius und Maximus, Hl. Lidwina PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 13. April 2013 um 23:00 Uhr

Justinus wurde um das Jahr 110 in Flavia Neapolis geboren. Diese Ortschaft war zwei Jahre nach dem Ende des ersten Jüdischen Krieges gegen die Römerherrschaft (66 - 70) von Kaiser Vespasian (69 - 79), dem Begründer der flavischen Dynastie (69 - 96), an der Stelle des biblischen Sichem angelegt und von heidnischen Familien besiedelt worden.

Justinus war ein Kind wohlhabender Eltern. So konnte er sich als junger Mann dem Studium der Philosophie zuwenden. Nacheinander beschäftigte er sich mit der Stoa, dem Aristotelismus und dem Neupythagoräismus. Deren Lehren sprachen ihn allerdings kaum an. - Dann aber begegnete Justinus einem Lehrer des Platonismus, und dessen Philosophie überzeugte ihn endlich. Besonders die Lehre von dem einen Gott jenseits des Geschaffenen, der identisch ist mit dem Guten und dem Schönen, beeindruckte ihn.

Justinus blieb zwar stets Platoniker, er trug den Philosophenmantel bis zu seinem Tode, doch lernte er durch einen Greis, über den nichts weiter bekannt ist, die Wahrheit des Christentums kennen, die weit über die Philosophie Platos hinausgeht. Sie überhöht sozusagen, was Plato bereits vorhergeahnt hatte. Woran der Platonismus lediglich Anteil hat, das bergen Christus und die biblischen Propheten in Fülle.

Justinus vertiefte sich in die Heilige Schrift und wurde, vielleicht zu Beginn der Regierungszeit des Kaisers Antoninus Pius (138 - 161), getauft. Von da an suchte der hl. Justinus nacheinander alle bedeutenden griechischen Städte auf, um als Philosoph die Wahrheit zu lehren. Der Heilige führte Streitgespräche mit heidnischen Griechen, aber auch mit ungläubigen Juden. Zu Ephesus disputierte er zwei Tage lang mit einem gewissen Tryphon; dieser ist möglicherweise identisch mit dem Rabbi Tarphin, der in der im 2. Jahrhundert zusammengestellten, jüdischen Mischna erwähnt wird. In diesem Streitgespräch, das der Heilige später aufgezeichnet hat, wies St. Justinus seinem jüdischen Gegenüber nach, daß die Heilige Schrift insgesamt auf Christus bezogen ist.

Auf seinen Reisen gelangte der Heilige endlich nach Rom und gründete dort eine Philosophenschule. - Nun wurden seit der Zeit Kaiser Hadrians (117 - 138) philosophische Verteidigungsschriften von Christen verfaßt, die sich gegen die staatliche Verfolgung richteten. Auch der hl. Justinus schrieb in Rom zwei solcher Apologien nieder. Die frühere richtete er an Antoninus Pius, die spätere an dessen Nachfolger Marc Aurel (161 - 180). Zwei erhaltene Schriften sind an Antoninus Pius und den Senat Roms gerichtet. Sie bilden wohl zusammen die ältere Apologie. Darin weist Justinus darauf hin, daß - auch wenn die heilige Kirche den Vertretern der Obrigkeit als verbrecherische Vereinigung (vgl. 10.12.) gilt - den Christen, bevor man sie verurteilt, ihre angeblichen Verbrechen erst nachgewiesen werden sollten. Ein solcher Versuch aber würde zeigen, daß sie ganz zu Unrecht verfolgt werden.

Der hl. Justinus lehrte in Rom die Wahrheit des katholischen Glaubens und disputierte zu diesem Zweck mit heidnischen Philosophen. Den Kyniker Crescens überwand er im Gespräch. Dieser aber gestand seine Niederlage nicht ein. Vielmehr intriguierte er gegen den Heiligen, so daß dieser zusammen mit sechs seiner Schüler - fünf zumeist aus dem griechischsprachigen Osten stammenden Männern und einer Frau - von der Obrigkeit festgenommen wurde. Wegen ihrer Weigerung, den Götzen zu opfern wurden die Sieben als Christen von dem Stadtpraefekten Julius Rusticus (163 - 167) zum Tode verurteilt. Er ließ sie geißeln und anschließend enthaupten. Dies geschah um das Jahr 165 zu Rom (vgl. 17.4.).

Zu den Schülern des hl. Justinus Martyr gehörte auch der aus der Zweistromland stammende Tatian. Dieser entkam aus irgendeinem Grunde der Verfolgung und Vernichtung der römischen Philosophenschule des Heiligen. Leider entfernte sich Tatian nach dem Martertode der sieben Heiligen von der rechtgläubigen Lehre seines Meisters. So wertete Tatian nun die Ehe ab, er verwarf Fleisch- und Weingenuß. Meßwein wollte er durch Wasser ersetzt sehen und soll darum 172 in Rom aus der Kirche ausgeschlossen worden sein. Tatian übersiedelte daraufhin ins Zweistromland. Wohl dort verfaßte er ein Buch, indem er Texte der vier Evangelien zusammenstellte, die er jedoch bearbeiten und aus uns unbekannten Quellen ergänzen zu dürfen meinte. Tatian erlangte mit dieser Evangelienharmonie weithin Bekanntheit. Vor allem in Syrien wurde sie verbreitet.

Wie der hl. Justinus Martyr und seine hll. Gefährten, so werden am 14. April auch die hll. Valerianus, Tiburtius und Maximus geehrt. Sie sind Leidensgenossen der hl. Caecilia (22.11.). Unter Kaiser Alexander Severus (222 - 235) erlitten sie wie andere Christen (vgl. 30.1.) den Martertod, obwohl dieser Herrscher der Kirche keineswegs grundsätzlich feindlich gegenüberstand.

Der hl. Valerianus war der Bräutigam der hl. Caecilia. Er wurde von ihr zum wahren Glauben bekehrt und von dem heiligen Papst Urban I. (25.5.), der von 222 bis 230 regierte, getauft. So froh war Valerianus, daß er zur unwandelbaren Wahrheit gefunden hatte, daß er sogleich seinen Bruder Tiburtius davon unterrichtete. So wurde auch Tiburtius gläubig. Wegen der Bestattung von Martyrern wurden die beiden Brüder ergriffen und als Christen zum Tode verurteilt. Maximus aber, der Hauptmann, der die Hinrichtung überwachte, wurde innerlich so bewegt von dem Blutzeugnis der beiden Heiligen, daß auch er sich dem Christentum zuwandte. So verurteilte man ihn ebenfalls zum Tode. Die heiligen Brüder wurden enthauptet, der sie begleitende Hauptmann zu Tode gegeißelt. - Dies geschah um das Jahr 230.

Lidwina wurde am 18. März 1380 zu Schiedam in den Niederlanden geboren, während gleichzeitig zum Palmsonntag in der Kirche die Passion Christi gesungen wurde. Ihr Taufname Lidwina wurde später als „vor Leid Weinende“ gedeutet. - Der frühest mögliche Zeitpunkt des Sonntags in Palmis ist der 15. März, der späteste der 18. April.

Mit zwölf Jahren bereits war Lidwina so schön, daß sie trotz der Armut ihrer Familie viele Bewunderer anzog. Sie aber betete zu Gott, daß er ihr die reine Liebe zum Heiland schenken möge. - Mit fünfzehn Jahren, an Mariae Lichtmeß (2.2.) 1395, brach sie sich durch einen Sturz beim Eislaufen eine Rippe. Damit begann der Leidensweg Lidwinas. Der gebrochene Knochen heilte trotz aller Bemühung von Ärzten nicht. Es bildete sich ein eiterndes Geschwür. Weitere Leiden kamen hinzu. Durst quälte die Kranke, doch erbrach sie sich, sobald sie etwas trank. Schließlich war ihr ganzer Leib war von Wunden bedeckt. Kopf- und Zahnschmerzen kamen hinzu, heftiges Fieber, Wassersucht, Blutungen aus Mund, Augen, Nase und Ohren, Erblindung des rechten Auges sowie anderes mehr. Während eines sehr strengen Winters gefroren ihr einmal die Tränen auf den Wangen, so kalt war es in Lidwinas kleiner Kammer.

Achtunddreißig Jahre lang ertrug sie die Krankheit. Zuerst konnte sie noch im Haus umherkriechen. Dreiunddreißig Jahre lang aber war sie bettlägerig. Lange Zeit nahm die Heilige nur ein wenig Speise zu sich, dann ausschließlich Wasser und am Ende lebte sie allein von der hl. Kommunion. Vertieft in die Betrachtung des leidenden Heilands ertrug sie in geradezu übermenschlicher Geduld ihre Schmerzen. Tröstung erfuhr sie durch Schauungen von Engeln. Auf Lidwinas Fürbitte hin wurden andere Menschen geheilt.

Litt die heilige Dulderin anfangs noch gegen ihren Willen, so nahm sie später zusätzliches Sühneleiden freiwillig auf sich. Besonders das Wohl der vom Großen Abendländischen Schisma geplagten Kirche (vgl. 9.3., 5.4.) lag ihr am Herzen. Während ihrer Leidenszeit wurde sie in den Dritten Orden des hl. Franziskus (17.9., 4.10.) aufgenommen. - Am 14. April 1433, dem Osterdienstag jenes Jahres, verstarb die Heilige zu Schiedam. So gedenkt die Kirche der hl. Lidwina an diesem Tage.


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