28. Oktober - Hl. Judas Thaddäus PDF Drucken E-Mail
Montag, den 28. Oktober 2013 um 06:00 Uhr

Der hl. Judas Thaddäus wird mit dem hl. Joseph verwandt gewesen sein und zählt darum zu den sog. Herrenbrüdern. Zu diesen gehören auch die hll. Simon der Eiferer (18.2., 28.10.) und Jakobus d.J. (11.5.). - Der Beiname des hl. Judas lautet Thaddäus, der Mutige.

Der ins Neue Testament aufgenommene Brief des hl. Judas Thaddäus bezeichnet den Verfasser als Bruder des hl. Jakobus.  Dabei wird der Begriff „Bruder“ im weiteren Sinne gebraucht, denn der Vater des jüngeren Jakobus hieß Alphäus.  Judas aber wird am ehesten wie Simon ein Sohn des hl. Klopas bzw. Kleophas  gewesen sein. Dieser war nach altkirchlicher Überlieferung ein Bruder des hl. Joseph.

Judas war verheiratet und Vater zumindest eines Kindes. Unter Domitian (81 - 96) wurden nämlich zwei Enkel des hl. Judas Thaddäus als Nachkommen Davids, d.h. als mögliche politische Unruhestifter, angezeigt. Sie kamen nur deshalb frei, weil man sie als unbedeutende Kleinbauern ansah. So lebten sie noch bis zur Regierungszeit Trajans (98 - 117), unter dem möglicherweise Simon der Eiferer das Martyrium erlitten hat (s. 18.2.).

Der Judas-Brief warnt vor Irrlehrern, die den apostolischen Glauben verlassen haben. Diese sind gänzlich auf das Diesseits ausgerichtet.  Sie leugnen die Gottheit des Heilandes,  lästern die Engel  und verkehren die christliche Freiheit in Ausschweifungen.  Ihnen wird das Gericht angekündigt. - Der hl. Judas wußte, daß diejenigen, die dem Heiland nachfolgen, nicht von dieser Welt sein dürfen.  Wie könnten sie dann noch dem Diesseits hingegeben leben?

Es wird erzählt, daß König Abgar V. Ukkama, d.h. der Schwarze, von Osrhoene (4 v. Chr. - 7 n. Chr. und 13 - 50) zu Edessa  ein Antwortschreiben des Heilandes auf seinen Brief an ihn erhielt. Außerdem soll Abgar mit seinem Schreiben einen Maler zum Heiland gesandt haben, der dessen Abbild zu dem kranken König bringen sollte. Da es dem Maler aber nicht gelang, den Heiland abzubilden, drückte dieser sein Angesicht in das Tuch von dessen Gewand. Darauf blieb ein Bild desselben zurück, das dem König nach Edessa geschickt wurde. - Nach der Himmelfahrt des Herrn zog der Jünger Addaj, womit wohl Thaddaj bzw. Thaddäus gemeint ist, nach Edessa und heilte mit dem Brief des Heilands den kranken König Abgar.

Möglicherweise steht hinter dieser Erzählung die Erinnerung daran, daß der hl. Judas Thaddäus nach der Kreuzigung des Heilandes das Grabtuch  mit dessen Abbild nach Edessa in Sicherheit brachte. Dort mag zu jener Zeit ein christenfreundlicher König regiert haben. Um 200 wurde Osrhoene das erste Königreich mit einem christlichen Herrscher an der Spitze, Abgar IX. (179 - 216). Das Christentum soll sogar Staatsreligion geworden sein.

Osrhoene gehörte seit 114 zum Imperium, doch regierten zu Edessa weiterhin einheimische Könige unter römischer Oberhoheit bis 216. Im Jahre 525 wurde eingemauert in eine Nische der Stadtmauer Edessas wahrscheinlich dasjenige Grabtuch entdeckt, das man anschließend in Konstantinopel verwahrt haben wird, bis es - wohl nach der Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches (1204 - 1261) als Ergebnis des vierten Kreuzzuges (s. 5.9.) - nach Frankreich kam und von dort in Savoyens Hauptstadt Turin . - Früher wurde am Freitag nach Reminiscere ein Festtag zu Ehren des Grabtuches begangen.

Der hl. Judas Thaddäus wurde bis zum 18. Jahrhundert nur in geringerem Umfang verehrt. Dann aber entdeckte man ihn als Patron in verzweifelten Anliegen.

Judas Thaddäus und Simon der Eiferer wirkten eine Zeit lang gemeinsam als Apostel in Persien.  Es heißt, daß sie dem Feldhauptmann Baradach, der im Begriff war, mit einem Heer gegen Indien auszuziehen, einen Sieg weissagen konnten, wohingegen dessen Götzen zu Unrecht Unglück prophezeiten. Noch vor Beginn des Feldzuges unterwarfen sich die Inder und bestätigten so, was die beiden Apostel verkündet hatten. Auf ihre Fürbitte hin wurden die Götzenpriester von Baradach nicht zum Feuertod verurteilt. Als Judas und Simon aber die Stadt Suanir betraten, seien sie von den dortigen Götzenpriestern vom Tempel der Sonne umgebracht worden.

Möglicherweise auf Grund ihres gemeinsamen Wirkens erzählte man auch von einem gemeinsamen Martyrium der hll. Judas und Simon. Doch wird der hl. Simon vielleicht eher als Bischof Jerusalems unter Trajan hingerichtet worden sein. Judas aber soll im phönizischen Berythos  oder Arados  das Martyrium erlitten haben.

Während das Turiner Grabtuch ein nicht von Menschenhand verfertigtes Abbild des gekreuzigten und verstorbenen Heilandes zeigt, stellt das ebenso wunderbar entstandene Gnadenbild von Guadelupe in Mexiko  die Muttergottes dar.

Maria erschien am 9. Dezember 1531 dem Bauern Juan Diego auf seinem Weg zur Kirche von Tlatelolco. - Der hl. Juan Diego  gehörte dem Volk der Chichimeken an. Deren Territorium war 1467 von den Atzteken besetzt worden, deren Reich mit seiner Hauptstadt Tenochtitlan  wiederum 1519 bis 1521 durch den Spanier Hernando Cortez erobert wurde.

Cuauhtlatoatzin kam um 1474 im Chichimekenlande zur Welt. Er wurde Ackerbauer und heiratete eine Indio-Frau, doch blieb ihre Ehe kinderlos. 1524 empfingen Cuauhtlatoatzin und seine Frau die hl. Taufe; sie erhielten die Namen Juan Diego und Lucia. - 1529 starb die Ehefrau, und Juan Diego, dessen Weg bis zur Kirche von Tlatelolco bis dahin vierundzwanzig Kilometer betragen hatte, übersiedelte in ein anderes, zehn Kilometer näher gelegenes Dorf, in dem ein ebenfalls getaufter Oheim von ihm wohnte.

Am Samstag, den 9. Dezember 1531, brach der Witwer Juan Diego in der Frühe auf, um zur Kirche zu wandern. Da erschien ihm bei Tagesanbruch bei einem Hügel, auf dem die Ruine eines Tempels des weiblichen Götzen Tonantzin stand, Maria. Sie bezeichnete sich als immerwährende Jungfrau, Patronin der Landeskinder, als Muttergottes und Mutter aller Gläubigen. Sie forderte die Errichtung eines Heiligtums auf dem Hügel, das eine Zufluchtsstätte für die Hilfesuchenden werden sollte.

Juan Diego begab sich zu Bischof Juan de Zumarraga (1527 - 1548) von Tenochtitlan, einem Franziskaner. Dieser verhielt sich zunächst skeptisch. - Doch dem heimkehrenden Juan Diego erschien Maria noch einmal und sandte ihn erneut zum Bischof. Dieser forderte am 10. Dezember, dem zweiten Sonntag im Advent (vgl. 27.11.) jenes Jahres, ein Zeichen dafür, daß Juan Diego die Wahrheit spreche.

Am Dienstag, den 12. Dezember, erschien Maria dem hl. Juan Diego zum letzten Mal. Sie sandte ihn auf den Hügel, um dort - mitten im Dezember - bunte Blumen zu pflücken, die der Indio in seinem Umhang zum Bischof zu bringen hatte.

Juan Diego stieg auf den Hügel und erblickte zu seinem Erstaunen lauter blühende Rosen. Er sammelt eine Menge und brachte sie vor den Bischof. Als der Heilige aber seinen Umhang öffnete, da erschien darauf ein wunderbares Abbild der Muttergottes. - Sogleich kam der Bischof nun dem Auftrag der Gottesmutter nach und ließ für das Gnadenbild eine Kapelle auf dem Hügel errichten.

Die Darstellung auf dem Umhang des hl. Juan Diego wurde von den Indios des Landes verstanden: Sie zeigt die schwangere Maria, geschmückt mit einem Kreuz, als Siegerin über die heidnische Religion der Atzteken. - Innerhalb von sieben Jahren empfingen nun neun Millionen Indios die hl. Taufe.

St. Juan Diego starb am 30. Mai 1548, der etwa gleichaltrige Bischof Juan de Zumarraga verschied wenige Tage darauf am 3. Juni desselben Jahres. - Seit 1754 wird das Fest der Muttergottes von Guadelupe am 12. Dezember begangen.

Kein menschlicher Maler hätte ein solches Bild auf einem Umhang aus grober Agavenfaser erstellen können. Doch nicht allein darin besteht das Wunder: Während eine Tilma aus Agavenfasern sonst nach zwanzig Jahren zerfällt, besteht diese noch immer. Obwohl sie mehr als einhundert Jahre lang von Gläubigen berührt wurde, ist sie nicht abgenutzt. Kein Kerzenruß verdunkelt die Darstellung. Als 1791 bei der Säuberung eines silbernen Rahmens Salpetersäure auf das Bild floß, entstand nur so etwas wie ein undeutlicher Wasserfleck.

Am 14. November 1921 versuchte Mexikos sozialistischer Präsident Alvaro Obregón, ein früherer Revolutionsgeneral (s. 31.10.), das Gnadenbild mittels einer unter Blumen versteckten Bombe zu zerstören, doch fügte die Explosion dem Bild wunderbarerweise keinerlei Schaden zu. 1956 schließlich wurde in den Augen der Muttergottes von Guadelupe das zweifache Brustbild eines Mannes entdeckt  in exakt jener Gestalt, wie es sich auf der Hornhaut eines menschlichen Augenpaares widerspiegelt. Inzwischen hat man in den Augen des Gnadenbildes noch weitere Personen aufgefunden. Es handelt sich dabei offenbar um das Abbild all derer, die am 12. Dezember 1531 zugegen waren, als die Tilma geöffnet wurde.


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