17. Oktober - Hl. Margareta Maria Alacoque PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 06:00 Uhr

Margareta Alacoque wurde am 22. Juli 1647 zu Lhautecour in Burgund geboren. Ihr Vater Claude Alacoque amtierte dort als Richter und Notar. Ebenso wie die Mutter, Philiberte Lamyn, war auch er sehr tugendreich. Irdisches achteten die Eltern gering.

Magareta war das fünfte von sieben Kindern. Vier von ihnen starben früh. Als Margareta acht Jahre alt war, wurde auch ihr Vater aus diesem vergänglichen Leben abberufen. Daraufhin schickte die Mutter Margareta ins Pensionat der Klarissen zu Charolles. - Schon als Kind hatte die künftige Heilige eine große Liebe zum allerheiligsten Altarsakrament. Gebet und Stille zog sie dem Spielen vor. Mit neun Jahren empfing sie die hl. Erstkommunion und begann danach, sich Werke der Buße aufzuerlegen.

Als Zehnjährige erkrankte Margareta Alacoque an Kinderlähmung und wurde bettlägerig. Auf übernatürliche Weise wurde sie vier Jahre später plötzlich geheilt, nachdem sie gelobt hatte, ein Leben im geistlichen Stande zu führen.

Inzwischen war Margaretas Oheim, der Bruder ihrer Mutter, Gouverneur von Lhautecour geworden. Doch gereichte dies der Witwe und ihren Kindern nicht etwa zum Vorteil. Sie wurden von ihm in Armut gestürzt und erniedrigt. Zu jener Zeit versicherte der leidende Heiland, der Margareta erschien, sie Seines Beistandes. Er wies sie auf das Kloster von Paray-le-Monial hin, wo sie nach Seinem Willen leben solle. - Das Kloster der Visitandinnen (s. 21.8.) zu Paray-le-Monial war 1626 gegründet worden.

Als Maragreta siebzehn Jahre alt war, erhielt die Mutter ihren Besitz zurück. Nun dachte sie daran, ihre Tochter zu verheiraten. Diese wollte der Mutter gehorchen und meinte, ihr früheres Gelöbnis sei ungültig, weil sie es als Kind abgelegt hatte. - Als sie zwanzigjährig einmal von einem Ball heimkehrte, erschien ihr der gegeißelte Heiland, der ihr ihre Untreue vorhielt. Margareta Alacoque kehrte zu ihrem Entschluß, ins Kloster zu gehen, zurück.

Bei ihrer Firmung 1669 nahm die hl. Margareta Alacoque den Namen Maria an. 1671 wurde Margareta Maria Alacoque in Paray-le-Monial aufgenommen. Etwa ein Jahr später legte sie die Gelübde ab.

Vom 27. Dezember 1673 bis zum 16. Juni 1675 hatte die Heilige vier große Herz Jesu Visionen. In der ersten schaute Margareta Maria Alacoque durch die offene Seitenwunde das Herz des Heilandes als einen vor Liebe glühenden Schmelzofen, das mit den von ihm ausgehenden Gnaden die Menschen zur Heiligung führen und vor dem Satan retten will. Der Heiland offenbarte Margareta Maria Alacoque, wie sehr Er von Menschen geliebt zu werden begehrt. Er wünscht die Verehrung Seines Herzens. In der zweiten Vision klagte der Heiland die Undankbarkeit der Menschen an und forderte dazu auf, an den ersten Freitagen der Monate Seine Liebe zu den Menschen zu verehren.

In der dritten Vision wies der Heiland noch einmal auf die Liebe Seines Herzens hin und auf die Undankbarkeit der Menschen, insbesondere der Gottgeweihten. Die vierte und letzte Herz Jesu Vision ereignete sich am 16. Juni 1675, dem zweiten Sonntag nach Pfingsten, dem Sonntag in der Fronleichnams-Oktav (vgl. 24.5.). Dabei forderte der Heiland die Einsetzung eines Festes zu Ehren des heiligsten Herzens am ersten Freitag nach der Fronleichnamsoktav (vgl. 2.6.). Die Verehrung Seines Herzens solle zur Sühne für die Ihm angetanen Schmähungen dienen. Die hl. Margareta Maria Alacoque erhielt den Auftrag, für die Einrichtung des Herz Jesu Festes zu wirken.

Wegen ihrer übernatürlichen Erfahrungen wurde die hl. Margareta Maria Alacoque von den Mitschwestern angefeindet, während sie alles geduldig ertrug. Die Oberin ließ die Visionen der Heiligen durch Theologen überprüfen, die zu keiner für die Heilige günstigen Beurteilung gelangten. Doch der Seelenführer Margareta Maria Alacoques, der selige Jesuitenpater Claude de la Colombière,  half die Herz Jesu Verehrung zu verbreiten. Allerdings ging er 1676 fort nach England, um Beichtvater der Herzogin von York zu werden.

Von der hl. Margareta Maria Alacoque aufgewiesene Mißstände im Kloster von Paray-le-Monial führten zu heftigen Vorwürfen der Mitschwestern gegen sie. Doch Mutter Greyfié, die ab 1678 als Oberin wirkte, sorgte dafür, daß die Mißstände beseitigt wurden. Gleichwohl wurde die Heilige auch weiterhin hart behandelt, bis sie schwer erkrankte.

1684 trat Mutter Melin ihr Amt als Oberin an. Sie erhob die Heilige zu ihrer Assistentin und für zwei Jahre zur Novizenmeisterin. Die hl. Margareta Maria Alacoque durfte nun die Herz Jesu Verehrung im Orden der Visitandinnen verbreiten. Die Geistliche Einkehr, Retraite spirituelle, ein Buch des sel. Claude de la Colombière, erschien 1684, zwei Jahre nach seinem Tod, und wurde im Kloster von Paray-le-Monial bei Tisch vorgelesen.

Die hl. Margareta Maria Alacoque starb am 16. Oktober 1690 mit dem allerheiligsten Namen des Heilandes auf den Lippen.

Bis 1856 wurde das Herz Jesu Fest in mehreren Ordensgemeinschaften und in mehreren Ländern begangen. Dann schrieb es der sel. Pius IX. (1846 - 1878)  der gesamten Kirche vor.

Am 11. Juni 1899, dem Sonntag innerhalb der Oktav des Herz Jesu Festes, weihte Leo XIII. (1878 - 1903) die ganze Welt dem Herzen Jesu. Einen Monat später empfahl er die Übung der Herz Jesu Freitage (s. 1.12.). - Von Paray-le-Monial ausgehend nahm P. Mateo im 20. Jahrhundert Herz Jesu Thronerhebungen vor (s. 3.6.).

Nachdem der hl. Johannes Eudes (19.8.) die Verehrung der Herzen Jesu und Mariae verbreitet hatte, konzentrierte man sich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts - der hl. Margareta Maria Alacoque folgend - auf die Andacht zum heiligsten Herzens Jesu. Im 19. Jahrhundert gab es zwar die Verehrung beider Herzen (s. 27.11., 8.8., 23.10.), die auch die hl. Margareta Maria Alacoque erwähnt, doch eine weitere Verbreitung fand die Verehrung des Herzens Mariae erst im 20. Jahrhundert durch die Seherkinder von Fatima (vgl. 1.12., 22.8.).


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