10. September - Hl. Nikolaus von Tolentino PDF Drucken E-Mail
Montag, den 10. September 2012 um 00:00 Uhr

Die Eltern des hl. Nikolaus von Tolentino waren nicht mehr jung, doch noch immer kinderlos. Auf den Rat eines Engels hin pilgerten sie von ihrem Wohnort Castro d’Angelo bei Pontano zum Grabmal des hl. Nikolaus von Myra (6.12.) in Bari. Nach ihrer Rückkehr wurde ihnen 1245 ein Sohn geboren, dem sie aus Dankbarkeit den Namen ihres himmlischen Beistandes gaben.

Früh schon zeigte Nikolaus die Berufung zum geistlichen Leben. Bereits mit sieben Jahren wollte er ein Einsiedler werden. - Einge Jahre später hörte der Knabe als Kanoniker einmal einen Mönch aus dem Orden der Augustiner Eremiten (vgl. 12.6.) über die Worte predigen: „Liebet nicht die Welt, noch dasjenige, was in der Welt ist. Die Welt vergeht samt ihrer Begierde.“[1] Davon wurde der hl. Nikolaus in seinem Innern so sehr bewegt, daß auch er Augustiner Eremit zu werden begehrte. Seine Eltern begrüßten freudig den Entschluß des Zehnjährigen. Mit Erlaubnis des Bischofs von Fermo, der von der Frömmigkeit des heiligen Knaben tief beeindruckt war, wurde Nikolaus 1255 ins Kloster der Augustiner Eremiten von Pontano aufgenommen. Mit neunzehn Jahren legte der Heilige die Gelübde ab.

Als Mönch lebte der hl. Nikolaus in den Klöstern von Recanati und Macerata. - Mit fünfundzwanzig Jahren empfing er die Priesterweihe und wurde Novizenmeister im Kloster S. Elpidio.

Nikolaus von Tolentino unterwarf sich einer strengen Askese. Stets verzichtete er auf alle Fleischspeisen. Als er einmal schwer erkrankt war, ließ der Prior des Klosters dem Heiligen zwei Rebhühner bringen und ordnete an, daß er davon esse, um Stärkung zu erlangen. Gehorsam wollte der hl. Nikolaus dem Folge leisten, als sich die beiden gebratenen Vögel aus der Schüssel erhoben und davonflogen.

Der Heilige betete fast ununterbrochen, er geißelte sich, trug einen Bußgürtel und rauhe Kleidung. Öfter durfte er aber auch die hll. Engel schauen und ihrem Gesang lauschen. - Der Teufel versuchte, dem Heiligen vielfach zu schaden. Mißhandlungen und Schläge hatte St. Nikolaus Tolentinus zu erdulden. Doch was der Böse auch unternahm, nie verließ den Heiligen seine engelhafte Sanftmütigkeit.[2]

Eines Tages schaute der hl. Nikolaus, wie Engel erschienen, die ihn in die Stadt Tolentino riefen. Bald darauf sandte der Orden den Heiligen tatsächlich dorthin. - Dreißig Jahre lang, von 1275 bis zu seinem Tode 1305, wirkte Nikolaus zu Tolentino in der Mark Ancona..

In jener Stadt stritten die Parteien der Guelfen und der Ghibellinen (vgl. 5.3.), also die päpstlich und die kaiserlich Gesinnten (vgl. 23.8.), heftig miteinander. Der Gottesdienst wurde darüber vernachlässigt. Um dem Übel abzuhelfen, predigte der hl. Nikolaus von Tolentino in den Straßen. Tatsächlich ließ daraufhin der Parteienhader nach.

Täglich predigte Nikolaus von Tolentino, er sorgte sich um die Seelen im Beichtstuhl, besuchte Kranke und Gefangene. Viele Wunder, insbesondere Heilungen geschahen durch ihn. Mehr als einhundert tote Kinder soll er wiederauferweckt haben. Doch alle, denen er half, ermahnte der Heilige, nicht vor den Menschen darüber zu sprechen, sondern Gott zu danken.

Eine besondere Liebe hatte St. Nikolaus von Tolentino zu den Armen Seelen. Bisweilen schaute er sie im Fegefeuer. Oft las er die hl. Messe für die Seelen im Läuterungsort, und er betete unablässig für sie. - Über dem Altar, an dem er zelebrierte, erschien ein leuchtender Stern, der selbst nach dem Tode des Heiligen nicht sogleich verschwand. Auf bildlichen Darstellungen des hl. Nikolaus von Tolentino sieht man ihn öfter auch vor dessen Brust strahlen.

Der hl. Nikolaus starb am 10. September 1305 zu Tolentino.

Als er einmal erkrankt war, da erschienen ihm die Muttergottes, Monika (4.5.) und Augustinus (28.8.). Sie wiesen ihn an, ein Brötchen in Wasser zu tauchen und dies zu essen. Der hl. Nikolaus von Tolentino tat dies und genas. Danach heilte er Kranke mit Hilfe von Brötchen, mit denen er ebenso verfuhr, nachdem er die Muttergottes angerufen hatte. - Bis heute werden in Tolentino am 10. September geweihte Brötchen verteilt.

 

 


[1] 1. Joh. 2, 15a. 17a

[2] Vgl. Matth. 5, 5 (V: 5, 4).


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