29. Juli - Hl. Martha PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. Juli 2014 um 06:00 Uhr

Am achten Tag nach St. Maria Magdalena (22.7.) findet das Fest ihrer Schwester, der hl. Martha, statt. Sie wird älter als ihre beiden Geschwister, Maria und Lazarus , gewesen sein und anstelle der verstorbenen Eltern dem Hauswesen vorgestanden haben.  Gleichwohl sollte auch sie gemäß der Mahnung des Heilandes auf Grund ihrer Verantwortlichkeit für innerweltliche Aufgaben nicht das Reich Gottes in seiner unvergleichlichen Bedeutung aus dem Blick verlieren.  Wie um auch darauf zu antworten spricht St. Matha ihr Bekenntnis zu Jesus als dem Heiland: „Ja, Herr, ich glaube, daß Du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.“

Traditionell wird die blutflüssige Frau  mit der hl. Martha identifiziert.  Der Name ihrer Dienerin soll Martilla gewesen sein. Es heißt, diese habe dem Heiland zugerufen: „Selig der Bauch, der Dich getragen hat, und die Brüste, an der Du gesaugt hast!“

Zusammen mit ihren Geschwistern soll Martha in Massilia  an Land gegangen und später in Nerluc  bestattet worden sein. - Es heißt, daß sie einen Tarasque genannten Drachen, der Menschen und Vieh in der Umgebung von Nerluc tötete, durch Besprengung mit Weihwasser besiegte (vgl. 23.4., 20.7.). Darum wird St. Martha häufig mit einem Weihwasserwedel dargestellt. Einer anderen Überlieferung nach bezwang sie den Drachen durch ihren Gesang und führte ihn gefangen nach Nerluc, wo die Bewohner des Ortes ihn jedoch töteten.

Bereits der Merowinger Chlodwig (s. 1.10.) unternahm um 500 eine Wallfahrt zum Grab der Heiligen. Ihre Reliquien konnten am Ende des 18. Jahrhunderts vor den französischen Revolutionären gerettet werden.

Ein altes Gebet preist die Heilige:

Ave, Martha gloriosa, (vgl. 13.2.)    Ave, glorreiche Martha,
Coeli iubar,    des Himmels Glanz,
mundi rosa,    der Welt Rose,
Salvatoris hospita.    des Heilands Gastwirtin.

Früher erzählte man, daß der am 29. Juli geehrte hl. Felix zum Papst gewählt wurde anstelle des zum Arianismus abgefallenen Liberius (352 - 366). Dieser Felix II. sei als Blutzeuge für den Glauben gestorben. Tatsächlich war er lediglich ein Gegenpapst (355 - 358), der zur Zeit des häresieverdächtigen Papstes Liberius von einigen arianischen Bischöfen zum Oberhaupt der Kirche ernannt wurde. - Es gibt aber einen hl. Felix, der am 29. Juli geehrt wird: Dieser erlitt das Martyrium zusammen mit seinen Gefährten Niceta bzw. Nicita, Postiniana bzw. Postuniana und Philippus in dem zum römischen Imperium gehörenden Nordafrika zu einem nicht überlieferten Zeitpunkt (vgl. 31.3.). Vielleicht wurde die Erinnerung an diesen Blutzeugen Felix mit der an den Gegenpapst vermischt.

Der eigentliche heilige Papst Felix II. (483 - 492) wurde wegen des Irrtums in bezug auf den gleichnamigen Gegenpapst früher als Felix III.  gezählt; dem entsprechend bezeichnete man auch den hl. Felix III.  als Felix IV.

Am 29. Juli wird ebenfalls der hll. Simplicius, Faustinus und Beatrix gedacht. Sie sind Geschwister und lebten in Rom während der diokletianischen Christenverfolgung (s. 22.4.).

Die beiden Brüder Simplicius und Faustinus wurden als Christen festgenommen, gefoltert und enthauptet. Ihre Leichen warf man in den Tiber. - Die hl. Beatrix barg sie und bestattete sie an der Via portuensis.

Danach hielt sich St. Beatrix sieben Monate lang bei St. Lucina d.J.  auf. Lucina nahm sich verfolgter Christen an. Doch aus Habgier zeigte ein gewisser Lucretius Beatrix an, ein heidnischer Verwandter, der auf ihren Besitz aus war, insbesondere auf einen ihr gehörenden Weinberg .

Beatrix wurde ins Gefängnis geworfen und bald danach darin mit einer Schnur erdrosselt. - Die hl. Lucina bestattete sie neben ihren Brüdern.

Bereits im 4. Jahrhundert ist die Verehrung der heiligen Geschwister nachweisbar. Zu jener Zeit schon wurde eine Basilika  über ihrem Grab erbaut. - Der hl. Bonifatius (5.6.) brachte Reliquien von Simplicius und Faustinus nach Fulda, wo sie zu Patronen der Stadt wurden. Im Wappen der Stadt weisen drei Lilien und drei Kronen auf die hll. Simplicius, Faustinus und Beatrix hin.

Am 29. Juli wird auch des heiligen Königs Olaf II. Haraldsson (1015 - 1030) von Norwegen gedacht. Olaf II. zählt wie König Kanut IV. von Dänemark (19.1.), Gottschalk vom Wendenland , Kaiser Heinrich II. (15.7.) und König Eduard der Bekenner von England (13.10.) zu den heiligen Herrschern des 11. Jahrhunderts.

Olaf II. wurde wohl 995 als Sohn des norwegischen Kleinkönigs Harald Gränske (gest. 995) geboren, der als dänischer Vasall über Vestfold, Agder und Viken gebot. Mit zwölf Jahren nahm Olaf bereits an einer Wikingfahrt teil. So gelangte er schließlich nach England, wo er das Christentum kennenlernte und zum katholischen Glauben fand.

Während die Dänen England eroberten (s. 10.6.), wurde der hl. Olaf 1013 oder 1014 zu Rouen in der Normandie getauft. - In einer Vision sah er sich selbst als König Norwegens und kehrte daraufhin 1015 in seine Heimat zurück. Mit seiner Streitmacht bezwang Olaf drei Kleinkönige. Durch Verhandlungen brachte er die übrigen auf seine Seite, so daß er zum König ganz Norwegens ausgerufen wurde, nachdem er die das Land beherrschenden Dänen  geschlagen hatte.

Norwegen unter dem hl. Olaf war ein einheitlicherer Staat als je zuvor in seiner Geschichte. Mit Hilfe der drei Bischöfe Grimkel, Rodulv und Berward sowie angelsächsischer Priester und Mönche christianisierte Olaf II. Norwegen. Er knüpfte damit an die vorangegangenen Bemühungen König Olafs I. Trygvason (s. 15.2.) an.

Olaf II. ließ Götzentempel niederreißen und die Verweigerung der Taufe bestrafen. Sämtliche Gesetzesbrüche wurden streng geahndet. - Einen christlichen Staat aber lehnten viele der mächtigen Adligen Norwegens ab. Sie riefen Knut I. den Großen  zu Hilfe, den christlichen König Dänemarks und Englands. In einer Seeschlacht des Jahres 1028 unterlag St. Olaf II., weil mit ihm verbündete Dänen während des Kampfes auf die Seite Knuts wechselten.

Der hl. Olaf mußte außer Landes fliehen. Die Aufrührer verliehen Knut den Titel eines Königs von Norwegen, während der rechtmäßige Herrscher nach Kiew zu Großfürst Jaroslaw I. dem Weisen (1019 - 1054) ging; bereits dessen Vater Wladimir I. der Heilige (980 - 1015)  hatte 988 die Taufe empfangen.

Wenig später erfuhr St. Olaf, daß man sich in Norwegen nach seiner Königsherrschaft zurücksehnte. So begab er sich zu seinem Schwager Omund und stellte ein Heer auf. Mit ihm zog er in die Schlacht. Er fiel bei Stiklestad in der Provinz Trondheim am 29. Juli 1030. - Bereits im folgenden Jahr wurde er von Bischof Grimkel öffentlich als Martyrer verehrt.

Olafs Grab in Trondheim war bis zur Reformation ein vielbesuchter Wallfahrtsort (vgl. 8.10.). Sein Kult verbreitete sich von Norwegen aus im übrigen Skandinavien, in England und Norddeutschland. 1541 wurde Olafs Reliquienschrein geplündert, wobei die Gebeine des Heiligen jedoch unversehrt blieben.


E-Mail