Das Märchen von der Päpstin Johanna PDF Drucken
Samstag, den 07. April 2012 um 09:42 Uhr

paepstinIm 9. Jahrhundert soll eine Frau namens Johanna als Mann verkleidet den Papstthron bestiegen haben. Seit Jahrhunderten hält sich die Legende der angeblichen Päpstin Johanna hartnäckig bei den Feinden der Kirche.

In den Archiven der Kirche gibt es keine Belege für die Existenz dieser Frau, dennoch verbreitet sich die Geschichte um diese erfundene Figur immer wieder aufs Neue.

In einer am Ostermontag um 19.30 Uhr ausgestrahlten Dokumentation begibt sich das ZDF jetzt auf Spurensuche.

pius.info analysiert die Dokumentation und informiert Sie über das, was die historischen Quellen wirklich berichten.

Daniel Sich und Christel Fomm erforschen in „Das Geheimnis der Päpstin. Ein Skandal und seine Geschichte" historische Quellen und fragen, warum diese Geschichte bis heute so fasziniert.

Als Fährtensucherin engagierten die Filmemacher die Moderatorin Petra Gerster. In einem virtuellen Studio nimmt sie ihre fast kriminalistischen Ermittlungen auf. Sie prüft angebliche Beweise, sichtet päpstliche Dokumente, befragt Experten und lässt Szenen aus dem Leben Johannas rekonstruieren.

Victoria Deutschmann verkörpert „die Sünderin" in Papstkleidern in den Spielsequenzen, die auf den Aufzeichnungen des Dominikanermönchs Martin von Troppau beruhen, die dieser im 13. Jahrhundert in seiner „Chronik der Päpste und Kaiser" festgehalten hat.

Stück für Stück versucht der Film zu ergründen, warum die Diskussion um die Päpstin immer wieder aufflammt. Petra Gerster, die Moderatorin, interessiert an der Legende – wie könnte es anders sein – besonders der feministisch-emanzipatorische Aspekt.

Gerade im letzten Jahrzehnt ist die alte Geschichte wieder besonders stark in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Der Roman „Die Päpstin" der Amerikanerin Donna W. Cross verkaufte sich nach seinem Erscheinen 1996 allein in Deutschland vier Millionen Mal. Es folgte die Verfilmung durch Sönke Wortmann. 

Was er von der Legende hält, daran lässt der katholische Theologe Hubert Wolf, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster, im Film keinen Zweifel: „Die Kirche muss keine Päpstin aus ihrer Liste raus- oder reinnehmen. Diesen Job übernehmen seriöse Historiker, die einfach nachweisen, dass es die Päpstin nicht gegeben hat."

Dass diese Dokumentation von der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben evangelisch" in Auftrag gegeben worden ist, erstaunt.

pius.info hat für Sie die historische Quellenlage recherchiert:

Es hat niemals eine Päpstin gegeben. Zwei Dominikaner, Johannes von Mailly und Stephan von Bourbon, haben diese Fabel im dreizehnten Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt und gaben das Jahr 1100 als Jahr ihres Pontifikats an; auch der päpstliche Kammerherr Martin von Troppau erwähnte sie, und behauptete, dass sie im Jahre 855 Päpstin gewesen sei.

Die Geschichte fand ihren Ursprung entweder in dem Gerüchte von einer Patriarchin von Konstantinopel, von welcher Papst Leo IX. im Jahre 1053 in einem Briefe an Cerularius redete, oder in einer mittelalterlichen Spottschrift, welche die Herrschaft Theodoras und ihrer zwei Töchter im zehnten Jahrhundert verspottete, oder in dem Fortleben einer alten römischen Volkssage, die mit einem alten heidnischen Denkmal verknüpft war, welches während des Pontifikats Sixtus' V. (1535-1590) in einer Straße nahe bei dem Kolosseum entdeckt wurde.

Die Legende wurde im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert allgemein angenommen, aber seit der Zeit des Äneas Sylvius, des Papstes Pius II. (1458-1564) und Piatina (Lives of the Popes) ist die Geschichte allgemein als unhistorisch verworfen worden.

Protestantische und rationalistische Gelehrte stimmen darin überein, dass die ganze Geschichte unwahr ist: Basnage, Bayle, Blondel. Burnet, Bochart, Cave, Chamier, Casau-bon, Dumoulin, Gibbon, Gieseler, Leibnitz, Mosheim, Neander, De Thou.

Kein einziger Geschichtsschreiber vom zehnten bis zum dreizehnten Jahrhundert erwähnt die Päpstin, was doch ein augenscheinlicher Beweis dafür ist, dass sie niemals existiert hat.

Die Chronologie löst vollends die Schwierigkeit, denn die zwei Zeitangaben ihres Pontifikats sind unmöglich. Leo IV. starb am 17. Juli 855. und Papst Benedikt III. (855-858) folgte ihm sogleich auf dem päpstlichen Throne. Wir haben Münzen, auf denen das Bild des Papstes Benedikt III. und des Kaisers Lothar zu finden sind, der am 28. September 855 starb, und eine Urkunde für die Abtei von Corvey, welche Benedikt III. am 7. Oktober 855 erließ. Es gab also keine Zwischenregierung zwischen diesen zwei Päpsten. Die andere Zeitangabe, das Jahr 1100, ist ganz und gar außer Frage, denn Papst Paschal II. regierte von dem Jahre 1099 bis 1118.


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