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Der Regensburger Bischof, Msgr. Gerhard Ludwig Müller, hat am 4. Februar 2012 eine Predigt zum 20. Todestag seines Vorgänger auf der Kathedra des hl. Wolfgang, Bischof Rudolf Graber [siehe Bild], gehalten.
In der Predigt entwickelt er schöne Gedanken über das Bischofsamt, um dann auf einmal wieder die Priesterbruderschaft anzugreifen.
Sind seine Worte ein Reflex seiner Teilnahme an der Vollversammlung der Glaubenskongregation in der vergangen Woche, wo das Thema der von Erzbischof Lefebvre gegründeten Priestergemeinschaft behandelt wurde?
Bischof Müller sagte wörtlich:
»Der Streit um Machtbeteiligung verkennt, dass das Paradigma von Macht und Prestige in einem politisch-öffentlichkeitswirksamen Sinn hier völlig fehl am Platz ist und das sakramentale Wesen der Kirche auf eine bloß menschlich-politische Organisation herunterbrechen würde – oder populistisch formuliert: auf eine Ableitung von oben oder von unten her. Es gilt vielmehr, dem Grundverständnis von Kirche zu folgen, welches durch das Zweite Vatikanische Konzil neu in unser Bewusstsein gebracht wurde, nicht aber jenen traditionalistischen Splittergruppen, die das Konzil hinter-gehen“ oder den selbsternannten progressiven „Reformern“, die es „unter-laufen“ wollen.«
Das wirft einige Fragen auf, denen sich der Bischof stellen muss:
Warum spricht der Papst denn zwei Jahre lang mit „Splittergruppen“? Warum gibt er auf ihr beharrliches Bitten hin nach jahrelanger Unterdrückung – einer Unterdrückung, an der sich auch Bischof Müller beteiligte – die alte Messe wieder frei?
Warum insinuiert der Regensburger Bischof durch das mehr oder minder verunglückte Wortspiel „hinter-gehen“ ein unehrenhaftes Verhalten?
Warum wirft der Bischof die Verteidiger des Glaubens in einen Topf mit den Feinden des Glaubens?
Was hätte wohl Bischof Graber über die Predigt oder die dogmatischen Ansichten seines Nachfolgers gesagt?
Zum Beispiel zur Eucharistielehre oder der Mariologie von Bischof Müller?
Die, die Bischof Graber kannten, sind sich sicher: Er hätte Müller einen Progressisten genannt.
Zum 20. Todestag von Bischof Graber möchten wir die Lektüre seines Büchleins "Athanasius und die Kirche unserer Zeit" empfehlen.

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