Die leere Hölle PDF Drucken
Freitag, den 03. August 2012 um 14:32 Uhr

hllentorGlaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller ist der Meinung, dass wahrscheinlich kaum jemand in der Hölle ist: „Wer, wie viele und ob überhaupt Menschen bis in den Tod einen radikalen Widerstand gegen die Liebe durchgetragen haben, entzieht sich unserem Wissen nicht nur zufällig, sondern prinzipiell. Wir sollen aber hoffen und beten, dass der allgemeine, sich auf jeden Menschen erstreckende Heilswille Gottes bei allen zum Ziel kommt. … In Christus ist die Menschheit definitiv bei Gott angekommen als ihrem einzigen Ziel, mögen vielleicht auch einzelne im Widerspruch zu Gott verharren.“ (Katholische Dogmatik, S. 564 f)

Damit widerspricht er unserem Herrn, der gesagt hat: „Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“ (Mt 7,13 f)

Wenn es wahr wäre, was Erzbischof Müller in der Nachfolge von Karl Barth und Hans Urs von Balthasar geschrieben hat, hätte Christus sagen müssen: „Eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Verderben führt, es gibt kaum einen, der ihn findet.“ In der zitierten Stelle der Bergpredigt heißt es aber ausdrücklich, dass viele durch die weite Pforte ins Verderben eingehen, was manche Übersetzungen leider auslassen.

Die christliche Theologie habe die „Lehre von der Ewigkeit der Höllenstrafe als eine wahre Crux der Verkündigung“ empfunden (S. 562), meint Müller. In Wirklichkeit hat der Gedanke an die Hölle zahllose Menschen zur Bekehrung geführt. Im Exerzitienbuch des heiligen Ignatius von Loyola spielt die Betrachtung der Hölle eine zentrale Rolle in der ersten Exerzitienwoche, damit „wenn ich wegen meiner Fehler die Liebe des ewigen Herrn vergäße, mir wenigsten die Furcht vor der Strafe dazu verhelfe, nicht in die Sünde zu fallen.“

Die heilige Theresia von Avila betrachtete ihre Vision der Hölle als eine der größten Gnaden, die sie erhalten habe, und schreibt in Bezug auf Seelen, die den Weg der Vollkommenheit gehen, es würden Zeiten der Prüfung kommen, in denen man sich erinnern müsse, dass es eine Hölle gibt. In der Versuchung und geistigen Trockenheit verblasst nämlich der Gedanke an die Liebe Gottes, und die Verlockungen der Sünde können übergroß erscheinen, so dass der Gedanke an die Hölle eine wirksamere Hilfe gegen die Einwilligung in die Sünde sein kann als der Gedanke an die Liebe Gottes.

Die Muttergottes zeigte in Fatima sogar kleinen Kindern die Hölle, um sie zu Gebet und Buße für die Bekehrung der Sünder anzueifern.

Wenn in der Hölle aber höchstens ein paar menschliche Bestien wie Hitler, Stalin oder Jack the Ripper sind und man selbst bei diesen hoffen kann, dass sie nun gemeinsam mit ihren Opfern im Himmel fröhlich Halleluja singen, dann braucht sich der Durchschnittsmensch keine Sorgen um sein Heil zu machen.

Nach katholischer Lehre kommen aber nicht nur menschliche Ungeheuer in die Hölle, sondern jeder, der im Zustand der schweren Sünde stirbt. Es ist eine ernste Wahrheit, dass auch anständige Menschen in die Hölle kommen, wenn sie so unanständig waren, Gott nicht als ihren Herrn anzuerkennen und ihr Leben nicht nach ihm auszurichten.

Schwester Lucia von Fatima sagte darum in einem Wortwechsel mit dem heilsoptimistischen Pater Lombardi: „Pater, es sind viele, die sich verdammen.“ – „Sicher ist die Welt eine Kloake von Lastern und Sünden. Aber es gibt doch immer die Hoffnung auf das Heil.“ – „Nein, Pater, viele, viele gehen verloren.“ (vgl. François de Marie des Anges, Fatima – Joie intime; 2. Aufl., Saint - Parres - lès - Vaudes 1993, S. 281)

 


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