Von Bananen und Piusbrüdern PDF Drucken
Dienstag, den 17. April 2012 um 18:01 Uhr

pfarrer beck1Dr. Wolfgang Beck (Bild) von der katholischen Kirche hat das Wort zum Sonntag vor zwei Tagen für die ARD gesprochen und auch die Piusbruderschaft erwähnt.

Dabei hat der Pfarrer aus Hannover ein Glanzstück der nachkonziliaren Praxis der "glaubensfreien Verkündigung" abgeliefert.

Er beginnt damit, dass ihn eine Freundin (!) tadelt, weil er (das ist jetzt kein Scherz) "knallgelbe Bananen statt Bio-Bananen gekauft hat".

Dabei sagt die Freundin zu ihm: "Gerade du müsstest doch eigentlich..."

Offen bleibt, was die Freundin meint: "Du, als Pfarrer, müsstest doch eigentlich biologisch leben?" Oder "Du als katholischer Pfarrer müsstest doch eigentlich bodenständig sein und mal ein Schnitzel kaufen, statt dauernd Obst und Gemüse!" Oder: "Wer nach Ostern immer noch fastet, ist ein Calvinist."

Jedenfalls fährt der so Ertappte fort, dass er hier seiner eigenen Inkonsequenz überführt wurde. Gemeint ist vielleicht: "Ein Pfarrer, der gelbe Bananen statt Biobananen isst, ist mit Schuld an der globalen Ungerechtigkeit und sollte schleunigst ein Entwicklungshilfewerk in Ruanda starten."

Dieses Schuldgefühlt führt Herrn Pfarrer Beck zur Ehrfurcht vor den "Piusbrüdern, den Evangelikalen und den Salafisten."

Die Evangelikalen haben sich schon in einer Pressemitteilung ob des Vergleiches echauffiert: Es sei ja doch nicht angemessen, mit den Salafisten in einen Topf geworfen zu werden. Man erwarte eine Klärung der ARD.

Aber eigentlich enhält sein Vergleich manch Richtiges:

"Sie alle haben mehr gemeinsam, als ihnen wahrscheinlich lieb ist: Vor allem dieses Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit. Alle Kraft wird da hinein gesetzt, dass das Leben völlig übereinstimmt mit dem, was gepredigt wird. Das beeindruckt mich manchmal, und daneben sehe ich mit meinen Kompromissen meist recht schwach aus."

Falsch wird es erst, wenn Pfarrer Beck mit der Rechtfertigung seiner Tat anhebt, indem er plötzlich von den "Fundamentalisten" spricht.

Diese "lassen in der Regel keine Fragen zu, rechnen nicht damit, dass sie sich von den anderen noch etwas sagen lassen können, lassen sich nicht irritieren".

Eine negativ-Pauschalisierung, die es Herrn Pfarrer Beck schließlich ermöglicht, seinen Supermarkt-Fehler zu rechtfertigen:

"Und so schwach ich neben ihnen mit all meinen Kompromissen vielleicht aussehe, ich weiß zumindest, ich lasse mich wenigstens anfragen und irritieren. Das ist nicht so wenig."

Und er schließt mit dem anheimelnden Aufruf – wer hätte das erwartet! –  einander zu lieben und auch das zu lieben, was man eigentlich durch einen guten Beichtvorsatz beseitigen sollte, die faulen Kompromisse:

"Wenn du die Menschen lieben möchtest, musst du ihre Kompromisse und ihre kleinen Schummeleien lieben."

Den ganzen Text der Ansprache lesen (ARD-Mediathek)


pius.info möchte an dieser Stelle mit einem Brief an Pfarrer Beck antworten:

Hochwürden,

Ihr Wort zum Sonntag spielt nicht gerade – mit Verlaub gesagt – in der theologischen Schwergewichtsklasse. Mit solchen Texten werden Sie wohl niemals in einer Reihe mit Augustinus, Gregor von Nyssa, Thomas von Aquin oder Bonaventura aufgezählt werden.

Danke für ihre Einschätzung, dass die Piusbruderschaft nach "größtmöglicher Eindeutigkeit strebt und allle Kraft da hinein setzt, dass das Leben völlig übereinstimmt mit dem, was gepredigt wird."

Eigentlich müsste das ja für Sie auch gelten, dass Sie als katholischer Pfarrer das leben, was Sie predigen.

Doch nehmen Sie uns diese Anmerkung nicht übel: Wenn man Ihr Wort zum Sonntag hört, wird nicht ganz klar, was Sie überhaupt predigen.

Dass man als Katholik inkonsequent ist, wenn man keine Biobananen kauft? Gewiss – da haben Sie Recht – besteht ein Zusammenhang zwischen den großen Konzernen mit ihrer Massen-Nahrungsmittelvermarktung und der Ausbeutung in Afrika und anderswo.

Aber ist das wirklich alles, was Sie am Sonntag in einer Ansprache, die vielleicht mehr als eine Million Menschen erreicht, als katholischer Pfarrer zu sagen haben?

Könnte es nicht sein, dass Christi Botschaft ein wenig mehr beinhaltet? Dass der Glaube nicht darin besteht, die letzten noch verbliebenen Untaten neben den Verkehrssünden, die Umweltsünden, zu meiden?

Oder anders gerfragt: Wenn das Ihre Botschaft ist, was würde dann Claudia Roth am Sonntag sagen?

Unklar bleiben auch die Werte, die Sie am Ende zu vermitteln sich anschicken: Sie werten es als positiv, dass Sie sich "wenigsten anfragen und irritieren lassen".

Lieber Herr Pfarrer Beck, ich kann jetzt nicht für die Salafisten sprechen, aber glauben Sie nicht auch, dass Sie mit einem Piusbruder ganz offen und ohne jede Schwierigkeit über Biobananen sprechen könnten?

Dass der Piusbruder sich "irritieren und anfragen" lassen würde und schließlich zu Ihnen sagte: "Du hast Recht, komm, wir kaufen Biobananen?"

Ich glaube, das wird klappen, Herr Pfarrer Beck.

Aber was nicht klappen wird, ist, wenn Sie einen traditionstreuen Katholiken dazu bringen wollen, mit dem Gefühl des "Wir kommen alle in den Himmel" eine Selbsthilfegruppe zu gründen, deren erste These lautet: "Egal, welche Religion du hast, Hauptsache, du bist ein guter Mensch."

Da wird Ihnen der Katholik (und auch der Evangelikale, den Salafisten müssen Sie leider aus der Aufzählung herausnehmen) antworten:

"Das kann nicht sein. Denn Christus selbst und seine heilige Kirche sagen: 'Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als durch mich.'" (Joh 14,6)

Aber genau das sollten Sie als katholischer Geistlicher auch sagen, oder nicht?

Was wäre, wenn Sie als Aufhänger Ihrer Sonntagsansprache diese Stelle bei Johannes genommen hätten?

Dann hätten Sie nämlich auch gleich von dem sprechen können, was das eigentliche Leben ausmacht: "Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen." (Joh 17,3)

Das Leben, das man durch Bananan unterhält, wird nämlich eines Tages ein klägliches Ende finden.


 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr pius.info-Team

 

 

 

 

 

 


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