Wirkt der Heilige Geist in den falschen Religionen? PDF Drucken
Freitag, den 08. Juli 2011 um 10:21 Uhr

Das bischöfliche Hilfswerk Renovabis hatte zur Vorbereitung auf Pfingsten eine Novene des Altmodernisten P. Anton Rotzetter veröffentlicht, in der es unter anderem hieß: „Heiliger Geist, öffne mich für Dein Wehen im stummen Dasein Buddhas, im bewegten Tanz der Derwische, im ehrfürchtigen Kniefall der Muslime, im frommen Gebet der Juden.“ Darauf gab es offenbar einige empörte Rückmeldungen, denn das Hilfswerk fühlte sich bemüßigt, eine Antwort zu geben, in der es allerdings uneinsichtig blieb.

„Hat das Wehen des Geistes mit diesen beschriebenen Dingen zu tun oder nicht?“, fragt der Beitrag und fährt fort: „Die Antwort ist unserer Meinung nach eindeutig: nach katholischer Auffassung Ja!“ Als Beleg werden Stellen aus dem neuen Katechismus bzw. dem II. Vatikanum zitiert, die sich auf die Anerkennung des Guten und Wahren in den anderen Religionen beziehen.

Als Schlussfolgerung heißt es: „Wenn wir Christen mit Respekt vor dem religiösen Ernst der Anhänger anderer Religionen und im Wissen darum, dass der Geist Gottes die ganze Schöpfung erfüllt und auch außerhalb der Kirche weht, diesen Geist bitten, er möge uns für das Wehen seines Geistes im Leben der Anhänger anderer Religionen, die Gott ernsthaft suchen, öffnen, dann zeigen wir uns im guten Sinne als Schüler des Heiligen Geistes.“

Man findet hier wieder die altbekannte Verwischung zwischen der Religion als solcher und den Anhängern der Religionen. Wenn es auch möglich ist, dass der Heilige Geist einzelne Anhänger der falschen Religionen, die es ohne eigene Schuld nicht besser wissen, zum Heil führt, so ist es doch völlig verkehrt, ein Wirken des Heiligen Geistes in diesen Religionen als solchen zu behaupten.

Der Buddhismus kennt überhaupt keinen Gott, sondern lehrt die Selbsterlösung durch Versenkung ins Nichts. Die buddhistische Meditation ist genau das Gegenteil der christlichen Betrachtung, der es um die liebende Vereinigung mit Gott geht.
Die Derwische, eine Art muslimischer Asketen, versuchen sich durch den Tanz in eine Art ekstatische Vereinigung mit Allah zu versetzen. Das hat mit wirklicher Mystik nichts zu tun, sondern ist eher eine Nachäffung echter Mystik. Und wie soll überhaupt der Heilige Geist im Islam wehen, wo der Islam den Heiligen Geist doch ausdrücklich ablehnt? Allah ist doch ausdrücklich nur eine Person.

Die falschen Religionen sind keine suchenden Christologien, wie Rahner behauptete, sondern halten die Menschen ja gerade davon ab, an Christus zu glauben und sich taufen zu lassen. Sie suchen nicht nach der Wahrheit, sondern meinen, sie bereits zu besitzen. Erst wenn ein Anhänger dieser Religionen anfängt, an seinem Glauben zu zweifeln, fängt er an, die Wahrheit zu suchen, aber gerade die modernen Theologen vom Schlage Rotzetters beruhigen diese dann mit dem Hinweis, dass sie in ihrem Glauben das Heil genauso gut erreichen können wie im Christentum.


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