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Der Autor dieses Beitrages besuchte Mitte Januar aus familiären Gründen eine Messe im Neuen Ritus im Bistum Speyer.
Es war eine Vorabendmesse, die als Jugendgottesdienst von „Jugendlichen" gestaltet wurde. Die beiden Hauptverantwortlichen waren aber beide schon Mitte Zwanzig bis Anfang Dreißig.
Auch ein Computer stand im Altarraum, was den Verfasser verwunderte.
(Archivaufnahme: Eine "Familienmesse" in Burgrieden)
Vor der Messe wurden die Kinder von zwei Frauen in einer „Rattenfänger von Hameln"-Art aus der Kirche geführt, um das Evangelium im Gemeindezentrum zu hören.
Die „Messe" begann ca. 18.00 Uhr „normal" nach dem neuen Ritus mit zwei Lektorinnen. Das „Thema" war „Funkt's bei dir?".
Darauf folgte der Jugendgottesdienst. Ein junger Mann im oben besagten Alter, mit Kapuzenpullover, Jeans und Sportschuhen bekleidet, kam in bester Showmastermanier in den Altarraum gesprungen und sprach locker über das obige "Thema", wie man mit Gott auf einer Wellenlänge sein könne . Debei verglich er den Glauben mit allerhand technischen Geräten wie Computern, Funkgeräten und Telefonen. Der Computer kam zum Einsatz, er sollte Funkgeräusche imitieren.
Es erscheinen zwei Helferinnen im Altarraum, um ein Gespräch zum o.g. Thema aufzuführen, das so schlecht einstudiert war, dass sie es sogar von ihren Blättern ablesen mussten. Es dauerte etwa zehn Minuten, und der Verfasser sah, wie einige Kirchgänger dabei fast einschliefen. Diese Aufführung war so langweilig, dass – wäre es in einem Theater gewesen – man sein Geld hätte zurückverlangen können.
Zu den Fürbitten zog eine Schar von Kindern auf die „Bühne" und las vor. Eine Bitte lautete ungefähr so: „ Öffne unser Herz für neue Abenteuer und vergib uns später diese Abenteuer" – was auch immer das bedeuten mag.
Der Priester las während der Messe auch selbst verfasste Gebete der Jugendlichen vor. Kommunionhelfer und -helferinnen vervollständigten das Zerrbild einer Sakralhandlung durch die Handkommunion.
Am Schluss luden die beiden „Jugendlichen" noch die anderen anwesenden Jugendlichen zu einem Treffen in das Gemeindezentrum ein.
Der Priester lobte am Ende die „Jugendlichen" für diese schöne Messe und bedankte sich bei ihnen, indem er die Hoffnung ausdrückte, dass sie doch bald wieder einen neuen Jugendgottesdienst gestalten mögen.
Der Autor und seine Frau waren am Ende einfach nur verwundert und hatten nicht das Gefühl eine Messe besucht zu haben, sondern ein Theaterstück.
Kommentar: So oder ähnlich werden Gottesdienste praktisch überall in Deutschland gestaltet. Das gleiche Szenario wiederholt sich hunderttausendfach an Sonn- und Feiertagen. Die Messe ist zum willkürlichen Gestaltungsevent verunstaltet.
Das ist so sehr gegen jede Sakralhandlung und gegen das Wesen der Messe, welche das unblutige Kreuzesopfer Christi gegenwärtig setzt, dass man gar keine Kirchenväter zitieren muss, um den unkirchlichen Geist zu entlarven.
Diese Art der frei gestalteten Messe widerspricht direkt den Anordnungen des II. Vatikanischen Konzils, da es in dem Dekret „Sacrosanctum Concilium" über die Liturgie heißt:
22 §3. "Deswegen darf überhaupt niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, auf eigene Faust in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern." (DH 4022)
Im ersten Paragraphen heißt es zudem:
22 § 1: "Die Regelung der heiligen Liturgie hängt einzig von der Autorität der Kirche ab; und zwar liegt diese beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof."
Weiß der Papst um den allgegenwärtige Eventgestaltung-Dienst durch Laien, der schon längst das hochheilige Messopfer aus den Gotteshäusern verdrängt hat?
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