Kommentar zu Assisi 2011 PDF Drucken
Freitag, den 28. Oktober 2011 um 07:50 Uhr

intro assisiNach der Wahl von Barak Obama soll ein Kongressabgeordneter gesagt haben: "Ich gehe jetzt nach Hause und schaue in der Bibel nach, ob er der Antichrist ist."

Nach dem gestrigen Religionstreffen 2011 in Assisi hat man große Lust, das gleiche zu tun. Nachsehen, wann der Antichrist kommt.

Vorsicht: Es geht jetzt nicht darum, mit schweren Haubitzen auf den Papst loszudonnern. So, dass man anschließend sagte: Das ist wieder typisch "die Piusbrüder": Sie lärmen und poltern und haben gar nicht begriffen, dass das neue Assisi gar keine Religionsvermischung beinhaltet hat.

Stimmt, Thomas Jansen von der KNA hebt das in seiner Meldung ausdrücklich hervor:

"Nach einer einfachen, allen religiösen Vorgaben genügenden Mahlzeit aus Reis, Gemüse, Früchten und Salat im Kloster von Santa Maria degli Angeli folgte ein eigentümliches Gebet für den Frieden - zeitgleich, nicht gemeinsam. Die Delegationen zogen sich im Gästehaus des Klosters in getrennte Räume zurück [...]. So meditierten die Buddhisten jeweils allein in einem Raum für sich, die Muslime beteten jeweils allein in einem Raum für sich, und die Christen beteten jeweils allein in einem Raum für sich."

Also nicht wie bei Assisi I, wo man jeder der anwesenden Jenseitsvorstellungen eine Kirche (!) zur Verfügung stellte (vgl. Video von pius.info), wo sie ihren nicht-Jahwe-Kult vollziehen konnten.

Warum sich also aufregen? Es ist doch schön, wenn alle Religionsvertreter vereint sind. Jeder spricht den Satz des "Engagements für den Frieden". Man hält Ölkerzen in der Hand und isst gemeinsam vegetarisch. Friedenstauben werden in den Himmel geschickt. Tanzeinlagen zu Gesängen, die sehr erbaulich klingen: "Mach mich zum Werkzeug des Friedens. Nur wer gibt, bekommt." Es werden Stoffteile ausgeteilt, welche zu einem großen Band verknüpft werden.

Was gibt es daran auszusetzen? Nur in Friede können die Menschen miteinander leben. Hier ist doch wahrhaft gelebter Friede zum Ausdruck gebracht. Und man hat ja von seiten des Vatikans immer wieder betont, dass es keinen gemeinsamen Gottesdienst gibt, ja nicht einmal gemeinsames Gebet.

Doch gibt es da ein kleines Problem, eigentlich gar nicht der Rede wert. Aber man kann es schon mal erwähnen, immerhin ist unser Religionsgründer und sind die meisten Christen der ersten Jahrhunderte dafür gestorben: Die Frage nach der Wahrheit. ("Dazu bin ich in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis zu geben." Joh 18,37)

Die ganze Veranstaltung geschieht unter bewusster Ausklammerung der Wahrheitsfrage. Sie wird einfach nicht gestellt. Die Pluralität der Religionen wird als gegeben hingenommen. Alles, was die Menschen des 21. Jahrhunderts jetzt noch erreichen müssen, ist, dass die verschiedenen Religionen friedlich miteinander leben. Der Rest ist nebensächlich, oder besser gesagt, ist rein persönlicher bzw. subjektiver Natur. Die Wahrheitsfrage soll jeder so beantworten, wie es ihm richtig erscheint.

Wenn die Vertreter des Vatikans glauben, mit dem getrennten Gebet hätten sie die Klippen des 1. Gebotes umschifft, dann muss man ihnen an dieser Stelle unmissverständlich mitteilen: Das "getrennte" Gebet bewirkt nur eine Botschaft: Die Religionen sind verschieden, so verschieden, dass sie nicht gemeinsam beten können. Entschuldigung, aber das haben die allermeisten schon vorher gewusst. Auch im Multikulti-Deutschland kann der Pater der Piusbruderschaft nicht an Fronleichnam in die Moschee einziehen.

Was aber als alles überstrahlende Aussage bleibt, ist dieses: Alle Religionen sind gleichberechtigte Wege. Der Papst steht eben mitten unter ihnen, nicht erhöht, nicht ausgezeichnet, mit keinem Symbol von den übrigen unterschieden. Er ist hier der Vertreter eines Weges, der wiederum nur ein Weg unter den vielen Wegen zur Jenseitserkenntnis ist. Wie in dem "schönen" Bild der liberalen Religionslehrer: Gott ist ein Berg, und die Religionen sind die vielen Wege nach oben. Genau darin besteht die Botschaft, die man von Assisi 2011 mit nach Hause nimmt.

Das ist aber gleichzeitig die Sünde dieser Veranstaltung: Dass der Papst, als Stellvertreter der einzig wahren Religion, sich mitten unter die anti-christlichen Religionen stellt.

Anti-Christlich ist hier nicht notwendigerweise so zu verstehen, dass diese Religionen das Christentum aktiv bekämpfen würden (mit Ausnahme der islamischen Länder, wo noch heute mehrere Millionen Christen verfolgt werden, auch wenn der islamische Vertreter in Assisi so wie alle anderen den Frieden versprochen hat). Anti-Christlich heißt, dass diese Religionen eine Erlösung OHNE Christus versprechen. Entweder weil man die Asche des verbrannten Leichnams in den Ganges streut oder weil man Mantra-Gesänge wiederholt oder was auch immer. Jedenfalls ohne die inkarnierte Wahrheit Jesus Christus.

Damit begeht der Papst vielleicht nicht direkt einen verbalen, wohl aber für alle Welt durch seine Tat und sein Schweigen einen klaren Verrat am Wahrheitsanspruch Christi. Nach Assisi 2011 glauben wieder alle Menschen von neuem das Dogma der Freidenker: "Die Religion ist egal, Hauptsache man ist ein guter Mensch."

Diese These, die heute geradezu omnipräsent ist, stammt gar nicht von Papst Benedikt. Sie ist auch nicht die Idee seines Vorgängers, Papst Johannes-Pauls II. Auch das Konzil hat es in Nostra Aetate in seiner Lobeshymne auf die nichtchristlichen Religionen nur nachgesprochen. Es ist die Idee des Gründers der Freimaurerei, John Anderson:

„Es wird jetzt für zweckmäßiger gehalten, die Maurer nur der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen und jedem seine eigenen Ansichten zu lassen, was auch immer ihre Denomination oder ihr Bekenntnis sei, durch das sie sich unterscheiden lassen. Dadurch wird die Maurerei das Einigungszentrum und das Mittel werden, um eine aufrichtige Freundschaft zwischen den Personen zu knüpfen, die sich sonst für immer fremd geblieben wären."

Damit wird die Veranstaltung zum Baustein der neuen Weltordnung, an welcher die Freimaurer seit über dreihundert Jahren arbeiten. Ob Lessing in seiner Ringparabel oder Obama in seiner Rede an der Siegessäule: „The walls between (...) Christian and Muslim and Jew cannot stand."

Damit ist man beim "Ohne-Christus-Weltfriedensreich" angekommen, "ohne" oder "anti". Und das Bitterste an der Veranstaltung: Wer ist die treibende Kraft zum anti-christlichen Reich der Weltverbrüderung? Papst Benedikt. Von Rom aus fährt der Zug nach Assisi, von Rom aus wird das Treffen organisiert. Rom lädt alle Vertreter dazu ein. Man ist erinnert an die Worte der "Alta vendita", dem Textes der italienischen Carbonari: "Was wir verlangen, was wir suchen und erwarten müssen, wie die Juden den Messias erwarten, ist ein Papst nach unseren Bedürfnissen..."

Derjenige, der den Satz Andersons am meisten verwirklicht hat, ist nämlich der Papst selbst:

"Dadurch wird die Maurerei das Einigungszentrum und das Mittel werden, um eine aufrichtige Freundschaft zwischen den Personen zu knüpfen, die sich sonst für immer fremd geblieben wären."

Am 27. Oktober 2011 kann man das Wort "Maurerei" mit "die katholische Kirche" ersetzen und erhält die vollgültige Verwirklichung der Idee Andersons.

Es nützt dann auch nichts, wenn sich der Papst anlässlich des Treffens vom Synkretismus, also der Religionsvermischung, distanziert. Es ist ja klar, dass die Religionen verschieden sind und bleiben.

Um dem Wahrheitsanspruch Christi zu genügen, müsste er sagen, dass alle Anwesenden verpflichtet sind, an Christus zu glauben und sich taufen zu lassen, um gerettet zu werden. (vgl. Mk 16,16: "Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer nicht glaubt, wird verdammt werden.")

Dann widerspricht er aber dem Treffen als solchem, denn der Papst hat sich ja gerade durch die unterschiedslose Teilnahme auf dieselbe Stufe wie die anderen Religionen begeben.

Ein unlösbares Dilemma, das Rom nur dann vermeiden kann, wenn es endlich bereit ist, diese unseligen Treffen zu beenden.

Lesen Sie hier zum Abschluss die klaren und eindeutigen Worte unseres verehrten Gründers, Erzbischof Marcel Lefebvre:

Und diese Entthronung zeigt sich völlig offenkundig in der Zeremonie von Assisi. Jesus Christus ist entthront. Er ist nicht mehr der König, der allumfassende König, der König, den wir verkünden... Während des ganzen Kirchenjahres singen wir: Rex Regum, Dominus Dominorum, König der Könige, Herr der Herren ist Unser Herr Jesus Christus. Aber statt das Königtum Unseres Herrn Jesus Christus zu verherrlichen, richtet man ein Pantheon aller Religionen ein. Und dieses Pantheon aller Religionen, wie es auch die heidnischen Kaiser in Rom im Pantheon, das sie erbaut hatten, eingerichtet haben, dieses Pantheon haben die heutigen römischen Behörden selbst eingerichtet. Ein ungeheurer Skandal für die Seelen, für die katholischen Seelen, die auch ihrerseits schon beginnen, das allumfassende Königtum Unseres Herrn Jesus Christus zu bezweifeln. Und genau diese Haltung nennt man Liberalismus. Der Liberalismus ist die Einführung der Freiheit des Menschen gegenüber Gott. Und daraus folgt, daß der Mensch, der an welche Religion auch immer glaubt, auf sie hofft, sie bekennt, ebenso achtbar ist wie jener, der erklärt, sich zur wahren Religion zu bekennen. Andererseits sei der Staat, die bürgerliche Gesellschaft nicht mehr imstande zu erkennen, welche die wahre Religion ist. Und das wird uns in dem Dokument erklärt, das uns von Rom zugegangen ist! Der Staat ist in Sachen der Religion nicht kompetent und kann nicht entscheiden, welches die wahre oder die falsche Religion ist, und eben deshalb muß er es dulden, daß sich in diesem autonomen gesellschaftlichen Raum, wie sie es nennen, der praktisch der Lebensbereich des Staates ist, alle religiösen Irrtümer entwickeln, welche immer sie auch seien, weil der Mensch frei ist, frei, seine eigene Religion zu haben. Wir aber sagen hier: nein, nein, nein!"

Predigt am 29. Juni 1987 in Ecône

 


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