29. September: Fest des Erzengels Michael PDF Drucken E-Mail
News - Kirchenjahr
Donnerstag, den 29. September 2011 um 08:54 Uhr

Am 29. September wird das Weihefest des heiligen Erzengels Michael begangen. An diesem Tage wurde unter Papst Leo dem Großen (11.4.) an der Via salaria zu Rom die Basilika San Michele eingeweiht.

So wurde der 29. September zum Festtag des heiligen Erzengels Michael, der in Deutschland seit 813 allerorten begangen wird, nachdem ihn einzelne Regionen bereits im 8. Jahrhundert kannten.

Der heilige Erzengel Michael ist der Patron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

(Bild – Juan de Flandres: Der heilige Erzengel Michael und Franziskus – Ausschnitt; 1505-09; Metropolitan Museum of Art, New York)

Als Gregor der Große (12.3.) anlässlich einer Epidemie im Jahre 590 eine Prozession in Rom veranstaltete und einen Engel auf der römischen Burg des Papstes, dem ehemaligen Hadriansmausoleum, erblickte, der das Ende der Plage anzeigte, erkannte das Volk in diesem St. Michael.

Im 7. Jahrhundert wurde daraufhin eine Michaelskapelle in der Burg eingerichtet. So kam der Name „Engelsburg“ auf, der sich bis heute gehalten hat. 1753 wurde eine Bronzestatue des Erzengels auf das Dach des Bauwerkes gesetzt, wodurch es ein charakteristisches Merkmal erhielt.

Der Name Michael bezeichnet im Alten Testament einen Erzengel, doch trugen denselben Namen auch einige israelitische Männer. Er ist also auch für Menschen schon vor Christus gebräuchlich gewesen.

Der Engelsfürst bzw. Erzengel Michael tritt im Alten Testament als einer der Völkerengel in Erscheinung, und zwar als der Engel des Gottesvolkes Israel. Da aber das Israel des Alten Bundes seit Christus in der Kirche des Neuen Bundes weiterlebt, galt Michael fortan als Schutzpatron der heiligen Kirche.

Das in einer einzigartigen Beziehung zu Papst und Kirche stehende Heilige Römische Reich Deutscher Nation rief den Erzengel Michael seit dem frühen Mittelalter ebenfalls als seinen Schutzpatron an, so dass in der Schlacht auf dem Lechfeld (s. 4.7.) die Fahne des heiligen Erzengels Michael, des Beschützers des Reiches wie der Kirche, in die Schlacht getragen wurde. Der männliche Eigenname „Michael“ verbreitete sich vor allem in Deutschland. Förderlich erwies sich dabei die zufällige Ähnlichkeit des hebräischen „mi cha el“ mit dem altdeutschen Wort „michel“, das „groß“ bedeutet. Die hebräische Bedeutung des Namens ist "Mi kamocha elohim", das bedeutet „wer“ (mi) „ist wie du“ (ka(mocha)), „Gott“ (El(ohim).

St. Michael erschien ein erstes Mal im kleinasiatischen Phrygien, in der Nähe der Stadt Laodicaea. Eine an jener Stätte befindliche Quelle schenkte seitdem zahlreichen Kranken Heilung. Von Phrygien aus verbreitete sich die Verehrung des heiligen Erzengels Michael in der gesamten Christenheit.

Einen Aufschwung erfuhr sie stets nach weiteren Erscheinungen des Erzengels. Außerordentlich berühmt wurde diejenige vom Monte Gargano (8.5.). Ein häufig besuchter Wallfahrtsort war im Mittelalter auch die Kirche von Mont-Saint-Michel auf einem Felsen an der Atlantikküste, der bei Flut ganz vom Wasser umgeben ist. Sie wurde im 8. Jahrhundert auf Grund einer Vision errichtet und der Kirche vom Monte Gargano nachgebildet; später allerdings trat ein größerer Neubau an ihre Stelle.

Wird bereits im Judas-Brief der Erzengel Michael als Kämpfer gegen den Bösen in einer bestimmten Situation genannt, so erscheint dasselbe in noch prinzipiellerer Form in der Geheimen Offenbarung. Dort wird Michael gezeigt als der Anführer und Fahnenträger der guten Engel, der den Satan mit seinem Anhang aus dem Himmel vertreibt. Damit tritt der Charakter des Namens des Erzengels als Kampfruf klar hervor: „Wer ist wie Gott!“

Schutz vor dem Bösen wird auch dadurch gewährt, dass St. Michael die Seelen der abgeschiedenen Christgläubigen ins Paradies geleitet. In diesen Zusammenhang gehört die nicht seltene Darstellung des Engelsfürsten mit einer Seelenwaage, durch die er die Bösen von den Guten trennt.

Die Namen der übrigen Erzengel lauten Gabriel (24.3.), Raphael (24.10.), Uriel, Anael, Zachariel und Samael. Doch nur die Namen dreier der sieben Erzengel sind in der Heiligen Schrift überliefert, und darum werden allein diese kirchlich verehrt.

Das bekannteste Gebet zum Erzengel Michael wird in der Liturgie nach jedem stillen heiligen Messopfer gebetet:

Sancte Michael, Archangele, Heiliger Erzengel Michael,
defende nos in praelio;
verteidige uns im Kampfe;
contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium. gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz.
Imperet illi Deus, „Gott gebiete ihm“,
supplices deprecamur; so bitten wir flehentlich;
tuque, princeps militiae caelestis,
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
satanam aliosque spiritus malignos, stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo, die zum Verderben der Seelen die Welt durchziehen,
divina virtute in infernum detrude. mit Gottes Kraft hinab in den Abgrund.

Amen

Amen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

pius.info erklärt jeden Tag den liturgischen Heiligen. Sie finden die Texte unter der Rubrik Tagesheiliger (Rechts oben)


E-Mail