Piusbruderschaft betet weiterhin für die Bekehrung der Juden PDF Drucken E-Mail
Offizielle Stellungnahmen - Distrikt (Stellungnahmen)
Montag, den 09. März 2009 um 01:00 Uhr

Kritik an der Erklärung des Zentralkomitees der Katholiken

Am morgigen Karfreitag werden die Priester der Piusbruderschaft in der Karfreitagsliturgie die Fürbitten beten, bei denen unter anderen auch für das Volk der Juden gebetet wird. Diese Gebete gehören zur uralten Tradition der Kirche, sie gehen in ihrem jetzigen Wortlaut auf die 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts zurück.

Die Bruderschaft möchte mit Nachdruck darauf hinweisen, dass diese Gebete nicht provozieren, noch in irgendeiner Weise die religiösen Gefühle von Nichtkatholiken verletzen wollen. Das Gebet für die Juden ist Teil einer langen Fürbitte, an deren erster Stelle die Kirche für sich selbst, alle ihre Mitglieder, aber eben auch für Andersgläubige betet.

Wir sind von dem Wunsch beseelt, dass gerade in Deutschland wieder eine theologische Auseinandersetzung zwischen Judentum und Katholiken stattfindet. Zu sehr werden Gespräche über die Frage nach dem Glauben durch historische Belastungen erschwert. Die Piusbruderschaft macht sich hier die scharfe Verurteilung jeglichen Antisemitismus zu eigen, welche die Kirche lange vor dem Konzil und vor dem Umsturz in Deutschland ausgesprochen hat. Unter Pius XI. heißt es in einem Dekret des Hl. Offiziums vom 25. März 1928: (Der Apostolische Stuhl) verurteilt besonders scharf den Hass gegen das Volk, das Gott einst erwählt hatte, jenen Hass nämlich, den man heute gewöhnlich Antisemitismus nennt“. Wörtlich sagte Pius XI. in seiner Ansprache an die belgischen Pilger vom 6. September 1938 u. a.: Der Antisemitismus ist eine abstoßende Bewegung, an der wir Christen keinerlei Anteil haben können.“

Im jüdisch-christlichen Dialog muss es in aller erster Linie darum gehen, dem zu folgen, was die Heilige Schrift durch den Mund des großen Völkerapostels (den zu Christus bekehrten Juden) Paulus vorgegeben hat: Groß ist mein Schmerz, unaufhörlich der Kummer meines Herzens. Gern wollte ich selber mit dem Fluche beladen, fern von Christus zu sein, für meine Brüder, die mir dem Fleische nach stammverwandt sind. Sie sind Israeliten, besitzen die Gotteskindschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, den Gottesdienst und die Verheißungen. Ihnen gehören die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleische nach Christus, der da ist über alles, Gott, hochgelobt in Ewigkeit. Amen“ (Röm 9,2)

Das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland entfernt sich daher durch seine Erklärung Nein zur Judenmission, ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“ vom 9. März 2009 weit von der Heiligen Schrift und der Sendung der katholischen Kirche.

Die Aussagen dieser Erklärung, vor allem des Schlussplädoyers: Weil Gottes Bund Israel bereits das Heil erschlossen hat, braucht die Kirche nicht um das Heil Israels besorgt zu sein, die Juden nicht zum christlichen Glauben zu bekehren und sie nicht um ihres Heiles willen zur Taufe zu veranlassen“ widersprechen direkt den Worten der Heiligen Schrift, welche ausdrücklich den Missionsgedanken ausspricht: Gehet hinaus in alle Welt und lehret alle(!) Völker.“ (Mt. 28,19), was der heilige Paulus auf seine jüdischen Volksgenossen anwendet: Brüder, mein Herzenswunsch und mein Gebet zu Gott gilt ihnen, ihrer Rettung. Ich bezeuge, dass sie Eifer für Gott haben, nur fehlt die rechte Einsicht (...) Ist doch Christus das Endziel des Gesetzes, der jedem, der glaubt, zur Gerechtigkeit wird.“ (Röm 10,1ff). Der Katechismus der Katholischen Kirche bestätigt: Jesus erfüllt die Sendung Israels vollkommen.“ (KKK 539)

Die Piusbruderschaft möchte einen wahren Dialog führen, der geprägt ist von Rücksicht und Verständnis für den anderen, ohne dabei die eigene theologische Position aufzugeben. Vor allem muss klar sein, dass jedwede Zwangsmissionierung unmöglich ist. Das Wissen um die göttliche Sendung Jesu Christi wird im Dialog mit den Juden und allen anderen Religionen immer zum Heilsangebot führen, welche den freien Glaubensakt an Jesus Christus ermöglichen soll. Wenn jedoch diese Option von vornherein ausgeschlossen wird, ist der ganze Dialog in sich hinfällig. Er wird zum Gespräch über Belanglosigkeiten. Denn über was sollte man reden, wenn nicht über die alles entscheidende Frage: Lässt sich an Hand der Schrift“ [gemeint ist hier das Alte Testament, welches Juden und Christen gemeinsam ist] beweisen, dass Jesus der Messias ist“? (Apg 18,28)

Gerade für das jüdische Volk kann der Schritt des Glaubens an Jesus von Nazareth um so leichter sein, da dieser Messias – wie in den Worten des Paulus bereits gesagt – selber Jude ist und aus dem Judenvolk stammt. Joseph Ratzinger bekräftigt mit Blick auf das jüdisch-christliche Gespräch: Dialog ist nicht ziellose Unterhaltung, sondern er zielt auf Überzeugung, auf Wahrheitsfindung, sonst ist er wertlos.“ (Der Dialog der Religionen und das jüdisch-christliche Verhältnis“, Communio 26/1997)

Ungeachtet dieser christlich-jüdischen Fragen möchten wir darauf hinweisen, dass jeder Mensch das Recht hat, seine Gebete so zu formulieren, wie es ihm der persönlich gefundene Glaube nahelegt. Juden beten im Shacharit le Schabbat 15 Segenssprüche, in denen es heißt: Gott ich danke Dir, dass ich Jude bin und nicht Heide. Ich danke Dir, dass ich ein Mann bin und keine Frau“ Wer wollte hieraus eine Abwertung von Nichtjuden (so genannten Gojim“) herauslesen, wer wollte in diesen Worten eine Diskriminierung der Frau erblicken? Mit dem gleichen Recht, wie man hier den Juden nicht vorschreibt, was sie täglich zu beten haben, wollen wir, dass es der Kirche unbenommen bleibt, für das Seelenheil jenes Volkes zu beten, das uns den Messias geschenkt hat.

Gründonnerstag, 9. März 2009 Pater Franz Schmidberger, Distriktoberer


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