Internationales Priesterseminar Herz Jesu (Zaitzkofen, Deutschland) PDF Drucken E-Mail

altDas internationale Priesterseminar Herz Jesu ist eines der sechs Priesterseminare, die die Priesterbruderschaft St. Pius X. unterhält, v.a. für Priesteramtskandidaten aus den deutschsprachigen Ländern. Vermehrt beherbergt es aber auch Studenten aus den Ländern Osteuropas, insbesondere aus Polen und Tschechien.

Junge Männer, die das Seminar näher kennen lernen wollen, sind stets für einige Tage auf Besuch herzlich willkommen. Ebenso lädt das Seminar all jene Priester, die die Bruderschaft näher kennen lernen möchten oder sich einfach nur einige Tage Erholung wünschen, herzlich ein.

Hier ist es auch möglich, in Ruhe und Frieden den Ritus der überlieferten lateinischen Messe zu erleben und zu erlernen. Immer mehr Priester aus dem Diözesan- und Ordensklerus, vor allem aus der jungen Generation, entdecken hier die lebendige Tradition der Kirche neu.

Aufnahmebedingungen:

I. Das Internationale Priesterseminar Herz Jesu steht allen ernsthaften Berufungen zum Priestertum im Rahmen der Priesterbruderschaft St. Pius X. offen.

Notwendige Voraussetzungen:

  • Der Kandidat muss über eine gediegene Gesundheit verfügen, geistig ausgeglichen sowie physisch und psychisch belastbar sein.
  • Er muss von aufrichtiger Frömmigkeit und vom Wunsche beseelt sein, sich ganz dem Herrn hinzugeben.
  • Er muss die höheren Schulen beendet haben und im Besitz eines Reifezeugnisses sein, des Abiturs oder eines anderen gleichwertigen Zeugnisses, das ihn zum Universitätsstudium berechtigt.
    Ist der Kandidat nicht im Besitze eines solchen Ausweises, so kann er unter der Bedingung genommen werden, dass seine höhere Schulausbildung vervollständigt wird, insbesondere in der lateinischen Sprache, da hinreichende Lateinkenntnisse unverzichtbar sind.

Pensionskosten:
Die Pensionskosten betragen pro Jahr 2400.- EUR, d.h. 9.- EUR pro Tag.
Kann ein Interessent bzw. dessen Familie diesen Betrag nur teilweise oder gar nicht aufbringen, so zögere man trotzdem nicht, sich im Seminar einschreiben zu lassen.

II. Die Bruderschaft St. Pius X. nimmt auch Bruderpostulanten auf, die vom Wunsche beseelt sind, ein gottgeweihtes, geistliches Leben zu führen, und die ihre Kräfte in den Dienst des Priestertums und des Apostolates stellen wollen.

 

Das Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen stellt sich vor ...

1. In den Fußstapfen des Ewigen Hohenpriesters

Es ist eine unbeschreibliche Freude und ein Vorrecht, Gott in seiner Kirche auf Erden dienen zu dürfen - mehr noch: Es ist dies eine Gnade, also ein ganz und gar ungeschuldetes Geschenk, das jede andere Ehre und Würde auf Erden übertrifft.

zaitzkofen 02Denn das katholische Priestertum ist eine sakramentale Teilhabe am Priestertum Jesu Christi, das seinerseits auf der Vereinigung der zweiten göttlichen Person mit einer menschlichen Natur beruht. Unser Herr Jesus Christus ist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech (Ps. 109,4; Hebr. 7,17) durch die Salbung seiner Menschheit mit der Gottheit im Augenblick der Annahme dieser menschlichen Natur im reinsten Schoße Mariens. Folglich rührt der menschliche Priester an Göttliches. Er - und nur er - ist dazu berufen, in sichtbarer Weise das ewige Priestertum Jesu Christi auf Erden darzustellen und dessen Erlösungswerk bis ans Ende der Zeiten fortzusetzen: Im heiligen Messopfer, welches das Kreuzesopfer von Kalvaria auf den Altären der Christenheit in unblutiger Weise erneuert und fortsetzt, betet er die allerheiligste Dreifaltigkeit im Namen der ganzen Kirche an und verherrlicht den Allerhöchsten durch den Lobpreis des fleischgewordenen Wortes; er dankt für alle Gnaden und Gaben, die Gott täglich auf die Kirche und die Seelen ausgießt, entsühnt das Menschengeschlecht durch die Aufopferung des Blutes des geschlachteten Lammes und bittet um Segen und Wohlgefallen am göttlichen Thron der Barmherzigkeit. Wie sehr der Ewige Hohepriester und sein menschliches Werkzeug eins sind, offenbaren die Wandlungsworte im heiligen Geschehen: Hoc est Corpus meum, hic est Calix sanguinis mei - Das ist mein Leib, das ist der Kelch meines Blutes - sprechen die Lippen des Dieners des Heiligtums, wohlwissend, dass der Altar nicht seinen Leib und sein Blut birgt, sondern Leib und Blut Jesu Christi, in dessen Person er handelt. Nun ist aber der göttliche Heiland Opferpriester und Opferlamm; also muss auch sein menschliches Werkzeug in der Angleichung an sein göttliches Herz als Opfergabe in Abtötung und Selbstverleugnung jene Gnaden mitverdienen, die es ausspenden soll. Als sacerdos et victima - Priester und Opferlamm - ist der Priester dazu berufen, am Leib Christi, der Kirche, das zu ersetzen, was vom Leiden Christi noch aussteht (Kol. 1,24).

Der Priester als guter Hirt nährt die ihm anvertraute Herde in der göttlichen Lehre, er predigt das Evangelium, verkündet den Glauben, bricht das Brot der Wahrheit, widerlegt den Irrtum und zerstört die Finsternis des Zweifels und Unglaubens. „Der Glaube kommt vom Hören“, sagt der heilige Paulus und lässt dieser Feststellung die Worte vorausgehen: „Wie sollen sie hören, wenn ihnen niemand predigt? Wie kann man aber predigen, wenn man nicht gesandt ist?“ (Röm. 10,14-17) Nun besteht aber das ewige Leben darin, dass „sie dich, den alleinigen Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“ (Joh. 17,3) Also besteht ein untrennbarer Zusammenhang zwischen der priesterlichen Verkündigung auf der einen Seite und der Zahl und dem Verdienst der Auserwählten des Himmels auf der anderen Seite.

Der katholische Priester ist Ausspender der Geheimnisse Gottes in den Sakramenten, die uns erscheinen wie sieben bis zum Rande mit dem Opferblut Christi gefüllte Kelche. In der heiligen Taufe gebiert er die Seelen zum übernatürlichen Leben; er bereitet sie auf die Stärkung im Firmsakrament vor und reinigt im Beichtstuhl den verlorenen Sohn von Sünde und Schuld. Er nährt die Hungernden mit dem Brot der Engel, er bereitet die Seelen durch das Viatikum und das heilige Öl auf die lange Reise in die Ewigkeit und die ewige Kommunion des Himmels vor. Er begleitet den Sarg zum Friedhof. Er segnet die Ehen ein, erweist sich als Ratgeber und Freund des Christen auf seiner irdischen Pilgerschaft und als wahrer Vater der christlichen Völker. Gott hat das Heil des ganzen Menschengeschlechtes in die Hand des katholischen Priesters gelegt.

Der katholische Priester müht sich um die Festigung und Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden, er sammelt die christlichen Familien um den Opferaltar und lädt sie ein, die Atmosphäre der stillen Anbetung und Beschauung, der liebenden Hingabe und der Übung aller Tugenden, welche Altar und Tabernakel umgeben und einhüllen, mit in ihr Heim zu nehmen und dieses zu einem kleinen Heiligtum umzugestalten, wo Jesus den ersten Platz einnimmt und das letzte Wort hat. Er unterrichtet die Kinder im Katechismus, zeigt in Exerzitien den Menschen ihre ewige Bestimmung auf, er verteidigt in Vorträgen Wort und Werk der Kirche. Er gründet gemäß seinen Fähigkeiten und den Erfordernissen seiner Zeit in Zusammenarbeit mit den Eltern katholische Schulen, um die Kinder vor intellektueller, sittlicher und religiöser Verderbnis zu bewahren und sie auf ein christliches Leben vorzubereiten. Als Mittler zwischen Gott und den Menschen betet er immer wieder während des Tages und manchmal gar in der Nacht, um den Segen Gottes auf die Welt herabzurufen und die Schwierigkeiten, Nöte und Kreuze der Menschen vor das Angesicht Gottes zu tragen. Mit einem Wort: Als Diener der Catholica und Romana ist er „aus den Menschen genommen und für die Menschen in ihren Angelegenheiten bei Gott bestellt“ (Hebr. 5,1).

2. „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ (Lk 2,49) - die Berufung

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„Aber niemand nimmt sich selbst diese Ehre, sondern nur wer von Gott berufen ist wie Aaron.“ (Hebr. 5,4)

 

 

Wie aber weiß man um seine Berufung? Kann ein junger Mann bei seinem Eintritt jemals mit letzter Sicherheit die oben zitierten Worte des zwölfjährigen Jesusknaben im Tempel auf sich anwenden?

 

 

Die Berufung zeigt sich in den konkreten Umständen: hinreichende körperliche und geistige Gesundheit sowie sittliche Reife; ausgewogenes Urteilsvermögen und hinreichende Intelligenz für die Studien, wobei ein für das Hochschulstudium berechtigender Schulabschluss vorausgesetzt wird; die aufrichtige Absicht, Gott und seiner Kirche auf Erden zu dienen; eine großherzige Liebe zu Christus und den Seelen.

Diese Kriterien erhalten ihre objektive Form im Ruf der Kirche, ohne den selbst bei bester Absicht keine Berufung vorliegt. Während seiner sechsjährigen Formung muss sich der Kandidat mit Hilfe seines Seelenführers immer wieder prüfen, um Gottes Willen vor dem entscheidenden Schritt der Subdiakonatsweihe klar zu erkennen. Fehlt dem jungen Mann die innere oder äußere Kraft zum Durchtragen seiner Berufung, so ist dies ein Zeichen, dass diese nicht vorliegt.

3. „Meine Kindlein, noch einmal leide ich um euch Geburtswehen, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat.“ (Gal. 4,19) - die Formung

Tritt der Anwärter ins Seminar ein, so erwarten ihn zunächst die fünftägigen geistlichen Übungen nach dem heiligen Ignatius von Loyola. Sein erstes Jahr, eine Art Noviziat, soll ihn für sein ganzes späteres priesterliches Leben prägen: Er erhält neben dem Sprachunterricht in Latein (und eventuell Griechisch und Hebräisch) fast täglich Vorlesungen in Spiritualität. Dazu kommen die Hinführung zur Heiligen Schrift, die Einführung in die Liturgie und die Besprechung der wichtigsten päpstlichen Enzykliken der letzten 200 Jahre die heutigen Zeitirrtümer betreffend. Auch der Gregorianische Choral bedarf einer gründlichen Einführung und Übung. Am Fest Mariä Lichtmess empfängt er dann das geistliche Gewand, die Soutane.

Nach den Sommerferien, die unser junger Freund dem Apostolat bei Jugendlagern, in Exerzitienkursen oder in einem Priorat widmet, erwartet ihn das zweijährige Studium der Philosophie

gemäß der Scholastik: Kosmologie (von den Körperdingen), Psychologie (von der menschlichen Seele), Kriteriologie (von der menschlichen Erkenntnis), Ontologie (Lehre vom Sein), Ethik (vom richtigen Handeln), Logik (vom richtigen Denken) und schließlich als Krönung die Theodizee, die philosophische Gotteslehre. Daneben treten die Apologetik und Fundamentaltheologie, um das Gesamtgebäude der Theologie auf eine wissenschaftlich einwandfreie Grundlage zu stellen; sie vermitteln die grundlegenden Wahrheiten über die Offenbarung und die Kirche. Die Exegese verhilft zu einem vertieften Verständnis der Heiligen Schrift. Der geistliche Höhepunkt des zweiten Jahres ist die Tonsur, durch welche der Kandidat in den Klerikerstand aufgenommen wird. Im dritten Jahr empfängt er bereits die ersten niederen Weihen: das Ostiariat und das Lektorat.

Dem Ostiarier (Türhüter), dem bei der Weihe die Kirchenschlüssel übergeben werden, ist die treue Sorge für das Haus Gottes bei Tag und Nacht anvertraut; er muss auch die Glocken läuten. Durch Wort und Beispiel soll er die unsichtbaren Gottestempel, die Seelen, dem Teufel verschließen. Mit der Weihe zum Lektor erhält er die Befugnis zum Vortragen der Lesungen im Offizium und zum Singen der Epistel im nicht levitierten Amt.

Der Schwerpunkt des 4. bis 6. Jahres liegt auf der Theologie. Die Hauptfächer sind dementsprechend Dogmatik (zur tieferen Durchdringung der Glaubenswahrheiten auf der Grundlage der Theologischen Summe des heiligen Thomas von Aquin) und Moraltheologie (die Betrachtung der christlichen Sittenlehre, d.h. des menschlichen Handelns unter dem Aspekt von Tugend- oder Sündhaftigkeit). Daneben werden Exegese (2. bis 6. Jahr), Kirchengeschichte (3. bis 6. Jahr), Liturgik (Analyse und Verständnis des göttlichen Kultes - Messopfer, Offizium, Sakramente - und dessen Geschichte) und Pastoraltheologie (die Anwendung des spekulativen Glaubenswissens und dessen Nutzbarmachung für die Seelsorge nach dem Grundgesetz der Kirche „Salus animarum suprema lex“) gelehrt. In das vierte Jahr sind die Weihen zum Exorzisten und Akolythen eingebettet.

Der Exorzist empfängt die Gewalt, die bösen Geister auszutreiben; allerdings ist diese ausdrücklich an die Erlaubnis des Ortsbischofs gebunden; ihre Ausübung wird praktisch nur wenigen Priestern in der Diözese erlaubt. Der junge Kleriker ist aufgerufen, sich selbst aus der Sklaverei des bösen und unreinen Geistes zu befreien. Mit der Akolythenweihe nähert sich der Seminarist dem Altar; er soll nämlich die brennende Kerze tragen und im nicht levitierten Hochamt Wasser und Wein als Opfermaterie reichen.

O, unergründliches und erhabenes Geheimnis der heiligen Weihen: „... nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal. 2,20)

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Die beiden höheren Weihegrade vor der Fülle des Priestertums vermitteln im fünften Jahr das Subdiakonat und das Diakonat. Mit dem Subdiakonat fällt der unwiderrufliche Entscheid zum kirchlichen Dienst. Der Zölibat besiegelt die Ganzhingabe an Gott, wandelt natürliche Fruchtbarkeit in eine erhöhte, übernatürliche Lebensspendung und führt ein in die „beseligende Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (vgl. Röm. 8,21). Mit diesem Entschluss spricht der Kandidat ebenfalls sein „Ja“ zum täglichen Breviergebet, welches Würde und Bürde zugleich ist. Im Namen der Kirche verrichtet er das Opus Dei, das Gebet Christi zur Verherrlichung des himmlischen Vaters. Ab jetzt steht er voll und ganz im Dienst der Kirche und wird bereits in die Nähe des Opfergeschehens in der heiligen Messe gerückt.

Die Weihe zum Diakon (griech. diakonos = Diener), die er zwei Monate nach der Subdiakonatsweihe empfängt, hat bereits sakramentalen Charakter; sie vermittelt nicht nur heilige Gewalten und aktuelle Gnade, sondern auch heiligmachende Gnade und ein unauslöschliches Merkmal in der Seele. Der Diakon dient dem Priester am Altar beim heiligen Opfer; er tauft und predigt.

Das ganze Studium ist eingebettet in ein intensives religiöses Leben, das die heilige Messe, dreimaliges Chorgebet am Tag, Betrachtung, Rosenkranz, Kreuzweg oder Sakramentsandacht in der Kommunität vorsieht. Im Seminar können die verschiedenen besonderen Zeiten des Kirchenjahres mit einer Feierlichkeit und Tiefe begangen werden, die man auf der Welt wohl kaum mehr findet. So hinterlässt diese harmonische geistige Formung in doctrina cum pietate (Lehre verbunden mit Frömmigkeit) eine tiefe Prägung in der Seele des zukünftigen Priesters.

Die Priesterweihe krönt die sechs Jahre des Studiums, des Kampfes und Opfers und besiegelt die höchste, wunderbarste Berufung, der ein Mensch auf dieser Erde gewürdigt werden kann.

Das Adsum spricht der Seminarist zum ersten Mal vor der Tonsur; „adsum!“ spricht er auf jeder der sieben Stufen, auf denen er zum Altare Gottes aufsteigt, wenn sein Name zur Weihe aufgerufen wird:

Adsum - Herr, hier bin ich, sende mich!

4. „Christus heri - hodie - ipse et in saecula.“„Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.“ (Hebr. 13,8)

Das Priestertum in der nachkonziliaren Kirche

Viele Priester haben seit dem Konzil den Glauben an ihr Priestertum verloren, 80.000 haben ihr heiliges Amt aufgegeben. So stellen sich für den Aspiranten des Dienstes am Altar drei lebenswichtige Fragen: seine Ausbildung, seine Weihe und sein späteres Wirken.

Seine Ausbildung

Vollzieht sich diese gemäß den Weisungen der Päpste, sie ganz auf den heiligen Thomas von Aquin und die scholastische Methode aufzubauen? Wo die Ontologie ersetzt wird durch das innere Erlebnis, die objektive Norm für das rechte menschliche Handeln durch die Situationsethik, das objektive Denken durch subjektivistische und relativistische Meinung, dort hängt der Haussegen der Priesterausbildung schief. Auf Hegel, Heidegger oder Sartre lässt sich schlechterdings keine katholische Theologie aufbauen.

zaitzkofen 06Sodann soll der Glaube und die Heiligkeit des Lebens oberste Norm in der Formung des zukünftigen Priesters sein, nicht stolzer Wissenschaftsdünkel. Die richtige Theologie ist immer lebensnah und führt ganz von selbst zur richtigen Pastoral.

Seine Weihe

Das von Christus seiner Kirche eingestiftete Priestertum wird unter dem Angriff einer zahllosen progressistischen Theologenschaft immer mehr im allgemeinen Priestertum der Laien eingeebnet. Diese falsche Auffassung fand ihren Niederschlag auch im neuen Weiheritus, der gegenüber dem überlieferten eine wesentliche Verarmung, ja sogar Zweideutigkeiten mit sich bringt. Bei der Überreichung der Opferelemente Brot und Wein sprach der Bischof früher: „Empfange die Gewalt (potestatem), Gott das Opfer darzubringen und Messen zu feiern sowohl für Lebende als auch für Verstorbene.“ Im nachkonziliaren Ritus sagt er: „Empfange die Gott darzubringende Gabe des heiligen Volkes.“ Man fragt sich: Kommt jetzt die heilige Gewalt des Priesters vom Volk, und wird in der Messe kein Opfer mehr dargebracht? Die letzte Handauflegung, durch welche im alten Ritus die Gewalt der Sündenvergebung entfaltet ist, entfällt im neuen.

Sein späteres Wirken

Will der Priester heute dem katholischen Lehramt und seiner Kirche treu bleiben, so muss er allzu oft den Löwenanteil seiner Kräfte für die Abwehr zerstörerischer Angriffe von Seiten der ständigen Diakone, Pastoralassistenten, des Pfarrgemeinderates und mündiger Laien, mit einem Wort der „anderen Hierarchie“ aufwenden. Gibt es da wohl eine Alternative zum positiven Neuaufbau der christlichen Heilseinrichtungen: Ehe und Familie, katholische Schule und Erziehungsarbeit, Priesterausbildung und Ordensleben im Kreis von Priesterfreunden, die in kleinen Gemeinschaften zusammenleben und sich gegenseitig stärken? Die Überwindung der Krise und die Erneuerung der Kirche führt über die Erneuerung des katholischen Priestertums: instaurare omnia in Christo - alles in Christus erneuern.

Das war die besondere, von der göttlichen Vorsehung Erzbischof Lefebvre anvertraute Mission. Er selbst spricht davon in seinem „Geistlichen Wegweiser“:

Eines Tages hatte er in der Kathedrale von Dakar eine Art Traum, d.h. ein besonderes Licht Gottes; er sah darin die Notwendigkeit, „angesichts des fortschreitenden Verfalls des priesterlichen Ideals das katholische Priestertum unseres Herrn Jesus Christus weiterzugeben in der ungetrübten Reinheit der Lehre, in seiner grenzenlosen missionarischen Liebe, so, wie er es seinen Aposteln übertragen hat, und so, wie es die römische Kirche bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weitergegeben hat“.

5. „Kommt und seht“ (Joh. 1,39): Das Internationale

Das Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen, untergebracht in dem im 18. Jahrhundert von den Grafen von Königsfeld erbauten Schloss, das später den Weißen Vätern und dann den Mariannhiller Patres gehörte, liegt an der Strecke zwischen Regensburg und Landshut und ist trotz seiner Abgelegenheit verkehrstechnisch gut zu erreichen. Die herbe Schönheit und Abgeschiedenheit der niederbayrischen Landschaft ist den Studien und der völligen Hinwendung zu Gott sehr zuträglich und sichert den angehenden Priestern einige Jahre des Kräfteschöpfens in einer von IHM durchdrungenen Umgebung, fern von Verkehrslärm, Unruhe und Ablenkungen der Welt. Viele auch der älteren Priester wissen dies zu schätzen und verbringen hier gerne immer wieder ein paar Tage der Erholung.

Ein besonderes Schmuckstück ist der Schlosspark auf der Rückseite des Seminars. Hier finden die alljährlichen Priesterweihen statt. Auf dem Seminargelände befindet sich gegen Nordwesten die Schreinerei. In ihr entstehen unter der Hand der Brüder Kirchengestühl, Sakristeieinrichtungen und Mobiliar für das Seminar und die Priorate. Die Erzeugnisse des gegenüberliegenden Obst- und Gemüsegartens sowie des Bienenhauses sind in der Küche und bei Tisch höchst willkommen.

zaitzkofen 8Das eigentliche Zentrum des Seminars bilden die beiden Kapellen, wo Gott selbst über seine Schar wacht. Da ist die große Immaculata-Kapelle in einem eigenen Trakt, in welcher die Kommunitätsmessen, Ämter und kirchlichen Feierlichkeiten stattfinden - mit französischer Konzertorgel und zwei Sakristeien. Innerhalb des Hauptgebäudes liegt die St.-Anna- Kapelle, wo gewöhnlich stille heilige Messen, einschließlich der abendlichen Betrachtungsmesse gefeiert werden - ein wirkliches Kleinod, das zu jeder Zeit die geeignete Atmosphäre ausstrahlt, um die Seele zu Gott zu erheben.

Am Seminar unterrichten insgesamt sieben Priester, welche alle als Dozenten in ihren Spezialgebieten eingesetzt sind. Ihnen obliegt auch die Seelenführung der Seminaristen. Dazu kommen geistliche Vorträge und die Erwachsenenbildung für die Gottesdienstbesucher sowie die Betreuung von auswärts gelegenen Kapellen. Das Kollegium der Referenten wird ergänzt durch einen Sprachenlehrer aus dem Laienstand. Einer der Patres kümmert sich in besonderer Weise um das Noviziat für die Laienbrüder, das ebenfalls im Hause angesiedelt ist. Den insgesamt zehn Brüdern obliegt die Sorge um Kirchenschmuck und Sakristei, um Küche und Hausmeisterdienst und auch um den Katechismusunterricht für die Kinder.

Etwas eigenständiger leben die Oblatinnen; sie haben eine Klausur bei der Immaculata-Kapelle und helfen nach Kräften in Schneiderei, Haushalt und Büro mit.

Zum Hause gehören auch Tertiare und Familiare, die voll in die Gemeinschaft integriert sind, sowie Zivilangestellte, welche sich um die Verwaltung, Wäscherei und den Pfortendienst kümmern.

Über das gewöhnliche Apostolat hinaus bietet Zaitzkofen jährlich mehrmals Exerzitien für Männer an sowie die Möglichkeit für jüngere männliche Besucher, innerhalb der Gemeinschaft die Höhepunkte des liturgischen Jahres mitzuerleben.

Das Seminar gibt auch einen Rundbrief heraus, der dreimal im Jahr erscheint, um den Priestern und Gläubigen einige Informationen über die Entwicklung zu vermitteln und ihnen die Wichtigkeit des Gebetes für viele gute Arbeiter im Weinberg des Herrn in Erinnerung zu rufen. Das Wirken nach innen wie auch das Wirken nach außen ist undenkbar ohne den Hintergrund des unauffälligen geistigen Strebens, des Opfers und des Gebetes der Gemeinschaft und des Einzelnen, um die notwendigen Gnaden und den Segen des Himmels zu erflehen, welcher offenkundig auf der Bruderschaft, ihren Seminaren, Schulen, Exerzitienhäusern und Prioraten ruht, in denen der Neupriester nach seiner Weihe ein großes und schönes Arbeitsfeld findet, welches ihn seine Berufung als eine Freude, ein Vorrecht und eine Gnade Gottes erleben lässt.

PRIESTER UND JUNGE MÄNNER, DIE DAS SEMINAR NÄHER KENNENLERNEN WOLLEN,

SIND STETS FÜR EINIGE TAGE AUF BESUCH BEI UNS HERZLICH WILLKOMMEN.

 

Adresse:

Priesterseminar Herz Jesu

Zaitzkofen 15, D 84069 Schierling

Tel. 09451/943190; Fax 09451/9431910

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Homepage: www.priesterseminar-herz-jesu.de

VERANTWORTLICH: Pater Stefan Frey

SPENDENKONTO:

Seminar Herz Jesu, Zaitzkofen, Kto.-Nr. 51 19 766, Raiffeisenbank Oberpfalz Süd (BLZ 750 690 74)

oder

Seminar Herz Jesu, Zaitzkofen, Kto.-Nr. 36 492-858, Postbank Nürnberg (BLZ 760 100 85)

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