Séminaire St. Curé d'Ars (Flavigny, F) PDF Drucken E-Mail
altWeitere Informationen zum Priesterseminar hl. Pfarrer von Ars in Flavigny (F) finden Sie auf der Homepage des franzöischen Distrikts.

In Flavigny wird zur Zeit das sogenannte Spiritualitätsjahr unterrichtet. Nach diesen zwei Semestern gehen die Priesteramtskandidaten nach Ecône, um dort die philosophische und theologische Ausbildung zu erhalten.

 

 

 

 

Adresse :

Séminaire International
Saint-Curé-d’Ars
Maison Lacordaire
F 21150 FLAVIGNY-SUR-OZERAIN

Tel.: 03 80 96 20 74

Fax.: 03 80 96 25 32

Die zur Einkleidung vorbereiteten Soutanen

Die sind ja glücklich!

Vor ein paar Jahren kam ein Notar aus der Gegend hier beim Seminar vorbei, um den Schlüssel eines Nachbarhauses abzuholen. Es war gerade gegen 13 Uhr. Ich befand mich im Klausurbereich, neben dem Speisesaal. Die Seminaristen und Brüder verließen diesen gerade und traten ihre Freistunde an. Ich händigte dem Notar den Schlüssel aus. Dabei sah er mich mit irritierter Miene an. Ich versicherte ihm nochmals, dass der Schlüssel, den er in Händen hielt, wirklich der sei, den er gesucht hatte. „Nein, das ist es nicht“, sagte er und zeigte auf die Seminaristen und Brüder. „Die, die sind ja so glücklich!“ Er hatte sich wohl ein bestimmtes Bild vom Leben im Seminar von Flavigny gemacht, so dass er ganz überrascht war, die Seminaristen strahlend vor Frieden und Freude zu sehen. „Wie“, so hat er sich wohl im Stillen gefragt, „können diese jungen Leute so glücklich sein, ohne zu besitzen, was die Welt begehrt: materielle Güter, irdische Vergnügen usw?“

Ich habe viele vergleichbare Erfahrungen gemacht, vor allem auf Wallfahrten mit den Busfahrern, die die Seminaristen zur Wallfahrt „Chartres-Paris“ oder nach La Salette gefahren haben. Diese Herren waren auch immer bass erstaunt angesichts der lachenden Gesichter und der aufgeräumten Laune der geistlichen Fahrgäste. Die Arbeitskollegen unserer Fahrer hatten ihnen immer mit vielsagend hochgezogenen Augenbrauen auf die Schulter geklopft, wenn sie von der Auftragsfahrt für traditionelle Seminaristen gehört hatten. Die Fahrer erwarteten das Schlimmste. So fiel der Kontrast zwischen den anfänglichen Befürchtungen und der Realität dann auch sehr deutlich aus.

Nun, die Seminaristen, die ihrer Berufung treu sind, sind wirklich glücklich. Erzbischof LEFEBVRE hat schon vor dreißig Jahren gesagt: „Ein Seminar muss ein kleines Paradies sein.“ Das Zitat geht aber weiter: „Oh! Aber mit einem kleinen bisschen Fegefeuer!“ Heute kann ich aus eigener Anschauung bestätigen, dass das Seminar zu Flavigny ein echter Hafen des Friedens für die Seminaristen und Brüder ist, die ihrer Berufung treu sein wollen, und dass dort wahre geistliche Freude zu Hause ist.

Die Kandidaten ziehen ein. Dieses und die folgen-den Bilder zeigen die Einkleidung 2007.

Das einzig Notwendige

Die Menschen in der Welt, besonders die, die fern jeder Religion leben, tun sich schwer, unser Glück zu begreifen, weil sie nicht weiter sehen als bis zu den Einschränkungen, die den jungen Leuten, die dem Ruf zum Priestertum oder Ordensleben folgen und ins Seminar eintreten, auferlegt sind. Es stimmt durchaus, dass die jungen Leute auf eine - möglicherweise sogar eine steile – Karriere verzichten, auch auf die Freuden, die nach rechter Ordnung mit der Ehe verbunden sind. Aber was sie antreibt, ist nicht in erster Linie der Verzicht, sie wollen nicht entsagen um des Entsagens willen. Sie suchen in erster Linie ganz stark die Nähe zu Unserem Herrn und sehnen sich danach, Ihn den Seelen vorzustellen, zu denen sie später gesandt werden.

Erinnern Sie sich an das Wort des Herrn an Martha: „Du sorgst und mühst dich um viele Dinge, doch nur eines ist wichtig. Maria hat den besseren Teil erwählt; der soll ihr nicht genommen werden“? (Lk 10,42)

Entgegen dem äußeren Anschein und dem Eindruck, den Menschen gewinnen, die keine Ahnung vom Wesen des innerlichen Lebens haben, ist das Seminar kein Gefängnis, sondern eine Schule wahrer Weisheit. Man lässt die Sorgen der Welt außen vor, um sich auf das einzig Notwendige zu konzentrieren, das allein uns zu einem tiefen und dauerhaften Frieden hinführen kann.

Die Kirche bildet den mystischen Leib Christi. In diesem Gefüge ist jedermann berufen, eine bestimmte Berufung zu erfüllen, vergleichbar mit den Aufgaben, die die Organe in unserem Körper übernehmen. Der menschliche Körper ist eine perfekte Einheit, weil das Auge Gegenstände erkennen kann und das Gehör Töne, weil der Magen, die Lunge und das Herz ihre Funktion erfüllen. Analog besteht der vollkommene Zustand des Körpers „Kirche“ darin, dass alle Glieder fortwährend den ihnen zugewiesenen Dienst versehen. Was nun für die Kirche gilt, gilt auch für das Seminar. Dort erfüllt jeder einen speziellen Dienst - ob Priester, Seminarist oder Bruder. Aus der Treue jedes Einzelnen zu diesem seinem Auftrag entspringt die Einheit und Harmonie des Ganzen.

Mit dem Gewand des Klerikers bekleidet

Mit dem Lieben Gott verlobt

Belebender Rückenwind wird der Treue der Seminarmitglieder durch das machtvolle Wirken des Heiligen Geistes zuteil, der das erste „Ja“ der Seminaristen und Brüder stärkt und erhält. Das erste Jahr im Seminar kann man mit der Verlobungszeit von Brautleuten vergleichen. Es ist eine Zeit der Frische und Begeisterung, der Einübung in jenes neue Leben, in dem Gott sich großzügig der Seele schenkt, die alles verlässt, um Ihm zu folgen. Freilich wirkt sich auch die Umgebung positiv aus - wir sind hier lauter junge Leute, die vom selben Ideal beseelt sind, vom Eifer zum Guten. So wie es in der Welt, vor allem in Großstädten, heute permanente Anreize zum Bösen gibt, gibt es im Seminar immer aufs Neue Gelegenheiten, Gutes zu tun.

Dass hier Ruhe herrscht, fördert ebenfalls die Hinwendung zur Tugend. Zu Beginn des Studienjahres schaffen es zugegebener Maßen nicht alle Seminaristen auf Anhieb, sich an eine Haltung der Stille zu gewöhnen. Dann aber erfassen sie nach und nach, welche Gnadengaben daraus fließen.

Die Stille ermöglicht es erst, dass Gemeinschaftsleben und Zeiten des Rückzugs miteinander ein harmonisches Ganzes ergeben. Die Stille ist sowohl dem Studium zuträglich als auch der Frömmigkeit, den beiden Grundprinzipien also, auf denen die Formung gleichermaßen frommer wie gebildeter Priester basiert. Damit kommt man der Maxime von Claude Poullard des Places nach, der einmal schrieb: „Der Seeleneifer eines frommen Klerikers ohne Bildung bleibt blind; ein kluger Kleriker ohne Frömmigkeit dagegen ist anfällig dafür, ein Häretiker oder Rebell gegen die Kirche zu werden.“ Dieses Bonmot wurde zur Zeit des Jansenismus formuliert und scheint einen Gedanken des heiligen Bernhard aufzunehmen: „Allein (durch Wissenschaft) leuchten, ist eitel; nur (durch Frömmigkeit) erwärmen, ist wenig; wärmen und leuchten, das ist Vollkommenheit.“

Gebet und Studium

Pater LE FLOCH, Oberer des französischen Seminars in Rom zu der Zeit, als Erzbischof Lefebvre dort Seminarist war, sagte dazu:

„Die Verschmelzung von Wissenschaft und Frömmigkeit ist der Leitgedanke, der über allen Details der Ausbildung der Seminaristen steht. Er ist das befruchtende und anregende Element, das jede Aktivität am Laufen hält. Diese Grundidee ist sehr tief, leuchtet dennoch unmittelbar ein, drängt sich auf, regt an und führt zu der praktischen Überzeugung, dass es zur Heiligung der Seelen, der Familien und der Gesellschaft, zu ihrer Durchdringung mit der kraftvollen katholischen Glaubenslehre eines Priesters bedarf, von dem wie von einem heiligen Feuer aus Licht und Wärme die Ausstrahlung einer fundierten Bildung anhand der römischen Lehre und zugleich einer glühenden Frömmigkeit, die auf dieser Lehre basiert, ausgeht.“

Im Chorraum

Die Seminaristen leben in der Stille, um sich dem Studium und dem Gebet zu widmen. Im ersten Jahr ist das Studium vor allem auf Innerlichkeit ausgerichtet. Für die Seminaristen geht es darum, „die Grundlagen des inneren Lebens, der Existenz in der Gegenwart Gottes und der Vereinigung mit Gott, schließlich auch die Grundlagen des geistigen Kampfes zu erlernen, der die Seele jeden Apostolats ist, usw.“. Die Seminaristen „trachten danach, diese Prinzipien in ihrem persönlichen Leben zu verwirklichen“. So weit ein Auszug aus den Seminarregeln.

Die mittelalterliche Kleinstadt Flavigny und unser Besitz dort, das Haus „Lacordaire“, das im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte restauriert wurde, üben keinen ungünstigen Einfluss auf die innere Sammlung der Seminaristen und Brüder aus - im Gegenteil: Sie bilden einen äußeren Rahmen, der das Erheben der Seele zu Gott leicht fallen lässt.

Die liturgischen Praxis nimmt breiten Raum im Seminar ein. Wir leben ganz eingebettet in die Rhythmen der Liturgie. Der Wechsel zwischen Buß- und Festzeiten bringt die „gratia sanans“ - die Gnade, die heilt - und auch die „gratia elevans“ - die Gnade, die erhebt - zur Entfaltung. Wir sind allzumal Sünder und müssen den Brandherd der Sünde austreten, der trotz der Taufe noch in uns verbleibt. Aber wir haben als Getaufte auch das unerhörte Privileg, schon jetzt im Angesicht des lebendigen Gottes zu leben, der im Himmel unser Glück sein wird.

Der Heiland ist unser Modell, unser Meister, unser Wegbegleiter auf unserer ganzen irdischen Wanderschaft, und die Seminaristen lernen in den langen Stunden, die sie tagsüber in der Kirche und auf ihrer Zelle verbringen, sich Seiner Gegenwart ganz intensiv bewusst zu werden.

Von morgens um 6 Uhr bis abends um 22 Uhr haben die Seminaristen ein volles Programm. Der Tagesablauf lässt keinen Raum für Fantasie oder Eigenmächtigkeiten, wohl aber für Zeiten der Rekreation. Mittelpunkt eines jeden Tages ist die Messe. Sie ist die Sonne, die dem Priester den Tag erleuchtet, sie ist auch bereits das Wichtigste im Leben eines Seminaristen. Ihr gehen nur Prim und Tagesgebet zeitlich voraus. Dann spendet sie Seminaristen und Brüdern alle für ein heiligmäßiges Leben notwendigen Gnaden.

Obwohl der Sonntag für Priester, die eine Pfarrei betreuen, der Tag ist, an dem sie am meisten mit Amtspflichten überhäuft sind, wird der Sonntag im Seminar als ruhigster Tag von allen begangen. Von der abschließenden Probe des gregorianischen Chorals abgesehen, dürfen sich die Seminaristen den ganzen Vormittag über frei dem Gebet widmen. Es ist ihnen ein Anliegen, in die liturgischen Texte immer tiefer einzudringen und in einer immer größeren Nähe zum Herrn zu leben.

Die Feste sind besonders hervorgehoben. Feste zweiter Klasse werden immer mit einem gesungenen Amt begangen, an Festen erster Klasse kommt die erste und zweite Vesper hinzu. Unbestritten sind Weihnachten und Ostern die feierlichsten Anlässe. Sie werden umso intensiver erlebt, je mehr in der Advents- oder Fastenzeit vorbereitende Andachten begangen wurden.

Unvergesslich bleibt Seminaristen und Brüdern stets die Einkleidung in das geistliche Gewand, also die Soutane oder das Habit. Das ist der Augenblick, an dem sie ein für alle Mal die weltliche Kleidung ablegen und das Ordens- oder Priestergewand empfangen. Diese Zeremonie markiert einen wichtigen Einschnitt, jetzt wird ihre Hingabe an den Dienst des Herrn und Seine Kirche auch nach außen hin manifest. Die Anwesenheit der Angehörigen und Freunde verleiht der Zeremonie und der zugehörigen Feier noch zusätzlich Festlichkeit.

Ganz wichtig: Das Umfeld

Ich bin den Familien der Seminaristen und den Patres im Schuldienst ganz besonders dankbar für die Bildung, die sie der Jugend, die sie uns anvertrauen, haben angedeihen lassen. Wir bemerken sehr wohl die jahrelange Einübung der Gregorianik, da wurde gute Arbeit geleistet, hat stetes Wiederholen guten Erfolg gezeitigt. Wenn wir das Glück haben, so gute Tugendfrüchte bei nicht wenigen Kandidaten des ersten Seminarjahrs zu ernten, so kommt das von der Entfaltung der  Gnade, die oft seit frühester Kindheit in ihnen wirken durfte.

In den vergangenen sechs Jahren konnten wir eine Zunahme der Brüder-Berufungen feststellen, was die Arbeitslast der Priester merklich verringert. Die Verteilung der verschiedenen Pflichten und die Einübung der Gepflogenheiten im Seminar werden heute von unseren Brüdern übernommen. Außer den vier Professbrüdern, die auf Dauer dem Seminar zugewiesen sind, haben wir drei Brüder-Postulanten, die hier ihre Ausbildung erhalten und drei Jahre bleiben. Die Seminaristen halten sich dagegen nur ein Jahr lang in Flavigny auf, dann siedeln sie nach Ecône über. Das erbauliche Beispiel der Brüder ist von großem Wert für die Seminaristen. Erzbischof Lefebvre selbst war ja Ordenspriester und wünschte für seine Priester einen echten Ordensgeist. Und dieser wird Neuzugängen natürlich am besten durch das lebendige Beispiel eifriger Brüder anschaulich gemacht, die man bescheiden und mit Sachverstand ihre Arbeit tun sieht.

Um den Seminaristen zu helfen, ihr Bestes zu zeigen und spirituell zu wachsen, wirken hier außer mir vier Mitbrüder: Hochwürden Herr Pater Laurençon, Herr Pater Callier, Herr Pater Godard und Herr Pater Joly. Sie lehren jeweils Bibelkunde, Patrologie, Liturgie und Glaubenslehre. Den Spiritualitätskurs habe ich übernommen, die Brüder unterrichten Latein und gregorianischen Choral. Jeder trägt mit seinem speziellen Charisma das Seine zur Ausbildung der Seminaristen bei.

Einkleidung im Jahr 2006

Ein wunderbares Leben

Die Regel besagt: „Das Spiritualitätsjahr muss für die Seminaristen ein Jahr der geistigen Erleuchtung sein, das in ihnen eine tiefgreifende Hinwendung zu Gott und Ausrichtung auf Ihn bewirkt. (…) Dieses Jahr muss gewissenhaft durchlaufen werden, damit es nachhaltigen Einfluss auf das ganze Leben des künftigen Priesters nehmen kann.“

Hier haben Sie in wenigen Worten das Leben im Seminar umrissen. Die vorstehende Beschreibung ist vielleicht unzureichend und auch nicht vollständig, aber sie gibt wieder, welchen Weg die Seminaristen in Flavigny einschlagen. Ich bin zunehmend davon überzeugt, dass recht viele junge Leute sich Gott schenken würden, wenn sie um die Schönheit des priesterlichen oder des Lebens im Orden wüssten. Unser Herr hat uns kein leeres Versprechen gemacht, als er hundertfache Entschädigung schon in diesem Leben denen versprach, die sich Seinem Dienst weihen wollen. Der erste Schritt ist der entscheidende. Es ist auch mein größter Wunsch, dass die Gnade des so kostbaren Anrufs Gottes mit eifriger Bereitschaft aufgenommen werde, wann und wo immer Gott zu Seinem Dienst beruft.

Meine lieben Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Gebete. Ich versichere Sie im Gegenzug der meinigen und der meiner Mitbrüder für alle Ihre Anliegen.

Pater Patrick Troadec, Regens


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