Predigt zur Kirchweihe in Schramberg (2012) PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 06. Juni 2012 um 06:52 Uhr

predigt schrambergIm Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lieber hochwürdigster Herr Pater Schmidberger, liebe Patres, liebe Schwestern, liebe Gläubige.

Endlich seid ihr, liebe Gläubige, aus der Verborgenheit herausgetreten. Und der Öffentlichkeit habt ihr eine neue Kirche gebaut. Bedeutet dies, dass die Zeit der Erniedrigung zu Ende ist? Dass alle Kirchen für den überlieferten Messritus wieder geöffnet sind?

Dass sogar die heilige Messe aller Jahrhunderte überall wieder hergestellt wird? Schritt für Schritt wird die Bewegung der Rekonstruktion der Kirche verwirklicht, die Sie hier seit 40 Jahren unternommen haben. Ihr aber, liebe Gläubige, seid glücklich und voller Dankbarkeit gegenüber der göttlichen Vorsehung, welche uns den Bau dieser reizenden und andächtigen Kirche erlaubt hat. Voll Dankbarkeit auch gegenüber all denen, die die Hand oder die Tasche für diese wunderschöne Arbeit geöffnet haben. Liebe Gläubige, unser Wiederaufbau gleicht jenem der Makkabäer im Alten Testament. Es steht über die Makkabäer geschrieben, dass, nachdem sie den Tempel zu Jerusalem aus einer Ruine wiederhergestellt hatten, sie unbehauene Steine hatten und sich - gemäß der Vorschrift des Gesetzes - nach dem Vorbild des ehemaligen einen neuen Altar bauten. Das ist genau das, was wir gemacht haben - nichts verändert in der heiligen Religion unserer Vorfahren, sondern alle Sachen, wie sie früher waren, wiederhergestellt. Nach dem Vorbild des ehemaligen Altares, d.h. nach dem Vorbild der Religion, des heiligen Messopfers, des heiligen Sühneopfers, des Kreuzes und des Altares. Mit dem heiligen Konzil von Trient bekennen wir, dass das Messopfer ein wirkliches Sühneopfer ist. Die heilige Kirche lehrt, so sagt das Konzil, dass dieses Opfer wahrhaft ein Sühneopfer ist. Durch seine Darbringung versöhnt der Herr, gewährt der Herr nämlich Gnade und das Geschenk der Buße und vergibt auch noch so große Vergehen und Sünden. Dann: Die Opfergabe ist eine und dieselbe. Derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, der opfert sich jetzt durch den Dienst des Priesters. Und allein die Weise des Opferns ist verschieden. Und Kanon 3 desselben Kapitels des Konzils von Trient präzisiert: Wer sagt, das Messopfer sei lediglich ein Lob- und Dankopfer oder ein bloßes Gedächtnis des am Kreuze vollzogenen Opfers, nicht aber ein Sühnopfer, oder es nütze allein dem, der es empfängt, und man dürfe es auch nicht für Lebende und Verstorbene für Sündenstrafen zur Genugtuung und für andere Nöte darbringen, der sei mit dem Anathema belegt. Deswegen, liebe Gläubige, hat unsere heutige Kirche hier keinen Altartisch, sondern einen wirklichen Altar - nicht zum Volke, sondern auf Gott orientiert, um anzudeuten, dass der Priester - und er allein - Gott - ihm allein - ein Opfer darbringt. Allerdings besteht die Zeremonie der Weihe der Kirche wesentlich in der Weihe des Altares. Die Altarplatte wird mit gregorianischem Wasser besprengt, und die fünf Kreuze werden mit heiligem Chrisam gesalbt, während dazu Inzens brennt. Dann werden auch die Fugen zwischen Altarplatte und Basis gesalbt, um anzudeuten, dass die Kirche, deren Haupt Christus ist und deren Glieder die Christen sind, nie gespaltet werden soll. Die Kirche bleibt eins in sich selbst, die katholische Kirche. Es sind jene, die die Kirche verlassen, welche die Einheit der Kirche, die Heimat mit unserem Herrn Jesus Christus verlieren. Und dies hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. nie getan und wird es nie tun - durch die Gnade Gottes. Unsere Religion, die katholische Religion, hat den Altar als den Mittelpunkt, Mittelpunkt unserer Religion. Die neue Religion, die Religion des Menschen, die Religion der Gemeinschaft und der Communio ist nur die Selbstfeier des Menschen und der Gemeinde. In dieser neuen Religion ist die Versammlung der Gläubigen der Mittelpunkt. Und ohne Versammlung gibt es in der neuen Religion kein verständliches Opfer. In der katholischen Religion dagegen ist das Opfer unabhängig, unabhängig von der Versammlung des Volkes, obwohl die Versammlung vieler Gläubigen und der ganzen Pfarrgemeinde sehr wünschenswert ist, genügt trotzdem der Priester allein, um das heilige Messopfer darzubringen. Gültig und gesetzmäßig. Am Altar ist nämlich der Priester kein bloßer Vorsitzender, sondern wirklich Opferpriester. Deswegen sagte Bischof Antônio de Castro Mayer, an den wir uns gerne erinnern, häufig diese starken Worte: „Ohne Opfer gibt es keine Form der Religion, keine Form des Gottesdienstes." Ihr wisst, liebe Gläubige, dass der Altar mit Reliquien einiger Heiliger und besonders Blutzeugen versehen wird. Sie haben gestern Abend diese Reliquien verehrt und zu Ehren dieser Heiligen und Blutzeugen das heilige Offizium der Matutin gebetet. Heute sind die Reliquien feierlich übergeführt worden und im Sepulcrum des Altares untergebracht. Bei der Darbringung des heiligen Messopfers küsst der Priester mehrmals den Altar an der Stelle des Sepulcrums der Reliquien. Damit deutet er an, dass Christi Opfer mit dem Opfer der Blutzeugen eng verbunden ist. Und dass auch unsere kleinen täglichen Opfer, liebe Gläubige, mit dem Opfer unseres Herrn Jesus Christus am Kreuze durch das heilige Messopfer verbunden und vereinigt werden.

Ich komme zum Schluss. Das römische Pontifikale schreibt vor, dass sich die Gläubigen der Gemeinde von nun an um den Schmuck und die Bewahrungen ihrer Kirche kümmern. Ich bin ganz sicher, dass ihr, liebe Gläubige, diesem Wunsch der heiligen Kirche entsprechen werdet. Zu Ehren des dreifaltigen Gottes, Vater, Sohn und Heiliger Geist, zu Ehren der Schutzpatronin eurer Kirche „Mariä Verkündigung". Oder besser gesagt: Unserer lieben Frau zur Verkündigung der jungfräulichen Mutter des menschgewordenen Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus. Und endlich zu Ehren der Heiligen und Blutzeugen, deren Reliquien gegenwärtig sind und welche unsere neue Kirche ehren. Ich meine den heiligen Fidelis von Sigmaringen, Blutzeugen, die heilige Agnes und die heilige Antonia, Märtyrerinnen in Rom, und den seligen Bernhard von Baden, Bekenner.

Möge der Heilige Geist, dessen Kommen wir gestern feierten, unsere Herzen mit seinen zwölf Früchten bereichern. Nämlich caritas, gaudium, pax, patientia, benignitas, bonitas, longanimitas und modestia, fides, modestia, continentia, castitas. Die Früchte des Geistes sind Gottesliebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Glauben, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. Wie ihr wohl versteht, ist dieser Geist, der Heilige Geist, nicht der Geist der Welt. Aber die Mission der Welt ist genau, den Geist der Welt auszutreiben, um den Geist Christi, den Heiligen Geist, herrschen zu lassen. Somit bleibt es die Missio, die Sendung, unserer Priesterbruderschaft St. Pius X. „Omnia instaurare in Christo", wie der heilige Paulus sagt, und wie es der heilige Pius X. als Motto genommen hatte: „Omnia instaurare in Christo" - Alles in Christus erneuern, alles zu Christus zurückführen und dafür alle Herzen zum Gnadenthron der unbefleckten Gottesmutter und Glaubenshüterin zurückführen.

Amen.


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