Predigt von S.E. Tissier de Mallerais anlässlich der Niederen Weihen in Zaitzkofen PDF Drucken E-Mail
Montag, den 15. Februar 2010 um 19:20 Uhr

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Weihekandidaten,

ihr wollt mit der Gnade Gottes heute einen neuen Schritt zum Heiligtum tun, um euch weiter dem Altar Gottes, dem Altar des von euch ersehnten Priestertums zu nähern, indem ihr die ersten beiden bzw. die dritte und vierte der Niederen Weihen empfangt. Lasst mich euch die Wirksamkeit, den Geist und die Gnaden dieser Weihen erklären:


Dem Ostiarier gebührt die Macht, den Schlüssel - im materiellen Sinn - zu tragen, die Schlüsselgewalt auszuüben, damit er die Kirche den Gläubigen öffne und den Ungläubigen verschließe.
Diese materiellen Schlüssel sind ein vierfaches Bild:
Erstens - der Schlüssel des Priesters im Sakrament der Buße: Er öffnet die Seele für die Vergebung der Sünden.
Zweitens - der Schlüssel als Bild für den Schlüssel des Predigers: Dieser nimmt an der Unfehlbarkeit der Kirche teil, wenn er die Tradition weitergibt.
Drittens - der Schlüssel zu den Seelen: Dieser Schlüssel ist in der Allerseligsten Jungfrau Maria personifiziert.
Und viertens - der Schlüssel zu euren Seelen: Ihr sollt eure Seelen für die Engel öffnen, vor dem Teufel und seiner überall anzutreffenden Bosheit aber verschließen.
Das ist das Amt des Ostiariers.

Das Amt des Lektors:
Ihm, dem Vorleser, kommt schon etwas von der Vollmacht der Lehre zu: durch sein Wort, durch die Verlesung der Lesungen des Alten Testamentes, und durch seine Tugend, welche ihren Ausdruck findet in dem erhabenen Ort, von dem aus er die Lesung verkündet. Ich meine mit dem erhabenen Ort das Lesepult, von wo aus der Lektor die Lesungen verrichtet.
Ein Beispiel dafür aus Karthago zur Zeit des Heiligen Bischofs Cyprian. Dort gab es einen Heiligen, Aurelius mit Namen. Er wurde als Lektor eingesetzt, weil er die Folter erlitten hatte, ohne zu sterben. Er ging also vom „lectulum“ zum „legile“, sagt die Geschichte. Er ging von der Folterbank zum Lesepult. Das ist ein lateinisches Wortspiel mit den Wörtern lectulum und legile.
Damit die Stimme dessen laut zu hören sei, der Christus bekannt hat, der mit seinem eigenen Blut das Evangelium Christi predige, für den man bereit sein muss, das Blutzeugnis zu erleiden.

Auch das Lehramt des Priesters ist ja ein Kampf: ein Kampf gegen die Irrtümer, gegen die Verbreitung der Irrtümer im christlichen Volk und ein Kampf gegen die Sünde.
Der Heilige Augustinus prägte das Wort „interficite errores, diligite errantes.“ Das ist: „Tötet die Irrtümer, liebt die Irrenden.“
Aber, liebe Seminaristen, die modernistischen Priester sagen heute genau das Gegenteil: „Liebet die Irrtümer und tötet die Irrenden.“ Letzteres geschieht nämlich dadurch, dass man die Irrenden in ihren Irrtümern belässt. Das soll gerade nicht die Haltung des Priesters sein!
Liebe Seminaristen, die Wahrheit allein rettet. Und so ist es das Amt des Lektors, die Wahrheit zu lehren.

Dem Exorzisten ist die Macht über die Dämonen verliehen.
Die Dämonen sind keine geheimnisvoll boshaften Mächte. Nein. Sie sind vielmehr engelgleiche Geister, die sich irregeführt, aufrührerisch und boshaft gegen Gott empören. Sie gehen in der Welt umher, um die Seelen zu verderben.
Liebe Seminaristen, ihr empfangt heute diese Macht, die ihr möglicherweise eines Tages ausüben sollt. Bei der Spendung des Sakramentes der Taufe aber werdet ihr von dieser Vollmacht regelmäßig Gebrauch machen. Bei der Taufe sprechen wir drei Exorzismen gegen die Dämonen. Eure Vollmacht besteht darin, Dämonen auszutreiben durch eure Handauflegung und durch die Worte des Exorzismus. „Lernt deshalb, die vielfältige Arglist des Teufels in euch selbst zu überwinden.“ Diese Worte aus dem Pontificale Romanum spricht der Bischof über euch aus. „Dann nämlich nur“, so das Pontificale weiter, „werdet ihr in rechter Weise bei anderen über die Teufel gebieten, wenn ihr zuvor in euch deren vielfältige Bosheit überwindet.“
Das Motto des Exorzisten ist anspruchsvoll. Beherrscht die Laster, auf dass der Feind in euren Sitten nichts Ungehöriges beanspruchen möge!
Die Weihe des Exorzisten führt euch, liebe Seminaristen, weiter in den Kampf hinein, in einen ausschließlich geistlichen und priesterlichen Kampf.

Viertens: Dem Akolythen wird eine doppelte Gewalt verliehen:
Erstens die Vollmacht, die Leuchter zu tragen und die Kerzen anzuzünden.
Zweitens, noch höher, die Vollmacht, das Wasser und den Wein, also die Materie des Messopfers, zum Altar zu bringen. Der Akolyth wird also Wasser und Wein am Altar darreichen.
Hört nun, liebe Seminaristen, die schönen Worte des Pontificale Romanum: „Möget ihr durch die Darreichung des Weines und des Wasser zur Verwandlung in das Blut Christi...“ – auf Lateinisch genauer und besser: “ad conficiendum Sanguinem Christi...“.
Das ist das Priesteramt: Conficere Corpus et Sanguinem Christi.
Starke Worte des Pontificale Romanum: „So möget ihr durch das Darreichen des Weines und des Wassers zur Verwandlung des Blutes Christi, seines Sohnes, beim Opfer der heiligen Eucharistie an den heiligen Altären getreu euren Dienst verwalten.“

Die Akolythenweihe schließt mit drei langen Orationen, welche zeigen, wie die erhabene Würde dieser Weihe die der vorherigen drei Weihestufen überragt.
Der Grund ist die unmittelbaren Nähe des Akolythen bei der Aufopferung des heiligen Messopfers. Die Tugend der Akolythen ist es, ganz einfach Licht zu sein, Sohn des Lichts.
Der Bischof spricht diese Worte Christi, der menschgewordenen Wahrheit: „Es leuchte euer Licht vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater preisen, der im Himmel ist.“
Dazu kommen die Worte des Heiligen Paulus, die heute so aktuell sind: „Inmitten eines gottlosen und verkehrten Geschlechts leuchtet wie Lichter in der Welt, bewahrend das Wort des Lebens.“ „Verbum vitae continentes“ sagt das Pontificale Romanum wörtlich. „Continentes“ - also: „die das Wort Gottes beinhalten“. Das heißt: Erfüllt sein von diesem göttlichen Wort, das das Licht der Welt ist. „Ego sum lux mundi.“

Liebe Seminaristen, liebe Weihekandidaten,
eure göttliche Mutter, die Allerseligste Jungfrau Maria, möge euch für die Ausübung eurer vier Niederen Weihen Vorbild sein.
Maria hat das Amt des Ostiariers ausgeübt, indem sie den hochheiligen Schatz, Jesus Christus selbst, sorgfältig, zusammen mit dem Heiligen Joseph, bewahrt hat, in Nazareth, in Bethlehem, in Ägypten und wieder in Nazareth. Mit ähnlichem Eifer müsst ihr die Gefäße, die Tücher und die anderen heiligen Gegenstände bewahren, die für das Blut und den Leib Jesu Christi benutzt werden.

Maria hat zweitens das Amt des Lektors ausgeübt. Sie hat dem Jesuskind die Schriften des Alten Testamentes vorgelesen, zum Beispiel die Geschichte des Patriarchen Joseph oder die Geschichte des Patriarchen Abraham, der seinen Sohn Isaak opfert: ein eindeutiges Vorbild für das Kalvarienopfer Jesu.

Maria hat drittens auch das Amt des Exorzisten ausgeübt. Durch ihre Unbefleckte Empfängnis hat sie der alten Schlange den Kopf zertreten. Sie triumphiert noch immer jeden Tag über die Dämonen, nämlich jedes Mal, wenn ihre Kinder auf Erden ihre Zuflucht zu ihr nehmen.

Und schließlich übte Maria das Amt des Akolythen aus. Denn sie hat, erstens, unseren Herrn Jesus Christus als Opfergabe für sein Kreuz vorbereitet und, zweitens, Jesus Christus als Licht der Welt in Kanaa in Galiläa am von Gott vorherbestimmten Tag zu seiner Mission bewegt. Drittens aber hat sie Jesus Christus, das Opferlamm, zum Altar des Kreuzes begleitet.

So ist unsere liebe himmlische Mutter ein Vorbild für die rechte Ausübung der Niederen Weiheämter.

Liebe Weihekandidaten, betet daher zur Heiligsten Jungfrau Maria um die entsprechenden Gnaden eurer neuen Ämter. Bittet besonders auch darum, überall zu Lichtträgern Jesu Christi zu werden: durch Wort und Tat.
So ermahnt euch der Bischof gemäß dem Pontificale Romanum, damit ihr euch selbst und andere und die Kirche Gottes erleuchtet.
Dann nämlich werdet ihr im göttlichen Opfer würdig, Wein und Wasser darbringen, wenn ihr euch selber durch ein keusches Leben und gute Werke Gott als Opfer dargebracht habt.
Das möge Gott euch verleihen durch seine Barmherzigkeit! Amen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 


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