Antworten des deutschen Distrikts zum Papstbesuch PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 22. September 2011 um 13:58 Uhr

Was meint der deutsche Distriktoberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, zum Besuch des Papstes?

Die Presseagentur dapd hat Pater Schmidberger im Vorfeld neun Fragen rund um den Besuch des Papstes gestellt.

(Bild: Der Papst bei seiner Ankunft in Berlin-Tegel)

Die Gespräche zwischen dem Vatikan und der Priesterbruderschaft sind am Mittwoch an einem kritischen Punkt angekommen - die Glaubenskongregation stellt Bedingungen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie in dieser Situation dem Besuch von Benedikt XVI. entgegen?

Wir erwarten den Besuch des Heiligen Vaters in unserem Vaterland mit freudiger Erwartung - denn schließlich ist er ja der Stellvertreter Christi, des menschgewordenen Gottes, auf Erden. Dies gilt unabhängig von den Gesprächen unserer Bruderschaft mit dem Vatikan.

Was erhoffen Sie sich vom Besuch des deutschen Papstes in Deutschland?

Wir alle erhoffen uns eine wesentliche Glaubensstärkung: Der Papst möge den Menschen in Deutschland klar vor Augen führen, dass das Christentum auf dem Glauben an den dreifaltigen Gott, an unseren Herrn Jesus Christus und an die von ihm gestiftete Kirche ruht; dass es außerhalb dieser Wahrheit kein wahres geistiges Leben, keine Hoffnung für den Einzelnen und keine glückliche Zukunft für die Gesellschaft gibt und geben kann. Pax Christi in regno Christi - der Friede Christi im Reiche Christi. Dazu gehört dann auch die Liebe zur Kirche und zu unserer christlichen Tradition. Christ zu sein ist eben keine drückende Last, sondern ein befreiendes Gnadenvorrecht.

Erstmals besucht der Papst die neuen Bundesländer, in denen Katholiken nur eine Minderheit sind. Welche Impulse kann der Papstbesuch dort bringen?

Der Papst könnte den evangelischen Christen in Deutschland eine ähnliche Struktur für ihre Rückkehr ins Vaterhaus vorschlagen, wie eine solche für die rückkehrwilligen Anglikaner in England geschaffen worden ist, die sich als überaus segensreich erwiesen hat. Wahrer Ökumenismus wäre der Aufruf, zu den Wurzeln zurückzukehren, aus denen die ganze Kirche bis zur Reformation gelebt hat.

In welcher Form wird die Piusbruderschaft die Deutschlandreise verfolgen?

Wir werden den Papstbesuch in den Medien aufmerksam verfolgen und den Gläubigen bei den verschiedenen Gottesdiensten auch Flugblätter anbieten. Im Übrigen haben wir dieses Ereignis in unseren Prioraten mit einer neuntägigen Andacht vorbereitet.

Empfehlen Sie Ihren Gläubigen die Teilnahme an den Gottesdiensten mit dem Papst - oder raten Sie eher ab?

Wir haben unseren Gläubigen keine besonderen Richtlinien mit auf den Weg gegeben; sie alle kennen ja unsere begründeten Vorbehalte der neuen Liturgie gegenüber, und dies gilt leider auch für die Messen des Papstes.

Was halten Sie als Distriktoberer der Priesterbruderschaft von einer Eucharistiefeier in einem Fußball-Stadion, mit einem bunten Vorprogramm, mit männlichen und weiblichen Ministranten?

Alle diese Massenveranstaltungen bringen schon aus sich heraus die Gefahr des „Events“ mit sich, sie ermangeln des sakralen Charakters, der Würde und Heiligkeit. Im Übrigen hat es in der ganzen Kirchengeschichte keine weiblichen Ministranten gegeben, weil eben dieser Dienst am Altar in entfernter Weise auf das Priestertum hin geordnet ist und dies nach dem Willen unseres Herrn Männern vorbehalten ist. Ministrantinnen sind eine Erfindung von liberalen Kirchenmännern, denen der Zeitgeist wichtiger ist als der Glaube und der kirchliche Sinn, das „sentire cum Ecclesia“.

Einer der Schwerpunkte der Reise wird nach dem Willen des Papstes die Ökumene sein - in Erfurt sind ein Gespräch und ein ökumenischer Wortgottesdienst geplant. Was erhoffen Sie sich davon?

Mit den Menschen zu sprechen ist immer wertvoll und nützlich; aber man sollte unter Kirchenmännern dann vor allem die Wahrheitsfrage stellen: Hat Christus das Messopfer als Sühneopfer eingesetzt, das Priestertum gestiftet, uns die sakramentale Beichte geschenkt und seine Kirche auf Petrus aufgebaut? Ökumenische Wortgottesdienste sind nicht nur nicht hilfreich, sie stiften Verwirrung und tragen zum religiösen Relativismus bei.

Gleich zu Beginn der Reise trifft der Papst Vertreter des Zentralrats der Juden. Der Umgang mit anderen Religionen ist einer der Punkte, an dem die Differenzen zwischen Vatikan und Priesterbruderschaft am größten sind. Wie sehen Sie das geplante Treffen?

Auch hier sollte neben dem Austausch von Höflichkeitsformen die Wahrheitsfrage im Zentrum stehen. Der erste Papst, der heilige Petrus, hat am Pfingstfest den um den Abendmahlssaal versammelten Juden auf ihre Frage nach dem Heil geantwortet: "Bekehrt euch, und ein jeder lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi"(Apg. 2, 37-38). Warum sollte ihnen sein heutiger Nachfolger nicht das Gleiche sagen?

Insbesondere in Berlin wollen Schwule und Lesben gegen den Papstbesuch auf die Straße gehen und gegen die Sexualmoral der Kirche protestieren - sie werden vermutlich viel Aufmerksamkeit bekommen. Drohen die Proteste die Botschaft Benedikts zu überlagern?

Diese Proteste machen klar, wie weit Deutschland schon vom Glauben seiner Väter entfernt ist, in welchem Ausmaß sich die Unsittlichkeit in der Öffentlichkeit brüstet und wie weit der Gotteshass in der Gesellschaft inzwischen reicht. Deutschland ist weithin neuheidnisches Land, das es aufs Neue zu missionieren gilt. Auch für diese Menschen wollen wir beten.

(Stuttgart, 21. September 2011)


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