Presseerklärung zur Ernennung von Bischof Müller PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 05. Juli 2012 um 12:00 Uhr

Distriktlogo-MasterDie Kirche hat es immer als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachtet, das ihr von Christus und den Aposteln anvertraute Glaubensgut getreu zu bewahren und gegen Irrtümer zu verteidigen, um es unversehrt an die kommenden Generationen weitergeben zu können. Zu Recht ist darum das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation eines der höchsten Ämter in der Kirche.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland hat daher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, zu diesem Amt berufen wurde. Die Priesterbruderschaft fragt sich, welche Eignung für dieses Amt ein Mann hat, der in seinen Schriften und öffentlichen Reden mehrfach gegen die katholische Lehre verstoßen hat.

Folgende Punkte seien genannt:

  • Bischof Müller leugnet in seinem Buch Die Messe – Quelle christlichen Lebens die wirkliche Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Brot und Wein bleiben nach ihm, was sie sind, werden aber Mittel, um den Glaubenden in die Lebensgemeinschaft mit Vater und Sohn einzubeziehen. Das ähnelt der kalvinistischen Lehre, nach der Brot und Wein nicht verwandelt, aber Mittel der Gnade werden.[1]
  • Entgegen der katholischen Lehre, nach der die Verwandlung der Gaben sich durch das Aussprechen der Einsetzungsworte „Das ist mein Leib … Das ist der Kelch meines Blutes“ vollzieht,[2] behauptet Bischof Müller, die Frage nach dem Zeitpunkt der Verwandlung gebe „theologisch keinen richtigen Sinn“.[3]
  • Bischof Müller leugnet in seiner Dogmatik das Dogma von der Jungfräulichkeit Mariens in der Geburt,[4] also die Lehre, dass Maria ihren Sohn ohne Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit geboren hat.[5]
  • In einer Laudatio für den protestantischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich sagte Bischof Müller am 11. Oktober 2011: „Auch die Christen, die nicht in voller Gemeinschaft der Lehre, der Heilsmittel und der apostolisch-bischöflichen Verfassung mit der katholischen Kirche stehen, sind durch Glaube und die Taufe gerechtfertigt und in die Kirche Gottes als Leib Christi voll eingegliedert.“ Dies widerspricht der gesamten katholischen Tradition und insbesondere der Lehre Pius’ XII. in Mystici corporis.
  • Entgegen der katholischen Lehre von der Notwendigkeit einer Bekehrung zur katholischen Kirche, wie sie noch im 2. Vatikanischen Konzil ausdrücklich gelehrt wird,[6] bezeichnete Bischof Müller in derselben Rede die sog. „Rückkehrökumene“ als „abwegig“.

Die Bruderschaft würde Bischof Müller dringend bitten, zu diesen umstrittenen Aussagen Stellung zu nehmen bzw. sie zu korrigieren. Es sind nicht persönliche Aversionen, welche die Bruderschaft zu dieser Haltung führen, sondern einzig und allein der Wunsch nach unverfälschter Verkündigung der Glaubenslehre.

Da Bischof Müller in den vergangenen Jahren zudem aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Bruderschaft keinen Hehl gemacht hat, sieht die Piusbruderschaft darin zunächst kein positives Signal für die Gesprächsbereitschaft in der Frage der kirchenrechtlichen Anerkennung. Sie hofft jedoch, dass der neue Präfekt – im Angesicht der Gespräche innerhalb der Weltkirche – zu einer positiveren Haltung zur Piusbruderschaft finden möge.

Pater Matthias Gaudron, Dogmatiker der Piusbruderschaft



[1] „In Wirklichkeit bedeuten Leib und Blut Christi nicht die materiellen Bestandteile des Menschen Jesus während seiner Lebenszeit oder in der verklärten Leiblichkeit. Leib und Blut bedeuten hier vielmehr Gegenwart Christi im Zeichen des Mediums von Brot und Wein.“ … Wir haben „jetzt Gemeinschaft mit Jesus Christus, vermittelt durch das Essen und Trinken des Brotes und des Weines. Schon allein im zwischenmenschlichen Bereich vermag etwa ein Brief die Freundschaft zwischen Menschen darzustellen und beim Empfänger sozusagen die Zuneigung des Adressaten zu veranschaulichen und zu verleiblichen.“ (Die Messe – Quelle christlichen Lebens, Augsburg: St. Ulrich Verlag: 2002, S. 139 f).

[2] Vgl. den Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1375, 1377.

[3] Die Messe – Quelle christlichen Lebens, S. 142.

[4] Vgl. den Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 499, 510.

[5] „Es geht nicht um abweichende physiologische Besonderheiten in dem natürlichen Vorgang der Geburt (wie etwas die Nichteröffnung der Geburtswege, die Nichtverletzung des Hymen und der nicht eingetretenen Geburtsschmerzen), sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde ‚verletzt’ worden war. … Der Inhalt der Glaubensaussage bezieht sich also nicht auf physiologisch und empirisch verifizierbare somatische Details“ (Katholische Dogmatik für Studium und Praxis, Freiburg 52003, S. 498). In Wahrheit meint die traditionelle Lehre eben doch solche physiologischen Besonderheiten.

[6] „Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten“ (Lumen gentium 14).


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