Presseerklärung des Regens zu den Priesterweihen PDF Drucken E-Mail
Montag, den 15. Juni 2009 um 06:29 Uhr

Das Priesterseminar Herz-Jesu der Priesterbruderschaft St. Pius X. stellt zu den am 27. Juni 2009 in Zaitzkofen vorgesehenen Priesterweihen fest:


1.    Diese Weihen werden gespendet in der Absicht, der katholischen Kirche zu dienen. Wir spenden diese Priesterweihe, weil wir damit unsere Einheit mit der Kirche Roms zum Ausdruck bringen wollen. Diese Einheit besteht in der gleichen Lehre, den gleichen Sakramenten und dem Messopfer aller Zeiten. Die neugeweihten Priester anerkennen so wie alle Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Pius X. das Amt des Papstes und die Autorität der Kirche. Die Weihekandidaten werden so wie alle übrigen Geistlichen der Bruderschaft in jeder heiligen Messe namentlich für den amtierenden Papst sowie für den jeweiligen Ortsbischof beten, ein Ausdruck der Verbundenheit, welchen die Bruderschaft seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren praktiziert. Wir wollen keine Parallelkirche, sondern innerhalb der einen, wahren katholischen Kirche das unschätzbare Gut der katholischen Tradition bewahren.

2.    Als Rom am 21. Januar 2009 das Exkommunikationsdekret von 1988 gegen die vier Weihbischöfe der Bruderschaft zurücknahm, hatte der Heilige Vater sicher eine Maßnahme des Lebens und nicht des Todes im Auge. Die großherzige Geste war vor allem als vertrauensbildende Maßnahme für die jetzt bald beginnenden theologischen Gespräche mit den Vertretern des Heiligen Stuhls gedacht, bei denen in einem voraussichtlich zähen Ringen die noch bestehenden Schwierigkeiten ausgeräumt werden sollen.

3.    Eine Notsituation erfordert und rechtfertigt entsprechende Notmaßnahmen. Gibt es heute in der Kirche eine Notsituation? Wir verweisen auf den Anhang dieser Erklärung, wo bezeichnende Aussagen von Päpsten, Kardinälen, Bischöfen und Theologen dokumentiert sind. Papst Paul VI. spricht beispielsweise von der „Selbstzerstörung der Kirche“, Papst Johannes Paul II. von „lautloser Apostasie“. Dazu zwei Zahlenbeispiele: 1950 besuchten in Deutschland 13 Millionen Katholiken regelmäßig den sonntäglichen Gottesdienst; heute sind es weniger als zwei Millionen, eine Abnahme von mehr als 85 Prozent also! Die Zahl der Priesterweihen in den deutschen Diözesen hat 2008 einen noch nie dagewesenen Tiefstand von weniger als 100 erreicht.

Es geht um Sein oder Nichtsein des Christentums in Europa. Soll man da die Weihe von Neupriestern aufschieben, die auf dem soliden Fundament der katholischen Überlieferung ausgebildet und die für den Fortbestand der Kirche so notwendig sind? Sollte man heute, da echte Berufungen täglich seltener werden, nicht dem lieben Gott für die Gnade solcher Berufungen inständig danken? Von einem Affront gegen die Einheit der Kirche kann keine Rede sein und schon gar nicht von einer Zurückweisung der Hand des Heiligen Vaters, für den wir täglich beten.

4.    Die aufgebrachten Bischöfe berufen sich immer wieder auf das Kirchenrecht. Dazu ein Vergleich: Ein wertvolles Gebäude brennt lichterloh, eine Gruppe beherzter junger Männer eilt zur Brandstelle, um das Feuer zu löschen oder wenigstens einzudämmen und später mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Aber die Ordnungshüter hindern sie daran mit dem Hinweis, sie hätten auf ihrer Fahrt die Geschwindigkeitsbeschränkung überschritten. Ist denn der letzte Kanon des Kirchenrechts von 1983 heute nicht mehr gültig, demgemäß das höchste Gesetz in der Kirche das Heil der Seelen ist?

5.    Da die bestehenden Probleme nicht disziplinarischer Natur sind, muss die Diskussion folglich auf einer ganz anderen Ebene geführt werden, nämlich jener des Glaubens. Wenn Papst Benedikt XVI. in seinem Brief an die Bischöfe vom 10. März 2009 die dramatische Feststellung macht, dass der Glaube in vielen Teilen der Welt zu erlöschen drohe, müssten dann nicht gemeinsam alle Anstrengungen gemacht werden, die Ursachen der Glaubenskrise zu erforschen und die Mittel zur Behebung derselben anzuwenden? In diesem Sinne erneuern wir unsere Bereitschaft zum Dialog mit den deutschen Bischöfen in einer Atmosphäre des Friedens und der intellektuellen Redlichkeit fernab von aller Polemik und unfruchtbaren Schuldzuweisungen.


Zaitzkofen, den 13. Juni 2009

Pater Stefan Frey, Regens des Priesterseminars



Anlage

Zitate von Päpsten, Kardinälen, Bischöfen und Theologen zur kirchlichen Krise

Papst Pius X. sagt in seiner Enzyklika Pascendi dominici gregis vom 8. September 1907:
„Wir sind aber gezwungen, nicht länger zu zögern, weil sich die Verfechter jener Irrtümer bereits nicht mehr ausschließlich unter den offenen Feinden finden; nein, zu Unserem größten Schmerze und Unserer Beschämung müssen Wir es sagen: sie lauern schon innerhalb der Kirche selbst und sind um so gefährlicher, je weniger man sie kennt. Wir meinen, Ehrwürdige Brüder, viele aus der katholischen Laienwelt, ja, was noch viel schlimmer ist, sogar aus den Reihen des Klerus, die unter dem Deckmantel der Liebe zur Kirche, ohne die Grundlage einer soliden Philosophie und Theologie – angesteckt von dem Gifte der Lehren, wie sie die Feinde der Kirche vortragen, alle Bescheidenheit beiseite setzend – sich zu Reformatoren der Kirche aufwerfen: kühn schließen sie ihre Reihen zusammen, greifen das Heiligste an Christi Werk an und schonen dabei nicht einmal die göttliche Person des Erlösers selbst, den sie in blasphemischer Frechheit zu einem bloßen armseligen Menschen herabdrücken.“
Am 14. Mai dieses Jahres sagte beispielsweise ein Priester der Diözese Regensburg öffentlich in einem Vortrag, auch Christus habe sich wenigstens zweimal geirrt.

Papst Pius XI. in der Enzyklika Mortalium animos zur Frage des Ökumenismus vom 6. Januar 1928:
„Ganz ähnlich wollen nun einige auch auf dem Gebiete vorgehen, das der von Christus dem Herrn festgelegten Ordnung des Neuen Bundes unterliegt. Durch die Erkenntnis der Tatsache, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, denen jeder religiöse Sinn abgeht, glauben sie sich zu der Hoffnung berechtigt, es werde sich bei aller Verschiedenheit der Völker bezüglich der religiösen Ansichten doch ohne Schwierigkeit eine brüderliche Übereinstimmung im Bekenntnis gewisser Wahrheiten als gemeinsamer Grundlage des religiösen Lebens erreichen lassen. Zu diesem Zwecke halten sie vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Konferenzen, Versammlungen und Vorträge, zu denen sie alle ohne jeden Unterschied zur Aussprache einladen: Heiden jeder Art und Christen, und endlich auch jene, die unseligerweise von Christus abgefallen sind oder die seine göttliche Natur und seine göttliche Sendung erbittert und hartnäckig bekämpfen.
Derartige Versuche können von den Katholiken in keiner Weise gebilligt werden. Sie gehen ja von der falschen Meinung jener aus, die da glauben, alle Religionen seien gleich gut und lobenswert, weil alle, wenn auch in verschiedenen Formen, doch gleichermaßen dem uns angeborenen und natürlichen Sinn Ausdruck geben, durch den wir nach Gott verlangen und uns seiner Oberherrschaft gehorsam unterwerfen. Die Vertreter solcher Ansichten sind nun nicht nur in Irrtum und Selbsttäuschung befangen, sondern sie lehnen auch die wahre Religion ab, indem sie ihren Begriff verfälschen. Auf diese Weise kommen sie Schritt für Schritt zum Naturalismus und Atheismus. Daraus ergibt sich dann ganz klar die Folgerung, dass jeder, der solchen Ansichten und Bemühungen beipflichtet, den Boden der von Gott geoffenbarten Religion vollständig verläßt.“
Was würde Pius XI. zum Religionskongress von Assisi am 27. Oktober 1986 sagen?

Papst Pius XII. in der Enzyklika Mediator Dei vom 20. November 1947:
„Ganz zu verurteilen ist aber das vermessene Unterfangen jener, die mit Absicht neue liturgische Bräuche einführen, oder überlebte, mit den geltenden Gesetzen und Rubriken nicht mehr übereinstimmende Gepflogenheiten wiederaufleben lassen. Dass dies vorkommt, geliebte Söhne und ehrwürdige Brüder, und zwar nicht nur in unbedeutenden Dingen, sondern auch in solchen von sehr großer Tragweite, haben Wir nicht ohne bitteren Schmerz erfahren. Es gibt tatsächlich Leute, die bei der Darbringung des hochheiligen eucharistischen Opfers sich der Volkssprache bedienen. (...) So würde z.B. vom rechten Weg abweichen, wer dem Altar die alte Form der Mensa, des Tisches, wiedergeben wollte“
Trifft diese Abweichung vom rechten Weg nicht heute den größten Teil der Kirche, da fast überall die Altäre durch Tische ersetzt worden sind? Man lese auch die Ausführungen des Papstes in seiner Enzyklika Humani Generis zur neuen Theologie.

Papst Paul VI. sagt in seiner Rede vom 7. Dezember 1968:
„Die Kirche befindet sich in einer Stunde der Unruhe, der Selbstkritik, man könnte selbst sagen, der Selbstzerstörung. Dies ist wie eine innere Erschütterung (...), die niemand nach dem Konzil erwartet hätte.“
Am 26. Juni 1972 stellt er fest:
„Der Rauch Satans ist durch irgendeinen Riss in den Tempel Gottes eingedrungen.“
Bei einer Unterhaltung mit Jean Guitton am 8. September 1977 sagte er seinem Gesprächspartner:

„Es herrscht ein sehr großes Durcheinander in diesem Augenblick in der Welt und in der Kirche; was auf dem Spiel steht, ist der Glaube. Es kommt jetzt vor, dass ich den geheimnisvollen Satz Jesu im Evangelium des heiligen Lukas für mich selbst wiederhole: ‚Wenn der Menschensohn wiederkommt, wird er dann noch den Glauben auf Erden finden?’ Es kommt vor, dass Bücher herausgegeben werden, in denen der Glaube in entscheidenden Punkten herabgesetzt wird, dass der Episkopat dazu schweigt, dass man diese Bücher nicht als der Kirche fremdartig betrachtet, und genau dies ist in meinen Augen fremdartig. (...) Was mich befremdet, wenn ich die katholische Welt betrachte, ist, dass im Inneren des Katholizismus ein Gedankengebäude nichtkatholischen Typs manchmal scheinbar die Oberhand hat, und es kann geschehen, dass dieser nichtkatholische Gedanke im Inneren des Katholizismus morgen vorherrschen wird. Aber er wird nie das Denken der Kirche darstellen.
Es muss eine kleine Herde weiterbestehen, und selbst wenn es eine sehr kleine Herde ist.“ Er schweigt, dann sagt er: „Was dem Katholizismus in diesem Augenblick fehlt, das ist die Kohärenz“, und er wiederholt mehrere Male das Wort ‚Kohärenz’. Er scheint zu sagen, es liege beim Papst, wieder aufzurichten, zu einen, das kohärent zu machen, was inkohärent ist. Er schweigt.“ (Jean Guitton, Paul VI secret, Desclée de Brouwer, 1979)

Papst Johannes Paul II. sagt in einer Ansprache an Volksmissionare am 6. Februar 1981:
„Man muss mit tiefer, schmerzlicher Betroffenheit feststellen, dass die Gläubigen sich heute zum großen Teil verloren und verwirrt vorkommen, ratlos und sogar hintergangen; weiter, dass mit vollen Händen Ideen ausgestreut wurden, die mit der geoffenbarten und zu allen Zeiten gelehrten Wahrheit im Widerspruch stehen; dass auf dogmatischem und moralischem Feld wirkliche und eigentliche Häresien verbreitet wurden, die Zweifel, Durcheinander und Auflehnung zur Folge hatten.“
Man lese die Feststellung desselben Papstes im Nachsynodalen Schreiben Ecclesia in Europa vom 28. Juni 2003, vor allem die Abschnitte 7 bis 9, wo er unter anderem von einer „schweigenden Apostasie“ spricht.

Joseph Ratzinger schrieb 1958 in dem Aufsatz „Die neuen Heiden und die Kirche“:
„Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: nicht mehr wie einst Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst.“

Wenige Tage vor seiner Erhebung auf den päpstlichen Thron sagte er, die Kirche gleiche einem Schiff, „wo das Wasser auf allen Seiten eindringt“ (Kreuzwegandacht am Karfreitag 2005). Wenige Tage darauf sprach er von der Diktatur des Relativismus. Und in seinem Brief an die Bischöfe vom 10. März 2009 stellt Benedikt XVI. fest, dass der Glaube in vielen Teilen der Welt zu erlöschen drohe.

 


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