Fastenzeit (39. Tag) – Samstag der Passionswoche PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 31. März 2012 um 07:00 Uhr

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Samstag der Passionswoche

Das göttliche Weizenkorn

1. Schon hören wir im Evangelium vom Einzug des Herrn in die Stadt Jerusalem. „Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Israels König!" So sehr hat die Auferweckung des Lazarus die Menge für Jesus begeistert. Sogar Heiden kommen mit der Bitte, Jesus zu sehen. Vor Jesu Auge steigt die Zukunft auf, die Frucht der Passion: Die Heiden werden sich Ihm anschließen, während die Juden Ihn verstoßen.

2. Die Heiden wollen Jesus sehen. Andreas und Philippus bringen deren Bitte vor den Herrn. Da nimmt Jesus Veranlassung, auf die Verherrlichung hinzuweisen, die Ihm durch die Bekehrung der Heidenwelt erwachsen wird. „Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht wird." Denn „Israel ist zum Teil mit Blindheit geschlagen, bis die Fülle der Heiden eingetreten sein wird" (Röm. 11, 25). Seine Verherrlichung unter den Heiden aber muß sich Jesus durch die Verdemütigungen der Passion verdienen. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde gesenkt wird und stirbt, bleibt es allein: wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht." Jesus selber ist das Weizenkorn. Er muß sterben, sagt der hl. Augustinus, durch die Treulosigkeit der Juden, und auferstehen durch den Glauben der Heiden. „Das Sterben des Weizenkorns ist indes nicht sein Tod: es ist Entfaltung des Lebens und Schaffung neuen Lebens. Zusammen mit Jesus sind auch wir das Weizenkorn. „Wenn es stirbt, bringt es viele Frucht." „Wer seine Seele (sein Leben) liebt, wird sie verlieren; und wer seine Seele in dieser Welt haßt, der wird sie zum ewigen Leben bewahren." In dem Grade werden wir die Frucht der Passion unseres Herrn sein und Ihm zur Verherrlichung gereichen, als wir mit Ihm das Weizenkorn sind: „Wenn es stirbt, bringt es viele Frucht." Anders nicht!

„Jetzt (in der Passion des Herrn) ergeht das Gericht über die Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Ich aber werde, wenn Ich von der Erde erhöht sein werde, alles ah Mich ziehen." Vom Kreuze aus, als der Gekreuzigte, wird Er die Heidenwelt an sich ziehen. Der Gekreuzigte wird siegen, sich die Geister, die Herzen, die Völker unterwerfen. Sie kommen, die Geschlechter der Heiden, eine Generation nach der andern, zum Kreuz des Herrn. Sie bekennen: „Wir aber müssen uns rühmen im Kreuze des Herrn: in Ihm (dem Gekreuzigten) ist uns das Heil, das Leben, die Auferstehung; durch Ihn (den Gekreuzigten) sind wir gerettet und erlöst" (Gal. 6, 14). „Den Juden ist das Kreuz ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit, uns aber, den Berufenen, Gottes Kraft und Gottes Weisheit" (1 Kor. 1, 23). Alle eilen sie zum Gekreuzigten und bekennen sie: „Du bist geschlachtet worden und Du hast uns mit Deinem Blute erlöst aus allen Sprachen und Völkern und Nationen" (Geh. Offb. 5, 9). „Wahrhaft würdig und recht ist es, Dir immer und überall Dank zu sagen, heiliger Herr, ewiger Gott. Dein Wille war es, daß vom Kreuzesholze das Heil dem Menschengeschlechte ausgehe: von einem Baume kam der Tod, von einem Baume sollte das Leben erstehen; der am Holze siegte (Satan), soll auch am Holze besiegt werden, durch Christus unsern Herrn" (Präfation der heiligen Messe). Am Fuße des Kreuzes entspringen die unversieglichen Quellen der Gnade, d. i. die heiligen Sakramente; vom Kreuze haben wir alle Erleuchtung und Anregung, allen Sieg über das Böse, alle Kraft zum Guten, alle Hoffnung auf die Verzeihung unserer Sünden, alle Zuversicht für die Zukunft. Im Kreuze finden wir Licht und Trost in den Finsternissen und Leiden des Lebens. Im Kreuze haben wir den Schlüssel zur Türe des Himmels.

O crux, ave spes unica

Hoc passionis tempore.

Piis adauge gratiam

Reisque dele crimina.

 

Kreuz, einz'ge Hoffnung, sei gegrüßt

In dieser heil'gen Leidensfrist.

Mehr allen Frommen Gottes Huld

Und tilge aller Sündenschuld.

 

3. Frucht der Passion! Unser Herr und Heiland hat das Leiden durchgeistigt und ihm einen Sinn gegeben. Es ist Ihm der „Preis der Erlösung". Der Menschensohn ist ja nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und „Sein Leben als Lösepreis für die vielen hinzugeben" (Mark. 10, 45). Wir sind durch die heilige Taufe „in Seinen Tod hineingetaucht" (Röm. 6, 3). Wir leiden also Seine Leiden mit und geben unserem Leiden denselben Sinn wie Er: es steht im Dienst der Erlösung. Wohl ist das Werk unserer Erlösung mit dem Opfer auf Golgotha vollendet: aber es muß im unblutigen Opfer der heiligen Messe und in der Leidenslast jedes einzelnen von uns weiterleben. Leidend „ergänzen wir in unserem Fleische, was vom Leiden Christi noch aussteht", und das „für den Leib Christi, die Kirche" (Kol. 1, 24). Unser Leiden ist Miterlösertum an der Welt, an den Seelen. Und weil wir die Menschen, die Seelen, unsere eigene Seele lieben, deshalb lieben wir das erlösende Leiden.

„Wenn Ich am Kreuze erhöht sein werde, werde Ich alles an Mich ziehen." Viele Getaufte werden an ihrem Kreuze Krüppel, seelenlahm, zerbrochen, glaubensschwach. Unkönigliche Christen, die sich vom Gekreuzigten nicht emporziehen und erhöhen lassen! Sie verstehen das „an den Leiden Christi teilnehmen dürfen" (1 Petr. 4, 13) nicht. Sie verstehen auch Paulus nicht, wenn er bei aller Trübsal von Freude übervoll ist (2 Kor. 7,4). Christlich leiden heißt am Kreuze wachsen, groß werden, fruchtbar werden. „Wenn Ich am Kreuze erhöht sein werde, werde Ich alles an Mich ziehen." Das gilt auch von uns. Auch wenn das Leben uns betrogen, so arbeiten wir weiter. Auch wenn unser Leben nichts anderes ist als Arbeit und Sorge, wir sind es zufrieden. Auch wenn wir geliebt und gegeben haben und dafür Undank ernten, so lassen wir uns nicht besiegen, sondern erheben uns über alle Wechselfälle, Enttäuschungen und Bitterkeiten. Am Kreuze wachsen! Dann ziehen wir alles an uns, zu allererst das Wohlgefallen, die Gnade und den Segen Gottes! Dazu ist uns das Kreuz auf den Lebensweg mitgegeben, daß wir an ihm erhöht werden und alles an uns ziehen. Im Kreuze ist das Heil!

 

Gebet.

Wir bitten Dich, o Herr: das Dir geweihte Volk möge voranschreiten in der Gesinnung kindlicher Hingabe, damit es, durch heilige Feiern herangebildet, mit um so herrlicheren Gnaden bereichert werde, je mehr es Deiner Majestät wohlgefällig wird.

Wir bitten Dich, o Herr: Deine Rechte möge das flehende Volk schützen, läutern und huldvoll heranbilden, damit es durch die Tröstung in dieser Zeit den künftigen Gütern entgegenschreite. Durch Christus unsern Herrn. Amen.


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