Fastenzeit (16. Tag) - Donnerstag nach dem 2. Fastensonntag PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 08. März 2012 um 11:09 Uhr

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Fluch und Frucht der Sünde

1. Wir leben heute ganz der Buße. Wir schließen uns in S. Maria in Trastevere den Büßern an. Sie dürfen der Opferfeier nur „an der Türe" beiwohnen und sind vom Empfang der heiligen Kommunion ausgeschlossen; sie sind der arme Lazarus, der an der Türe des Reichen, d. i. der Christen, die mitopfern und kommunizieren dürfen, auf „die Brosamen wartet, die vom Tische des Reichen fallen". Wir wollen uns auf den Fluch der Sünde in diesem Leben und auf die Frucht der Sünde im Jenseits besinnen und ernsthaft büßen, sühnen.

2. Was sollten, was könnten wir Christen sein? Ein Baum, der, am Wasser gepflanzt, nach dem Bach hin seine Wurzeln ausstreckt. Sein Laub bleibt immer grün und nimmer hört er auf, Früchte zu tragen" (Epistel). Ein Baum, gepflanzt an den Wassern der Gnade, in dem fruchtbaren Erdreich der Kirche. Ein Zweig am Weinstock Christus, getragen und erfüllt von der Kraft und Fruchtbarkeit des Weinstockes. Wir sündigen. Wir hören auf, zu grünen und Früchte zu tragen. Wir sind ein verdorrter Baum, kahl, reif zum Verbrennen. Wir haben uns von Gott getrennt. Die Lebensader, die uns mit Christus verband, ist durchgeschnitten. Wir sind für das Leben der Gotteskindschaft, der Gnade tot. Die heilige Liebe ist aus der Seele entflohen. Die göttlichen Tugenden des Glaubens und der Hoffnung bleiben in der Seele noch zurück, stumme Zeugen der Verwüstung an heiliger Stätte. Auch sie werden bei wiederholter Sünde sterben. Das Joch der Sünde drückt immer schwerer. Die bösen Gewohnheiten schlagen die Seele in eiserne Fesseln und rauben ihr alle Freiheit. Sie verliert den Mut zum Widerstand und wird eine leichte Beute der Versuchungen und Leidenschaften. Der Fluch der Sünde schon hier auf Erden.

Die letzte Frucht der Sünde ist die ewige Hölle. Sie ist Ausschluß von Gott, vom Licht, vom Leben, vom wahrhaft Guten, Beglückenden, Sättigenden. Sie ist Qual und Unseligkeit in den unbarmherzigen Flammen, in denen im Gleichnis des heutigen Evangeliums der reiche Prasser schmachtet. Er verlangt nach einem Tröpfchen Wasser, um seine Zunge abzukühlen. Umsonst! Er leidet unsägliche Pein. Er schaut nach Hilfe aus. Umsonst! Die Zeit des Erbarmens Gottes, der Gnade, der fruchtbaren Reue und Buße, der Umkehr ist vorbei. Es bleibt nur das eine: eine ewige Hölle. Das ist der Sold der Sünde! Jetzt, hier auf Erden, muß sie gesühnt werden, im Jenseits ist's zu spät! So tun wir Buße, leisten wir Sühne und „empfehlen wir uns (Gott) durch viel Geduld, durch Fasten und durch die Waffen der Gerechtigkeit" (Antiphon zur Sext), d.i. durch ein reines, heiliges, christliches Leben.

3. Im Opfergang der heiligen Messe schließen wir uns dem wahren Moses an, Christus, unserem Heiland. Er kommt in der heiligen Messe, um sich für unsere Sünden stellvertretend als Opfer an den Vater hinzugeben. Er kommt, um für uns zu sühnen, Genugtuung zu bieten und uns Verzeihung zu erlangen. Wir nehmen in der heiligen Wandlung das kostbare Blut unseres Heilandes in unsere Hände und heben es flehend zum Himmel empor: „Herr, was zürnst Du Deinem Volke? Sänftige Deinen Zorn; gedenke Deines Sohnes, der für uns am Stamme des heiligen Kreuzes Sein kostbares Blut dahingegeben hat. Um Seinetwillen erbarme Dich unser. Und der Herr ließ sich besänftigen und sah von dem Unheil ab, das Er Seinem Volke angedroht hatte" (Offertorium). In der heiligen Kommunion bietet uns der Vater in Seinem Sohne, den Er uns schenkt, den Kuß des Friedens, wir haben den Frieden, die Gemeinschaft mit Gott, sind wieder Kinder Gottes, lebendig Christo einverleibt, damit Er uns zum seligen Ostern daheim beim Vater mit sich nehmen könne. „Wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm" (Communio).

Der arme Lazarus und der reiche Prasser, der Lebemensch! Wer von beiden ist in Wahrheit besser daran? Wohin ist der Lebemensch mit seinen Genüssen, mit seinem Geld gekommen? Das Geld hat ihn verführt: nun ist er in der Hölle begraben. „Wehe euch, ihr Reichen" (Luk. 6,24). Im Reichtum liegt für den Menschen die Gefahr! „Verflucht, wer sein Vertrauen auf Menschen setzt und Fleisch zu seinem Arme macht (d. i. sich auf sterbliche Menschen, auf Erdengüter, Geld, Stellung stützt) und dessen Herz (dadurch) abtrünnig wird vom Herrn! Er wird so unfruchtbar wie eine Tamariske in der Wüste sein." Der reiche Prasser!

„Gesegnet, wer auf den Herrn vertraut, dessen Zuversicht der Herr ist. Er gleicht einem Baume, der, am Wasser gepflanzt, nach dem Bache hin seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht zu fürchten braucht, wenn die Hitze kommt. Sein Laub bleibt grün, und nimmer hört er auf, Früchte zu tragen" (Epistel). Der arme, kranke Lazarus!

„Bös ist des Menschen Herz, mehr als alles, und unerforschlich. Wer wird es durchschauen? Ich, der Herr. Ich durchforsche das Herz und durchprüfe die Nieren. Ich vergelte jedem nach seinem Wandel und nach der Frucht seiner Taten, spricht der Herr", dem Prasser wie dem Lazarus.

Wer sich erniedrigt, wie der arme Lazarus, wer Buße tut, seine Sünde beweint, in Demut bekennt und in ernster Abtötung und Selbstverleugnung sie büßt und sühnt, der wird erhöht. „Tut Buße!"

Gebet

Herr, wir bitten Dich, verleihe uns den Beistand Deiner Gnade, auf daß wir, dem Fasten und Gebet mit gebührendem Eifer obliegend, von den Feinden des Leibes und der Seele befreit werden.

Herr, stehe Deinen Dienern bei und schenke den Bittenden Deine immerwährende Huld, um in ihnen, die sich Deiner als ihres Schöpfers und Lenkers rühmen, das Erworbene zu erneuern und das Erneuerte zu bewahren. Durch Christus unsern Herrn. Amen.


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