Fastenzeit (2. Tag) – Donnerstag nach Aschermittwoch PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 10:15 Uhr

betende haende_2Aus der Reihe "Die Fastenzeit liturgisch und geistlich mitfeiern"

Donnerstag nach Aschermittwoch: 

„Bittet, und ihr werdet empfangen."

1. Zum Gottesdienst versammeln wir uns im Heiligtum des Soldaten und Märtyrers St. Georg. Er betet in Gemeinschaft mit uns den Introitus: „Ich schrie zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf und schützte mich vor denen, die mir feindlich nahen. Wirf deine Sorge auf den Herrn, Er wird dich nähren." Ein Aufruf zum eifrigen, vertrauensvollen Beten! Beten wie der König Ezechias in der Epistel, beten wie der Soldat, der römische Offizier im Evangelium. Die Fastenzeit ist eine Zeit des Betens.

2. „In jenen Tagen war der König Ezechias todkrank. Der Prophet Isaias kam zu ihm und sprach: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du mußt sterben und kannst nicht länger leben. Da wandte Ezechias sein Gesicht zur Wand und betete zum Herrn: Ich flehe Dich an, Herr: gedenke, wie ich vor Dir in Treue wandelte und vollkommenen Herzens, und tat, wras in Deinen Augen gut ist. Und Ezechias brach in lautes Weinen aus. Da erging das Wort des Herrn an Isaias also: Gehe hin und sage dem Ezechias: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, Ich will deinen Lebenstagen noch fünfzehn Jahre hinzu-fügen und dich samt dieser Stadt (Jerusalem) aus der Hand des Königs von Assyrien befreien und sie beschirmen" (Epistel). Ezechias bittet, und es wird ihm mehr gegeben, als er nur zu erbitten gewagt hatte. „Bittet, und ihr werdet empfangen"

(Luk. II, 9). Wirf deine Sorgen auf den Herrn, Er wird dich nähren" (Introitus).

Mit großem Glauben kommt der Soldat, der römische Offizier, zu Jesus (Evangelium), gedrängt von der liebenden Sorge um seinen kranken Sklaven. Er bittet den Herrn: „Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und leidet große Qual." Jesus sagt zu ihm: „Ich wrill kommen und ihn gesund machen." Der Offizier antwortet: „Herr, ich bin nicht würdig, daß Du unter mein Dach eingehest; sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn sogar ich, der ich selber unter einer Obrigkeit stehe, brauche einem meiner Soldaten nur zu sagen: Geh, und er geht; und zu einem andern: Komm, und er kommt; und meinem Knechte: Tu das, und er tut es." Diesem Vertrauen kann der Herr nicht widerstehen. Er erhört das Gebet des Offiziers: „Geh hin: es geschehe dir, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde war der Knecht gesund." „Bittet, und ihr werdet empfangen." „Alles, um was ihr immer im Gebete mit Glauben bitten werdet, werdet ihr erhalten" (Matth. 21, 22).

3. Die heilige Liturgie erkennt im römischen Offizier des Evangeliums den Stationsheiligen St. Georg. Er kommt heute zum Herrn und fleht für seinen kranken Knecht, d. i. für die Gemeinde, die sich heute in seinem Hause einfindet. Er kommt mit der Liebe und mit der Sorge des Hauptmanns des Evangeliums und legt für uns, seine Gemeinde, Fürsprache ein. Er wird erhört. Mit diesem Vertrauen treten wir in die Stationskirche ein.

Zusammen mit dem, heiligen Märtyrer Georg machen wir den Opfergang: „Zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele, auf Dich vertraue ich." St. Georg hat für den Herrn Blut und Leben gegeben. Auch wir geben im Opfer der heiligen Messe alles und sind ein Ganzopfer an den Herrn. Tot der Sünde, tot der Welt und Weltlichkeit, tot der Eigenliebe und Selbstsucht, gehen wir den Weg des Martyrers, den Weg der Entsagung und der heiligen Liebe zu Gott und Christus, und leben einzig dem heiligen Willen und Wohlgefallen Gottes, nicht uns oder einem Geschöpf um seiner selbst willen.

Die heilige Liturgie mahnt uns heute eindringlich zum Gebet, zum Bittgebet. Für uns, wie Ezechias es getan, zum Gebet für die andern, wie es der Offizier des Evangeliums tut. ,,Bittet, und ihr werdet empfangen", lautet das große Gesetz der Gnadenordnung. Wer also nicht bittet, wird nicht empfangen. Wer wenig bittet, wird wenig, wer viel bittet, wird viel empfangen. „Die Hungrigen erfüllt Er mit Gütern, die Satten (die nicht bitten) läßt Er leer ausgehen" (Luk. i, 53). „Alle (Erwachsenen), die gerettet sind, sind deshalb gerettet, weil sie gebetet haben. Und alle, welche verdammt sind, sind deshalb verdammt, weil sie nicht gebetet haben" (hl. Alphons vonLiguori). Das Gebet ist das ordentliche Mittel, um von Gott Gnaden zu erhalten.

Eine gläubige, eifrige Zeit pflegte in der heiligen Fastenzeit häufig die sieben Bußpsalmen zu beten, den Kreuzweg zu gehen, täglich den Gottesdienst zu besuchen und verschiedene besondere Fastenübungen zu verrichten. Wir haben wohl nicht weniger Grund als frühere Zeiten, in der heiligen Fastenzeit mehr als sonst zu beten.

Wir schließen uns in der Mitfeier der heiligen Messe insbesondere den tief empfundenen Gebeten an, die der Priester vom Aschermittwoch an täglich um die Fürbitte der Heiligen (A cunctis) und für die Lebenden und die Verstorbenen (Omnipotens sempiterne Deus) verrichtet.

Gebet:

Gott, Du wirst durch die Sünde beleidigt und durch die Buße versöhnt: sieh gnädig auf das Gebet Deines flehenden Volkes und wende ab die Geißeln Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.

Verschone, o Herr, verschon Dein Volk, auf daß es, mit verdienten Geißeln gezüchtigt, in Deinem Erbarmen wieder aufatme. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Zur Rubrik: Liturgie


E-Mail




 
 
Brief an die Freunde und Wohltäter Nr. 82

 
Erklärung des Generaloberen Bischof Fellay über die neue Pastoral der Ehe gemäß Kardinal Walter Kasper

 
Mitteilungsblatt

Gerne senden wir Ihnen das monatliche Informationsblatt der Priesterbruderschaft.

Button MB 2

 
Häufig gestellte Fragen

Meistgestellte Fragen

Stellenangebot Erzieherin/Betreuerin (St.-Theresien-Gymnasium)

intro st theresien

 
Brief an die Freunde und Wohltäter - neuer Rosenkranzkreuzzug

mgr fellay lab81

 
Offizielle Erklärung der Bischöfe der Bruderschaft

b weihen intro

 
Die katholischen Jugend der Tradition

tumbnail

 
Video von der Kirchweihe in Berlin (14 min)

kirchweihe berlin

 
Europäische Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens

eu initiative

 
Spenden

Helfen Sie mit!
Ihre Spende zählt!

 
Ein Tag im Kloster

schwestern video

 
Aus der Reihe Humor...

 
Helfen Sie dem Theresiengymnasium!

alt

 
Lesen Sie das...

 
Zusammenfassung

Wofür steht die Priesterbruderschaft St. Pius X.?