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Frage 7Was bedeutet "FSSPX"?

FSSPX heißt "Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X.", das ist Lateinisch für "Priesterbruderschaft St. Pius X.".

Ist die Priesterbruderschaft St. Pius X. als Widerstandsbewegung gegen das II. Vatikanische Konzil entstanden?

Nein. Die Gründung der Priesterbruderschaft St. Pius X. erfolgte im Jahr 1969 mit der ausdrücklichen Zielsetzung, das katholische Priestertum zu erneuern. Sie wurde am 1. November 1970 durch den zuständigen Bischof von Freiburg, Genf und Lausanne, Mgr. Charrière, ordnungsgemäß kanonisch errichtet und erhielt im darauffolgenden Jahr, am 18. Februar 1971, eine Belobigung ihrer Statuten durch den damaligen Präfekten der römischen Kleruskongregation, Kardinal Wright. Für die Einrichtung ihrer Seminare stützte sie sich u.a. auf Beschlüsse des Dekrets des II. Vatikanischen Konzils für die Priesterausbildung, "Optatam totius". So war die Priesterbruderschaft St. Pius X. unter den ersten, die das vom Konzil gewünschte Spiritualitätsjahr in ihren Seminaren verwirklichte.

Wie ist die Haltung der Priesterbruderschaft St. Pius X. gegenüber dem II. Vatikanischen Konzil?

Wie man dem Buch von Ralph Wiltgen "Der Rhein fließt in den Tiber" entnehmen kann, geriet das II. Vatikanische Konzil praktisch von Anfang an in die Hände der "Rheinischen Allianz", einer Koalition liberaler Bischöfe hauptsächlich aus Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Papst Johannes XXIII. schlug sich ebenso wie sein Nachfolger Paul VI. auf die Seite der Liberalen. Diese dominierten daraufhin das Konzil. Das Ergebnis war ein Konglomerat von Texten, die teils rechtgläubig, teils mehrdeutig, teils aber auch von Irrtümern durchsetzt sind. In einer bewußt unklar und ungenau gehaltenen Sprache formuliert, sind sie insgesamt von einem liberalen Geist durchdrungen. Derselbe Geist zeigte sich deutlich in den nachkonziliaren Reformen und Richtlinien, die teilweise noch weit über die Texte des Konzils hinausgingen. Die Priesterbruderschaft fordert daher von der römischen Autoritäten, dass das Konzil von den zweideutigen und falschen Aussagen gereinigt werde, damit es wieder mit der traditionellen Lehre der Kirche im Einklang steht.

Worin zeigt sich der liberale Geist des Konzils?

Der liberale Geist zeigt sich insbesondere in der Öffnung zur Welt, dem "Aggiornamento", den Lehren vom Ökumenismus und von der Religionsfreiheit. Diese widersprechen ganz und gar dem Geist des Evangeliums und den Lehren, die die Kirche bis dahin vertreten hat. Es ist der Geist der Revolution, der in die Kirche eindrang. Kardinal Suenens sprach daher vom Konzil als dem "Jahr 89" der Kirche (1789 war das Jahr der französischen Revolution).

Was lehrt der Ökumenismus?

Der liberale Ökumenismus besagt, dass alle Konfessionen und Religionen Elemente der Wahrheit und der Gnade enthalten und somit "Wege des Heils" sein können. So heißt es im Ökumenismusdekret des Konzils "Unitatis Redintegratio" Nr. 3, der "Geist Christi" habe sich gewürdigt, die "getrennten Kirchen und Gemeinschaften trotz der Mängel, die ihnen nach unserem Glauben anhaften" als "Mittel des Heiles zu gebrauchen". Nach bisherigem Verständnis galt jedoch, daß es außerhalb der von Christus selbst gegründeten Kirche, die keine andere ist als die katholische, kein Heil gibt: "Extra ecclesiam nulla salus".

Zwar kann in Einzelfällen auch das Heil außerhalb der sichtbaren Grenzen der Kirche erlangt werden, aber nur von solchen, die wenigstens den impliziten (einschlussweisen) Wunsch nach Zugehörigkeit zur Kirche haben. So wurde es noch unter Papst Pius XII. genau präzisiert (des Heiligen Offiziums an den Erzbischof von Boston vom 8. August 1949). Das II. Vatikanum weicht mit seinem Ökumenismus von dieser Lehre in auffallender Weise ab.

Was ist der Inhalt der "Religionsfreiheit"?

Kardinal Ottaviani hat als Mitglied der Vorbereitenden Konzilskommission ein Schema verfasst mit dem Titel "Über die religiöse Toleranz", in dem er die überlieferte katholische Lehre zu diesem Gegenstand darlegte. Nach dieser Lehre hat nicht nur der einzelne Mensch, sondern auch jeder Staat die Pflicht, die katholische Religion als die einzig wahre anzuerkennen und ihr entsprechende Rechte einzuräumen. Für einen Staat mit katholischer Mehrheit würde das bedeuten, daß der Staat sich zum Katholizismus als Staatsreligion bekennt und dieser Religion allein alle Rechte zuerkennt. Andere Religionen kann der Staat dulden - insbesondere dann, wenn ihre Anhänger zahlreich sind -, aber er kann sie nicht in gleicher Weise anerkennen wie die katholische. Kardinal Bea, der derselben Kommission angehörte, legte ebenfalls ein Schema vor, das den Titel trug: "Über die Religionsfreiheit". Darin heißt es, dass der Staat in religiösen Dingen seinen Bürgern jede Freiheit lassen muss, dass er keine Religion bevorzugen oder als Staatsreligion bekennen darf. Dieses Dokument widerspricht vollkommen dem von Kardinal Ottaviani und damit der ganzen katholischen Tradition. Trotzdem hat das II. Vatikanum dieses Schema von Kardinal Bea aufgegriffen und in "Dignitatis Humanae" diese neue Form der liberalen "Religionsfreiheit" verkündet.

Worin bestand die Öffnung zur Welt, das "Aggiornamento"?

Papst Johannes XXIII. hat in seiner Eröffnungsansprache des Konzils dessen Aufgabe so beschrieben, dass die Lehre der Kirche "im Licht der modernen Forschungen und der Sprache des heutigen Denkens dargelegt und erforscht werden" solle. Das ist das "Aggiornamento", das dem Konzil seinen "pastoralen" Charakter gab. Es sollte keine Lehre verkünden, sondern diese lediglich in einer neuen, der modernen Welt angepassten Sprache darlegen, ohne zu berücksichtigen, dass Inhalt und Sprache eng zusammengehören; nicht umsonst hat die Kirche zur Darlegung ihrer Dogmen sich stets einer eigenen Sprache bedient, wie auch die moderne Sprache und das heutige Denken massiv im Liberalismus wurzeln, der dem Geist der Kirche ganz entgegengesetzt ist.

Dabei hatte Papst Johannes eine große Wertschätzung und Bewunderung für die moderne Welt und den "staunenswerten Fortschritt der Entdeckungen des menschlichen Geistes". Er wollte darum den "Unglückspropheten" nicht zustimmen, sondern sah in der "gegenwärtigen Weltordnung" die Vorsehung Gottes am Werk, die zu einer "neuen Ordnung der Beziehungen unter den Menschen" führt. Das war im Grunde die Anerkennung des "novus ordo saeculorum" der Revolution und der liberalen Freimaurerei, der von den Päpsten des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer verurteilt worden war.

Das Konzil sollte nicht mehr verurteilen oder verdammen, denn der Papst war der Auffassung, dass sich alle Irrtümer im Grunde bereits selbst widerlegt haben – und das zu einer Zeit, als sich der Kommunismus als schlimmster aller Irrtümer weltweit immer mehr auszubreiten begann. Die Frucht dieses "konziliaren" Geistes war das Dokument "Gaudium et Spes", das die Kirche ganz der modernen Welt und damit dem Liberalismus öffnete. Das steht im Gegensatz zum Evangelium, in dessen Geist uns der heilige Johannes mahnt: "Habt nicht die Welt lieb, noch was in der Welt ist; wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe zum Vater nicht in ihm" (1 Joh 2,15).

Wie steht die Priesterbruderschaft St. Pius X. zur "Neuen Messe" Papst Pauls VI.?

Tatsächlich wurden in den neuen Texten die Hinweise auf das Sühneopfer entfernt, die Atmosphäre des Mahles beim Abendmahl auf Kosten des Opfercharakters verstärkt und die Anbetung, die Zahl der Kreuzzeichen und die der Kniebeugungen verringert.

Im neuen Ritus zielt alles darauf hin, das katholische Dogma über die heilige Messe, wie es vom Konzil von Trient definiert wurde, durch protestantische Begriffe zu ersetzen. Die Intention wird sich dadurch schließlich auf einen protestantisierten Ritus beziehen und nicht mehr auf das, was die Kirche aller Zeiten für alle Zeit vollbringt. Hinzu kommen noch die schlechten Übersetzungen, die willkürlichen Anpassungen, die eigenen Einfälle der Zelebranten (die 'Kreativität'), etc. – viele Ursachen einer möglichen Ungültigkeit und jedenfalls des Sakrilegs!


Ist diese Messe gegen den Glauben?

Wenn man von den Personen absieht, welche die Sakramente nach diesem neuen Ritus spenden, und nur die allgemeine Reform in den von Rom veröffentlichten Texten betrachtet, muss man mit den Kardinälen Ottaviani und Bacci feststellen, dass sich diese Riten in wahrhaft beunruhigender Weise von den zu diesem Gegenstand definierten Texten des Konzils von Trient entfernen.

Die Bestrebungen eines übertriebenen Ökumenismus haben diese Neuerungen der protestantischen Reform derart angenähert, dass daraus eine ernste Gefahr der Verminderung des Glaubens entstanden ist. Bei denjenigen, die diese Riten gewohnheitsmäßig und ständig gebrauchen, stellt man sogar den Verlust des Glaubens fest, selbst wenn sie sich bemühen, dabei den äußeren Schein der Überlieferung zu wahren. Hinsichtlich der offiziellen reformierten Texte, muss man somit zu dem Urteil kommen: 'Faventes haeresim – sie begünstigen die Häresie'.

Ist die "Neue Messe" ungültig?

Ein schwerwiegendes Problem! Wie kann der Gläubige das beurteilen? Für die Gültigkeit einer Messe bestehen wesenhafte Bedingungen: die Materie, die Form, die Intention und der gültig geweihte Priester. Sind diese Bedingungen erfüllt, ist nicht einzusehen, warum man befürchten sollte, dass die Messe ungültig sei.

Andererseits kann man ohne die geringste Übertreibung sagen, dass die meisten Messen, die ohne Altarstein zelebriert werden, mit banalen Geräten, gesäuertem Brot, Einführung profaner Reden, die sogar in den eigentlichen Kanon und auch sonst eingeschoben werden, in schwerer Weise gegen die Ehrfurcht verstoßen und dass sie den Glauben verfälschen, indem sie ihn mindern.

Die Entsakralisierung geht so weit, dass diese Messen ihren übernatürlichen Charakter, das 'Geheimnis des Glaubens', verlieren können, so dass sie nur mehr Akte einer natürlichen Religion sind.

Hat nicht der Papst das Recht, einen neuen Messritus einzuführen, und ist man nicht verpflichtet, einen solchen Ritus dann anzunehmen?

Dem Papst als dem Nachfolger Petri ist nach den Worten des I. Vatikanischen Konzils der Heilige Geist nicht dazu verheißen, etwa Neues zu verkünden, sondern dazu, "mit Seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung, d.h. das überlieferte Glaubensgut heilig zu bewahren und getreulich auszulegen".

Das gilt auch für die Heilige Messe. Der Papst hat nicht das Recht, nach eigenem Gutdünken eine neue Messe zu kreieren und der Kirche aufzuerlegen. Er hat auch nicht das Recht, eine von einem seiner Vorgänger kanonisierte Messe wie die des heiligen Papstes Pius V. abzuschaffen oder zu verbieten. Da ein solches Recht nicht existiert, besteht auch keine Verpflichtung, sich zu unterwerfen.

Wie steht die Priesterbruderschaft zum Papst?

Die Bruderschaft anerkennt Papst Franziskus als rechtmäßigen Oberhirten der katholischen Kirche! Sie betet daher für ihn, namentlich erwähnen alle Priester der FSSPX seinen Namen in jeder heiligen Messe im Canon.

Aber ist die Priesterbruderschaft nicht exkommuniziert?

Nein. Das Exkommunikationsdekret von 1988, das wegen der Bischofsweihen verhängt wurde, hat Papst Benedikt XVI. am 21. Januar 2009 zurückgenommen. Aufhebung des Exkommunikationsdekretes


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