Über die Audienz bei Paul VI. und „Ereignisse ...“ (Ecône, 1976) PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 18. September 1976 um 01:00 Uhr

Ansprache von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
am 18. September 1976 in Ecône
an seine Seminaristen über die Audienz bei Paul VI. und
„einige Ereignisse von Juli bis September 1976”
(Über die Audienz bei Paul VI. und „Ereignisse ...“)

Meine lieben Freunde!

Hoffentlich lenkt Sie diese erste Unterweisung, dieser erste Vortrag, nicht zu sehr von Ihren Exerzitien ab. Ich werde zu Ihnen über die Ereignisse der letzten zweieinhalb Monate, seit der Priesterweihen am 29. Juni 1976, sprechen. Ich glaube, es ist für Sie sehr nützlich, darüber informiert zu werden, um im Bilde zu sein.
Sie haben gehört, daß nach dieser Priesterweihe noch weitere Briefe aus Rom angekommen sind. In diesen Briefen wird von mir verlangt, ehrenvoll Abbitte zu leisten und die von mir vorgenommenen Priesterweihen zu bereuen. Als Antwort auf diese Zusendung der Heiligen Kongregation für die Bischöfe, richtete ich einen Brief an den Heiligen Vater. In diesem Schreiben erklärte ich ihm, daß ich nicht dazu in der Lage bin, an diesem Zerstörungswerk mitzuarbeiten, das derzeit in der Kirche unternommen wird. Im Namen der mit uns gleichgesinnten Katholiken flehte ich ihn an, uns das öffentliche Recht der Kirche zurückzugeben. Ich bat ihn, mit Hilfe dieses öffentlichen Rechts der Kirche, uns die Königsherrschaft Unseres Herrn Jesus Christus über die Gesellschaft und die Bibel aller Zeiten, insbesondere in der Übersetzung der Vulgata, die in der Kirche immer in Ehren gehalten wurde, zurückzugeben. Weiterhin bat ich ihn um die Rückgabe des Kultes, den die lateinische Kirche die Jahrhunderte hindurch verwendet hat, durch das er den dogmatischen und hierarchischen Charakter erhält, dessen wir bedürfen. Gerade für unseren Kult besteht die Gefahr, durch die neue Liturgie erschüttert zu werden. Schließlich bat ich ihn um die Rückgabe des Katechismus, der dem Konzil von Trient entspricht. Ich mußte darauf bestehen, dem Heiligen Vater die Wahrheit zu sagen, damit er unsere Haltung verstehen kann. In diesem Sinn könnten wir die Kirche wieder aufbauen. Genau das geschieht in Ecône. Wir hoffen, daß er uns versteht.
Dieser Brief wurde offensichtlich wieder einmal schlecht aufgenommen. Es sah wirklich so aus, als wollte ich ihm Direktiven geben. Die Antwort darauf war die Suspension a divinis, gezeichnet vom Sekretär der Heiligen Kongregation für die Bischöfe, jedoch nicht vom Kardinal-Präfekten oder vom Heiligen Vater selbst.
Danach hielt ich diese Angelegenheit für abgeschlossen. Daher vermutete ich, daß wir monatelang in dieser Haltung verbleiben würden. Ich bin wirklich überzeugt, daß ich dem Heiligen Vater alles gesagt habe, was ich ihm zu sagen hatte. Ich hätte ihm nichts anderes sagen können. Für mich schien das mein letzter Brief zu sein. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß ich ihm noch irgendetwas anderes hätte mitteilen können. Was hätte ich ihm wirklich noch sagen sollen? Bewahren Sie die Lehre, bewahren Sie dadurch auch den Kult, bewahren Sie die Bücher, die uns diese Lehre bringen. Ich weiß nicht, was ich anderes sagen soll. Angesichts der Zerstörung der Lehre und des Glaubens in der Kirche weiß ich wirklich nichts weiteres zu sagen.
Etwas später erhielt ich allerdings einen Brief vom Heiligen Vater. Er verlangte von mir, meine Haltung aufzugeben und mich zu ändern. Kurz gesagt, er wollte, daß ich meine Opposition gegen das Konzil nicht mehr aufrechterhalte, das von allen Bischöfen angenommen und von ihm selbst genehmigt wurde. Auf diesen Brief habe ich nicht mehr geantwortet.
Unterdessen wurde jedoch durch die Presse, den Rundfunk und das Fernsehen die viel besprochene Messe von Lille hochgespielt. Den ganzen Tag über erhielten wir Anrufe durch die Zeitungen, das Fernsehen und den Rundfunk. Ich weiß nicht, wie die gute Mutter Agnes hunderte von Telefonanrufen täglich überleben konnte: „Geht Mgr. Lefebvre nach Lille?” „Was wird er dort machen?” „Wird er dort das Wort ergreifen?” „Wissen Sie schon, was er sagen wird?” „Kann er uns empfangen?” Es waren also die Medien, die diese Angelegenheit hochgespielt hatten. Acht Tage lang erhielt ich Schreiben aus Lille mit den Mitteilungen, daß der Saal gewechselt wurde, da das Echo derartig groß sei. Der erste Saal faßte 150 Personen, der zweite 300, der dritte 1.000. Schließlich wurde der größte Saal genommen, der 10.000 Personen fassen sollte. Ich persönlich habe acht Tage lang auf diese Schreiben antworten lassen: „Ich werde nicht nach Lille kommen. Die Medien haben diese Geschichte, diese Herausforderung, lanciert. ‚Monseigneur Lefebvre fordert den Vatikan heraus!’ Ich komme nicht!“
Sie wußten nicht, was sie machen sollten. Wird Monseigneur Lefebvre nach Lille gehen, oder nicht? Ich sagte: „Vielleicht wird die Versammlung stattfinden.“ Unterdessen schrieb ich nach Lille: „Bleiben Sie ruhig! Geben Sie acht! Ich selbst ziehe es vor zu versuchen, so viele Menschen wie möglich von dieser Versammlung fernzuhalten.“ Herr Saclier de la Batie, der Präsident der „Vereinigung St. Pius V. von Frankreich“, suchte mich auf. Er wollte wissen, wie er sich Verhalten sollte. Sollte er Menschen zu dieser Versammlung schicken, oder nicht? Ich sagte zu ihm: „Nein, schicken Sie niemanden hin. Telefonieren Sie mit allen und sagen sie ihnen, sie sollen nicht kommen. Ich lege keinen Wert darauf, aus dieser Messe eine Demonstration zu machen. Im Gegenteil, ich wurde von dieser Gruppe aus Lille eingeladen, wie ich auch von anderen eingeladen werde. Wenn es 300 Personen sind, dann sind es eben 300 Personen. Mehr nicht. Das ist ausreichend.“
Danach ließ ich das Gerücht verbreiten, daß ich vielleicht von einem jungen Priester vertreten werde, der anstatt meiner Person kommen wird. Rundfunk und Fernsehen bemühten sich daraufhin mit fieberhafter Anstrengung in Erfahrung zu bringen, was sich jetzt abspielen wird. Vor allem wollten sie wissen, was ich machen werde. Völlig willkürlich und auf eigene Faust hatten sie lanciert, daß ich in die Bretagne, nach Dinan, gehen werde. Ich hatte niemals die Absicht, dorthin zu gehen. Ich wußte nicht einmal, daß dort eine Versammlung abgehalten werden soll. Dies habe ich erst viel später erfahren. Die Meldung war absolut aus der Luft gegriffen. Die Presse ist immer um die Sensation und das Außerordentliche bemüht. Sie hat diese „Herausforderung“ völlig frei erfunden. Auf der anderen Seite denke ich, daß dahinter vermutlich Personen stehen, die die Absicht haben, den Heiligen Stuhl zu provozieren, um eine Exkommunikation zu erreichen. Theoretisch hätte ich nach meiner Suspension keine Messe mehr lesen dürfen, daher auch nicht diese Messe. Sie wollten glauben machen, daß dies vielleicht die erste Messe wäre, die ich nach meiner Suspension lesen würde. Das alles hat natürlich nur dazu geführt, die Schwierigkeiten noch um einiges zu vergrößern.
Aus Lille und ganz Europa, Belgien, Deutschland, Holland, England, erhielt ich Briefe mit dem Wortlaut: „Wir werden kommen!“ Ich mußte also feststellen, daß es mir auf keinen Fall gelingen würde, die Menschen daran zu hindern, nach Lille zu kommen. Acht Tage bevor die Versammlung stattfinden sollte, habe ich Herrn Saclier de la Batie und Freunden telefonisch mitteilen lassen: „Kommen Sie, wenn Sie wollen. Ich sehe, daß es mir nicht gelingen wird, die Menschen daran zu hindern, nach Lille zu kommen. Da ich daran also nichts ändern kann, werde ich kommen. Dabei bleibt es. Außerdem hatte ich schon von vorneherein beschlossen, zu dieser Messe zu kommen. Also werde ich, trotz allem, kommen.“ Vielleicht hätte sich die Zahl der Menschen noch etwas verringert. Es hätte sich jedoch nur um eine geringe Anzahl gehandelt.
Die Zeremonie von Lille wurde offenkundig mit großer Begeisterung gefeiert. Sie war wirklich sehr schön. Die gemeinsamen Gesänge waren sehr ergreifend. Als ich jedoch in meiner Predigt von der auf dem Konzil begründeten Verbindung der Kirche mit der Revolution sprach, und dies dazu noch bewiesen habe, fühlte sich die Presse offensichtlich provoziert und vor den Kopf gestoßen. Meine Predigt wurde als politische Rede bezeichnet. Man erklärte, ich würde „Politik betreiben“. Tatsächlich hatte ich erklärt, daß aus dieser Verbindung offenkundig „Bastard-Priester, eine „Bastard-Messe“ und eine „Bastard-Liturgie“ hervorgegangen sind. Außerdem hatte ich über den Ökumenismus, den Kommunismus und über die Beseitigung des Königtums Unseres Herrn Jesus Christus in der Gesellschaft gesprochen.
Es ist heute offensichtlich nicht mehr möglich, gegen den Kommunismus zu sein und über die Beseitigung des Königtums Unseres Herrn Jesus Christus über die Gesellschaft zu sprechen. Sofort wird man beschuldigt, „politisch“ zu sein. Unglückseligerweise hatte ich Argentinien als Beispiel angeführt. Danach war das Maß voll! Als Beispiel wollte ich lediglich ein Land nennen, das zu seinen christlichen Grundsätzen des Königtums Unseres Herrn Jesus Christus über die Gesellschaft zurückgekehrt ist. Sofort waren die Ordnung, der Friede und etwas Gerechtigkeit wiederhergestellt. Die Menschen fanden wieder Arbeit und konnten wieder in Sicherheit leben. Zwei Monate vorher waren Entführung, Mord, Plünderungen und Aufruhr an der Tagesordnung. Es floß Blut. Die Anarchie war über das ganze Land ausgebreitet und die Wirtschaft war auf dem tiefsten Stand. Typische Beispiele, die im Kontrast zu den Wohltaten der christlichen Grundsätze und zum Königtum Unseres Herrn Jesus Christus über die Gesellschaft stehen. Was hatte ich also gesagt? Ich hätte ebenso Chile als Beispiel nehmen können. Das wäre allerdings noch schlechter gewesen. Ich wäre sofort verfolgt worden!
Tatsächlich wurde zunächst überall täglich über diese Rede gesprochen. Ich wurde buchstäblich von einer Meute Presse- und Fernsehleuten verfolgt. In Brüssel hatte ich keinen Augenblick für mich. Man hatte versucht, die Menschen aus der Tür hinauszudrängen, durch das Fenster kamen sie wieder herein. Es war unerträglich! Unsere Telefonisten waren zermürbt und sagten schließlich: „Gut, wir werden Monseigneur Lefebvre bitten.“ Wir hatten etwas nachgegeben. Schließlich sind sie gekommen. Sie standen vor der Tür. Was sollten wir machen? Wir haben sie dann eben empfangen.
Dieser Krieg ermüdete mich körperlich. Ich dachte daran, die bereits geplanten Besuche in Holland abzusagen. Außerdem hatte ich erfahren, daß die Kapelle, die ich besuchen sollte, von einer Person geleitet wird, die Visionen hat und behauptet, Bilder mit dem Blut Unseres Herrn zu besitzen. Ich sagte zu mir: „Wie gütig ist die Vorsehung! Ich bin müde. Ich werde nicht dorthin gehen.“ Daraufhin sind wir nach Besançon gegangen.
Dort erwartete uns die gleiche Situation. Die Presse und das Fernsehen verfolgten uns auf Schritt und Tritt. Sie erwarteten eine weitere ähnliche Predigt, wie ich sie in Lille gehalten hatte. Eigentlich erhofften sie sich eine solche Predigt. Ich hütete mich davor, diesen Erwartungen zu entsprechen. Im Gegenteil, ich hatte überhaupt nicht die Absicht, eine derartige Predigt zu halten. Da es sich um die Primizmesse von P. Patrick handelte, sprach ich natürlich über das Priestertum. Ich hatte daher überhaupt keine Gelegenheit, eine Predigt zu halten, die ihnen die Möglichkeit gegeben hätte, diese als „politische Rede“ zu betiteln. Die Journalisten verzeichneten daher: „Der Ton hat sich gemäßigt!“
An diesem Ort besuchte mich ein Priester. Man sagte mir: „Ein Priester aus Rom möchte Sie sehen. Er hat Ihnen etwas Wichtiges zu sagen.“ Ich antwortete, daß ich ihn nach der Messe für einige Minuten empfangen könnte. Dieser Priester teilte mir mit, daß er vom Erzbischof von Chieti entsandt wurde, und daß der Heilige Vater mit Sicherheit bereit wäre, mich zu empfangen. Ich antwortete dem Pater: „Sie werden mich eine Reise nach Rom machen lassen, die nichts einbringen wird. Ich halte nichts davon, jetzt nach Rom zu fahren. Zunächst werde ich nach Fanjeaux gehen, um an einer Zusammenkunft der Bruderschaft teilzunehmen. Erst danach kann ich nach Rom fahren. Jetzt geht es wirklich nicht. Auf jeden Fall wird dieser Besuch die gleichen Ergebnisse bringen. Sie werden mich unter den Bedingungen empfangen, das Konzil und die Reformen anzunehmen.“ „Nein“, sagte der Priester zu mir, „es hat sich etwas geändert. Ich versichere Ihnen, es herrscht jetzt nicht mehr die gleiche Situation, wie noch vor einem Monat. Es hat sich etwas geändert. Der Heilige Vater wird Sie empfangen. Das ist sicher. Der Erzbischof von Chieti wird Sie zum Heiligen Vater führen.“
Ich vertraute mich also dem Erzbischof von Chieti an und sagte zu mir: Vielleicht ist er ein persönlicher Freund des Heiligen Vaters. Es besteht die Möglichkeit, daß der Heilige Vater ihn vertraulich gebeten hat, mich nach Rom zu bringen, um mit mir zu sprechen. Das könnte schließlich sein. So beschloss ich, gleich nach dem Besuch in Fanjeaux, achtundvierzig Stunden in Rom zu verbringen. Ich wollte sehen, ob diese Angelegenheit durchführbar ist, oder nicht. In wirklich war ich der Überzeugung, daß ein Treffen nicht zustande kommen wird, und auch nicht zustande kommen kann.
Am Donnerstag kamen wir in Albano an. Am Freitag morgen traf ich mich mit diesem Pater in Rom. Er sagte zu mir: „Könnten Sie ein paar Worte schreiben, um eine Audienz zu erbitten. Nur ein kurzes Wort an den Heiligen Vater. Ich werde diese Zeilen zu ihm nach Castelgandolfo bringen.“ Ich schrieb ein paar kurze Zeilen:
„Heiliger Vater!
Mögen Eure Heiligkeit geruhen, die Versicherung meiner respektvollen Verehrung entgegenzunehmen. Wenn gewisse Ausdrucksweisen in meinen Worten oder Schriften Eurer Heiligkeit mißfallen haben, so bedaure ich das lebhaft. Ich würde mich jedenfalls sehr glücklich schätzen, Sie treffen zu können, und eine Audienz von Ihnen zu erhalten.” Dann folgte meine Unterschrift.
Der Pater hat dieses Schriftstück nicht einmal gelesen. Er steckte es in einen Briefumschlag, verschloss diesen und schrieb die übliche Formel für den Heiligen Vater darauf. Dann sind wir nach Castelgandolfo gefahren.
Dort spielte sich alles ganz anders ab, als es die Zeitungen berichteten. Gerade heute konnte man einen Artikel in „Le Monde“ lesen. Die Presse berichtet ganz falsche Geschichten. Es wurde berichtet, daß ich mit dem Pater versucht hätte, Erzbischof Macchi zu treffen, der gerade mit dem Heiligen Vater im Garten von Castelgandolfo promenierte. Ich hätte den Heiligen Vater gar nicht gesehen. Richtig ist, daß der Pater, Don Domenico Labellarte, nach Castelgandolfo gegangen ist, und mir dann berichtete, er hätte Erzbischof Macchi angetroffen. Wir setzten uns an einen Tisch im Kaffeehaus gegenüber dem Palais Castelgandolfo und warteten, da er zu uns gesagt hatte: „Ich gehe und werde Ihnen vielleicht sofort die Antwort geben können.“ Er kam mit der Nachricht zurück: „Ich kann Ihnen die Antwort nicht sofort geben.“ Erzbischof Macchi war tatsächlich in den Gärten von Castelgandolfo unterwegs und begleitete den Heiligen Vater. P. Domenico sagte daher zu mir, daß er mich am Abend zwischen sechs Uhr und sieben Uhr anrufen würde.
Mit dem Pater kehrten wir nach Albano zurück und nahmen unsere Mahlzeit ein. Herr Pedroni hatte ihn danach wieder nach Castelgandolfo zurückgeführt. Dort hatte er vermutlich Erzbischof Macchi getroffen. Er rief in Albano an: „Ihre Audienz wird morgen um halb elf Uhr stattfinden.“ Ich muß gestehen, daß ich etwas verblüfft war. So schnell und fast ohne Vorbereitung! Am nächsten Tag, am Samstag, um viertel nach zehn Uhr, begaben wir uns nach Castelgandolfo. Es sah so aus, als ob die hll. Engel alle Angestellten des Vatikans verjagt hätten. Als ich eintrat waren nur am Eingang zwei Schweizer Gardisten. Dann traf ich Erzbischof Maggi, nicht Erzbischof Macchi. Die beiden haben fast dieselben Namen. Erzbischof Maggi, der Kanadier, begleitete mich zum Lift. Dort war nur der Liftboy, sonst niemand. Wir drei fuhren in den ersten Stock hinauf. Dort durchschritt ich alle Säle, begleitet von Erzbischof Maggi. Es waren mindestens sechs oder sieben Säle, bevor wir das Arbeitszimmer des Heiligen Vaters erreichten. Keine Seele war weit und breit zu sehen. Zu Zeiten der Päpste Pius XI., Pius XII., Johannes XXIII., selbst bei Paul VI. war ich oft bei Privataudienzen zu Gast. Gewöhnlich waren mindestens ein Schweizer Gardist, mindestens ein Gendarm, immer einige Personen, ein Geheimkämmerer und ein Monsignore anwesend. Sie waren anwesend, wenn auch nur aus dem Grund, um nach dem Rechten zu sehen oder um Zwischenfälle zu vermeiden. Jetzt waren diese Säle leer, völlig leer!
Ich ging zum Arbeitszimmer des Heiligen Vaters. Dort traf ich ihn an. Neben ihm befand sich Erzbischof Benelli. Zuerst grüßte ich den Heiligen Vater, dann Erzbischof Benelli. Wir setzten uns und die Audienz begann.
Zu Beginn war der Heilige Vater eher erregt, man kann fast sagen, auf eine gewisse Weise etwas heftig. Man konnte ihm ansehen, daß er bei dem Gedanken, was wir vollbringen, tief verletzt und gereizt war. Er sagte zu mir: „Sie verurteilen mich! Ich bin Modernist! Ich bin Protestant! Das ist unzulässig! Sie führen eine üble Sache! Sie dürfen das nicht fortsetzen! Sie verursachen einen Skandal in der Kirche …!“ etc. Diese Sätze hatte er mit erheblicher Erregung gesprochen. Ich schwieg. Dann sagte er zu mir: „Sprechen Sie jetzt, sprechen Sie. Was haben Sie zu sagen?“
Ich sagte zu ihm: „Ich komme nicht als Anführer der Traditionalisten. Sie haben zu mir gesagt, ich sei der Anführer der Traditionalisten. Ich leugne absolut, der Anführer der Traditionalisten zu sein. Ich bin nur ein Katholik, ein Priester, ein Bischof, unter Millionen von Katholiken, unter Tausenden von Priestern und zweifellos auch unter anderen Bischöfen. In unserem Gewissen, in unserem Geist und in unserem Herzen sind wir zerrissen und hin- und hergerissen. Einerseits haben wir den Wunsch, Ihnen ganz unterworfen zu sein und Ihnen in allem zu folgen, ohne den geringsten Vorbehalt gegenüber Ihrer Person. Andererseits stellen wir jedoch fest, daß die neue Richtung, die der Heilige Stuhl seit dem Konzil vertritt, uns von Ihren Vorgängern entfernt. Was sollen wir tun? Wir befinden uns in der Situation, daß wir uns entweder Ihren Vorgängern anschließen, oder wir schließen uns Ihrer Person an, dann müßten wir uns von Ihren Vorgängern trennen. Für die Katholiken bedeutet das eine unwahrscheinliche Zerrissenheit und eine unfaßbare Situation. Diese Situation habe nicht ich hervorgerufen. Ich habe diese Bewegung auch nicht ins Leben gerufen. Es ist ein Gefühl, das aus den Herzen von Millionen Gläubigen entspringt, die ich gar nicht kenne. Ich weiß nicht, wie viele es sind. Diese Katholiken sind auf der ganzen Welt verstreut, überall. Alle sind beunruhigt über die Zerrüttung, die seit zehn Jahren in der Kirche festzustellen ist, und über die Ruinen, die sich in der Kirche immer weiter ausbreiten. Ich kann Ihnen einige Beispiele nennen. Bei den Menschen gibt es eine grundlegende innerliche Haltung, die bewirkt, daß sie diese Haltung jetzt nicht mehr ändern werden. Sie werden ihre Haltung gerade deshalb nicht mehr ändern, weil sie ihre Wahl getroffen haben. Sie haben sich für die Tradition und für die Menschen entschieden, die die Tradition aufrechterhalten. Betrachten Sie das Beispiel der Ordensfrauen, die ich vor zwei Tagen gesehen habe. Gute Ordensfrauen, die ihr Ordensleben bewahren wollten. Sie unterrichten die Kinder, wie es die Eltern wollen. Viele Eltern bringen ihre Kinder zu diesen Ordensfrauen, weil sie wissen, daß dort ihre Kinder eine katholische Erziehung erhalten werden. Diese Ordensfrauen wollen ihr Ordenskleid beibehalten. Nur weil sie das Gebet und den Katechismus aller Zeiten beibehalten wollen, werden sie exkommuniziert. Ihre Generaloberin wurde abgesetzt. Der Bischof besuchte diese Ordensfrauen fünfmal und hat von ihnen verlangt, ihr Ordenskleid abzulegen, weil sie in den Laienstand zurückversetzt werden. Die Menschen, die das sehen müssen, verstehen das nicht mehr. Gleichzeitig werden Ordensfrauen, die ihr Ordenskleid ablegen, alle Eitelkeiten der Welt annehmen, keine Ordensregel mehr beobachten und nicht mehr beten, offiziell von den Episkopaten anerkannt. Niemand macht ihnen den geringsten Vorwurf. Die Menschen auf der Straße, die armen Christen, die diese Vorgänge mit ansehen müssen, können das nicht hinnehmen.
Bei den Priestern verhält es sich ebenso. Die guten Priester, die ihre Messe korrekt lesen, beten, im Beichtstuhl sitzen, die wahre Lehre predigen, Kranke besuchen, ihre Soutane tragen und für ihr Volk noch geliebte Priester sind, werden wie schändliche Verbrecher auf die Straße gesetzt und sozusagen exkommuniziert. Gerade weil diese Priester die Messe aller Zeiten, die Messe ihrer Priesterweihe, und den Katechismus aller Zeiten bewahren, widerfährt ihnen eine derartige Behandlung. Priester hingegen, die in die Fabriken gehen, nicht mehr das priesterliche Kleid tragen, so daß man nicht mehr weiß, was oder wer sie sind, und die Revolution predigen, werden offiziell anerkannt. Niemand sagt etwas dagegen.
Bei mir findet man die gleiche Situation. Ich versuche, gute Priester auszubilden, wie sie immer ausgebildet wurden. Es kommen viele Berufungen zu uns. Diese jungen Menschen werden von der Bevölkerung bewundert. Überall, wo diese jungen Menschen gesehen werden, in den Zügen oder in der Untergrundbahn, werden sie gegrüßt. Sie werden für ihr Kleid und ihre Haltung beglückwünscht. Ich werde dafür a divinis suspendiert! Zu Bischöfen, die keine Seminaristen, junge Priester oder Seminare mehr haben und keine guten Priester mehr ausbilden, wird nichts gesagt! Sie werden verstehen, daß der einfache verlassene Christ das eindeutig erkennt. Daher hat er sich entschieden. Er wird sich nicht mehr rühren. Es ist unerträglich!“
„Das ist nicht wahr! Sie bilden keine guten Priester aus!“ wurde mir daraufhin gesagt. „Sie lassen einen Eid gegen den Papst schwören!“
„Ich soll einen Eid gegen den Papst schwören lassen? Im Gegenteil, ich versuche ihnen die Ehrfurcht vor dem Papst, dem Nachfolger Petri, beizubringen. Wir beten für Sie. Wir beten für den Heiligen Vater. Sie werden mir nie diesen Eid zeigen können, den sie gegen den Papst ablegen! Können Sie mir eine Kopie davon geben?“
Die Berichterstatter des Vatikans veröffentlichten in der heutigen Zeitung ein Dementi und eine Erklärung des Vatikans. Es sei nicht wahr, daß der Heilige Vater diese Worte zu mir gesagt hatte! Der Heilige Vater hätte nicht gesagt, daß ich meine Seminaristen und jungen Priester einen Eid gegen den Papst schwören lasse. Hätte ich diese Aussage erfinden sollen? Unvorstellbar! Jetzt wird diese Aussage dementiert. „Der Heilige Vater hat das nicht gesagt!“ Unerhört! Natürlich besitze ich keine Bandaufnahme. Ich habe das ganze Gespräch auch nicht niedergeschrieben. Daher halte ich auch keinen konkreten Beweis für das Gegenteil in meinen Händen. Nur meine Reaktion auf diese Behauptung des Heiligen Vaters kann ich nicht vergessen. Ich sehe noch genau meine Geste vor mir: „Wie ist das möglich, Heiliger Vater, daß Sie eine derartige Behauptung mir gegenüber aussprechen?! Können Sie mir die Kopie dieses Eides zeigen?“ Jetzt wird vom Vatikan erklärt, daß diese Behauptung nicht wahr ist. Unerhört!
Außerdem sagte der Heilige Vater zu mir: „Nicht wahr, Sie verurteilen mich?“ Ich hatte den Eindruck, daß er dies auf seine Person bezog und sich persönlich verletzt fühlte. „Sie verurteilen mich! Was soll ich tun? Soll ich demissionieren? Werden Sie dann an meinen Platz treten?“ Ich habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt: „Heiliger Vater, sagen Sie so etwas nicht! Nein!“
Dann sagte ich zu ihm: „Heiliger Vater, wenn Sie es erlauben, rede ich weiter. Sie haben die Lösung des Problems in der Hand. Sagen Sie den Bischöfen nur diese Worte: ‚Empfangen Sie die Gruppen der Traditionalisten, die das Gebet, die Sakramente und den Katechismus aller Zeiten bewahren wollen, brüderlich, verständnisvoll und mit Liebe. Nehmen Sie diese Gruppen auf. Geben Sie ihnen Orte für den Kult. Einigen Sie sich mit ihnen, so daß sie beten und mit ihnen und mit ihrem Bischof innerlich verbunden bleiben können.’ Richten Sie nur diese Worte an die Bischöfe, dann könnte alles in Ordnung kommen. Augenblicklich wären alle Probleme aus dem Weg geräumt. Alle diese Angelegenheiten würden in Ordnung kommen. Für mich und mein Seminar würde es keine Schwierigkeiten mehr bereiten, die Bischöfe aufzusuchen und sie zu bitten, die Niederlassung meiner Priester in ihrer Diözese zu erlauben. Alles würde sich normal regeln. Gerne würde ich mit einer Kommission in Beziehung treten, die Sie aus der Heiligen Kongregation für die Ordensleute ernennen könnten. Sie könnten in unser Seminar kommen. Natürlich werden und wollen wir auch weiterhin unsere Erfahrungen mit der Tradition machen. Ich möchte durchaus wieder mit dem Heiligen Stuhl und den Heiligen Kongregationen in normale und offizielle Beziehungen treten. Ich wünsche mir nichts mehr als das.“ Daraufhin sagte der Heilige Vater zu mir: „Ich muß darüber nachdenken und beten. Ich muß das Konsistorium und die Kurie befragen. Ich kann Ihnen keine Antwort geben. Wir werden sehen.“
Dann sagte er zu mir: „Wir werden gemeinsam beten“. „Sehr gerne, Heiliger Vater“, sagte ich. Wir beteten laut das Vaterunser, das „Veni Sancte Spiritus“ und das Ave Maria. Dann führte er mich sehr liebenswürdig, jedoch etwas schwerfällig hinaus. Er ging mühsam, die Beine ein wenig nachziehend.
Im Saal nebenan wartete er, bis Don Domenico mich abholte. Er ließ Don Domenico eine kleine Medaille geben. Dann trennten wir uns. Erzbischof Benelli schwieg die ganze Zeit. Wie ein Sekretär hatte er während unserer Unterredung geschrieben. Ich fühlte mich nicht im Mindesten durch ihn gestört. Er war einfach nicht gegenwärtig. Ich glaube, auch der Heilige Vater fühlte sich durch ihn nicht gestört. Er war einfach nur schweigend anwesend.
Gegenüber dem Heiligen Vater hatte ich zweimal wiederholt, daß die Lösung des Problems in seiner Hand liegt. Auch er hatte seine Zufriedenheit über die Möglichkeit dieser Unterredung geäußert. Ich versicherte ihm, daß ich ihm immer zur Verfügung stehen würde. Dann sind wir gegangen.
Seit diesem Zeitpunkt werden in den Zeitungen die phantastischsten Erfindungen veröffentlicht. Ich hätte alles akzeptiert und mich unterworfen. Dann wurde wieder das Gegenteil behauptet. Ich hätte nichts akzeptiert und nicht nachgegeben. Jetzt wird praktisch behauptet, ich hätte gelogen und Dinge erfunden, die ich mit dem Heiligen Vater besprochen hätte. Man erhält den Eindruck, als ob alle darauf wütend wären, daß diese Audienz stattgefunden hat, ohne daß sie vorgesehen war und auf dem üblichen Weg zustande kam. Jetzt wird mit allen Mitteln versucht, diese Audienz in Verruf zu bringen, und darüberhinaus mich zu verleumden. Offensichtlich wird befürchtet, daß mir diese Audienz wieder Sympathien bei vielen Menschen einbringen könnte, die sich sagen: Wenn Erzbischof Lefebvre jetzt den Heiligen Vater besucht hat, wird es keine Probleme mehr geben. Er steht mit dem Heiligen Vater wieder „auf gutem Fuß“. Tatsächlich waren wir nie gegen den Heiligen Vater eingestellt. Wir haben uns immer gewünscht, im Einverständnis mit ihm zu leben.
Ich habe ihm übrigens gerade wieder geschrieben. Kardinal Thiandoum bestand darauf, ein paar Zeilen von mir zu erhalten, die er dem Heiligen Vater bringen könnte. Ich sagte zu ihm: „Gut, ich werde einen kurzen Brief an den Heiligen Vater schreiben, obwohl ich der Meinung bin, daß das nur zu einer nie endenden Korrespondenz führen kann. Gerne werde ich dem Heiligen danken, daß er mir diese Audienz gewährt hat.“ Das habe ich auch getan. Ich habe mich beim Heiligen Vater bedankt.
Im Laufe der Unterredung sagte der Heilige Vater zu mir: „Wir haben also wenigstens einen gemeinsamen Wunsch. Wir wünschen uns beide, alle heute in der Kirche bestehenden Mißbräuche abzustellen und der Kirche ihr wahres Antlitz wiederzugeben, etc. … .“ Ich antwortete ihm: „Ja, durchaus!“ Ich schrieb ihm daher, daß ich vollkommen dazu bereit wäre, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich verwies auf die Worte, die er während der Audienz gesagt hatte, daß wir wenigstens ein gemeinsames Interesse hätten, und zwar der Kirche ihr wahres Antlitz zurückzugeben und alle Mißbräuche in der Kirche abzustellen. Ich versicherte ihm meine Bereitschaft, unter seinem Befehl in dieser Richtung mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich denke, daß ich ihm in dieser Hinsicht nichts zugestanden habe, was mich zu sehr binden könnte. Gerade das ist auch unser Werk, der Kirche ihr wahres Antlitz wiedergeben. Damit wird sich für uns nicht ändern, nicht das geringste. Sehr wichtig war die weltweite öffentliche Meinung, die sich nach allen diesen Ereignissen gezeigt hat. Dadurch wurde bewirkt, daß der Heilige Stuhl gegenüber diesen Erschütterungen nicht gleichgültig bleiben konnte. Er mußte sehen, daß doch sehr viele gegen diese Änderungen wahrhaft aufgebracht waren, viel mehr, als er vermutlich gedacht hatte. So wurde offenbar, was sich viele Herzen im stillen dachten, jedoch nicht laut auszusprechen wagten. Zukünftig werden sie es wagen. Sie wissen, daß sie nicht mehr alleine sind.
Auf der anderen Seite glaube ich, daß es sich bei der Intervention der französischen Regierung um keinen zu vernachlässigenden Faktor handelte. Mit dieser Intervention habe ich absolut nichts zu tun. Ich habe keinen einzigen Vertreter der französischen Regierung besucht. Wenn sie mir schreiben und mich besuchen, dann bin ich nicht zu ihnen gekommen. Jedenfalls habe ich den Eindruck, daß die französische Regierung im Bezug auf die Wahlen im März des kommenden Jahres etwas beunruhigt war. Sie hat sich eindeutig nur davon leiten lassen. Was für den Heiligen Stuhl die öffentliche Meinung bedeutete, bedeuteten für die französische Regierung die Wahlen. Giscard d'Estaing wurde nur mit wenigen Mehrstimmen gewählt. Könnte es sein, daß die traditionalistischen Katholiken damit ihrem Ärger Luft machen wollten, weil man sich nicht mit ihnen befaßte? Die Regierung will sich nicht mit ihnen befassen. Daher erklären die Katholiken: Gut, dann werden wir euch nicht wählen. Das bedeutet den Sturz. Eine ganz einfache Rechnung. Die französische Regierung war also beunruhigt. Ich glaube, daß dies der Grund war, warum sie beim Heiligen Stuhl interveniert haben. Ich weiß nicht ob es wahr ist. Ich glaube, Don Domenico hatte es mir gesagt. Allerdings kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Der Heilige Vater wurde von der französischen Regierung oder von der französischen Botschaft angerufen. Man wollte ihn bitten und auf ihn einwirken, mich mit Verständnis und Güte zu empfangen. Das wäre möglich. Es wäre aber auch möglich, daß vielleicht die französische Regierung Druck auf den Heiligen Stuhl ausgeübt und gesagt hat: „Wenn es Ihnen nicht gelingt, eine Lösung für dieses Problem zu finden, werden wir es versuchen.“ Wie hätte die französische Regierung eine Lösung finden können? Ganz einfach, indem sie den Traditionalisten hilft. Es gibt eine Vielzahl von leerstehenden Kirchen, die der Regierung gehören. Diese Kirchen werden von niemandem mehr besucht. Der Regierung würde es nicht schwerfallen, den Bürgermeistern der Gemeinden ein Rundschreiben zu senden und darin zu erklären: „Überall, wo Kirchen frei sind, die praktisch niemand mehr besucht, und sich in der Nähe Gruppen von Traditionalisten befinden, können diese Kirchen den Traditionalisten zur Verfügung gestellt werden.“ Eine einfache Angelegenheit! Sie werden verstehen, daß dies dem Heiligen Vater zu denken gibt. Dieses Vorgehen würde einer offiziellen Anerkennung der Traditionalisten in Frankreich gleichkommen. Das hätte schwerwiegende Folgen. Als die französische Regierung bei der Trennung von Kirche und Staat, die Kirchen übernommen hatte, hatten sie dem Heiligen Stuhl gleichzeitig versprochen, daß diese Kirchen nur dem katholischen Kult dienen werden. Man kann daher sehr gut erklären: „Der katholische Kult ist der Kult, der immer angewendet wurde. Daher haben die Traditionalisten ein Recht auf diese Kirchen.“ Wenn dagegen Einspruch erhoben würde, könnte die Regierung den Progressisten leicht entgegenhalten: „Der Kult, den ihr verwendet, ist nicht katholisch. Ihr werdet die Kirchen verlassen. Wir werden sie den Katholiken geben. Die Katholiken sind notwendigerweise diejenigen, die das tun, was immer getan wurde. Bei den Katholiken kann man sicher sein, daß das, was sie tun, katholisch ist, weil sie die Religion ausüben, die während Jahrhunderten ausgeübt wurde. Eure Religion dagegen erscheint keineswegs mehr katholisch. Ihr werdet also ausziehen und ihnen die Kirchen überlassen.“ Rein rechtlich gesehen, kann die Regierung so handeln und dies auch eventuell dem Heiligen Stuhl androhen. Das könnte den Heiligen Stuhl natürlich zu einer Entscheidung zu unseren Gunsten beeinflußen. Ich bin allerdings der Meinung, daß es für den Heiligen Stuhl weitaus vorteilhafter wäre, sich an die Bischöfe und nicht an die Regierung zu wenden. Er sollte das Handeln nicht der Regierung überlassen.
Man muß das alles im Hinblick auf die Vorsehung und auf Gott betrachten, denn alles hat sich auf eine unwahrscheinliche Weise abgespielt. Vermutlich war es notwendig, daß ich verurteilt wurde. Natürlich will ich mein armseliges Opfer nicht mit dem Opfer Unseres Herrn vergleichen. Allerdings versuchen wir alle, uns Unserem Herrn und Seinem Leiden anzugleichen. „Opportebat Deum pati“ – Gott mußte leiden. Er mußte gekreuzigt werden. Die vom Heiligen Stuhl über mich verhängten Strafen waren für mich sehr schmerzlich und bedrückend. Ich glaube jedoch, daß dieser Schmerz vielleicht ein bißchen Ähnlichkeit mit dem Opfer Unseres Herrn hat. Es war wohl notwendig, daß ich verurteilt wurde. Damit wird dieser Skandal offenbar, der die offizielle Kirche bei der Zerstörung der Kirche und ihre Zerstörer unterstützt und diejenigen verurteilt, die sie aufbauen, bewahren und erhalten wollen. Durch meine Verurteilung wurde der Skandal so offenbar, daß er die allgemeine öffentliche Meinung auf den Plan gerufen hat. Dadurch wurde der Heilige Stuhl gezwungen, mich zu empfangen. Wie war es möglich, daß ich dort empfangen wurde, obwohl eine enorme Sperrmauer errichtet war? Ich weiß es nicht. Hat vielleicht Padre Pio eingegriffen? Der mutige Pater Domenico, der mir völlig unbekannt war und von dem ich nie reden gehört hatte, war zwanzig Jahre lang bei Padre Pio. Für ihn war es Padre Pio, der das gewirkt hat. Mir wäre es sehr recht, wenn Padre Pio dies wirklich bewirkt hätte. Diese Angelegenheit grenzte wirklich an ein kleines Wunder, daß ich zum Heiligen Vater kommen und ihm mitteilen konnte, was das gläubige Volk, zumindest ein großer Teil davon, denkt. Menschen, die der Kirche treu sind, die wahren Katholiken und wahren Gläubigen. Ich glaube, das war sehr wichtig. Jetzt hat der liebe Gott die Dinge so gelenkt. Ich glaube, auch wir müssen so fortfahren und Vertrauen haben. Mehr denn je müssen wir jetzt beten, inständig beten, damit der Heilige Vater sich trotz seiner Mitarbeiter und trotz aller, die ihn umgeben, zu dem Entschluß durchringt, die Unterschrift unter ein Rundschreiben an alle Bischöfe der Welt zu setzen, um diese unannehmbare Situation zu beenden.
Während des Gespräches mit dem Heiligen Vater hatte ich mich sogar auf den „Pluralismus“ bezogen. Ich sagte zu ihm: „Was würde es ausmachen, wenn man angesichts des heutigen Pluralismus auch den Menschen, die die Tradition bewahren wollen, zugestehen würde, sich auf die gleiche Ebene zu stellen, wie alle übrigen? Das wäre doch das mindeste, was man ihnen zugestehen könnte.“ Dazu sagte ich noch: „Ich weiß nicht, ob sie wissen, Heiliger Vater, daß es in Frankreich gegenwärtig 23 offizielle eucharistische Hochgebete gibt.“ Er hatte die Hände zum Himmel erhoben und gesagt: „Aber doch viel mehr, Monseigneur, viel mehr!“ Daraufhin bat ich ihn: „Wenn es bereits viel mehr gibt und Sie noch eines hinzufügen, kann ich mir nicht vorstellen, warum das der Kirche schaden könnte. Ist es eine Todsünde, die Tradition fortzusetzen und das zu vollbringen, was die Kirche immer vollbracht hat?“ Sie sehen, der Heilige Vater war scheinbar gut informiert.
Wir müssen jetzt beten und durchhalten. Vielleicht könnten einige unter Ihnen über diese Suspension a divinis und auch über deren Zurückweisung etwas schockiert sein. Das kann ich verstehen. Diese Zurückweisung muß man allerdings im Zusammenhang mit unserer ersten Zurückweisung sehen. Es handelt sich dabei um die Weigerung, das Urteil anzunehmen, das in Rom über uns ausgesprochen wurde. Das alles ist ein- und dieselbe Angelegenheit, immer mit den gleichen begleitenden Worten und alle miteinander zusammenhängend. Ich wüßte also nicht, warum ich diese Suspension annehmen sollte. Die Verbote, die Priesterweihen vorzunehmen, das Seminar zu schließen sowie die Aufhebung und Vernichtung der Bruderschaft, hatte ich ebenfalls nicht angenommen. Sonst hätte ich seit dem ersten Urteilsspruch und seit der ersten Verurteilung alles annehmen müssen. Ich hätte sagen müssen: „Gut, wir sind verurteilt, wir schließen das Seminar und lösen die Bruderschaft auf.“ Warum haben wir das nicht angenommen? Diese Verurteilung war gesetzwidrig. Sie beruhte weder auf der geringsten Beweisführung, noch auf irgendeinem richterlichen Urteil. Ich weiß nicht, ob Sie die Gelegenheit hatten, das Interview von Kardinal Garrone zu lesen. Er hatte gesagt: „Unsere Zusammenkunft, die drei Kardinäle mit Erzbischof Lefebvre, war kein Gericht.“ Er hatte offen ausgesprochen, was ich selbst immer wieder gesagt habe. Es war eine Unterredung. Ich bin also nie vor einem Gericht gestanden. Auch bei den Visitatoren handelte es sich um kein Gericht. Es handelte sich um eine Untersuchung, nicht um ein Urteil. Es hat also keine Gerichtsverhandlung stattgefunden und es ist kein Urteilsspruch ergangen. Es hat nichts stattgefunden. Trotzdem wurden wir auf eine solche Weise verurteilt, ohne daß wir uns verteidigen konnten. Wir hatten keine Munition und wir hielten nichts schriftliches in unseren Händen. Nein, das geht zu weit. Immerhin gibt es noch das Recht. Ich habe diese Verurteilung aus dem Grund zurückgewiesen, weil sie ungesetzlich war und ich meinen Rekurs dagegen nicht einbringen konnte. Die Art, wie sich alles abspielte, war unannehmbar. Es wurden uns keine gültigen Gründe für unsere Verurteilung genannt. Wenn man einmal dieses Urteil zurückgewiesen hat, besteht kein Grund, nicht auch die anderen Entscheidungen zurückzuweisen, weil sich diese Entscheidungen auf das erste Urteil stützen. Warum wurde mir untersagt, die Priesterweihen vorzunehmen? Die Bruderschaft war „aufgehoben“. Das Seminar hätte geschlossen werden müssen. Ich hätte also kein Recht gehabt, die Priesterweihen vorzunehmen. Das lehne ich ab, da dies auf einem falschen Urteilsspruch beruht. Warum hat man mich a divinis suspendiert? Ich hatte Priesterweihen vorgenommen, die man mir verboten hatte. Den Urteilsspruch hinsichtlich der Priesterweihen erkenne ich gerade deshalb nicht an, weil ich den vorherigen Urteilsspruch ebenfalls nicht anerkannt habe. Diese Kette von Zusammenhängen erkenne ich nicht an, weil ich das erste Motiv nicht anerkenne. Dieses Motiv hat alle diese Verurteilungen nach sich gezogen. Man kann sie nicht annehmen.
Der Heilige Vater hatte mit mir übrigens nicht über die Suspension gesprochen, auch nicht über das Seminar, um was immer es sich gehandelt hätte. Diese Themen wurden absolut ausgeklammert.
In dieser Situation befinden wir uns heute. Für Sie und auch für mich bedeutet dies begreiflicherweise ein Drama. Ich verstehe das sehr gut. Wir wünschen uns von ganzem Herzen, daß wieder normale Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl eintreten. Wer hat diese normalen Beziehungen abgebrochen? Während dem Konzil wurden die normalen Beziehungen zur Kirche abgebrochen und man trennte sich von der Tradition. Die Kirche ist von der Tradition abgekommen und hat ihr gegenüber eine regelwidrige Haltung eingenommen. Gerade das können wir nicht hinnehmen. Wir können uns nicht von der Tradition trennen. Ich sagte zum Heiligen Vater: „In dem Maß Sie sich von Ihren Vorgängern entfernen, können wir Ihnen nicht mehr folgen. Wir haben uns nicht von unseren Vorfahren getrennt.“ Weiter sagte ich zu Ihm: Überprüfen Sie die Texte der Erklärung über die Religionsfreiheit. Zwei Texte, die sich eindeutig Wort für Wort widersprechen. Es handelt sich dabei um wichtige dogmatische Texte von Gregor XVI. in „Mirari vos“ sowie von Pius IX. in „Quanta cura“ und den Texten in der Erklärung über die Religionsfreiheit. Wort für Wort widersprechen sich diese Texte. Welchen Text soll man wählen?“ Darauf meinte der Heilige Vater: „Reden wir nicht davon. Beginnen wir nicht mit Diskussionen.“
Gerade darin besteht das Problem! Je mehr sich die Kirche von der alten Kirche trennt, können wir ihr nicht mehr folgen. In dieser Situation befinden wir uns heute. Wir halten an der Tradition fest. Ich bin sicher, daß wir der Kirche mit unserer Vorgehensweise einen unermeßlichen Dienst erweisen, meine lieben Freunde. Wir leisten der Kirche einen unermeßlichen Dienst. Das Priesterseminar von Ecône ist sozusagen ein Hauptstützpunkt für den Kampf, den wir führen. Es ist der Kampf der Kirche. Auf diesen Boden muß man sich stellen.
Leider hat diese Unterredung mit dem Heiligen Vater bei mir einen schmerzlichen Eindruck hinterlassen. Ich hatte das Gefühl, daß er hauptsächlich seine Person verteidigt hat. „Sie sind gegen mich!“ „Ich bin nicht gegen Sie. Ich bin gegen das, was uns von der Tradition trennt und uns zum Protestantismus und Modernismus zieht.“ Ich gewann den Eindruck, daß er das ganze Problem auf seine Person bezogen hatte. Es war nicht die Person. Es war nicht Erzbischof Montini. Wir sehen in ihm den Nachfolger Petri. Als Nachfolger Petri ist es seine Aufgabe, uns den Glauben seiner Vorgänger zu überliefern. Überliefert er den Glauben seiner Vorgänger nicht mehr, ist er nicht mehr der Nachfolger seiner Vorgänger. Damit wird er zu einer Person, die sich ihrer Amtspflicht entledigt und diese verleugnet. Diese Person erfüllt nicht ihre Amtspflicht. Ich kann daran nichts ändern. Es ist nicht meine Schuld. Vor zwei oder drei Tagen saß Fesquet von „Le Monde“ in der zweiten Reihe. Er sagte zu mir: Sie sind schließlich alleine gegen alle Bischöfe. Was können Sie unternehmen? Was soll dieser Kampf?“ Ich antwortete ihm: Wieso? Ich bin nicht alleine. Die ganze Tradition steht auf meiner Seite. Selbst jetzt, in diesem Augenblick, bin ich nicht alleine. Ich weiß, daß viele Bischöfe innerlich das gleiche denken wie wir. Viele Priester sind auf unserer Seite. Dann gibt es auch noch das Seminar mit allen seinen Seminaristen und die Menschen, die zu uns kommen.“ Die Wahrheit entsteht nicht aus der Zahl und die Zahl bringt nicht die Wahrheit hervor. Selbst wenn ich alleine wäre, mich alle Seminaristen verlassen und die öffentliche Meinung von mir abwenden würden, wäre mir das völlig gleichgültig. Ich bin mit meinem Katechismus, mit meinem Credo und mit der Tradition verbunden, die alle Heilige geheiligt hat und jetzt im Himmel sind. Ich schaue nicht auf die anderen. Sie sollen handeln, wie sie es für gut befinden. Ich will meine Seele retten. Wir kennen die öffentliche Meinung. Durch die öffentliche Meinung wurde Unser Herr verurteilt, nachdem man ihm einige Tage vorher noch zugejubelt hatte. Zuerst war Palmsonntag, darauf folgte der Karfreitag. Das kennen wir. Auf die öffentliche Meinung darf man sich jedenfalls nicht verlassen. Heute ist sie für uns, morgen gegen uns. Was zählt, ist die Treue zu unserem Glauben. Davon müssen wir überzeugt sein und ruhig bleiben.
Der Heilige Vater sagte: „Haben Sie denn in Ihrem tiefsten Inneren nicht irgendein Gefühl der Reue über Ihr Verhalten? Sie verursachen in der Kirche einen enormen Skandal! Macht Ihnen Ihr Gewissen überhaupt keinen Vorwurf?“ Ich antwortete ihm: „Nein, Heiliger Vater, nicht im mindesten.“ Er sagte: „Sie wissen nicht was Sie tun?“ Ich erwiderte: „Vielleicht!“ Ich konnte nicht das Gegenteil sagen. Wenn ich mir jedoch etwas vorzuwerfen hätte, würde ich sofort aufhören.
Beten Sie inständig während Ihrer Exerzitien! Bitten Sie den lieben Gott. Ich glaube, die Dinge nehmen schon seit langem ihren Lauf, der kritische Punkt jedoch rückt immer näher. Immerhin hat es der liebe Gott erlaubt, daß ich dem Heiligen Vater begegnen konnte. Ich konnte ihm sagen, was wir denken, und ihm die ganze Verantwortung für die Situation in seine Hände legen. Ich glaube, das war trotz allem vom lieben Gott gewollt. Wir müssen beten und den Heiligen Geist anflehen, daß er den Heiligen Vater erleuchtet und ihm Mut einflößt, einen Akt zu setzen, der ihm begreiflicherweise sehr schwerfallen muß. Ich sehe keine andere Lösung. Der liebe Gott kann alles. Ich kann aber auch morgen sterben. Wir müssen dafür beten, daß die Gläubigen, die die Tradition bewahren, immer in einer Haltung der Stärke und Festigkeit verharren. Sie dürfen keine Haltung der Verachtung, der Beleidigung anderer oder der Beleidigung der Bischöfe einnehmen. Wir sind im Vorteil, weil wir die Wahrheit besitzen. Das ist allerdings nicht unser Verdienst. Die Kirche besitzt die Überlegenheit der Wahrheit über den Irrtum. Sie besitzt diese Überlegenheit. Wenn man auch fühlt, im Besitz der Wahrheit zu sein, so muß sich doch die Wahrheit ihren Weg bahnen. Die Wahrheit überzeugt, nicht die Person. Nicht dadurch, daß man sich in Zorn versetzt oder Menschen beleidigt, gewinnt die Wahrheit an Bedeutung. Im Gegenteil, dann wird man bezweifeln, daß wir die Wahrheit besitzen. Die Tatsache, daß wir zornig werden und beleidigen zeigt nur, daß wir kein vollkommenes Vertrauen auf die Bedeutung der Wahrheit haben. Die Wahrheit ist Gott selbst. Wir vertrauen auf Gott, auf die Wahrheit, die Gott ist, Unser Herr Jesus Christus, auf den wir vertrauen. Wo könnten wir mehr Sicherheit finden? Nirgends! Schritt für Schritt bahnt sich die Wahrheit ihren Weg. Sie wird ihren Weg weitergehen. Es kann nicht anders sein. Nehmen wir uns vor, in unserer Rede und in unserer Haltung niemals einen Geist der Verachtung oder Beleidigung aufkommen zu lassen. Nur in einer Haltung der absoluten Festigkeit gegen den Irrtum, ohne Kompromiß und ohne Zurückweisung, sind wir mit Unserem Herrn. Es geht um die Sache Unseres Herrn Jesus Christus und um Seine Ehre. Der Ruhm der allerheiligsten Dreifaltigkeit steht auf dem Spiel. Natürlich geht es um Ihren Ruhm und um die Verherrlichung Unseres Herrn Jesus Christus auf Erden, nicht um die unendliche Herrlichkeit im Himmel. Es geht um die Wahrheit. Diese Wahrheit müssen wir um jeden Preis verteidigen, was auch kommen mag.
Ich danke Ihnen, daß Sie während der Ferien mit dieser Intention gebetet haben. Außerdem danke ich allen, die so liebenswürdig waren, mir während der Ferien zu schreiben und mir ihre Anteilnahme in diesen immerhin etwas harten Zeiten zu versichern. Wie glücklich wären wir, wenn wir mit den Verantwortlichen in der Kirche für das Reich Unseres Herrn zusammenarbeiten könnten.
Bleiben wir fest vereint! Machen Sie gute Exerzitien, damit Sie ein gutes Studienjahr absolvieren können.
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