Hirtenbrief (Die Verurteilung des Kommunismus) (1950) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 01. Januar 1950 um 01:00 Uhr

Hirtenbrief von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
Die Verurteilung des Kommunismus
(Hirtenbrief (Die Verurteilung des Kommunismus))

Wir haben euch schon den amtlichen Text des Erlasses der Glaubenskongregation mitgeteilt, von unserem Heiligen Vater, dem Papst, bestätigt, der das Datum des 1. Juli 1949 trägt. Wir denken, daß der Augenblick gekommen ist, um euch eine kurze Erklärung dazu zu geben und einige Überlegungen und einige Anweisungen anzufügen. Dieser Erlaß trägt weder politischen noch gesellschaftlichen Charakter, er ist eine Glaubensunterweisung, er befaßt sich mit dem Kommunismus als Lehre, die auf einer materialistischen und antichristlichen Grundlage ruht.
Wir können in diesem Erlaß zwei ganz eindeutige Maßnahmen unterscheiden: Eine erste Maßnahme zur Exkommunikation derjenigen, die die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verteidigen und verbreiten; eine zweite Maßnahme, die im Entzug der Sakramente besteht für diejenigen, die, direkt oder indirekt, ihre Unterstützung einer gegen den Glauben gerichteten Lehre oder Tätigkeit gewähren, auch wenn sie sich dagegen verwahren würden, daß sie diese Lehre bekennen; vorausgesetzt, daß sie um die verderbliche Wirkung ihrer Hilfe wissen und sie sie ungezwungen erbringen.
Die Kirche hat die Pflicht, ihren Kindern die Augen zu öffnen für das, was eine Gefahr für Glaube und Sitten darstellt und demzufolge sie des ewigen Lebens berauben könnte. Unser Herr und Heiland hat die Pharisäer und Schriftgelehrten verflucht, die unter dem Vorwand der Gesetzestreue die Gläubigen veranlaßten, dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe untreu zu werden.
Die Kirche ermahnt ihre Kinder immer mütterlich, sobald sie eine Gefahr herannahen sieht im Lauf der Jahrhunderte, sich in acht zu nehmen, und wenn es notwendig ist, droht sie dem einem oder anderen, ihn aus dem Schafstall zu entfernen, falls er eine Gelegenheit zur Sünde für seine Brüder darstellt.
In unserer Zeit warnt uns das immer wachsame Oberhaupt der Kirche, uns in acht zu nehmen vor der Gefahr einer verderbten Irrlehre, die sich in unterschiedlichsten Formen in der Welt verbreitet und die Kommunismus heißt. Unter dem äußeren Anschein, die Schwachen und Unterdrückten zu verteidigen, unter der Maske edler Vorstellungen von Gleichheit und Freiheit legt er den Gotteshaß bloß, die Versklavung der Menschen, das Fehlen jeglicher Frömmigkeit und Gottesliebe. Nachdem unser Heiliger Vater, der Papst, lange Jahre gezögert hatte, nachdem er lange gewartet hatte, daß die Taten die Worte bestätigen sollten, verurteilt er den Kommunismus als eine Lehre, die wir als verabscheuenswürdig betrachten müssen - trotz allen Schmerzes, den er empfindet, weil ihn vielleicht eine Anzahl seiner Kinder nicht versteht - denn die Lehre des Kommunismus ist das Gegenteil von allem, was von Gott kommt.
Was uns betrifft, meine lieben Brüder, wir, die wir stets auf den Nachfolger Petri hören, auf den, zu dem Unser Herr Jesus Christus gesagt hat: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe“, so haben wir getreulich den Erlaß der Glaubenskongregation übermittelt, in dem die Verurteilung des Kommunismus ausgesprochen wird sowie die von der Gesetzgebung der Kirche vorgesehenen Strafen gegen diejenigen, die sich nicht unterwerfen wollen, angezeigt sind.
Es schien uns von neuem unsere Pflicht, euch zu warnen - und zwar mit wiederholtem Nachdruck - vor der Gefahr, die die Ausbreitung des Kommunismus für euren Glauben mit sich bringt, da wir darum besorgt sind, euch im wahren Glauben zu erhalten, euch aufmerksam zu machen auf alles, was euch von eurem Festhalten an Christus und Seiner Kirche abbringen könnte, auf alles, was euch aus der Bahn werfen könnte, die zum ewigen Leben führt, da wir uns unserer schwerwiegenden Verantwortung bewußt sind.
Hier wie in Europa ist das Vorgehen das gleiche. Die Anhänger des Kommunismus verkünden laut, daß sie die Religion nicht angreifen wollen. Aber wir wissen nur zu gut, was diese Beteuerungen wert sind. Aus Gründen der Propaganda, wie es Lenin ausdrücklich sagt, behaupten die Kommunistenführer, daß sie keine Religionsfeinde seien. Aber die Tatsachen sind unleugbar: Überall, wo sich der Kommunismus eingenistet hat, wurde die Religion ihrer Rechte beraubt und anschließend heftig verfolgt. „Nehmt euch in acht vor den falschen Propheten“, sagt Unser Herr Jesus Christus, „sie kommen zu euch in Schafskleidern, inwendig aber sind sie reißende Wölfe“.
Der Kommunismus, der von Landesfremden eingeschleust wurde, hat sich seit einigen Jahren mit mehr oder weniger Erfolg in Afrika festgesetzt. Er verbreitet seine verheerende Lehre und Handlungsweise durch die Presse und eine heimtückische Unterstützung, die gewissen Bewegungen oder Vereinen zuteil wird; er gewinnt Einfluß durch eine Unterstützung mit Geld und Sachwerten für gewisse Persönlichkeiten, die vielleicht sogar gutgläubig sind; und die Presse, voller Lügen und falscher Versprechungen, verschafft diesem Einfluß Glauben bei zahlreichen Afrikanern, die ahnungslos sind.
Können wir nicht in einer gewissen Zeitung Französisch-Westafrikas lesen: „Unsere Meister sind Marx, Engels, Lenin, Stalin“?
Diese Presse kann nicht die euere sein, diese Lehrer können nicht für euch maßgeblich sein. Manche Anweisungen, die an eine bestimmte Abteilung in einem Gebiet gegeben wurden, zeigen genau, welches die Einstellungen derjenigen sind, die sie gegeben haben: „Die Tätigkeit der christlichen Missionare und der islamischen Funktionäre auf diesem Gebiet kann nicht mit Stillschweigen übergangen werden: Seien sie nun Verkünder der Botschaft Christi oder Mohammeds, sie sind die gefährlichsten Helfershelfer der Industriekonzerne und der Verwaltung in den Kolonialgebieten. Euer erstes Ziel muß es also sein, diese ungeheuerliche Betrügerei mit der Religion aus der Welt zu schaffen.
Ihr müßt ganz allgemein in den Anschauungen der Leute alle falschen Glaubensvorstellungen bekämpfen, bei den christlichen Bevölkerungsschichten ebenso wie bei denen, die zum Islam übergelaufen sind.“
Ein Katholik kann solchen Führern nicht folgen.
Es sei fern von uns, alle Anstrengungen zu rügen, die gemacht werden, um eine größere Gerechtigkeit walten zu lassen, um die gesellschaftlichen Bedingungen zu verbessern und eine vollkommenere Entfaltung der Verstandeskräfte und der Sitten zu fördern. Die Anstrengungen werden umso erfolgreicher sein, je mehr sie nach den natürlichen Gesetzen jeden menschlichen Fortschritts verlaufen, der von den vier grundlegenden Tugenden der Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit und des maßvollen Verhaltens geleitet wird. Die Gewalttätigkeit, Ungerechtigkeit, Überstürzung und Unbeherrschtheit sind das Gegenteil jeder menschlichen Bildung.
Wir sind weit davon entfernt, unsere Billigung den Gruppen zu entziehen, die ihre Anstrengungen vereinen, um ein zufriedenstellenderes Ergebnis zu erreichen, wenn sie auf diese Voraussetzungen gestützt sind. Aber es wäre eine verderbliche Unklugheit, diese lobenswerten Anstrengungen mit politischen französischen Gruppierungen zu verbinden, deren Lehre völlig im Gegensatz steht zu einer wirklichen Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten, einer Entfaltung, die ohne Gottes- und Nächstenliebe nicht bestehen kann.
Es gehört also zu den Pflichten unseres Amtes, euch wieder zu warnen. Wir hoffen, liebe Gläubige, daß wir nicht auf schwerwiegendere Weise eingreifen müssen, um euch die dringende Pflicht ans Herz zu legen, die ihr habt, euere direkte oder indirekte Unterstützung dem Kommunismus nicht angedeihen zu lassen.
Wenn ihr die Presse der kommunistischen Partei ständig lest, wenn ihr dieser immer euere Stimme und Zustimmung gebt, selbst wenn ihr mit ihrer Lehre nicht einverstanden seid, so bildet ihr ein Hindernis für das Königreich Unseres Herrn Jesus Christus, die einzige Quelle alles Guten, jeder Gnade, jeglicher Gabe, die den Menschen auf dieser Welt gegeben ist.
Da wir davon überzeugt sind, daß ihr auf die Stimme eueres Hirten hören werdet und unter der Voraussetzung dieser Folgsamkeit bitten wir Unsern Herrn Jesus Christus und Seine heilige Mutter, auf euch und auf all diejenigen, die euch teuer sind, ihren überreichen Segen herabströmen zu lassen.

Brief an die Katholiken Senegals, 1950.
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