Nr. 14 (1978) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 19. März 1978 um 01:00 Uhr

Rundbrief von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
an die Freunde und Wohltäter
Nr. 14 vom 19. März 1978
(Nr. 14)

Liebe Freunde und Wohltäter!

Die göttliche Vorsehung erlaubt diese schmerzliche Krise der Kirche, um unserer Heiligung willen, und um dem reinen Gold ihrer Lehre und ihrer Mittel der Erlösung mehr Glanz zu verleihen. Dieses Leiden der Kirche ist ein großes Geheimnis, denn es berührt vor allem ihre Hierarchie, ihre Kleriker, die nicht mehr zu wissen scheinen, was sie sind und wofür sie eingesetzt worden sind.
Der Vater der Lüge, Satan, wie ihn unser Herr nennt, hat die außerordentliche Fähigkeit, Wörter zu entdecken, denen er einen neuen Sinn gibt, und zwar so, daß er durch ihre Zweideutigkeit den zerstörerischen Irrtum eindringen läßt, der selbst die festgegründetsten Gesellschaften umstürzen läßt. Er hat diesen neuen Sinn in jenem konziliaren „Ökumenismus” gefunden, der eine ökumenische Liturgie, eine ökumenische Bibel, einen ökumenischen Katechismus geschaffen und so die Wahrheit mit dem Irrtum vereinigt, das Wahre mit dem Falschen vermählt hat.
Die unheilsvollste Frucht dieser Vermählung ist die katholisch-protestantische Messe, von nun an eine vergiftete Quelle, die unabwendbare Verwüstungen hervorbringt: Abfall von der Kirche, Preisgabe des wahren Glaubens, Sakrilegien, Zerreißen der Einheit der Kirche, Wucherung aller Arten von Kulten, die der Kirche nicht würdig sind.
Es gibt jedoch eine nicht genügend bedachte Folge: Die Zerstörung der katholischen Staaten, die in der heiligen Messe nicht mehr die Quelle der politischen Einheit, gegründet auf der Einheit des katholischen Glaubens, finden. Fortan muß sich der katholische Staat ebenfalls in einen Staat umformen, der ökumenisch, pluralistisch, bald laizistisch und neutral, wenn nicht gar atheistisch ist, in Übereinstimmung mit dem ökumenischen Dokument des Konzils über die Religionsfreiheit.
Die ökumenische Messe führt folgerichtig zum Abfall; man kann nicht zwei Herren dienen, man kann sich nicht gleicherweise von der Wahrheit und vom Irrtum nähren.
Der Irrtum, der unseren schlechten Neigungen schmeichelt, wird schließlich den Sieg über die strengere und anspruchsvollere Wahrheit davontragen.
Es ist nötig, um jeden Preis beharrlich an der unverfälschten Wahrheit festzuhalten. Papst Pius IX. hat mit aller Schärfe die liberalen Katholiken gebrandmarkt, die glauben, Wahrheit und Irrtum, Gut und Böse auf einen Nenner bringen zu können, um ihren Zeitgenossen zu gefallen.
Mag uns nun dieser vergiftete Ökumenismus über den Weg der Hierarchie zukommen oder auf andere Weise, nicht auf den Durchgangskanal kommt es an, sondern auf das Gift, das zu schlucken man verweigern muß. Es geht darum, Unserem Herrn Jesus Christus, der Kirche aller Tage und allen Nachfolgern Petri strikten Gehorsam zu leisten. Wir werden also getreu die katholische Liturgie, die katholische Bibel und den katholischen Katechismus bewahren.
Das ist der Grund, weshalb wir katholische Priester, katholische Seminare, katholische Ordensleute aus aktiven und kontemplativen Orden nötig haben. Die katholische Kirche darf nicht untergehen.
Jeder in der Kirche muß sich an seinem Platz bemühen, katholisch zu bleiben und die katholische Kirche aufrechtzuerhalten. Denn aufgrund dieses Entschlusses und seiner Verwirklichung werden wir einst durch unseren göttlichen Erlöser gerichtet werden.
Liebe Freunde und Wohltäter, Ihren Gebeten und Ihrer Freigebigkeit verdanken wir es, daß wir das Werk der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit seinen 40, bald 56 Priestern, seinen drei Seminaren mit insgesamt 150 Seminaristen, seinen Brüdern, Schwestern und Oblatinnen verwirklichen konnten.
Wir sind nunmehr dabei, die für das amerikanische und deutsche Seminar erforderlichen Bauten zu erwerben. Wir hoffen, je ein Knabenseminar in Deutschland und in Frankreich eröffnen zu können, dazu ein Exerzitienhaus in Norditalien, den Grundstock eines Priesterseminars in Argentinien und ein Priorat in Madrid.
Andererseits verpflichten uns die zahlreichen Berufungen für den Karmel, bei der Gründung des Karmels und bald auch dem Kloster der Zisterzienserinnen zu Hilfe zu kommen.
Die kontemplativen Häuser sind notwendig für die Heiligkeit der Kirche. Doch sie werden es nur in dem Maß sein, als sie ihren heiligen Traditionen verpflichtet bleiben.
Sie können sich schriftlich an diese Gründungen wenden: für die Karmelitinnen an die „Maison Saint Pie X” in Suresnes und für die Zisterzienserinnen an „Notre Dame du Pointet”.
Wir beten in diesem Monat März zu unserem großen Verwalter, dem hl. Joseph, er möge uns neue Wohltäter erwecken, und danken ihm für seine väterliche Fürsorge uns gegenüber. Wir sind schuldenfrei, doch legen wir das Geld nicht in Zinsen an; denn was uns geschenkt wird, säumt nicht, der Kirche zur Erbauung und zur wahren Erneuerung zu dienen.
Es ist unser Wunsch, unsere Häuser als Mittelpunkte des Glaubenseifers, der Frömmigkeit und der brüderlichen Aufnahmebereitschaft zu sehen, vor allem für die Priester, die das geistliche Leben und das Apostolat unserer Priester zu teilen wünschen.
Wir nehmen auch gerne Berufungen von Brüdern auf, die unseren Priestern und den beigeordneten Personen helfen und die sich im Gebet und in der Arbeit mit den Mitgliedern der Gemeinschaft vereinen. Sie können sich ebenso wie die zukünftigen Priester an die Vorsteher der Distrikte oder der Priorate wenden, die sie mit den Ausbildungshäusern in Verbindung bringen werden.
In dieser Welt, die ihren Erlöser und Gebieter, Unseren Herrn Jesus Christus, nicht mehr kennt, ist es mehr denn je notwendig, daß großmütige Seelen zu Verkündern des Wortes, des Beispiels und des Ordenskleides werden. Jeder zerstörte Altar, jede Pfarre oder Kapelle, die aufgegeben wird, bedeuten ebenso viele Triumphe für den Teufel und weitere Seelen, die verlorengehen.
Ihre Gebete und Opfer mögen vor den Herrn gelangen, damit durch die Fürsprache der unbefleckten Jungfrau Maria die Verkündigung Jesu, und zwar Jesu des Gekreuzigten, nicht abnehme, sondern zunehme.

Gott segne Sie!

Ecône, 19. März 1978,
dem Fest des hl. Joseph
+ Marcel Lefebvre
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