Nr. 2 (1972) PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 01. März 1972 um 01:00 Uhr

Rundbrief von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
an die Freunde und Wohltäter
Nr. 2 vom 1. März 1972
(Nr. 2)

Liebe Freunde und Wohltäter!

Auf die Veröffentlichung unseres ersten Briefes hin, ermutigten uns Freunde, einige Informationen über das Seminar und die Priesterbruderschaft St. Pius X. zu geben. Dies geschah bereits in einem kleinen Schreiben, das vor kurzem erschienen ist, erfüllen jedoch gerne diese Bitte.
Ich möchte vor allem jenen danken, die auf unseren ersten Brief durch ihr Gebet und ihre Gaben reagiert haben sowie auf unseren Wunsch, unser Werk bekanntzumachen.
So kommen wir zur ersten Frage.

Kommen die jungen Menschen, die in unser Priesterseminar eintreten, wieder in ihre Diözese zurück?


Jene, die mit diesem Wunsch zu uns kommen, erhalten im Internationalen Priesterseminar St. Pius X. ihre Ausbildung und können dann, im Einverständnis mit ihrem Bischof, in ihrer Diözese oder dort, wo sie es wünschen, arbeiten. Gegenwärtig ist das jedoch nur eine kleine Minderheit.

Warum eine Priesterbruderschaft St. Pius X.?


Die Priesterbruderschaft ist eine „Pia unio”, gegründet in den Diözesen Lausanne, Genf und Freiburg, am 1. November 1970. Diese Gesellschaft von Weltpriestern nach dem Vorbild der Missionsgesellschaften ist dazu bestimmt, den Priesterberuf in allen Regionen, wohin sie gerufen werden, wo es auch sei, auszuüben, sobald es sich um priesterliche Aufgaben handelt.
Diese Gesellschaft ist das Missionsideal vieler junger Menschen, die gerne in Gruppen und nicht vereinzelt arbeiten wollen. Der Gruppe können auch Priester angehören, die im gleichen Sektor arbeiten und regelmäßig zusammenkommen. Die Idee, den Klerus besser zu verteilen, wird ebenfalls verwirklicht, einem Wunsch entsprechend, der im Konzil ausgesprochen wurde. Deshalb erhielten wir auch einen ermutigenden Brief Seiner Eminenz Kardinal Wright, Präfekt der Heiligen Kongregation für den Klerus.
Die große Mehrheit dieser jungen Menschen bittet, aus oben genannten Gründen, in der Bruderschaft arbeiten zu dürfen, damit sie das priesterliche Ideal in einer Welt der Säkularisierung und Laizisierung aufrechterhalten können.

Wie viele Mitglieder zählt die Bruderschaft heute?


15 Mitglieder, 4 davon sind Priester. Die Statuten verlangen normalerweise ein Jahr der Spiritualität, bevor man zum Eintritt zugelassen wird. Die Gesellschaft ist keine klösterliche Gemeinschaft mit Gelübden und Noviziat. Aber wir bemühen uns, eine gute und solide geistliche Ausbildung zu vermitteln.

Was machen die jungen Priester nachher?


Einige werden zunächst in der Bruderschaft tätig sein. Später wird die Gemeinschaft nach dem Willen der göttlichen Vorsehung im Einverständnis mit den Bischöfen dort arbeiten, wo es am nötigsten ist. Anfragen aus den Missionsländern haben wir bereits erhalten. Wir beabsichtigen, in Europa und auch in Nord-Amerika zu arbeiten.

Wie viele Häuser besitzen Sie heute?


Zwei: Ein kleines Haus in Freiburg für die Studenten, die ihr Studium an der Universität beenden. Dieses Haus ist auch der Sitz unserer Bruderschaft. Das zweite Haus ist in Ecône im Wallis, in der Diözese Sitten, mit dem Priesterseminar, das von der Bruderschaft geleitet wird. Dort befindet sich das Professorenkollegium mit 36 Studenten der ersten beiden Jahre (sieben Professoren; zwei Professoren kommen von auswärts, um Unterricht zu erteilen: P. Ceslas Spicq O. P. und Abbé Jacques Dubuis aus der Diözese Sitten).
Die Heilige Kongregation für die katholische Erziehung wird regelmäßig über das Leben in diesem Priesterseminar auf dem laufenden gehalten.
Wir werden sehr wahrscheinlich genötigt sein, ein drittes Haus in Italien zu gründen, da für den Monat Oktober schon 60 Anmeldungen vorliegen.

Die Bildung, die die Seminaristen erhalten, ist, was die Lehre und den Geist betrifft, diejenige, die von jeher in der Kirche vermittelt wurde. Wir legen besonderes Gewicht auf die Gesinnung. Deshalb geht den fünf Jahren Philosophie und Theologie ein Jahr der Spiritualität voraus.
Die Liturgie spielt im Leben unseres Priesterseminars eine sehr große Rolle. Sie wird nach den kirchlichen Traditionen vollzogen. Die Sprache ist Latein. Der gregorianische Gesang steht hoch in Ehren.
Das heilige Meßopfer ist das Herz des Seminars, denn vor allem dafür werden die zukünftigen Priester ausgebildet. Sie wissen, daß der Priester für das Opfer am Altar bestimmt ist.
Dieses Jahr haben wir zwei Neupriester. Wir empfehlen sie ebenso Ihrem Gebet, wie die Eröffnung eines dritten und vielleicht sogar eines vierten Hauses. Bitten Sie Gott, daß Er uns führen möge, damit Seine Vorsehung unsere Bestrebungen durch die Hilfe der allerseligsten Jungfrau Maria und den hl. Joseph unterstützt werden.

Die Seminaristen beten jeden Tag gemeinsam den Rosenkranz nach Ihrer Meinung. Es ist das Gebet, das uns, beharrlich und inständig gebetet, retten wird. In der Fastenzeit fügen wir noch eine heilsame Buße zu unserer Bekehrung hinzu.
Adoramus Te Christe, quia per sanctam Crucem Tuam redemisti mundum. (Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst).

Freiburg, 1. März 1972
+ Marcel Lefebvre
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