Priesterweihe (Ecône, 1977) PDF Drucken E-Mail

Predigt von S. E. Erzbischof Lefebvre
am 29. Juni 1977 in Ecône
(Priesterweihe)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Meine geliebten Brüder!

Man fragt uns sicherlich, ob wir diese jungen Menschen, die sich hier zur Priesterweihe stellen, nun wirklich weihen werden. Ebenso, welche mit Ihnen erschienen sind, um Subdiakon zu werden und sich darauf vorbereiten, ein Tages zum Priestertum zu gelangen. Wir können, im Gewissen sicher, in voller Verantwortung vor Gott, vor der Kirche aller Zeiten, vor der triumphierenden Kirche, vor der leidenden Kirche, vor der streitenden Kirche, — die Sie sind, meine geliebten Brüder, Sie sind die streitende Kirche, — vor dieser ganzen Kirche antworten: Ja! Wir werden diese jungen Priesterkandidaten, die sich fünf Jahre lang vorbereitet haben, um zu verstehen, was das Priestertum bedeutet, weihen. Sie haben studiert, Sie haben gebetet, Sie haben überlegt. Heute bitten Sie uns, zu Priestern geweiht zu werden, zu Priestern für ewig.
Das werden sie in einigen Augenblicken sein, wenn es Gott gefällt, Priester in Ewigkeit. Sie werden Priester sein, wie sie die Kirche immer geweiht hat, wie sie die Kirche liebt. Sie werden Priester sein, wie auch Sie, meine Gläubigen, sie lieben, weil diese Priester wissen, was sie sind. Sie sind Zeugen des Glaubens Unseres Herrn Jesus Christus. Sie werden dem Ruf Unseres Herrn Jesus Christus folgen, den Er an die Apostel gerichtet hat, als Er ihnen sagte: „Euntes ergo docete omnes gentes baptizantes eos et docentes eos servare omnia quaecumque mandavi vobis — Gehet also hin und lehret alle Völker und taufet sie und lehret sie alles halten, was Ich euch geboten habe” (Mt 28,19,20). Was hat Unser Herr diesen Priestern geboten? Er hat zu ihnen gesagt: „Hoc facite in meam commemorationem — dieses tuet zu Meinem Gedächtnisse” (Lk 22,19). Er hat zu Seinen Aposteln gesagt: Wiederholt das, was Ich getan habe. Das heißt, wiederholt Mein Opfer, das Opfer der heiligen Messe. Wiederholt dieses Sakrament der allerheiligsten Eucharistie, durch das Ich Meinen Leib, Mein Blut, Meine Seele und Meine Gottheit denen zur heiligen Kommunion gebe, die Mich empfangen. „Empfanget den Heiligen Geist”, hat ihnen Unser Herr gesagt. „Empfanget den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten” (Jo 20,23). Das wird auch der Bischof in wenigen Augenblicken, am Ende der heiligen Messe, sagen und den Kandidaten die Hände auflegen: „Die Sünden werden denen nachgelassen sein, denen ihr sie nachlassen werdet, und sie werden denen behalten sein, denen ihr sie behalten werdet.” Für alle Sakramente hat er das zugesagt. Zu solchen Priestern also wünschen wir sie zu machen. Zu Priestern, die verstehen, was das heilige Meßopfer ist. Das heilige Meßopfer wird das Herz ihres Glaubens sein, der Inbegriff und die Zusammenfassung alles dessen, was wir glauben. Im heiligen Meßopfer findet man die Bekräftigung, das Bekenntnis des Glaubens an Unseren Herrn Jesus Christus, an Seine Göttlichkeit, an die Gottheit Unseres Herrn Jesus Christus.
Im heiligen Meßopfer findet man den ganzen Dekalog bekräftigt. Er wird durch die Liebe Gottes, die uns durch Unseren Herrn Jesus Christus selbst erwiesen wird, der sich Seinem Vater als Opfer darbringt und Sein Blut für die hingibt, die Er retten will, bestätigt. Er gibt sich selbst Seinen Nächsten, Seinen Brüdern zur Speise. Kann es eine größere Liebestat geben, als sein Leben für die hinzugeben, die man liebt? Das lehrt uns das heilige Meßopfer: Unser Herr gibt Sein Leben für die hin, die Er liebt. Zunächst für Seinen Vater, den Er so geliebt hat und den Er von aller Ewigkeit her liebt. Für Seine Brüder, für die Er sich hingibt, für die Er Sein Blut gibt. So lehrt uns das heilige Meßopfer die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten. So verwirklicht sich in unserem heiligen Meßopfer unsere ganze heilige Religion.
Wie ist es möglich, wird man uns fragen, daß Sie sich dazu entschlossen und bereit erklärt haben, diese Weihen tatsächlich vorzunehmen? Erst gerade haben Sie vom Heiligen Vater ein Verbot erhalten. Sie haben Briefe erhalten, in denen man Sie beschwört, diese Weihen nicht vorzunehmen.
Ja, es ist wahr, wir haben einen Brief erhalten. Einen Brief, in dem uns gesagt wird, daß wir unsere Gewalt für ein persönliches Ziel gebrauchen und nicht für das Wohl der Kirche. Das glaube ich ehrlichen Herzens nicht. Ich glaube nicht, um eines persönlichen Zieles willen zu handeln. Ich glaube, durchaus zum Wohl der Kirche zu handeln. Man hat uns in diesem Brief auch gesagt, daß das, was wir tun, ein Bruch mit der Gemeinschaft und mit der Liebe zur Kirche sein wird. Wir aber glauben, daß das nicht zutrifft.
In voller Gemeinschaft stehen wir mit der heiligen katholischen römischen Kirche. Wir wollen in voller Gemeinschaft mit der heiligen katholischen römischen Kirche bleiben. Wer ist der Papst, wer ist der Vatikan, wer ist der Heilige Stuhl? Was sind sie? Warum hat Unser Herr Jesus Christus den hl. Petrus als Oberhaupt der Kirche eingesetzt? Was hat Er dem hl. Petrus aufgetragen? „Bewahre den Glauben und bewahre ihn für die anderen.” Der Vatikan, der nichts anderes ist als der Sitz der Nachfolger der Apostel, ist auch zu nichts anderem geschaffen. Die heilige römische Kirche ist Lehrmeisterin der Wahrheit, „mater et magistra omnium ecclesiarum, magistra veritatis — Mutter und Lehrmeisterin aller Kirchen, Lehrmeisterin der Wahrheit”. Genau das verlangen wir. Wir haben es bei unserer Taufe von der Kirche verlangt. Unsere Taufpaten haben es für uns verlangt, als wir über das Taufbecken gehalten wurden. Welches waren die ersten Worte des Priesters, an den man sich gewendet hatte, als wir Kinder waren, nicht fähig selbst zu sprechen, und unsere Taufpaten für uns antworteten? „Was verlangst du von der Kirche Gottes?” Das war die Frage, die der Priester an unsere Taufpaten richtete. „Was verlangst du von der Kirche Gottes?” „Den Glauben”, haben unsere Taufpaten geantwortet. Auch wir verlangen jetzt wieder von der Kirche und von denjenigen, die sich die Vertreter der Kirche nennen, die die wichtigen Stellungen in der Kirche einnehmen und für diesen Glauben verantwortlich sind: „Bewahret uns den Glauben, gebt uns den Glauben, wir verlangen diesen katholischen Glauben. Wir wollen keinen anderen Glauben als diesen!”
„Was gewährt dir der Glaube?”, fragt der Priester unsere Taufpaten. Die Taufpaten sagen: „Das ewige Leben.” Warum sind wir hier auf Erden, wenn nicht um das ewige Leben zu erlangen. Dieses Leben auf Erden ist ein vorübergehendes Leben, ein vergängliches Leben. Einige Tage, einige Jahre, einige Jahrzehnte lang haben wir, um zu wählen, ob wir das ewige Leben wollen oder nicht. Wir wollen das ewige Leben und deshalb wollen wir den katholischen Glauben.
Nun sind wir aber gezwungen festzustellen, daß seit 15 bis 20 Jahren diejenigen, die den höchsten Instanzen der Kirche angehören, dem Heiligen Stuhl und dem Vatikan, sich vom katholischen Glauben abwenden, auch uns vom katholischen Glauben abbringen wollen und daß sie die Freunde unserer Feinde werden.
Was bleibt heute übrig von der katholischen Kirche: Seminare werden geschlossen, sind zu verkaufen. Das von Sitten zum Beispiel, hier ganz in unserer Nähe. In einer so blühenden Diözese wie in Sitten, wo es doch so viel Glauben gibt in diesem katholischen Tal: Das Seminar zu verkaufen! In Martigny, das Seminar der Chorherrn vom Großen St. Bernhard: Geschlossen! Das Seminar der Kapuziner in Sitten: Geschlossen! Als wir hierher nach Ecône kamen, um von Exzellenz Adam die Genehmigung zu erbitten, dieses Seminar zu eröffnen, sagte er uns: „Ein Jahr der Spiritualität ist zweifellos möglich. Ein Seminar ist vielleicht ein wenig schwierig, weil wir im Wallis schon drei haben, zwei in Sitten und eines in Martigny.” Schon im folgenden Jahr sagte er uns: „Sie können Ihr Seminar eröffnen.” Ein Jahr darauf waren die drei Seminare geschlossen. Was soll das bedeuten? Nicht wir sind es, die die Seminare schließen. Nicht wir wollen sie schließen. Wir würden Ihnen hier viel lieber sagen, daß das Seminar von Sitten voller Seminaristen ist, daß das von Martigny voll ist. Wir würden es viel lieber sagen können, hervorheben können, wir würden es uns für die heilige Kirche wünschen. Sollen wir den Tod der Kirche wünschen? Ein solcher Gedanke liegt uns fern!
Diese Feststellungen treffen für die ganze Kirche zu. Hier aber liegt der Punkt der Entscheidung für die Kirche: die Seminare und die Formung der Seminaristen, die Formung der künftigen Priester. Denn wie sieht in den Seminaren, die überhaupt noch existieren, die Formung aus, die unseren Priestern, die unsere Priester werden sollen, zuteil wird? Glauben sie wirklich an die allerheiligste Eucharistie? Glauben Sie noch an die wirkliche Gegenwart Unseres Herrn? Glauben sie an das Opfer der heiligen Messe? Wir müssen uns das wirklich fragen! Sie wissen nicht mehr, was es heißt, Priester sein! Der Kardinal von Cincinnati hat das sogar bei der Synode in Rom gesagt: „Wir stellen fest, daß der Priester seine Identität verloren hat.” Das bedeutet, daß der Priester nicht mehr weiß, was er ist!?
Wir wollen Priester bilden, die wissen, was sie sind. Priester, die wissen, daß sie für das heilige Meßopfer bestimmt sind, für die Verkündigung des Evangeliums, um den Kathechismus zu lehren, wie wir ihn immer gelernt haben, wie unsere Großeltern und Vorfahren, das heißt den Glauben an die Gottheit Unseres Herrn Jesus Christus und an Sein Reich.
Eines der schmerzlichsten Dinge, die wir heute feststellen müssen, ist gerade die offizielle Leugnung der Herrschaft Unseres Herrn Jesus Christus auf Erden. Man will nicht mehr, daß Unser Herr Jesus Christus über die Gesellschaft herrscht. Davon ist die Umwandlung der Liturgie geprägt. Man hat im Christkönigshymnus des Christkönigsfestes zwei Strophen gestrichen, die von der Herrschaft Unseres Herrn Jesus Christus über die Familie und über die Gesellschaft. Warum? Sollen wir katholische Christen die Herrschaft Unseres Herrn Jesus Christus über unsere Familien und über die Gesellschaft verneinen? Wir wären Abtrünnige, vom Glauben Abgefallene! Wir wollen die Herrschaft Unseres Herrn Jesus Christus. Wir sagen es jeden Tag im Vaterunser: „Zu uns komme Dein Reich, Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.” Sollen wir unseren Vater verleugnen? Wir wollen, daß Unser Herr Jesus Christus herrscht. Denn Er ist es, der das Heil bringt, das wahre Heil, die wahre Gerechtigkeit, den wahren Frieden, die wahre Liebe, die wahre Gemeinschaft aller Menschen. Unser Herr allein ist die Quelle dieser Liebe. In dem Maß, als man sich von Ihm entfernt, kommen sogleich die Zwistigkeiten, die Gehässigkeiten, die Spaltungen, die Kriege. Wir brauchen diese Herrschaft Unseres Herrn Jesus Christus!
Was sehen wir? Wir sprechen nicht von Worten, die gesagt wurden. Wir sprechen von Taten, die öffentlich und offiziell bekannt sind, hier, auf der ganzen Welt, durch die Presse, durch alle sozialen Kommunikationsmittel! Das letzte solche Ereignis war, daß János Kadar im Vatikan empfangen wurde. Er, der das Blut von Katholiken vergossen hat, das Blut von Ungarn. Man schließt diejenigen aus der Gemeinschaft der Kirche aus, die den katholischen Glauben bewahren, und verbrüdert sich mit allen Feinden der Kirche. Man macht mit diesen gemeinsame Sache, indem man die Exkommunikation aufhebt, die gegen die Kommunisten, gegen die Freimaurer, gegen die Orthodoxen bestanden hat.
Was soll dieser Fußkuß vor Schismatikern, vor Häretikern bedeuten? Was sollen diese Umarmungen mit Schismatikern, mit Häretikern, mit Kommunisten, mit Freimaurern bedeuten? Wir verstehen das nicht mehr! Wir verstehen nichts mehr! Das ist nicht unsere Kirche. Das ist nicht mehr unsere katholische Kirche. Das ist nicht mehr unser katholischer Glaube! Wir wollen katholisch bleiben!
Warum verlangt man von uns, unser Seminar aufzulassen? Warum verlangt man von uns, unsere Priesterbruderschaft St. Pius X. aufzulösen? Warum verlangt man von uns, diese Weihen nicht vorzunehmen? Der einzige Grund ist der, daß man uns mit der neuen Richtung gleichschalten will. Man möchte, daß auch wir bei dieser Zerstörung der Kirche mithelfen, bei dieser Verbrüderung, die einfach ein reiner Ehebruch der Kirche ist. Wir wollen aber keine Ehebrecher sein. Wir wollen unseren katholischen Glauben bewahren. Deshalb verweigern wir die Mitwirkung an der Zerstörung der Kirche. Wir weigern uns am Verfall des Glaubens mitzuwirken, am allgemeinen Abfall vom Glauben!
Wir wissen ganz sicher: Wenn wir diese Weihen nicht vornehmen, wenn wir damit abwarten, wird man es uns nicht lohnen. Wir wissen es genau. Hier kann ich es sagen. Vor vierzehn Tagen habe ich einen Vorschlag gemacht, man möge uns öffentlich und offiziell unsere heilige Messe des hl. Pius V. zurückgeben, so daß man sie in allen Kirchen frei und ohne Schwierigkeiten lesen kann. In allen Diözesen der Welt soll man die heilige Messe des hl. Pius V. lesen. Unsere heilige Messe, wie sie immer war — es ist nicht die heilige Messe des hl. Pius V., es ist die heilige Messe, wie sie immer gelesen wurde. Die angestammte heilige Messe soll in allen Kirchen offiziell und unbehindert gelesen werden. Ebenso, daß man uns die Einsetzung einer Kommission zubilligt, die es uns ermöglicht, über die Texte des Konzils zu diskutieren. Über Texte, die entweder offenkundig der katholischen Lehre widersprechen oder zumindest zweideutig sind. Wir wollen darüber, hinsichtlich der Auslegung des Konzils, mit der Kommission öffentlich und offiziell diskutieren können. Unter dieser Bedingung wären wir bereit gewesen, diese Weihen zwei Monate aufzuschieben. Der Brief, den wir als Antwort erhielten, besagt, daß diese Vorschläge unannehmbar seien. Es ist daher klar, daß man über die Texte des Konzils nicht diskutieren will und daß man sie anzunehmen habe, wie sie sind. Das bedeutet: Mit ihren Irrtümern und ihren Zweideutigkeiten und ebenso, daß wir alle Reformen anzunehmen haben. Denn die Liturgiereform beinhaltet alle Reformen, die hier in Frage stehen.
Die Tatsache, daß das, was während zwanzig Jahrhunderten in der lateinischen Kirche getan wurde, abgelehnt wird, bedeutet zwangsläufig, daß man es ablehnt, uns in unserem katholischen Glauben, dem Glauben aller Zeiten, zu bewahren. Deshalb zögern wir nicht, fortzufahren. Ja, wir sind gezwungen, zu denken, daß diejenigen, die sich in die Zerstörung unserer Kirche, in die Zerstörung unseres Glaubens, hineinziehen lassen, an diesem allgemeinen Abfall vom Glauben mitarbeiten.
Wir können ein Beispiel anführen. Ich habe gestern oder wenig davor die Übersetzung eines Dokumentes erhalten, das von 180 Theologen der Diözese Rottenburg in Deutschland verfaßt war. 180 Theologen haben sich vereinigt und ein Dokument verfaßt, in dem sie erklären: „Von nun an gibt es für uns keinen Unterschied zwischen einem Pastor und einem Priester. Wir sind mit dem evangelischen Mahl einverstanden. Wir anerkennen den dem Pastor eigenen Amtscharakter. Wir wünschten, daß es zwischen uns und dem Pastor nicht den geringsten Unterschied mehr gibt.” Dieser Brief war an die evangelische Kirchenbehörde von Deutschland gerichtet. 180 Priester! Ist das nicht ein Zeichen eines allgemeinen Abfalls vom Glauben? Wir können uns an dieser Zerstörung nicht beteiligen. Wir müssen an das denken, was Unser Herr Jesus Christus in seinem Evangelium gesagt hat: „Es wird im Schafstall und in der Herde der Kirche Mietlinge, Diebe und Wölfe geben.” Das sind die drei Gruppen, die von Unserem Herrn Jesus Christus genannt werden als diejenigen, welche die Herde der Kirche zerstören wollen: die Mietlinge, die Diebe und die Wölfe. Wir können nicht umhin, uns zu denken, daß es im Inneren der Kirche Mietlinge, Diebe und Wölfe gibt. Sollen wir diesen Mietlingen, diesen Dieben, diesen Wölfen Hilfe leisten? Das können wir nicht. Was soll aus uns werden? wird man uns fragen. Was aus uns werden soll? Ich würde ganz einfach sagen: „Unsere Zukunft ist unsere Vergangenheit!” Um zu wissen, was unsere Zukunft ist, schauen wir auf unsere Vergangenheit. Wenn wir uns vergewissert haben, in voller Gemeinschaft mit der ganzen Vergangenheit der Kirche zu stehen, sind wir unserer Zukunft sicher. Das, glaube ich, müssen wir bekräftigen, das müssen wir antworten. Denn der hl. Paulus sagt: „Jesus Christus heri, et hodie: ipse et in saecula. — Jesus Christus derselbe gestern und heute und in Ewigkeit” (Hebr 13,8). Wenn wir uns daher von Unserem Herrn Jesus Christus von gestern abwenden, werden wir nicht mit Unserem Herrn Jesus Christus von heute und nicht mit Unserem Herrn Jesus Christus von morgen sein. Wir müssen also mit Unserem Herrn Jesus Christus von gestern sein, um mit demselben Herrn Jesus Christus von morgen zu sein. Das ist der Schluß, den ich ziehe.
Ich bitte die allerseligste Jungfrau Maria, uns bei diesem Dienst, den wir verrichten, zu helfen und dahin zu wirken, daß diese jungen Priester wahrhaft ihre Kinder sind, daß sie ihren Glauben haben, daß sie ihre Liebe zu Unserem Herrn Jesus Christus haben, daß sie ihre Liebe zum Nächsten haben. Möge die allerseligste Jungfrau Maria sie in ihrem Dienst bis zu ihrem letzten Atemzug beschützen!

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
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