Priesterweihe (Zaitzkofen, 1983) PDF Drucken E-Mail

Predigt von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
am 26. Februar 1983 in Zaitzkofen
(Priesterweihe)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Meine geliebten Brüder!
Meine geliebten Freunde!

Eine Zeremonie der Priesterweihe ist für die Bruderschaft immer ein denkwürdiges Datum. Letzten Endes kennzeichnet sie eine Wachstumsetappe der Bruderschaft. Für uns ist es deshalb immer eine große Freude und ein großer innerer Trost, wenn wir die Gelegenheit erhalten, diese Zeremonie zu vollziehen. Heute werden drei unserer Seminaristen durch die Gnade Gottes zu Priestern geweiht. Zwei Seminaristen aus dem Seminar in Zaitzkofen und ein Argentinier aus dem Seminar in Ecône erhalten heute die Weihen. Das vom lieben Gott gewollte und gesegnete Werk unserer Bruderschaft macht gute Fortschritte.
Meine lieben Freunde und alle anwesenden Mitbrüder, ich möchte Sie heute in besonderer Weise auffordern, Ihre Zugehörigkeit und Ihre Anhänglichkeit zur Priesterbruderschaft St. Pius X. zu bekräftigen. Es ist nicht unbekannt, daß die Bruderschaft ihm Laufe ihres zwölfjährigen Bestehens Prüfungen und Schwierigkeiten erlebt hat. Einige haben uns verlassen, obwohl sie der Bruderschaft und ihren Oberen Treue und Gehorsam gelobt hatten. Vielleicht ist es für Sie gut, wenn ich mit einigen Worten noch einmal beschreibe, was die Bruderschaft für die Kirche, vor Gott, vor Unserem Herrn Jesus Christus und vor allen Heiligen im Himmel und auf der Erde, bedeutet. Die Arbeit ist hart und unter den gegenwärtigen Umständen äußerst schwierig.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist nicht auf eine Weise entstanden, die im Gegensatz zum Geist der Kirche steht. Vielmehr können wir bezeugen, daß sie ein Werk der Kirche ist. Sie ist auf providentielle Weise entstanden. Ich kann offen hinzufügen: Nicht ich alleine habe diese Bruderschaft gegründet. Die Gründung erfolgte zusammen mit den damaligen Seminaristen. P. Paul Aulagnier, der Distriktobere von Frankreich, war einer der ersten Zeugen. Diese Bruderschaft ist in der Kirche und für die Kirche entstanden. Vergessen wir nicht, daß sie die offizielle Approbation durch den Bischof von Freiburg erhalten hat. Er hat das Errichtungsdekret der Priesterbruderschaft St. Pius X. in voller Kenntnis der Sache und nach langer Überlegung unterschrieben. Am 1. November 1970 hatte er mir diesen offiziellen Akt übergeben, durch den in seiner Diözese eine Gesellschaft, eine Ordensgemeinschaft von Priestern, gegründet wurde. Nach mehreren Reisen nach Rom und Besuchen bei den römischen Kongregationen, erhielt ich einige Monate darauf eine lobende – eine lobende! – Approbation. Diese lobende Approbation erhielt ich vom Präfekten der Heiligen Kongregation für den Klerus, S. Em. Kardinal John Wright, unterschrieben vom Sekretär dieser Kongregation, damals S. E. Erzbischof Pallazini, heute Kardinal, also von den beiden Verantwortlichen dieser Kongregation. Zum Text der Statuten der Bruderschaft wurde uns in dieser Approbation Glück gewünscht und das Gebet versprochen, damit sich diese Bruderschaft zum Wohl der Kirche entwickeln möge. So ist die Bruderschaft entstanden, in der Kirche, mit der Autorisierung der Kirche und für das Wohl der Kirche!
Was enthielten unsere Statuten? Was war der Zweck der Priesterbruderschaft St. Pius X.? Die Heranbildung wahrer Priester! Deshalb auch die Forderung an diese jungen Priester, sich eng an das heilige Meßopfer anzuschließen. Der Kern und das Wesen unserer Priesterbruderschaft liegt darin, wahre Priester heranzubilden und daß sich diese Priester eng an das heilige Meßopfer anschließen. Es gibt nur ein heiliges Meßopfer!
Meine lieben Freunde, meine lieben Brüder, Sie verstehen das sehr gut. Mit diesem Willen zur Aufrechterhaltung der zweitausendjährigen Tradition der Kirche und dem wahren heiligen Meßopfer, wollen wir wahre Priester heranbilden. Es ist offensichtlich, daß wir uns im Gegensatz zu den Personen befinden, die das Priestertum ändern wollen. Um das Priestertum zu ändern, wollten diese Personen nicht mehr das wahre heilige Meßopfer feiern, sondern einen neuen Kult. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben sie sich eine neue Ekklesiologie, wie sie es nennen, ausgedacht. Sie haben diese gewollt und wollen sie heute noch. Letzten Endes wollten sie eine neue Kirche und deshalb auch ein neues Priestertum. Es war klar, daß diese Gegensätze hervortreten mußten.
Die Personen, die diese Neuheiten wollten, hatten es erreicht, die wichtigen Stellen in der Kirche zu erlangen. Sie bedienten sich ihrer Autorität, um uns zu verfolgen! In gewisser Hinsicht ist das verständlich. Wir dürfen uns nicht darüber wundern. Allerdings muß man sagen, daß diese Verfolgungen hart, ernsthaft und andauernd gewesen sind. Diese Verfolgungen kamen nicht nur von den Personen, die sich in Rom befinden, sondern auch von sämtlichen Bischöfen, die dem Konzil zustimmten und die Neuerungen in seinem Geist angenommen hatten. Deshalb können sie nicht dulden, daß man die Tradition in der Kirche fortsetzt. Sie wollen in ihren Kirchen den neuen Priestertyp, wie sie es nennen. Folglich wollen sie ein neues Opfer, eine neue Art von Opfer, das letzten Endes kein Opfer mehr ist.
In dieser Lage befindet sich die Bruderschaft. Was sollen wir tun? Sollen wir etwa unseren Kampf aufgeben. Sollen wir unseren Glauben und das Streiten für die Tradition aufgeben? Wir sind davon überzeugt, daß alleine der Weg der Tradition die Kirche zu ihrer wirklichen Erneuerung führen kann. Sollen wir sie aufgeben? Nein! Wir wollen an der heiligen Messe festhalten. In goldenen und flammenden Lettern ist dies in unseren Statuten eingeschrieben. Es kann nicht anders werden. Wenn wir etwas ändern, zerstören wir dadurch unsere Priesterbruderschaft.
Ich weiß sehr wohl, daß es aus dem einen oder anderen Grund, junge Priester, Seminaristen und Gläubige gibt, immer gegeben hat und vielleicht noch immer gibt, die müde sind, zu kämpfen. Sie sagen: „Man muß sich um jeden Preis mit diesen Neuerern verständigen. Man muß verhandeln und man muß einen Kompromiß schließen.” Wenn sie sehen, daß wir keinen Kompromiß schließen, entfernen sie sich von uns. Wir verweigern jeden Kompromiß, wie er auch immer ausfallen wird. Wir halten unerschütterlich an der heiligen Messe fest, die über zweitausend Jahre lang gefeiert wurde.
Meine lieben Freunde, meine lieben Brüder, was sollen wir in dieser Situation tun? Während wir Widerstand leisten und treu an der heiligen Überlieferung der Kirche festhalten, war ich immer davon überzeugt, daß es meine Pflicht ist, nach Rom zu gehen, um zu protestieren. Ich war immer davon überzeugt, daß ich alles tun muß, damit man eines Tages zur Tradition zurückkehrt. Nun haben manche gemeint, leider auch Mitglieder der Bruderschaft, daß man nicht mehr nach Rom gehen soll. Es herrschte die Meinung, daß man keine Verbindung mehr mit den Personen haben sollte, die sich dem Irrtum zuwenden und das Zweite Vatikanische Konzil und seine Konsequenzen angenommen haben. Als die Bruderschaft weiterhin Verbindungen mit Rom und dem Papst hatte, haben es manche Mitglieder vorgezogen, sich von der Bruderschaft abzuwenden.
Meine lieben Brüder, die Bruderschaft hat nie so gehandelt. Ich war davon überzeugt, nie ein solches Beispiel geben zu dürfen. Im Gegenteil. Ich höre nicht auf, nach Rom zu gehen. Ich werde weiterhin damit fortfahren, mit Kardinal Ratzinger in Verbindung zu bleiben. Ich möchte erreichen, daß Rom zur Tradition zurückkehrt. Wenn ich überzeugt wäre, daß es keinen Papst mehr gibt, wozu sollte ich dann nach Rom gehen? Wie könnte ich dann hoffen, daß die Kirche zu ihrer heiligen Tradition zurückkehrt? Nur der Papst kann die Kirche zur Tradition zurückführen. Nur er hat die Gewalt und die Verantwortung. Auch wenn er sich heute leider in die Irrtümer des Zweiten Vatikanischen Konzils hineinziehen läßt, ist dies kein Grund, sich von ihm zu trennen. Im Gegenteil, wir müssen versuchen, ihn mit allen Anstrengungen zum Nachdenken über den Ernst der Lage zu bringen. Mit allen Anstrengungen müssen wir ihn zur Rückkehr der Tradition bewegen. Wir müssen von ihm verlangen, daß er die Kirche auf den Weg zurückführt, dem sie zweitausend Jahre lang gefolgt ist.
Sie, und manche, die uns deshalb verlassen, werden mir vielleicht antworten: „Das ist nutzlos, Sie verschwenden Ihre Zeit!” Sie denken so, weil sie kein Gottvertrauen haben. Gott kann alles. Menschlich gesprochen ist der Gedanke richtig, denn die Lage ist entmutigend. Aber der liebe Gott kann alles, und das Gebet vermag alles zu erlangen. Wir müssen für den Papst beten. Wir müssen doppelt soviel beten, daß der liebe Gott ihn erleuchtet, daß er endlich die Augen öffnet und die Verheerungen sieht, die sich in der Kirche ausbreiten. Wenn ihm das bewußt wäre, würden sich die Seminare wieder füllen. Es würde wieder Priester geben, die das wahre heilige Meßopfer feiern und das Lob des lieben Gottes singen, wie unser Herr am Kreuz, und das Kreuzesopfer würde fortgesetzt werden.
Deshalb gehe ich nach Rom.
Meine lieben Freunde, das ist die Bruderschaft. Bleiben Sie treu, meine lieben Freunde. In wenigen Augenblicken werden Sie durch die Auflegung meiner Hände zu Priestern geweiht. Seien Sie treu! Sie werden Priester der Bruderschaft, in der Bruderschaft und für die Bruderschaft. Seien Sie dieser Gesellschaft treu. Der liebe Gott hat unsere Bruderschaft gesegnet, deutlich und offenkundig! Es ist undenkbar, daß der liebe Gott alle diese Seminare, die Priorate und die Schulen nicht segnet. Bitten Sie den lieben Gott, daß Sie den Geist bewahren, der Ihnen in Ihren Seminaren vermittelt wurde. Entfernen Sie sich nicht von diesem Weg, wenn Sie den guten Kampf fortsetzen wollen, zu dem der liebe Gott Sie berufen hat. Dieser gute Kampf wird Sie heiligen. Es ist der Kampf des Kreuzes Unseres Herrn Jesus Christus. Durch diesen Kampf, durch Sein Kreuz, hat Er den Sieg davongetragen. Führen Sie diesen Kampf fort. Führen Sie diesen Kampf zunächst für sich selbst, um sich persönlich zu heiligen. Führen Sie diesen Kampf ebenso, um die anderen zu heiligen. Sein auf dem Altar fortdauerndes Kreuz, das Opfer von Kalvaria, ist das Programm Ihres Priesterleben. Es ist das Programm Ihres Lebens als Apostel und Missionar.
Sie wissen allerdings auch, daß das Kreuz und das Opfer Unseres Herrn kein ökumenisches Opfer ist. Es ist ein missionarisches Opfer. Das ist nicht das gleiche. Dieses Opfer erlaubt keinen Kompromiß mit dem Irrtum. Es ist das Opfer, das die Finsternisse des Irrtums verscheucht. Es ist wie ein Licht, wie die Wolke, die die Israeliten durch die Wüste führte. Auch Sie werden das heilige Meßopfer durch das Kreuz Unseres Herrn Jesus Christus durch die Wüste von heute führen. Diese Licht muß Sie führen, nicht dieser falsche Ökumenismus, der mit dem Irrtum paktiert und der den Irrtum mit der Wahrheit auf dieselbe Eben stellt. Dieser falsche Ökumenismus will die Wahrheit der Kirche verbergen, um denen zu gefallen, die im Irrtum sind. Dieser Ökumenismus zerstört die Kirche völlig.
Ich wünsche so sehr, meine lieben Freunde, daß Sie heute diesen Entschluß fassen, durch die Vermittlung unserer Bruderschaft, Priester der katholischen Kirche zu sein! Ich wünsche Ihnen, daß Sie heute katholische Priester werden, durch meine Handauflegung und durch das Gebet aller, die Sie umgeben. Erbitten Sie das vor allem von unserer lieben himmlischen Mutter! Sie hat niemals mit dem Irrtum paktiert. Sie hat nie mit dem Teufel verhandelt. Sie ist rein und heilig, Sie ist ohne Makel. Von der Liebe Unseres Herrn Jesus Christus ist Sie erfüllt. Diese Liebe will immer nur die Wahrheit und nie den Irrtum. Bitten Sie die liebe himmlische Mutter, die Patronin dieser heutigen Priesterweihe, daß Sie Ihre Treue bewahrt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
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