Brief (an Papst Johannes Paul II.) (1988) PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 20. Mai 1988 um 01:00 Uhr

Brief von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre
an Papst Johannes Paul II.
vom 20. Mai 1988
(Brief (an Papst Johannes Paul II.))

Heiliger Vater!

Während hinsichtlich einer möglichen Lösung des Problems der Bruderschaft eine gewisse Hoffnung aufgekommen war, erhob sich nach der Unterzeichnung des Protokolls eine ernste Schwierigkeit anläßlich des der Bruderschaft zugestandenen Episkopats für die Nachfolge in meiner bischöflichen Funktion.
Es tritt klar zu Tage, daß dieser Episkopat für den Heiligen Stuhl aus folgenden Gründen eine Quelle von Befürchtungen und Sorgen ist:
Erstens sei dieser Episkopat nach der gesetzlichen Anerkennung der Bruderschaft als Gesellschaft päpstlichen Rechtes überflüssig, da der Generalobere die Dimissorien einem Bischof seiner Wahl ausstellen kann.
Zweitens könne dieser Episkopat als eine gewisse Mißbilligung des örtlich zuständigen Episkopates erscheinen und werde die Bischöfe gegen den Heiligen Stuhl aufbringen.
Drittens schließlich kann dieser Episkopat möglicherweise in den Diözesen anläßlich des Apostolates bei den Gläubigen Schwierigkeiten hervorrufen.
Ohne Zweifel sind es diese Befürchtungen, die seit über einem Jahr zu den Verzögerungen und zu den ausweichenden Antworten von Seiten des Heiligen Stuhls führen. Dies zwingt mich moralisch, diesem Warten ein Ende zu setzen, nachdem ich mehrmals nachdrücklich darauf hingewiesen habe, daß unser Werk für sein Fortbestehen und seine Entfaltung mehrerer Bischöfe bedarf.
Der 30. Juni erscheint mir nunmehr das äußerste Datum, für die Verwirklichung dieser Sukzession. Die Vorsehung scheint dieses Datum vorbereitet zu haben. Die Vereinbarungen sind unterzeichnet. Die Namen der Kandidaten sind vorgeschlagen. Wenn Kardinal Ratzinger zeitlich zu überlastet ist, um die Mandate vorzubereiten, könnte Kardinal Gagnon damit betraut werden.
Heiliger Vater, setzen Sie diesem leidvollen Problem der Priester, der Gläubigen und Ihres Dieners ein Ende. Wenn sie die Tradition wahren, haben sie keinen anderen Wunsch als der Kirche und dem Papst zu dienen und ihre Seele zu retten.
Erlauben Sie mir noch einige Überlegungen zur Erneuerung der Kirche hinzuzufügen, zu der die Bruderschaft und ein ihr zugebilligter Episkopat beitragen könnte.
Die Presse hat über die Zwischenfälle in Wien, Österreich, und in Chur in der Schweiz berichtet. Im Hinblick auf die Bischofsernennungen hat die Presse von einer der Wahl der Bischöfe zu entnehmenden Änderung der Richtung des Heiligen Stuhls gesprochen. Ein gutes Vorzeichen, aber die Reaktionen zeigen, daß diese Bischöfe bei ihrem Apostolat praktisch enorme Schwierigkeiten haben werden. Sie gezwungen sein werden, ihre Verbundenheit mit dem modernen Geist durch Ökumenismus und Charismatismus darzutun, um die Geister zu beruhigen.
Ihre Seminare werden, selbst wenn sie eine gewisse Disziplin und eine größere Frömmigkeit beobachten, von diesem modernen Geist durchdrungen sein und schwerlich zur wahren Erneuerung der Kirche beitragen.
Diese Erneuerung kann nur mehr von Bischöfen verwirklicht werden, die die Freiheit haben, den Glauben und die Tugend mit den Mitteln wiederzubeleben, die Unser Herr Seiner Kirche durch die Heiligung der Priester und der Gläubigen anvertraut hat.
Nur eine von modernen Irrtümern und modernen Sitten vollständig befreite Umwelt kann diese Erneuerung ermöglichen. Diese Umwelt haben Kardinal Gagnon und Monsignore Perl visitiert. Es ist eine Umwelt, die von zutiefst christlichen Familien mit zahlreichen Kindern geschaffen wurde und aus der zahlreiche und ausgezeichnete Berufungen kommen.
Die Entwicklung dieser, durch Ihre Entscheidung, Heiliger Vater, erneuerten und ermutigten Umwelt, wird die Diözesen durch unsere Verbindungen mit den Bischöfen und dem Klerus wiederherstellen. Gewisse Bischöfe werden uns die Ausbildung ihrer Seminaristen anvertrauen und die Kirche wird so, mit der Gnade Gottes, wieder eine neue Jugend erleben und die heidnische Gesellschaft in eine christliche Gesellschaft umwandeln. Sie werden sicher verstehen, daß ein einziger Bischof für ein so weites Feld des Apostolats nicht genügen kann.
Wenn ich mir erlaube, diese Überlegungen Ihrem Urteil zu unterbreiten, dann geschieht es aus dem tiefsten Wunsch, Ihnen zu Hilfe zu kommen, um die schweren Probleme zu lösen, die zu lösen Sie sich auf Ihren apostolischen Reisen zu bewältigen bemühen.
Geruhen Sie, Heiliger Vater, den Ausdruck meiner ehrfürchtigsten und kindlichsten Gefühle in Jesus und Maria zu genehmigen.

+ Marcel Lefebvre

Ecône, 20. Mai 1988
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