Kleines Lexikon der Vorurteile gegen die Piusbruderschaft PDF Drucken E-Mail

Frage 9

In den Medien kursieren oft haarsträubende Irrtümer über die Piusbruderschaft:

Sie sei "fundamentalistisch", sie sei "intolerant und antidemokratisch" und ähnliches ist da zu hören.

 

Diese Abhandlung widmet sich diesen Einwänden, die vor allem Fernstehende und solche beschäftigen, die vielleicht nur in negativer Weise von der Bruderschaft gehört haben.

1. Einwand gegen die Piusbruderschaft

Die Piusbrüder behaupten, sie hätten die Wahrheit! Das ist fundamentalistisch.

Antwort:

Die Piusbruderschaft behauptet tatsächlich, die Wahrheit zu besitzen. Deswegen ist sie nicht fundamentalistisch. Das lässt sich leicht erklären:

  1. Die Piusbruderschaft ist eine Priestergemeinschaft der katholischen Kirche. Als solcher kann sie nur in Glaubensfragen sprechen. Es ist nicht Aufgabe der Piusbruderschaft, Urteile in Geschichte, Kunst oder Naturwissenschaften zu geben. Die Piusbruderschaft spricht vom Glauben.
  2. Glauben darf ein vernünftiger Mensch nur das, was er für wahr hält. Man würde sich lächerlich machen, wenn man sagte: „Ich glaube den Berichten von Marco Polo über China, aber ob sie wahr sind, weiß ich nicht.“ Wann immer es um den Glauben geht, geht es automatisch um die Wahrheitsfrage.
  3. Wenn die Piusbruderschaft nicht unlogisch werden oder sich selbst widersprechen will, muss sie sagen: Wir glauben an die Dogmen der katholischen Kirche, weil wir überzeugt sind, dass sie wahr sind.

VERGLEICH:
Um diese innere Überzeugung von der Wahrheit des Glaubens anschaulich zu machen sei hier als Beispiel auf alle Gruppierungen innerhalb anderer Religionen verwiesen, die ihren Glauben ernst nehmen, beispielsweise orthodoxe Juden, gläubige Moslems, überzeugte Freichristen.
Sie haben genau die gleiche Logik: Der Rabbi, der an der Klagemauer betet, ist überzeugt von der Existenz Gottes und der Auserwählung des Volkes der Kinder Israels. Jede hier widersprechende Aussage ist für ihn falsch. Das macht ihn aber nicht zum Fundamentalisten, sondern führt dazu, dass seine Haltung in sich logisch ist. Er glaubt es, weil er davon überzeugt ist, dass es wahr ist. Gleiches gilt für alle Menschen, die einem Glauben aus Überzeugung anhängen. Sobald vom Glauben die Rede ist, muss auch die Aussage hinzu kommen, dass die Inhalte der Lehre wahr sind. Denn sonst darf man sie nicht glauben.

Widersprüchlich ist hier nur der dem Zeitgeist angepasste Christ: Er behauptet, Christ zu sein, sagt aber im selben Atemzug, dass er nicht wisse, ob das Christentum die Wahrheit sei...

Wer hingegen sagt: Ich bin von der Wahrheit meines Glaubens überzeugt, ist in sich logisch.
Wer sagt: Ich bin nicht überzeugt, dass meine Religion die wahre ist, muss sich fragen lassen: Warum glaubst du es dann?

Satz 1:

Wer etwas glaubt, muss auch überzeugt sein, dass es wahr ist, sonst darf er es nicht glauben.

 

2. Einwand

Die Piusbruderschaft behauptet, die anderen Religionen seien falsch. Ist es nicht vielmehr so, dass viele Wege zu Gott führen? Gott ist wie ein Berg: Jede Religion ist ein Weg dahin (vgl. die Ringparabel von Lessing).

Antwort: Der oft zitierte Vergleich vom Berg, auf den viele Wege führen, ist bei logischer Betrachtung nicht haltbar. Er hört sich gut an und klingt auf den ersten Blick plausibel, ist aber in sich widersprüchlich! Das hängt damit zusammen, dass die Religionen selbst sich in den wichtigen Punkten widersprechen.
Das Christentum ist nicht mehr Christentum, wenn man die Dreifaltigkeit leugnet.
Das Judentum ist nicht mehr das heutige Judentum, wenn man Jesus von Nazareth als den wahren Messias anerkennt.
Der Islam ist nicht mehr der Islam, wenn Gott nicht mehr Allah der eine, sondern Gott der dreifaltige ist („Fern sei es von Allah, dass er einen Sohn habe“ - Sure 4,171).
Der Hinduismus ist mit allen drei monotheistischen Religionen nicht vereinbar, da er eine Vielzahl von Göttern kennt, ähnlich wie unsere Vorfahren, die Germanen, vor ihrer Bekehrung zu Christus, einen Vielgötterglauben hatten (vgl. Wotan usw.).
Der Buddhismus ist im Grunde genommen überhaupt keine Religion mit einem persönlichen Gottesbegriff, sondern strebt die vollkommene Selbstauflösung an.
Daraus lässt sich klar ersehen: Die Religionen widersprechen sich. Von sich widersprechenden Aussagen kann nur eine richtig, die anderen falsch sein. Beispiel: Für die Mathematik: Die Gleichung x+3 = 5 kennt nur eine richtige, aber unendlich viele falsche Lösungen. Ebenso ist es mit Gott: Eine der Religionen stimmt, dann sind aber gleichzeitig die anderen falsch. Oder: Alle Religionen sind falsch und es gibt überhaupt keine wahre Religion. Jede andere Aussage ist in sich unlogisch.

Satz 2:

Weil sich die Religionen in wesentlichen Aussagen widersprechen, können sie nicht zugleich wahr sein.

 

3. Einwand

Gibt es nicht Übereinstimmungen in den Religionen? Spricht nicht der Koran in der 4. Sure über die jungfräuliche Empfängnis? Sind nicht die drei Ur-Gottheiten des Hinduismus ein Ausdruck für die christliche Dreifaltigkeit?

Antwort: Es gibt in der Tat Überschneidungspunkte. Die zitierte Sure im Koran stimmt tatsächlich in diesem Punkt mit dem christlichen Dogma überein. Ebenso ist beispielsweise das gesamte Alte Testament der Juden Bestandteil des christlichen Glaubens.
Das genügt aber nicht um zu sagen: Alle Religionen lehren das Gleiche. Wenn dem so wäre, könnte ja jeder Moslem problemlos Jude werden und jeder Hindu ohne Schwierigkeiten ein bekennender Protestant.
Diese Überschneidungen dürfen nicht über die wesentlichen Unterschiede hinwegtäuschen.
Heutzutage versuchen vor allem angepasste Katholiken mit Hinweis auf diese Randpunkte jede Unterschiedlichkeit der Religionen als sekundär zu betrachten.
Vergleich: Jeder wird zugestehen, dass Eisen und Holz hart sind. Keiner würde aber deswegen sagen: Also sind Eisen und Holz das gleiche.
Wir halten fest: Die Religionen stimmen in Teilaspekten überein. Das löst jedoch nicht ihre innere Unvereinbarkeit auf.

Auch wenn Jesus im Koran genannt ist, auch wenn in der 4. Sure die Jungfrauengeburt bestätigt wird, Teilüberschneidungen lösen die Widersprüchlichkeit in wesentlichen Punkten nicht auf.

Satz 3:

Übereinstimmende Teilaspekte können die Wesensunterschiede der Religionen nicht aufheben.

 

4. Einwand

Ist es nicht so, dass durch eine solch logische Betrachtung Intoleranz gefördert wird? Wenn man alles logisch betrachtet, kann nur eines wahr sein. Zu sagen: „Deine Religion ist falsch“, ist aber schon ein Akt der Intoleranz.

Antwort: Hier kommen wir zu dem wohl im höchsten Maß falsch verwendeten und verstandenen Begriff der Moderne (nach dem Wort Liebe, das für sinnlichen Egoismus ebenso verwendet wird wie für selbstlose Hingabe): Das Wort „Toleranz.“
Was ist Toleranz?
Toleranz kommt von dem lateinischen Wort „tolerare“ – dulden, ertragen. Toleranz im Glauben bedeutet, dass ich jemandem seinen Glauben lasse, bzw. ihn zu nichts zwinge, ihm auch wegen seines Glaubens keine Repressalien zufüge.
Toleranz bedeutet aber nicht, dass man deswegen seinen eigenen Glauben aufgibt! Im Gegenteil: Man muss sogar seinen eigenen Glauben bewahren, um Toleranz üben zu können. Genau hier besteht der entscheidende Fehler, der in den meisten Diskussionen heute gemacht wird. Toleranz setzt immer zwei sich unterscheidende Meinungen voraus.

Beispiel: Ein Christ kann nur dann einen Moslem tolerieren, wenn er Christ ist. Wenn beide Moslems sind, können sie sich in Glaubensfragen nicht mehr tolerieren, sie behaupten ja das gleiche.
Daraus folgt: Wirkliche Toleranz ist nur dort möglich, wo auch wirklich unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen. Je überzeugter also zwei Glaubensrichtungen sind, desto klarer können sie Toleranz üben.

Kein Begriff wird heute so strapaziert, wie das Wort Toleranz. Es wird stets gleichgesetzt mit: Alles gleichreden. In Wirklichkeit kann Toleranz nur dort geübt werden, wo tatsächlich unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen.

Satz 4:

Wahre Toleranz gibt es nur bei zwei sich unterscheidenden Auffassungen.

 

5. Einwand

Wie sieht diese Toleranz in Wirklichkeit aus? Die Piusbruderschaft will ja alle bekehren! Sie will alle zu Christus führen und widerspricht so dem wahren Toleranzbegriff, der dem anderen seine Meinung lässt!

Antwort: Es ist ureigenstes Gedankengut der katholischen Lehre, dass die Annahme des Glaubens frei und ungezwungen sein muss. Schon Thomas von Aquin erklärt, dass der Glaube nur frei sein kann.
Diese Freiheit des Glaubens ist genuin christlicher Natur. Ohne den moslemischen Glaubensangehörigen zu nahe treten zu wollen, muss man feststellen, dass gerade die Ausbreitung des Islams – bei Betrachtung der historischen Quellen – oftmals mit Gewaltausübung verbunden war.
Die Ausbreitung des Christentums war im Gegensatz dazu verbunden mit Gewalterduldung. Die Christen der ersten Jahrhunderte waren fast alle Märtyrer, das heißt sie haben nicht andere zum Glauben gezwungen, sondern haben gewaltlosen Widerstand geleistet bis zum Martyrium.
Genau so will auch die Katholische Kirche heute wieder missionieren: Nicht mit Zwang, sondern mit einem Heilsangebot! „Siehe, ob nicht Christus der Weg für dich ist!“ Die Kirche muss wieder zum Selbstbewusstsein einer Sendung zurückkehren. Diese Sendung beinhaltet, dass sie Christus der Welt als den wahren Erlöser verkündet, ohne dabei die Menschen zu zwingen.
Wir stehen im Jahr des heiligen Apostels Paulus, eines Juden, der ganz in der Begeisterung für Christus aufgegangen ist. Sein Beispiel ist maßgebend für alle Katholiken: Christus verkünden als den wahren Messias, niemals jedoch irgend jemanden zwingen: Auf dem Höhepunkt seiner missionarischen Tätigkeit verkündet Paulus den christlichen Glauben auf dem Marktplatz von Athen! Doch die Antwort vieler ist nur Gelächter bei dem Wort „Auferstehung“. Paulus lässt sich nicht beirren, predigt weiter und gründet eine kleine Christengemeinde. Sie ist – zusammen mit den übrigen Städten in Griechenland – der Beginn der christlichen Zivilisation des Abendlandes. Wir fassen zusammen: Wahre Mission besteht darin, den Glauben mit Überzeugung zu predigen, die Annahme aber immer frei zu lassen.

Satz 5:

Missionarische Predigt geschieht zwar mit Überzeugung, bleibt aber Angebot, nicht Zwang.

 

Anmerkung: Wenn hier mit einem säkularen Kirchenfeind diskutiert würde, käme als nächstes folgender Einwand: Die Kirche hat aber zwangsmissioniert und den Glauben mit dem Schwert ausgebreitet. Als Beispiel werden dann die Kreuzzüge angeführt. Leider ist dieses Beispiel unzulässig: Den christlich motivierten Kreuzfahrern ging es um die Wiederherstellung der Pilgerstätten im Heiligen Land, allen voran der Grabeskirche, die einem Terroranschlag von Seiten der Sarazenen zum Opfer gefallen ist: Sie wurde am 18. Oktober 1009 auf Befehl des Fatimiden-Kalifen Al-Hākim bi-amri ʾllāh zerstört. Daraufhin beschlossen die Christen den Feldzug zur Befreiung des Heiligen Landes, um den Pilgern wieder sicheren Zugang zu den heiligen Stätten zu verschaffen. Den geldgierigen Kreuzfahrern, welche die Idee des Kreuzzuges für ihren eigenen Vorteil missbrauchten (wie dies leider auf dem IV. Kreuzzug der Fall war), ging es um persönliche Bereicherung. Dieses Motiv entspringt aber nicht dem christlichen Glauben, sondern widerspricht demselben!

 

6. Einwand

Gut, die Piusbruderschaft will Heilsangebot statt Zwang. Dennoch bleibt sie bei der Bewertung der anderen Religion als „falsch.“ Verliert man hier nicht den Menschen aus dem Auge, der diese Religion vertritt? Man kann gar nicht sagen: Diese Religion ist falsch, ohne zugleich all jene Menschen zu verletzen, die diese Religion vertreten, lieben und nach ihr leben!

Antwort: Um die Lösung dieser Problematik zu verstehen, hilft nur ein Vergleich: Ist es für einen Schüler verletzend, wenn ihm der Lehrer einen Fehler anstreicht? Beispielsweise weil er die Rechnung 2+2=6 mit dem Rotstift berichtigt? Subjektiv ja, denn er hat vielleicht eine schlechte Note, ist eventuell auf den Lehrer verärgert, weil dieser streng ist. Letztendlich aber ist es zum Nutzen des Schülers! Würde dieser Fehler nicht korrigiert, dann wäre der Schüler sein Leben lang benachteiligt.
Das gilt für alle Bereiche des menschlichen Lebens: Ein Apotheker muss den Lehrling genauso auf Fehler hinweisen wie der Maurer, der Zimmerer, der Maler und der Hochschulprofessor. Immer muss der Mensch seine eigene Meinung mit der Realität in Übereinstimmung bringen. Das gilt für den Historiker, den Archäologen, den Sprachwissenschaftler, den Physiker, den Chemiker, den Astronomen, ja jede menschliche Wissenschaft. Jeder will objektive, das heißt an der Realität gemessene und dadurch von jedermann nachvollziehbare Wahrheit!
Wenn ein Wissenschaftler von einem anderen korrigiert wird, weil seine Ergebnisse falsch sind, so macht er sich lächerlich, wenn er der Fachwelt verkünden wollte: „Meine Lösungen zu kritisieren ist menschenverachtend! Niemand sieht, mit wie viel Überzeugung und Liebe ich an dieser Aussage hänge ...“
Genau so ist es im Glauben: Natürlich muss man Verständnis aufbringen für das soziale Umfeld, in welchem dieser Glaube gelebt, gedacht und vermittelt wird. Man muss Verständnis dafür haben, dass dieser Glaube den Menschen essentiell bewegt, wenn er aus Überzeugung hinter ihm steht.
Trotz all dieser subjektiven Identifikation muss auch hier das Denken möglich bleiben. Das heißt, es muss eine vergleichende Religionswissenschaft geben, bei der die Aussagen – unabhängig von den Personen und ohne diese herabzuwerten – gegenüber gestellt werden können. Ansonsten würde in Glaubensfragen alles das automatisch wahr sein, was Irgendjemand mit Überzeugung behauptet!
Derjenige, der weiß, dass seine eigene Religion standhalten wird, hat nichts zu befürchten. So hat schon im Mittelalter der große mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin ein ganzes Buch der Gegenüberstellung von Islam und Christentum geschrieben. Unnötig zu erwähnen, dass er als katholischer Theologe alle jene Kommentare eines moslemischen Philosophen namens Avicenna (auf Arabisch: Abū Alī al-Husayn ibn Abdullāh ibn Sīnā) übernommen hat, die er als richtig erkannte!
Insofern fordert die Piusbruderschaft gerade für die heutige Zeit in Glaubensfragen wieder die gleiche Sachbezogenheit wie in anderen Wissenschaften.
Der Existentialismus sowie der Psychologismus der letzten hundert Jahre haben sämtliche religiöse Diskussion erstickt durch die Hauptaussage des Subjektivismus: „Das ist meine persönliche Religion, also darfst du nichts dagegen sagen!“
Wir fordern eine Streitkultur im Dienst der objektiven Wahrheit, bei der sachbezogen diskutiert wird, ohne dass sich stets jemand persönlich verletzt fühlt.

 

Satz 6:

Von großer Wichtigkeit ist die Rücksicht auf die subjektive Bindung des Andersgläubigen an seine Vorstellungen. Sie darf aber nicht die Frage nach der objektiven Gültigkeit der Religion unmöglich machen!

 

7. Einwand

Kann man denn in Glaubenssachen überhaupt zu einer objektiven Wahrheit gelangen? Ist nicht der Glaube dadurch von den Gesetzen der Logik ausgenommen, weil es sich um Glauben handelt? Hier kann doch keiner etwas beweisen!

Antwort: Richtig. Glaube ist nur dort, wo kein Beweis möglich ist. Wenn ein Beweis vorläge, wäre es ja gerade kein Glaube. Dennoch ist der Einwand nicht stichhaltig. Glauben allein gibt es nicht, es gibt immer nur den Glauben an etwas. Man muss, um überhaupt glauben zu können, jemanden haben, dem man glaubt. Im Fall der Piusbruderschaft ist dies die katholische Kirche. Wir glauben der katholischen Kirche. Hier aber setzt sehr wohl wieder die logische Überlegung, der Verstand und die vergleichende Religionswissenschaft ein. Jeder vernünftige Katholik ist nämlich gehalten zu fragen: Warum glaube ich der katholischen Kirche und nicht den Orthodoxen, den Protestanten, den Hinduisten? Diese Frage bezieht sich nicht auf den Glauben als solchen, sondern auf die Frage der Glaubwürdigkeit. Ist die Institution, die Lehren, die Schriften, denen ich glaube, auch des Glaubens würdig? Ist es lückenlos überliefert? Ist es in sich stimmig? Das sind nach der Theologie die sogenannten praeambula fidei, die Vorbedingungen des Glaubens. Insofern wollen wir eine Gegenüberstellung der Glaubwürdigkeit der einzelnen Religionen, um dem Menschen eine überzeugte und frei getroffene Entscheidung für die Wahrheit zu ermöglichen.
Nicht der Glaube kann bewiesen werden, wohl aber die Glaubwürdigkeit des Zeugen. So ist es Aufgabe der Apologetik zu zeigen, dass die katholische Religion in höchstem Maße glaubwürdig ist. Dass die Quellen stimmen, dass die Überlieferungen sich nicht geändert haben usw. Das nebenstehende Bild zeigt eine Handschrift des Johannes-Evangeliums aus dem 2. Jahrhundert!
Nicht die Glaubenssätze oder Dogmen sind beweisbar, wohl aber die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche.

Satz 7:

Nicht die Glaubenssätze oder Dogmen sind beweisbar, wohl aber die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche!

 

8. Einwand

Wenn das aber so einfach wäre, dann würden ja alle Menschen katholisch werden. Fakt ist aber, dass es Milliarden von Menschen gibt, die sich gegen die katholische Kirche oder gegen Christus entscheiden. Das zeigt doch, dass es keine objektive Glaubwürdigkeit gibt.

Antwort: Auch hier gibt es ein treffendes Gleichnis des Herrn. Es ist die Parabel vom Sämann. Das Wort Gottes ist ein Samenkorn, das auf steinigen Grund, auf den Weg oder unter die Dornen fällt. Das heißt, die Annahme des Glaubens wird nicht allein bestimmt durch die gute Darlegung, sondern durch viele andere Faktoren.
Letztendlich aber hängt sie ab vom freien Willen. Jeder Mensch kann aufgrund des freien Willens sich der Annahme des Glaubens verweigern.
Wie das Gleichnis sagt, spielen hier andere Dinge mit: Die Dornen beispielsweise sind die Vergnügungen der Welt. Wer den Glauben annimmt, muss sich auch in seinen Handlungen an Maßstäbe halten, die so manche irdische Vergnügung unmöglich machen. Das will aber der Mensch nicht, seit der Erbsünde ist es leichter, das Böse zu tun, als dem Guten nachzueifern. Das ist einer der wichtigsten Gründe für die Ablehnung der Wahrheit.
Leider Gottes spielt auch der Hochmut eine große Rolle. Millionen von Menschen glauben nicht an Christus, obwohl der katholische Glaube in höchstem Maß glaubwürdig ist. Das liegt am freien Willen des einzelnen und an äußeren Faktoren, wie das Gleichnis vom Sämann zeigt.

Satz 8:

Die Glaubwürdigkeit der katholischen Religion bringt nicht notwendig den Glauben aller mit sich.

 

9. Einwand

Muss man denn in Glaubensfragen so streng logisch sein, wie die Piusbruderschaft es verlangt? Hat nicht gerade das zweite Vatikanische Konzil gezeigt, dass man zuerst auf den Menschen sehen, auf ihn zugehen und mit ihm sprechen muss? Ist nicht das Menschliche viel wichtiger als alle dogmatisierende Rechthaberei?

Antwort: Richtig, man muss auf den Menschen zugehen. Man darf ihn nicht mit der Wahrheit erschlagen. Hier muss vielleicht auch mancher aus unseren Reihen sich selbst hinterfragen um festzustellen, wie sehr 40 Jahre Kampf um die Wahrheit ihn geprägt haben.
Immer zählt bei der katholischen Glaubensverkündigung die Güte Christi.
Man denke an das unvergleichliche Gespräch mit der Samariterin am Brunnen. Möglich, dass so mancher traditionstreue Gläubige bei der Diskussion eher die Wehrufe Christi über die Pharisäer vor Augen hat als das gütige Gespräch Christi mit der Samariterin, das jene Frau schlussendlich zum Glauben bringt.
Andererseits können wir die Vorgehensweise der nachkonziliaren Kirchenvertreter nicht ohne weiteres gutheißen. Hier scheint nämlich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet: Vor lauter Mitmenschlichkeit, Güte und Gemeinsamkeit hat man die Wahrheit außen vor gelassen. Das Gespräch am Brunnen führt Christus in aller Güte, aber doch so, dass die Frau am Ende das Wesentliche erkennt: Christus ist der Messias. Die Verkündigung nach dem Konzil scheint von vielen nur noch um der Mitmenschlichkeit willen zu sein. Wichtig ist das Menschliche, das Gemeinsame, das Miteinander.
Dass aber auch die Frage nach der Wahrheit gestellt werden muss, dass man auch und gerade unangenehme Wahrheiten einer modernen Zeit nahebringen muss (dass es eine Sünde gibt, dass man gehalten ist, zu den Sakramenten zu gehen, dass das unentschuldigte Fehlen bei der Sonntagsmesse eine schwere Sünde ist, dass Christus in der heiligen Schrift vor nichts so sehr warnt wie vor der Hölle u.v.m.), wurde einfach in der Verkündigung weggelassen.
Das ist nicht statthaft. Man kann dies mit dem Alten Testament vergleichen: Dort gab es wahre Propheten, die dem Volk Israel die Sünden vorhielten, wenn dies nötig war. Das waren die mutigen, vom Heiligen Geist erfüllten Propheten des Herrn. Und es gab die Lügenpropheten, jene, die den Königen das sagten, was sie gerne hören wollten. Welche die Kinder Israels nicht am Götzendienst und an der Unzucht hinderten. Sie waren dem Herrn ein Gräuel.
Wenn also die Verkündigung alles wegredet, was anecken kann oder für die moderne Zeit ein Vorwurf ist, dann handelt es sich um ein schwerwiegendes Defizit.
Die Piusbruderschaft möchte dazu beitragen, wieder die notwendige und einzig mögliche katholische (d.h. umfassende) Synthese zu schaffen:
Güte in der Verkündigung, aber Klarheit in der Wahrheit!
Vor lauter Güte hat man in der nachkonziliaren Glaubensverkündigung jene Wahrheiten geflissentlich verschwiegen, die beim modernen Menschen Unverständnis hervorrufen oder anecken könnten. Das ist so wie wenn jemand mit dem Staubsauger eifrig durch die Wohnung fährt, ihn dabei aber nicht einsteckt. Christus spricht in diesem Zusammenhang vom Salz, das schal geworden ist. Es taugt zu nichts, wird hinausgeworfen und von den Menschen zertreten. Solche Wahrheiten sind die 4 letzten Dinge des Menschen: Tod, Gericht, Himmel und Hölle, die Todsünde, welches das Leben der Gnade in der Seele zerstört, das Sühneopfer Christi am Kreuz und auf dem Altar, die Anbetung des real und wirklich im Altarsakrament gegenwärtigen Jesus, die 5 Gebote der Kirche, vor allem der unter schwerer Sünde verpflichtete Sakramentenempfang (Beichte), die Moralvorschriften bezüglich der Ehe usw. Bei vielen nachkonziliaren Katholiken herrscht eine völlige Unkenntnis des Glaubens verbunden mit einer lockeren Moralvorstellung: Gott ist so gut, wir kommen alle, alle in den Himmel!

Satz 9:

Die Güte in der Verkündigung darf die Wahrheit nicht aufweichen.
Oder mit den Worten Christi: „Ihr seid das Salz der Erde!“

 

10. Einwand

Gut, in Glaubensfragen ist die Sache logisch und verständlich. Aber wie steht es mit der Moral? Verurteilen die Piusbrüder nicht durch ihre strengen Moralvorschriften Menschen, die anders leben als du und ich, nämlich die Homosexuellen?

Antwort: Die Piusbruderschaft sieht sich der Wahrheit gegenüber verpflichtet. Diese Wahrheit ist nicht selbst erfunden, sondern findet ihren Ausdruck in der Heilgen Schrift ebenso wie im Lehramt der Kirche.
Die Heilige Schrift lehnt die Homosexualität ab (siehe Kasten). Soll die katholische Kirche die Heilige Schrift zensieren? Soll sie die Stellen auslassen, die anecken?
Aber deswegen ist man nicht intolerant. Auch hier gilt die christliche Grundeinstellung von der Güte: Das Gleichnis vom verlorenen Schaf lehrt uns, dass jeder Mensch, egal auf welchem Weg er sich augenblicklich befindet, von Gott innig und personal geliebt wird.
So gesehen darf sich ein praktizierender Katholik nicht besser dünken als ein Homosexueller. Würde er das tun, müsste er sofort zum Pharisäer werden, der da sprach: Herr, ich danke Dir, dass ich nicht bin, wie dieser Sünder da. Auch der praktizierende Katholik begeht Sünden, denn die einzigen beiden Menschen, welche ihr ganzes Leben lang sündenfrei waren, sind Jesus und seine hochheilige Mutter.
Der Unterschied zum Homosexuellen ist, dass der praktizierende Katholik die Gebote und die Sünde anerkennt, der agitierende Homosexuelle aber glauben machen will, dass es keine Gebote und keine Sünde gibt. Hier müssen wir dem aufkommenden Mainstream widersprechen. Es gibt eine Sünde im 6. Gebot, welches lautet: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Darunter fällt nicht nur der Ehebruch, sondern auch Taten gegen die natürliche Sexualität. Alle Menschen, ganz gleich welcher Herkunft und welcher Prägung, müssen diesen Geboten Gottes gehorchen. Das gilt auch für Homosexuelle.
Dennoch lässt die Kirche den Homosexuellen nicht im Regen stehen. Um das Einhalten der Gebote zu ermöglichen, bemüht sich ja gerade der Seelsorger, indem er den Menschen in der Beichte die Möglichkeit der Seelenreinigung, in der Kommunion der Stärkung anbietet. Diese Mittel sind für jeden Menschen unabdingbar.
Insofern lässt sich sagen: Die Piusbruderschaft akzeptiert den Homosexuellen als Menschen, aber sie lehnt die Homosexualität klar und eindeutig als Sünde gegen Gottes Gebot ab.
Es kann sogar sein, dass derjenige, der heute gegen die Kirche kämpft, morgen einer ihrer größten Verteidiger wird. Auch hier gilt wieder das herrliche Beispiel des heiligen Paulus.

Der Zöllner und der Pharisäer: Sobald ein Gläubiger der Piusbruderschaft sich selbst besser einschätzen würde als andere Mitbürger, wäre er wie der Pharisäer. Niemand darf über das persönliche Gewissen des anderen Urteilen, denn es heißt im der Hl. Schrift: „Der Mensch sieht ins Antlitz, Gott aber in das Herz!“
Zugleich mit der Liebe für jeden Menschen, verbindet die Piusbruderschaft die Treue zu Gottes Geboten. Sie gelten auch für das Jahr 2011, sie galten für die Menschen vor 2000 Jahren und sie werden gelten bis zum Ende dieses Menschengeschlechtes! „Wer auch nur ein Jota vom Gesetz weglässt...!“

Satz 10:

Die Kirche liebt den Sünder weil sie alle Mittel hat, um ihm zu helfen, aber sie hasst die Sünde.

 

11. Einwand

Die Piusbruderschaft will aber ihre Mission auch auf den Staat ausdehnen. Sie fordert den christlichen Staat. Das ist mittelalterlich und kommt einem Gottesstaat gleich. Außerdem verstößt es gegen das Grundgesetz Art. 4 Abs. 1, wonach die freie Religionsausübung gewährleistet wird.

Antwort: Hier kommen wir zu einem sehr zentralen Punkt, der Frage nach der Verfassungskonformität der Piusbruderschaft. In den letzten Tagen konnte man immer wieder hören: „Der Verfassungsschutz muss diese Piusbrüder observieren. Man weiß ja gar nicht, ob sie verfassungsfeindlich sind!“ Spiegel-Redakteure versuchten gar, alles was sich in der konservativen Region der Kirche bewegt, als rechtsradikal und faschistisch abzukanzeln (vgl. SPIEGEL, 8/2009 S. 36/37).
Im Grunde fußt der Artikel 4 Absatz 1 des Grundgesetzes auf den Wurzeln der abendländischen Theologie. So schreibt bereits Thomas von Aquin in seiner Summa theologica im Hochmittelalter (in antikirchlicher Propaganda stets als die „finstere Zeit des Menschen“ bezeichnet): „Infideles nullo modo ad fidem compellendi sunt“ – „Ungläubige dürfen unter keinen Umständen zum Glauben gezwungen werden“. (Sth II-II, q10 a 8 c) Die Begründung ist denkbar einfach und wurde ebenfalls von einem katholischen Theologen ausgesprochen, allerdings bereits tausend Jahre vorher: „Credere nonnisi volens“ – „Der Glaubensakt ist schlichtweg unmöglich, außer er ist freiwillig“ (Augustinus, In Io. tr. 26 super 6,44).
Das bedeutet aber automatisch, dass ein Staat, in dem es mehrere unterschiedliche Religionen gibt, den jeweiligen Untertanen die Religionsausübung privat nicht verbieten darf. Genau das beinhaltet auch der Artikel 4 Abs 1. Wenn diese Religion eine große Gruppe innerhalb des Staates darstellt, darf der christliche Staat dieser Gruppe auch öffentlich Gebäude für ihren Kult erlauben, um den Frieden zu erhalten.
Diese religiöse Toleranz war schon lange vor der Abfassung des Grundgesetzes in den katholischen Staaten üblich. Nur ein Beispiel sei erwähnt, das signifikant ist.
Es ist ja bekannt, dass die Kinder Israels in den europäischen Ländern ein hartes Schicksal hatten. Welches Land hat ihnen am meisten Toleranz und Freiheiten gewährt? Die von den Aufklärern und Freidenkern so verhasste katholische Monarchie von Österreich. Die folgenden Belege sind umso interessanter, als sämtliche Geschichtsbücher in den Schulen Beweise für Toleranz in katholischen Staaten totschweigen:
Kaiser Franz Josef und die Juden:
1867 wird durch das Staatsgrundgesetz in ganz Österreich den Juden erstmals in ihrer Geschichte der ungehinderte Aufenthalt und die Religionsausübung gestattet. Die Jüdische Gemeinde wuchs als Folge dieser Entwicklungen sehr rasch: Registrierte die Israelitische Kultusgemeinde Wien 1860 6.200 jüdische Einwohner, so waren es 1870 bereits 40.200 und zur Jahrhundertwende 147.000.
Kaiser Franz Joseph wurde von den galizischen Juden beinahe mythisch verehrt. Im Volksmund wurde der Kaiser Efraim Jossele genannt, und es entstand eine Reihe von Sagen, die ihn als persönlichen Schützling des Propheten Elia darstellten. „Die Welt war zu jener Zeit von Franz Joseph I. begrenzt. Auf jeder Briefmarke, auf jedem Geldstück und auf jedem Stempel bestätigte sein Bildnis die Unveränderlichkeit der Welt und das unerschütterliche Dogma ihrer Eindeutigkeit“, schreibt der polnische jüdische Schriftsteller Bruno Schulz in seinem Buch „Das Sanatorium zur Todesanzeige“.[2] Der Belzer Rebbe schloß den Kaiser in sein Gebet ein, und zu jedem Jubiläum oder Familienereignis im Kaiserhaus verschickten die galizisch jüdischen Gemeinden Grußadressen nach Wien.
Kaiser Franz Josef I., Inbegriff des katholischen Monarchen, gewährte bereits im Jahr 1867 den jüdischen Mitbürgern der Monarchie ungehinderten Aufenthalt und freie Religionsausübung. Berühmt geworden sind seine Worte an den Ministerpräsidenten Taaffe: „Ich dulde keine Judenhetze in meinem Reiche!“
Die Synagoge in der Leopoldstadt. Dank der Toleranz des Kaisers kommt es in Wien zu einer großen Zuwanderung, das jüdische Leben blüht auf. Wir schreiben das Jahr 1867, also fast hundert Jahre bevor in Deutschland die Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert werden muss.

Satz 11:

Die Kirche hat stets die Religionsfreiheit im Sinne der Toleranz eines Staates gegen Andersgläubige verstanden und praktiziert.

 

12. Einwand

Aber die Piusbruderschaft ist dennoch gegen die Demokratie als solche. Sie lehrt, dass die Monarchie die eigentliche Staatsform ist, weil sie dem Urbild Gottes, der ein Herrscher ist, besser entspricht.

Antwort: Dieser Vorwurf ist einer der unhaltbarsten überhaupt. Waren doch gerade die Gründerväter der Nachkriegsdemokratie fest verwurzelt im Gedankengut des christlichen Abendlandes. Nicht umsonst haben die Gesetzgeber der Bundesrepublik Gott in der Präambel verankert, etwas, das man heute in der EU-Verfassung nicht mehr finden wird.
Zudem ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gut mit dem von der katholischen Kirche verteidigten Naturrecht vereinbar. Stets hat die katholische Kirche gelehrt, dass es den Menschen freigestellt ist, welche Herrschaftsform sie sich wählen, sofern das Naturrecht gewahrt bleibt.
Entscheidungen des Bundestages und der Gerichte (Verfassungsgericht) haben aber in der jüngsten Vergangenheit, insbesondere die letzten zwanzig Jahre, eine Entwicklung befördert, die der deutschen Demokratie schweren Schaden zufügt hat und gegen die Intention der Gründungsväter gerichtet ist.
Insofern muss die Frage ganz anders lauten: Nämlich: Was wurde aus der ursprünglich christlichen Grundlage des Deutschen Staates gemacht? Hat man nicht sukzessive wesentliche Werte gestrichen, um die Demokratie zu entchristianisieren?
Hier eine kleine Auflistung der Änderungen am Strafgesetzbuch, welche den Werteverfall in der Bundesrepublik seit 1945 zeigen:
* Straffreiheit für Abtreibung: 218a StgB – eingeführt am 18. Juni 1974:
Indem man die Abtreibung nicht mehr unter Strafe stellt wurde das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit schwerwiegend beeinträchtigt (verstößt gegen GG Art 2 Abs 2).
* Aufhebung der Strafe für Homosexualität: StgB § 175 / 2. Strafrechtsreform vom 4. Juli 1969.
Durch die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe wurde der verfassungsmäßige Schutz von Ehe und Familie untergraben (verstößt gegen GG Art 6 Abs 1).
Ebenso wurden mit dieser 2. Strafrechtsreform die Verführung Minderjähriger (§182) und die Verbreitung unzüchtiger Schriften (§184) geändert.
Bis zum Jahr 1969 stand also in der Bundesrepublik Deutschland die Homosexualität unter Strafe! Mehr noch: Bis zu dieser 2. Strafrechtsreform war es sogar verboten, nichtverheirateten Paaren Zimmer zu vermieten. Der entsprechende Paragraph war StgB 180 „Kuppelei“.
Aufhebung der Strafe für Kuppelei – § 180 / 2. Strafrechtsref. v. 4. Juli 1969.
Doch auch die jüngste Rechtsprechung zeigt schwere Mängel:
.    Durch die neuen Gesetze zur Verstaatlichung der Kindererziehung und durch die massiven Erschwernisse zur Gründung privater Schulen wurde das verfassungsmäßige Recht der Eltern auf Erziehung der Kinder beeinträchtigt (verstößt gegen GG Art 6 Abs 2).
.    Durch das sogenannte „Antidiskriminierungsgesetz“ wird die freie Meinungsäußerung eingeschränkt und das Recht von Eigentümern über ihr Eigentum frei zu verfügen, teilweise aufgehoben (verstößt gegen GG Art 5 und Art 14).
.    Durch den Vorrang von nicht auf demokratischem Wege zustande gekommenen EU-Gesetzen vor nationalem Recht wird die staatliche Souveränität Deutschland untergraben und Gesetze übernommen, die teilweise der deutschen Rechtsprechung widersprechen.

Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer, unterzeichnete das Grundgesetz am 23. Mai 1949, in Bonn. Was würde Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Nachkriegsgeschichte, zur Entchristianisierung des Grundgesetzes sagen? Würde er nicht heute sogar wegen Diskriminierung verurteilt werden?

Satz 12:

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist vollauf mit dem von der katholischen Kirche verteidigten Naturrecht vereinbar.
Die heutige Demokratie muss wegen einer fortwährenden Entchristianisierung der Rechtssprechung gegen die Herrschaft von einigen wenigen einflussreichen Lobbyisten verteidigt werden. Dies kann nur geschehen durch eine Rückbesinnung auf die von den Gründervätern der Demokratie intendierte christliche Grundlage.

 

13. Einwand

Wie ist es mit der Stellung der Frau? Hat nicht die Piusbruderschaft ein völlig antiquiertes Weltbild zur Frauenfrage? Lehnen die Piusbrüder nicht jede Emanzipation ab? Gilt nicht gerade in der Piusbruderschaft das alte KKK, Kirche, Kinder, Küche?

Antwort: Auch hier gilt wieder das alte Prinzip der griechischen Philosophen: In medio stat virtus – Die Tugend liegt in der Mitte. Natürlich darf der Mann nicht den Pascha spielen wollen, der in der Frau eine billige Sklavin und eine gefügige Bedienstete sieht. Andererseits ist es auch nicht Aufgabe der Frau, Herrscherin zu sein und im Mann nur noch den Lebensabschnittspartner zu sehen, der ihr zur Selbstverwirklichung durch ein Kind hilft, und den sie anschließend fallen lässt wie einen gebrauchten Lappen, weil er ihrer Karriere im Weg steht. Beide dieser Formen sind zutiefst verwerflich.
Entscheidend für das christliche Weltbild sind die Worte des heiligen Paulus: „Ihr Frauen, seid euren Männern untertan, wie die Kirche Christus. Ihr Männer, liebet eure Frauen wie euer eigenes Fleisch“ (Eph 5, 24f).
Aber eigentlich ist der Vorwurf in sich ungeheuerlich. Gerade die Kirche hat in der Geschichte die Gleichberechtigung der Frau ermöglicht. Ihr ist es zu verdanken, dass die alttestamentliche Praxis der Vielweiberei ein Ende gefunden hat. Sie hat die Frau als gleichberechtigte und ebenbürtige Partnerin dem Mann gegenüber gestellt. Während man die Piusbruderschaft der Frauenfeindlichkeit beschuldigt, können andere Weltanschauungen ohne jede Schwierigkeit die Vielweiberei propagieren, welche die denkbar größte Ungleichberechtigung der Frau bedeutet.
Die Gleichberechtigung der Frau mit dem Mann durch die Einführung der Monogamie ist in bestimmten Religions- und Kulturkreisen noch gar nicht vollzogen.
Vertreter dieser Ansicht dürfen in Deutschland und anderswo ohne jede Schwierigkeit ihren Glauben praktizieren und ausüben, ohne dass Ihnen jemand den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit zu machen wagt.

Doch dabei ist natürlich noch gar nicht gesagt, was wirklich das Anliegen der Piusbruderschaft ist:

Die Piusbruderschaft wehrt sich gemeinsam mit den heute immer mehr erwachenden konservativen Kräften gegen eine hemmungslose und verderbliche Zerstörung jedes Unterschiedes innerhalb der Geschlechter! Dieser Unterschied befähigt ja gerade Mann und Frau verschiedene Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zu übernehmen. Was nicht bedeutet, dass die Frau nur hinter dem Herd stehen und kochen darf, wie dies immer verächtlich angemerkt wird. Schon Papst Pius XII. sprach 1947 in einer Ansprache an den Internationalen Verband der katholischen Frauenvereine von den Aufgaben und Pflichten der Frau in der Politik!

Aber der Vorwurf, den wir der modernen Gesellschaft machen, ist, dass sie die Aufgaben der verantwortungsvollen Sorge um Familie nur noch in abschätziger Weise und diskriminierend darstellt. So, als wäre jede Frau, die in der Liebe zu der von ihr gegründeten Familie ihre berechtigte Erfüllung findet, nur halb verwirklicht, weil ihr die Karriere und das Berufsleben (mit anderen Worten: die Arbeit für fremde Drittpersonen) fehlt! Insofern kritisieren wir auch einen Staat, der den Familien oft nicht ausreichend Unterstützung zukommen lässt, so dass viele Frauen, zum Erhalt der Familie, zur Arbeit außerhalb der Familie und damit zu einer unzumutbaren Doppelbelastung gezwungen werden. Die Kinder den Müttern schon in Kleinkindalter wegzunehmen (Kinderkrippen), damit die Frau wieder für fremde Personen als Arbeitskraft dient, ist eine Perversion ohne Gleichen. Die Folgen dieser familienvernichtenden Maßnahmen werden erst in einer Generation zu sehen sein!
Die ganze Schelte um die angebliche Frauenfeindlichkeit der Piusbruderschaft lässt uns eine kleine Randanmerkung machen: Wie sieht denn die Rolle der Frau in der islamisch geprägten Gesellschaft aus?

Satz 13:

Es war die katholische Kirche, welche die Gleichstellung von Mann und Frau erst ermöglicht hat.
Die heutige Propaganda geht dahin, die traditionelle Rolle der Frau in der Gesellschaft abzuwerten. Wenn eine Frau sich für das Mutter-Sein entscheidet, wird dies mit Hinweis auf Beruf und/oder Karriere als ungenügend bewertet. Das ist eine herabsetzende Darstellung einer der schwersten Aufgabe innerhalb der Gesellschaft: Der Geburt und der Erziehung von Kindern.

 

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Sollten Sie ein vernünftiges Argument gegen einen der oben erwähnten Punkte vorbringen können, bitten wir Sie höflichst, dieses in verständlicher, logischer Form als Einwand zu formulieren und zu senden an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

(Bitte keine Hetzmails oder Schimpftiraden – Diese sind uns leider gerade aus dem Milieu der Thematik des 10. Einwandes sehr, sehr bekannt; sie werden unbeantwortet gelöscht).


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