Civitas Institut: Ein Programm für die Wiederherstellung einer christlichen Gesellschaft PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 04. Dezember 2010 um 08:00 Uhr

Was kann man praktisch für den Aufbau einer christlichen Gesellschaftsordnung tun?

Das Civitas Institut für das christliche Gemeinwesen ist ein Kreis katholischer Laien, die sich den Kampf für die Rechte Gottes in Staat und Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben haben. Das Institut befasst sich vorrangig mit der Verbreitung der katholischen Soziallehre und des Naturrechts und ihrer Anwendung in unserer Zeit. Das Civitas Institut hat jetzt auf der Grundlage der katholischen Soziallehre ein Programm entworfen, mit dessen Hilfe Christen und alle Menschen guten Willens mit praktischen Mitteln an der Wiederherstellung einer christlichen Gesellschaft mitwirken können. Lesen Sie das Programm des Instituts:

Eine christliche Gesellschaftsordnung, eine Gesellschaft und ein Staat, in der bzw. in dem unser Herr Jesus Christus im Mittelpunkt steht und nicht die fremden Götter (Ökonomie, Geld und materielle Werte) fällt nicht plötzlich vom Himmel. Sie wird auch nicht allein durch Gebet und Opfer erreicht, die freilich unentbehrlich dafür sind.

Die christliche Gesellschaftsordnung muss bei uns beginnen: in unserer Familie, in unserem Beruf, am Arbeitsplatz, in der Schule, in unserem Freundeskreis und in unserer Wohngemeinde. Hier müssen wir unseren Herrn Jesus Christus an die erste Stelle setzen und Ihm alles andere unterordnen. Dies verlangt Opfer und Anstrengung, doch dies sind die Opfer, ohne die unsere Gesellschaft nicht zu unserem Herrn Jesus Christus, dem König, zurückkehren wird.

Heute ist die gesamte Gesellschaft nach den völlig willkürlichen Prinzipien des Liberalismus und zum Teil auch des Sozialismus „geordnet“. Hier steht die Wirtschaft an der ersten Stelle, und alles ist dem wirtschaftlichen Fortschritt und Wachstum untergeordnet. Die Folge davon ist nicht nur die vollkommene Missachtung unseres Herrn Jesus Christus, der die Gesellschaft, den Staat und die Autorität geschaffen hat, sondern auch der Ruin des Wohlstandes und die fortschreitende Zerstörung wahrer Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Friedens.

Unser Herr Jesus Christus sagt uns: „Sorgt zuerst für das Reich Gottes, dann wird euch alles andere dazugegeben werden.“ Dieser Satz gilt nicht nur für unser privates Leben, sondern auch für Staat und Gesellschaft.

Die einflussreichste und mächtigste Gruppe der Gesellschaft sind die großen Banken und die Konzerne. Diese bestimmen weitgehend auch die Politik, die sich dem Profit dieser Mächte unterordnet. Während kleine und mittelständische Unternehmen bis auf den letzten Blutstropfen mit Steuern und Abgaben, die jedes gerechte Maß schon seit langem massiv überschreiten, ausgeplündert werden, werden die großen Banken und Konzerne durch den Staat gefördert. Der sogenannte „Euro-Rettungsschirm“ von 750 Milliarden Euro kommt fast ausschließlich den großen internationalen Banken zugute, damit diese nicht pleitegehen, denselben, die zuvor unvorstellbare Billionengewinne eingefahren haben, von denen die große Zahl der Menschen nicht profitiert hat, sondern nur eine kleine Clique von Bankern und Konzernchefs. Deren Verluste aber müssen nun die Steuerzahlen tragen.

Um diese Situation zu ändern, können Sie direkt etwas tun. Wir empfehlen Ihnen die folgenden Schritte:

1. Wechseln Sie Ihre Bank

Sollten Sie ein Konto bei einer der großen Banken haben, kündigen Sie dieses noch in dieser Woche und wechseln Sie zu den genossenschaftlichen Banken. Diese Banken sind kaum an der schweren Finanzkrise beteiligt gewesen, und sie sind im Besitz einer Genossenschaft, bei der Sie selbst Mitglied werden können, wenn Sie dort ein Konto einrichten. Auch wenn dieses Konto etwas teurer ist als bei Ihrer bisherigen Bank: Bringen Sie dieses Opfer!

2. Kredite vermeiden

Versuchen Sie, soweit dies eben möglich ist, ohne Kredite zu leben. Sparen Sie lieber für notwendige Anschaffungen und warten Sie so lange, bis Sie das Geld dafür zusammen haben. Wenn ein Kredit erforderlich ist, so holen Sie sich diesen bei einer genossenschaftlichen Bank und nicht bei einer der Großbanken, auch wenn diese billiger sind.

3. Wohneigentum erwerben

Sofern Sie es sich irgendwie leisten können, kaufen Sie sich ein Haus mit Garten und vermeiden Sie eine Mietwohnung. Mit einem eigenen Heim sind Sie unabhängiger. Die Hypothek dazu nehmen Sie wieder von einer Genossenschaftsbank (Volksbanken und Raiffeisenkassen), nicht von einer Großbank, auch wenn diese niedrigere Hypothekenzinsen bieten. Die Großbank verkauft Ihren Kredit unter Umständen in Derivaten und Zertifikaten weiter. Großbanken interessieren sich AUUSCHLIESSLICH für den Profit.

4. Einkauf nur bei kleinen Händlern und auf Märkten

Wenige große Lebensmittelkonzerne haben sich inzwischen den gesamten Markt unter den Nagel gerissen. Fünf oder sechs Konzerne beherrschen fast vollständig den gesamten Markt. Diese Großkonzerne, die AUSSCHLIESSLICH am Profit interessiert sind, bestimmen in der Politik wesentlich mit, sorgen dafür, dass immer mehr Bauern aufgeben müssen, und setzen ihre Profitinteressen in der EU durch. Diese Konzerne haben die ehemalige gute Infrastruktur der „Tante Emma Läden“ weitgehend zerstört. Zudem unterstützen sie höchst fragwürdige „Projekte“, die zur Zerstörung der Gesellschaft beitragen.

Wenn es eben möglich ist, kaufen Sie in kleinen Geschäften ein, die nicht zu Großkonzernen gehören: bei Obst- und Gemüsehändlern, auf Wochenmärkten, beim nächsten Metzger, in der kleinen Bäckerei, die nicht zu einer Kette gehört (oder backen Sie Ihr Brot selbst, was sehr zu empfehlen ist). Wenn Sie landnah wohnen, können Sie auch direkt beim Bauern einkaufen. Selbstverständlich sind diese Geschäfte teurer als der Supermarkt, doch dies liegt an der erpresserischen Marktpolitik der Großkonzerne, die große Mengen einkaufen können und dadurch günstigere Preise erhalten. Darunter leiden die Erzeuger der Produkte und auch die Qualität. Und ohne Opfer lässt sich die Verwandlung der Gesellschaft nicht realisieren.

Hinzu kommt, dass die niedrigen Preise der Konzerne fast immer die Folge einer massiven Ausbeutung der dort tätigen Arbeitnehmer sind. Oft kann ein Arbeitnehmer mit dem Einkommen aus dem Achtstundentag nicht einmal seinen eigenen Lebensunterhalt sichern. Stundenlöhne unter sechs Euro sind keine Seltenheit. Dies dürfen Sie mit Ihrem Einkauf nicht unterstützen!

Auch andere Produkte wie Kleidung, Elektrogeräte, Baubedarf etc. sollten Sie nicht in Großmärkten und bei Konzernketten einkaufen, sondern bei kleinen Einzelhändlern.

Bauen Sie in Ihrem Garten selbst Obst und Gemüse an. Auch dies hilft Ihnen zur weiteren Unabhängigkeit vom Markt und wird Ihnen zudem viel Freude bereiten, wenn Sie sehen, wie Gott in Ihrem Garten alles wachsen und gedeihen lässt. Dies ist gerade für Kinder wichtig.

Wenn einige Tausend Menschen sich daran halten, wird dies bereits zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Struktur in Deutschland führen. Kleinunternehmen und mittelständische Betriebe sind in den meisten Fällen Familienbetriebe. Sie unterstützen diese Betriebe und die dahinter stehenden Menschen, die genauso wie Sie gegen die ständige Revolution in Gesellschaft und Staat sind und die sich für eine gesunde, christliche Gesellschaft gewinnen lassen.

5. Machen Sie sich selbständig

Wenn Sie gut qualifiziert sind und Erfahrung in Ihrem Beruf haben, wenn Sie arbeitslos sind, machen Sie sich selbständig und verkaufen Sie Ihre Arbeitskraft nicht an einem Großkonzern und warten Sie nicht, bis das Arbeitsamt Ihnen wieder eine Stelle vermittelt. So werden Sie unabhängiger und bestimmen selbst. Es ist viel einfacher, sich selbständig zu machen, als Sie denken. Sie können zunächst langsam beginnen und Ihre bisherige Stelle halbtags weiterführen. Das Civitas Institut bietet Ihnen eine kostenfreie Existenzgründerberatung. Es gibt zahlreiche staatliche Hilfen für Existenzgründer und die Industrie- und Handelskammern helfen Ihnen. Wenn Sie alleine dazu nicht in der Lage sind oder der Mut fehlt, schließen Sie sich mit anderen zusammen und gründen Sie eine Genossenschaft. Dies ist in Deutschland besonders einfach und wird vom Staat gefördert. Christliche Unternehmen sind ein großes Vorbild für die gesamte Gesellschaft und können einen echten Beitrag zur Umgestaltung der Gesellschaft unter Beachtung der Rechte unseres Herrn Jesus Christus sein.

Mit vielen kleinen Unternehmen können wir dann beginnen, eine Struktur auf der Grundlage der berufsständischen Ordnung aufzubauen. Lesen Sie dazu unter Sonderheft „Soziale Demokratie und wirtschaftliche Selbstverwaltung“.

6. Geben Sie Ihre Kinder in gute katholische Schulen

Die meisten sogenannten „katholischen Schulen“ sind nicht katholischer als die staatlichen Schulen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Es gibt zudem einige Elterninitiativen, die katholische Schulen gegründet haben oder eine Gründung vorbereiten. Trotz massiver und oft bösartigster Versuche der Behörden, dies zu verhindern, was gegen die Grundlagen unserer Rechtsordnung verstößt, kann man katholische Grundschulen gründen. Wir helfen Ihnen bei der Vermittlung ihrer Kinder an gute katholische Schulen. Wenn es in Ihrer Nähe an einer solchen Schule fehlt, helfen wir Ihnen gemeinsam mit anderen Eltern bei der Gründung einer Schule an Ihrem Ort. Der Staat hat kein Recht auf die Erziehung Ihrer Kinder; dies steht im Grundgesetz. Wenn er sich ein solches „Recht“ anmaßt, verstößt er gegen das Grundgesetz. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen!

7. Werfen Sie Ihren Fernseher auf die Müllkippe

Fast nichts anderes zerstört die Familie mehr als der Fernseher. Das weiß jeder Vater, jede Mutter. Wenn es nicht ohne Filme geht, leihen Sie sich gute Filme auf DVD und schauen Sie diese gemeinsam mit Ihren Kindern an. Reden Sie mit Ihnen anschließend darüber, damit sie ihre Eindrücke verarbeiten können. Über das Fernsehen werden zudem die Ideologien verbreitet, deren Ziel es ist, unsere bürgerliche Gesellschaft, die Familie und echte Gemeinschaften zu zerstören. Dies geschieht unmerklich. „Ich schau nur die Nachrichten“ ist keine Ausrede. Gerade die Nachrichten sind alles andere als neutral. Sie sind nicht viel besser als Propaganda totalitärer Systeme, nur viel intelligenter und schwerer zu durchschauen. Fußballspiele können Sie auch im Radio verfolgen (was oft weit amüsanter ist), oder Sie gehen als Familienvater mit Ihren Kindern auf den Fußballplatz und besuchen das Spiel Ihres örtlichen Fußballvereins.

8. Interessieren Sie sich für das, was in Ihrer Gemeinde passiert

Nehmen Sie Anteil an den Ereignissen in Ihrer Umgebung und in ihrer Gemeinde. Achten Sie auf die Entscheidungen des Gemeinde-, Kreis- oder Stadtrates und mischen Sie sich ein. Nehmen Sie Teil an Anhörungen und Sitzungen des Gemeinde-, Kreis- oder Stadtrates und erheben Sie mutig Ihre Stimme. Sie werden überrascht sein, dass Sie Menschen finden, die so denken wie Sie, die sich jedoch nicht trauten, offen zu reden. Schreiben Sie Leserbriefe an Ihre Regionalzeitungen: kurz, sachlich-nüchtern und freundlich.

9. Das Gebet für die Obrigkeit und die gute Nachrede

Die Obrigkeit hat von Gott eine besondere Aufgabe erhalten. Sie hat Standesgnaden und ein Amt, das wir respektieren müssen. Verfallen wir nicht dem praktischen Marxismus, der durch ständige Kritik die Grundlagen des Zusammenlebens revolutionieren will.

Werden wir nicht „bürgerliche Querulanten“, die alles besser wissen und überall ihren „Senf“ dazugeben. Die Wiederherstellung der natürlichen Autoritätsverhältnisse ist die Grundvoraussetzung der Gesundung einer Gesellschaft. Werden wir nicht zu reinen „Opernkritikern“ der Politik, sondern zu Mitarbeitern am Gemeinwohl.

Das Gute in einem Gemeinwesen muss unterstützt und gelobt werden. Aber vor allem muss es erbetet, eropfert und erlitten werden.

Die weltliche und geistliche Obrigkeit hat das Recht auf unser fürbittendes Gebet. Gott wird Rechenschaft über unser übernatürliches Tun für das Gemeinwesen fordern.

10. Ignatianische Exerzitien

Nehmen Sie Teil an den von zahlreichen Päpsten immer wieder empfohlenen Exzertien des heiligen Ignatius. Hier finden Sie durch die Gnade Gottes die Kraft und den Mut für den täglichen Kampf im Alltag für die Wiederherstellung der Rechte unseres Herrn Jesus Christus in Staat und Gesellschaft. Termine für ignatianische Exerzitien finden Sie auf der Website des Civitas Instituts.

Lesen Sie gute antiliberale Literatur, die Ihnen zu einer vertieften Einsicht in die moderne Welt und ihre antichristlichen Voraussetzungen verhilft. Wir empfehlen Ihnen gerne solche Literatur, zu der auch unsere Zeitschrift CIVITAS. Zeitschrift für das christliche Gemeinwesen, gehört.

Besuchen Sie die Website des Civitas Instituts mit täglich aktuellen Meldungen, Informationen und Analysen auf dem Hintergrund der katholischen Soziallehre und des Naturrechts.

 


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