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Stuttgart (pius.info) Die wohl brennendste Frage für die päpstlichen Entscheidungen im Jahr 2011 erfährt eine Antwort: Wer ist für das neue Religionstreffen in Assisi verantwortlich, wer hat es initiiert? Es passt so gar nicht in den konservativen Kurs des Papstes, der schon offen von der "Diktatur des Relativismus" sprach.
Jetzt gibt es in einem persönlichen Schreiben des Papstes an Professor Dr. Peter Beyerhaus einen Hinweis. Daraus geht hervor, dass die Initiative für die Jubiläumsveranstaltung (25 Jahre Assisi) offenbar nicht vom Papst selbst ausgegangen ist.
(Bild: Das folgenschwere Religionstreffen von 1986)
Prof. Beyerhaus fasst den Inhalt des Briefes in einem Interview mit der KU wie folgt zusammen:
"Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Initiative für diese Jubiläumsveranstaltung, die er freilich für erforderlich hielt, offenbar nicht von ihm selbst ausgegangen war. Er werde jedoch hingehen und, wie er wörtlich schreibt, 'versuchen, die Richtung des Ganzen zu bestimmen und alles tun, damit eine synkretistische oder relativistische Auslegung des Vorgangs unmöglich wird'. Ausdrücklich stellte er mir frei, eine öffentliche Stellungnahme dazu abzugeben, bat aber darum, 'dabei erkennen zu lassen, dass ich das Vertrauen habe, dass der Papst zu dem steht, wozu er von seinem Amt her gerufen ist – dazu, seine Brüder im Glauben an Jesus Christus als einzigen Sohn Gottes und Erlöser zu stärken und ihn selbst unmissverständlich zu bekennen'." (Kirchliche Umschau, April 2011)
Kommentar: Dieses Worte sind erfreulich und traurig zugleich. Erfreulich ist, dass die Initiative wohl nicht vom Papst ausging, erfreulich ist, dass der Papst den Synkretismus der vorausgegangenen Veranstaltungen unterbinden möchte, erfreulich ist ebenfalls, dass er keinen Zweifel an seiner Sendung als Glaubensbote für Jesus Christus, den eingeborenen Sohn des Vaters, aufkommen lassen möchte.
Aber warum, so fragt man sich, und kommt zum traurigen Teil, hat er nicht die Größe, das Jubiläum abzusagen? "Der Druck ist viel zu groß", werden manche sagen. "Er ist gar nicht Herr im Vatikan, bei den vielen freimaurerischen Ideologen", sagen andere.
Der Text gibt einen kleinen Hinweis, dass der Papst selber Assisi scheinbar als nicht so schädlich einstuft:
Er sagt: Eine Jubiläumsveranstaltung, "die er freilich für erforderlich hielt". Erforderlich für was? Für den Glauben der Christenheit? Oder erforderlich aufgrund der Machtpolitik im Vatikan? Denn die Religionstreffen haben eine gewaltige Lobby: die Vereinigung St. Egidio, von der man sagt, dass sie über große Geldmittel verfügt. Eine so große Organisation wie die Kirche ist auf diese Weise auch vor Lobbyismus nicht gefeit. Dieses "erforderlich" könnte sich also durchaus auch auf innenpolitische Konstellationen beziehen.
Was jedoch noch trauriger stimmt, ist die Tatsache, dass der Papst den unvergleichlichen Schaden nicht anerkennen möchte. Das Schreiben scheint, vor allem mit der ausdrücklichen Erlaubnis, es zu veröffentlichen, als Trostpflaster für alle konservativen Katholiken gedacht zu sein.
Natürlich wird sich jeder überzeugte Katholik darüber freuen, dass der Papst seine Aufgabe darin sieht, "Jesus Christus als einzigen Sohn Gottes und Erlöser [...] unmissverständlich zu bekennen". Aber leider kann man deswegen nicht in Jubel ausbrechen.
Denn genau um dieses "unmissverständlich" geht es bei Assisi. Diese Religionstreffen sind in sich ein Missverständnis. Sie führen jeden, der sie sieht, zum Glauben an die Gemeinschaft aller menschlichen Religionen. Und damit unweigerlich zum Irrtum.
Eine einzige Ausnahme ist denkbar: Wenn der Papst vor allen versammelten Vertretern der falschen Weltanschauungen offen verkünden würde, dass niemand gerettet wird außer durch Jesus Christus!
Täte er das, dann würde er genau diese Aufgabe und Verpflichtung erfüllen, die er sich in dieser kurzen Passage selber zuweist und die selbstredend Aufgabe jedes Obersten Hirten ist.
Tut er es nicht, dann bleibt Assisi 2011 ein weiterer Baustein im Gebäude der freidenkerischen Weltreligion.
Dabei ist klar, dass eine solche Aufforderung zur Bekehrung zu Christus für die Ideologie der Religionstreffen den Todesstoß bedeuten würde. Genau das wollen die Vertreter von St. Egidio nicht, sondern sie sehen im Papsttum ein Mittel zur Einigung der Religionen, OHNE die Wahrheitsfrage zu stellen.
Also bleibt alles so, wie es war. Nur dass der Papst mit diesen Zeilen versichert, dass er persönlich überzeugt ist, die Aufgabe zu besitzen, Jesus, den einzig wahren Gottessohn, zu verkünden.
Aber diese persönliche Integrität seiner Absicht stand gar nie zur Debatte.
Sondern eine Tat vor Millionen von Menschen, welche geeignet ist, einen gewaltigen Verrat zu konstituieren: Den Verrat am Anspruch Christi, des Gottessohnes, der Gründer der einzig wahren Religion zu sein.
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