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Einzelne Sätze aus den theologischen Schriften des heutigen Tagesheiligen, des heiligen Cyprian, fassen Grundsätze des katholischen Glaubens so kurz und präzise zusammen, dass sie immer wieder zitiert werden: „Salus extra ecclesiam non est.“, "Heil gibt es nicht außerhalb der Kirche." „Habere non potest Deum patrem, qui ecclesiam non habet matrem“, es kann nicht einer Gott zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat.
Diese Lehre, welche von der Kirche die letzten zweitausend Jahre aufrechterhalten wurde, bestätigt auch das II. Vatikanische Konzil:
"Die Kirche ist nämlich der Schafstall, dessen einzige und notwendige Tür Christus ist." (Lumen Gentium I,6 – DH 4108) „Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die sehr wohl wissen, dass die katholische Kirche von Gott durch Jesus Christus als eine notwendige gegründet wurde, jedoch nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren wollen“ (Lumen Gentium 14) "Darum verkündet die Kirche denen, die nicht glauben, die Botschaft des Heils, damit alle Menschen den allein wahren Gott und den, den er gesandt hat, Jesus Christus, erkennen und sich von ihren Wegen bekehren indem sie Buße tun!“ (Sacrosanctum Concilium I,9 DH 4009) Tatsache ist, dass im Gefolge der nachkonziliaren Aufbruchsstimmung einer freidenkerischen Welt immer mehr Theologen versucht haben, aus den zweideutigen Stellen des Konzils oder den Lobeshymnen auf andere Glaubensrichtungen eine Gleichberechtigung aller Religionen herauszulesen, ganz im Sinne der Aufklärung, welche in der lessingschen Ringparabel literarische und damit für alle gebildeteten Westeuropäer verpflichtende Gestalt angenommen hat. "Alle Religionen sind Heilswege", das ist das Extrakt, welches nach vierzig Jahren religiöser Humanismuspredigt von den Kanzeln des katholischen Erdkreises sich in den Köpfen einer nachkonziliaren Generation als unverrückbare Grundüberzeugung herauskristallisiert hat. Leider, wie bereits oben zitiert, spricht das Konzil auch ganz andere Worte! All jene, die bis jetzt der Piusbruderschaft den wohlväterlich gemeinten Rat gaben (wenn nicht gar den drohenden Zeigefinger erhoben) das GANZE Konzil anzuerkennen, mögen doch bitte wieder einmal die Texte des Vatikanums zur Hand nehmen und nicht nur jene Stellen lesen, die sich nahtlos oder mit mehr oder weniger erzwungenen Deuteleien in ihr freidenkerisches Gedankengebäude einfügen lassen, sondern jene, die im Bewußtsein geschrieben wurden, dass die von Christus, dem Gott-Sohn gestiftete Kirche, im Besitz der Wahrheit sich befindet. Da könnte so manch freidenkerisches Axiom zusammenbrechen, das sich unbemerkt in den Reigen der katholischen Dogmen eingeschlichen hat. Und plötzlich stünde da ein Piusbruder mit dem warnenden Zeigefinger und einer Rüge für die Herren aufgeklärten Theologen auf den Lippen: "Dass ihr mir ja das ganze Konzil anerkennt!"
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