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Baden-Baden. Katholiken sollen bei einem Kirchen-Austritt nicht mehr automatisch exkommuniziert werden. Das fordert offenbar der Vatikan. Falls es keine Abkehr vom Glaube gebe, könnten weiter kirchliche Leistungen in Anspruch genommen werden.
Der Vatikan drängt die Deutsche Bischofskonferenz, bei Kirchenaustritten Katholiken nicht mehr automatisch zu exkommunizieren. Das bestätigte der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller am Sonntag dem SWR. Bei jedem Austritt müsse überprüft werden, ob eine Abkehr vom Glauben vorliege. Wenn dies nicht der Fall sei, könnten Gläubige weiterhin kirchliche Leistungen in Anspruch nehmen, obwohl sie keine Kirchensteuer zahlten.
Nach SWR-Recherchen hat ein Katholik in Sigmaringen diese Ausnahmeregelung erreicht. Eine Grundsatzentscheidung der zuständigen Erzdiözese Freiburg steht aber noch aus. (dapd)
Endlich! Die Praxis der deutschen Kirchensteuer grenzte an das, was man gemeinhin als Simonie bezeichnet. Das Wort "Simonie" leitet sich ab vom Eigennamen einer Person in der Apostelgeschichte: Simon, dem Magier. Er glaubte, die Gaben des Heiligen Geistes für Geld erwerben zu können.
Ähnlich geartet war die Kirchensteuerpraxis in Deutschland: Zahle, oder du bekommst keine Sakramente!
Natürlich ist es für einen Katholiken selbstverständlich, dass er seine Kirche auch materiell unterstützt: Die Gabe für den Priester am Altar ist Christenpflicht. Dass er aber die Höhe seiner Spende und die Zeit, wann er geben möchte, nicht mehr selbst bestimmen kann, das grenzt an Machtmissbrauch.
Denn hinter der deutschen Praxis stand ein ganz gewaltiger Druck: Wenn Du nicht die Kirchensteuer bezahlst, dann kannst Du keine Kinder mehr taufen, nicht mehr heiraten und auch nicht mehr kirchlich begraben werden.
Im Fall der Gläubigen der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist die Lage nicht anders. Sie empfangen die katholischen Sakramente in den Kirchen der Bruderschaft, sollen aber gleichzeitig für die "Amtskirche" zahlen. Dabei wurde das Geld noch dazu verwendet, um alte Kirchen zu entsakralisieren und zu protestantischen Gemeinschaftssälen umzubauen, um nur einen Missbrauch der Kirchensteuer zu nennen.
Jetzt ist damit endlich Schluss. Viele Gläubige haben nämlich doppelt gezahlt: Einmal die Kirchensteuer, zum zweiten die Spende für die Priesterbruderschaft St. Pius X. (welche weder von Rom noch von den deutschen Diözesen finanziell unterstützt wird!).
Wir empfehlen allen überzeugten Katholiken, diese Regelung des Vatikans anzuwenden. Es genügt, auf dem Amt nachzuweisen, dass man voll umfänglich dem katholischen Glauben anhangen möchte, dabei aber das Geld für den Wiederaufbau der katholischen Kirche spendet, nicht für den schrittweisen nachkonziliaren Zusammenbruch.
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