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Ordensbruder

in der Priesterbruderschaft St. Pius X.


Selig, die in Deinem Hause wohnen, Herr. (Ps 83,5)

Ein junger Mensch, der sich entschließt, in das Ordensleben einzutreten, tritt damit gewissermaßen in den Stand der ‘Seligen’ ein, derer, die bereits auf dieser Welt das Glück haben, im Hause des Herrn wohnen zu dürfen. So trifft in besonderer Weise auf ihn das Wort des Herrn zu: “Nicht mehr Knechte nenne Ich euch, Freunde habe Ich euch genannt” (Jo 15,15).
Allerdings ist diese Seligkeit von ganz anderer Art, als die Welt sie einem anzubieten scheint. Es ist nämlich die Seligkeit der Freunde Christi, die hienieden immer auch die Seligkeit Christi des Gekreuzigten ist. Ihr äußerer Rahmen ist die Ordensregel, ihr innerer Maßstab sind die acht Seligpreisungen Jesu (Mt 5,3ff).



I. Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich

Das Gelübde der Armut

Glücklich die Brüder, die in der Übung dieses Gelübdes großmütig sind, denn sie werden große Gnaden für ihr Gebetsleben erhalten (BR 25). Die Armut des Ordensmannes muß in erster Linie die Armut des Geistes sein, der innerliche Verzicht auf die Reichtümer und Eitelkeiten dieser Welt, um das Herz frei zu machen für Gott. Die äußere Armut, die er auf sich nimmt, ist ein Mittel, das diesen Geist der Armut und die Läuterung des Herzens fördert. So hat er keinen persönlichen materiellen Besitz, doch dafür gibt ihm die Armut ein Anrecht auf die Erbarmungen Gottes. Gott als der liebste Vater sorgt dafür, daß der Berufene einerseits durch den Orden alles Notwendige erhält und keinen äußeren Mangel leidet.
Andererseits lenkt Gott durch Seine Gnade das Herz des Mutigen in Liebe zu Sich hin, so daß jener die Hinfälligkeit und Gefährlichkeit überflüssiger Besitztümer zu erkennen lernt und das Bedürfnis danach verliert. So darf er alle weltlichen Sorgen zurücklassen und die Vereinigung mit Gott läßt seinen Wandel schon jetzt ‘im Himmel’ sein.

II. Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden

Das Gelübde der Keuschheit

Christus selbst hat während Seines Erdenlebens die zwei Hauptlebensstände gelehrt und gesegnet. Er hat für die in der Welt lebenden Menschen den Ehestand zur ursprünglichen Heiligkeit zurückgeführt und zum Sakrament erhoben. So ist die christliche Ehe nach Gottes Willen gewürdigt, Abbild der unlöslichen Verbindung Christi mit der Kirche zu sein, indem der Mann Christus versinnbildet und die Frau unsere heilige Mutter Kirche. Gott selbst hatte von Anfang an die Ehe eingesetzt; Er hatte dem Mann die Frau zugeführt als Gefährtin. Neben dem Hauptehezweck, den Kindern, hat der Schöpfer so den Menschen den größtmöglichen natürlichen Trost, den des liebenden, mitfühlenden Lebenspartners schenken wollen.
Indes hat Jesus, ohne die Notwendigkeit der Familie und den Wert des Ehestandes zu schmälern, einen zweiten Stand ins Leben gerufen, den des Gottgeweihten. Dabei hat Er nie einen Zweifel daran gelassen, daß dieser der höhere ist. Ist die Ehe nämlich Abbild, Zeichen für die Vereinigung mit Christus, so wird dieses Abbildhafte im Leben des Gottgeweihten bereits Wirklichkeit. Dieses Geheimnis begreifen aber nur jene, denen es, wie Jesus sagt, von Gott gegeben ist (vgl. Mt 19,11). Der Verzicht auf den Trost der Ehe ist Voraussetzung für den stillen Weg der geistlichen Berufung. Die Seele, die bereit ist, im täglichen Ringen immer mehr sich Gott hinzugeben, wird dafür den Trost spürbarer Gnadenhilfe nicht vermissen und die unvergleichbare Freude des gottgeweihten Lebens erfahren dürfen. Darüber hinaus erhält der Bruder in der Priesterbruderschaft eine herzliche geistliche Familie, die durch den tief religiösen Geist, den Geist der Stille, der Einung mit Gott und die brüderliche Liebe (BR 23) Rückhalt und Kraft spendet.


III. Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben

Das Gelübde des Gehorsams

Ist das Gelübde der Armut die Loslösung vom irdischen Besitz, das der Keuschheit vollkommene Absage an den Trost der Ehe und die gottgegebene Sexualität, so ist das Gehorsamsgelübde gewissermaßen der Verzicht auf den eigenen Willen. Es ist dies die Treue gegenüber dem Willen Gottes, der sich einerseits durch die Oberen offenbart, andererseits sich kundtut in den auferlegten Widerwärtigkeiten des Lebens wie Krankheit, Unfall und Prüfungen (BR 22).
Basis des Gehorsam ist das liebende Vertrauen auf die allumfassende und – über alle menschliche Fehlbarkeit – unfehlbare Vorsehung Gottes. Wie eine Leitplanke bewahrt der Gehorsam den Ordensmann davor, vom rechten Weg abzukommen. Er findet seinen vollkommensten Ausdruck in der Sanftmut, denn er schenkt der Seele die heitere Sicherheit der Gotteskindschaft und macht sie so zum Erben des verheißenen Landes.
Die ersten drei Seligpreisungen deuten also in besonderer Weise die sogenannten Evangelischen Räte an. Diese bilden seit dem hl. Benedikt, dem Vater des abendländischen Mönchtums, das objektive Fundament jeden Ordenslebens.
Die jungen Männer, die das Postulat in der Bruderschaft beginnen (d.i. die einjährige Probezeit vor der Einkleidung), müssen begreiflicherweise darüber hinaus gewisse subjektive Voraussetzungen erfüllen; sie sollen nämlich über eine gediegene Gesundheit verfügen und seelisch ausgeglichen sein.
Sie kommen aus verschiedenen Ländern, Berufen, Lebensverhältnissen und Altersgruppen und können demnach recht unterschiedliche Kenntnisse, Anlagen und Begabungen mitbringen. Eines aber zeichnet sie alle aus, das ist schlicht und einfach der ernste Wille, Gott auf diesem Wege zu dienen und sich mit Seiner Hilfe zu heiligen.


IV. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden

Dieses Hungern und Dürsten nach der Gerechtigkeit (= Heiligkeit) ist nichts anderes als die gelebte Sehnsucht nach der immer tieferen Vereinigung mit Gott, Der allein das Glücksstreben des Menschen erfüllen kann. Das ist genau das eigentliche Ziel, der tiefste Sinn und die erste Bestimmung des Ordensstandes: die Ehre Gottes, die eigene Heiligung und das Heil der Seelen (BR 3), und zwar nicht in erster Linie durch äußeres Apostolat, sondern durch ein eher verborgenes Leben des Opfers und des Gebetes.
Der Bruder der Priesterbruderschaft, der der Ordenssatzung entsprechend, dennoch ein durchaus tätiges Leben führt, wird alle seine Arbeiten zum Gebet machen. Das heißt im Konkreten: der feste Rahmen des Gebetes – der geformt wird durch hl. Messe, Betrachtung, Stundengebet (3 Horen) und Rosenkranz – umgibt, durchdringt, trägt, schützt und heiligt alle anfallenden Tätigkeiten jeden Tages. So wird das ganze Leben nach dem Maße der Hingabe immer tiefer erlebt als immerwährendes Gebet. Der himmlische Vater schenkt das Glück einer persönlichen Gottesbeziehung und sättigt mit Friede, Freude und Kraft, die über alle Kreuze und Finsternisse dieser irdischen Pilgerschaft triumphieren.

Meister, wo wohnst Du? Kommt und seht! (Jo 1,39)

Nach dem Willen des Gründers, der durch Gottes Gnade die Erfordernisse der Zeit weise erkannt hat, ist das Ziel der Bruderschaft – wie der Name besagt – das katholische Priestertum, welches das ewige Hohepriestertum Christi in Seinem Namen fortsetzt, in erster Linie durch die Darbringung des hl. Meßopfers und die Sakramentenspendung. Das Hauptaugenmerk liegt also auf den Priesterseminaren und den Schulen zur Heranbildung des geistlichen Nachwuchses. Demgemäß ist dies auch ein vornehmliches Einsatzgebiet unserer Brüder, sei es in Liturgie, Kirchengesang und Sakristei, sei es bei der Erteilung von Katechismusunterricht, der Erziehung der Schüler in den Internaten oder auch in diversen Tätigkeiten hausmeisterlicher Natur.
Die Bruderschaft hat dazu von überall her Hilferufe von Katholiken um treue Priester erhalten und Geistliche in alle Welt entsandt, um der allgemeinen Not zu wehren. Diese versehen nun von etwa 175 Prioraten aus mehrere hundert Seelsorgszentren. So ergibt sich auch hier ein reiches Arbeitsfeld für den Bruder, ob als Schreiner, Hausbauer, Pflanzer oder Mechaniker in den Missionsgebieten, ob als Koch, Wirtschafter, Gärtner, Sekretär oder Chauffeur in den Kulturländern – überall steht er den Priestern im Weingarten Gottes zur Seite und ist durch seine Unkompliziertheit und Freundlichkeit Trost für Geistliche und Gläubige.

Natürlich wird der Bruder nicht ohne Vorbereitung entsandt. Ist der Bewerber in das Postulat eingetreten (für den deutschsprachigen Raum ist Postulat und Noviziat im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen in Niederbayern), hat er innerhalb des ersten Jahres die Möglichkeit, die Bruderschaft ‘von innen’ kennenzulernen und seine Berufung zu prüfen. Er erhält dazu täglichen Unterricht und besondere geistliche Formung, die sich bis nach dem Noviziat erstreckt. In dieses tritt der Postulant mit der Einkleidung am Michaelsfest (29. Sept.) nach einem Jahr ein. Anschließend an das ebenfalls einjährige Noviziat legt er dreimal für je ein Jahr die Ordensgelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab. Es folgen zwei weitere Etappen mit dreijährigen Gelübden, bis dann nach zehn Jahren die Ewige Profeß abgelegt werden kann.
Nach Beendigung des Noviziates wird der neue Profeß-Bruder seiner zukünftigen Aufgabe zugeteilt, wobei Neigungen und Eignung nicht unberücksichtigt bleiben. So kann es wohl vorkommen, daß einer, der vor dem Eintritt Koch oder Tischler war, nun ebenfalls schwerpunktmäßig solche Arbeit tut – doch welch ein wesentlicher Unterschied! Hat er früher um Geld, um vergänglichen Lohn für die Welt gearbeitet, setzt er heute seine Kräfte im Dienste Gottes ein und alles Schaffen wird zum Gebet und bringt übernatürlichen Segen und Gewinn.
Hast Du schon einmal überlegt, ob Du nicht Deinem Leben auf diese Weise einen neuen, tiefen und ewigen Sinn geben möchtest? Wenn Du bis etwa 30 Jahre alt bist und einen Beruf erlernt hast – warum kommst Du nicht einfach für einige Tage vorbei, um unverbindlich mit uns zu leben, zu beten und zu arbeiten, kurz, um das gottgeweihte Leben und uns kennenzulernen?
Du bist allezeit herzlich willkommen!

 

V. Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen

Ohne Zweifel ist der aufopfernde Dienst des Ordensmannes ein Werk innerer und äußerer Barmherzigkeit. Der Gottgeweihte ist gewürdigt, durch sein Leben der Abtötung und des Opfers in der Vereinigung mit dem leidenden Heiland, quasi Blitzableiter zu sein für den gerechten Zorn Gottes. Der Berufene nimmt dabei in zweifachen Weise die Stellung des Moses ein. Dieser nämlich trat unter Einsatz des eigenen Lebens als flehender Fürbitter bei Gott ein, als Dieser ob der Frevel des Volkes dasselbe gänzlich vernichten wollte, und er fand Erhörung (vgl. Ex 32,32f). Ein zweites Mal rettete er das Volk, als er während einer schweren Schlacht gegen die überlegenen Amalekiter die Hände unentwegt im Gebete zum Ewigen erhob. Senkte er die Arme, gewann der Feind die Oberhand, solange er sie aber gen Himmel streckte, blieb das Schlachtglück auf seiten seiner Leute, bis zuletzt der Sieg errungen war (Ex 17,8ff).
Ebenso steigt das immerwährende Gebet des Ordensmannes zum ewigen Vater empor und ruft Seine Erbarmungen auf ihn selbst und das ganze christliche Volk herab, damit es in den schweren (Glaubens-)Kämpfen dieser Tage bestehen kann.


VI. Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen

Die Gnaden der Sakramente, das Wohnen im Hause des Herrn, das treue Leben nach den Evangelischen Räten und den Weisungen des Seelenführers läutern den Gottgeweihten nicht nur von schlechten Neigungen, vom Ballast unguter Erinnerungen und Wünsche, von den Unreinheiten der Absicht, von ungeordneter Selbstliebe, sondern auch von allen überflüssigen weltlichen Sorgen.
So wird das Herzensauge nach und nach lichthell und beginnt alles aus übernatürlicher Sicht zu sehen, lernt Gott schon hienieden immer deutlicher zu ‘schauen’, sei es in der Natur, die ja durch ihre unschuldigen Schönheiten Spiegel der allsorgenden Liebe ist, sei es durch die tröstliche Geborgenheit in der Gemeinschaft, sei es im Erfahren der Nähe Gottes im inneren Gebet, sei es nicht zuletzt im Umfangen des täglichen Kreuzes.

 

VII. Selig die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden

Mit dem Frieden verhält es sich wie mit allen Dingen: niemand gibt, was er nicht hat. Der Bruder der Bruderschaft ist aufgebrochen, aus der unversieglichen Quelle allen Friedens selbst zu schöpfen, dem hlst. Herzen Jesu (nb.: das Noviziat ist im "Herz Jesu"-Priesterseminar!). Dies geschieht in erster Linie im hl. Meßopfer, welches im Zentrum der geistlichen Ausrichtung der Priesterbruderschaft St. Pius X. steht; es strahlt seine Gnaden aus auf den ganzen Tag und befähigt dazu, nach dem Beispiel des hl. Josef alle anfallenden Tätigkeiten im Frieden des Herzens treu zu verrichten, auch dann wenn sie bisweilen ermüdend und schwer sind. Der heitere Gleichmut und die friedvolle Gelassenheit unserer Brüder dient nicht nur den Seminaristen immer wieder als unaufdringliches, erbauliches Beispiel, sondern gibt auch den Prioraten und Schulen, wo die Brüder eingesetzt werden, jene warme herzliche Atmosphäre, die die friedlose Welt heute so vermissen läßt.

Zeichen der Zeit

“In unserer Messe würdest Du kaum noch eine Spur von dem alten Kartäuserritus finden, um so mehr die Aggiornamentofuria des Padre Bugnini. (…) Proteste der Ordensleitung haben nichts genützt, und so exekutieren wir uns selber und versuchen dabei noch die Ruhe zu behalten.”
Dieser Ausschnitt aus dem Brief von Dom Benoît Lambres vom 25.9.1973 aus der Kartause in Valsainte spiegelt den Zustand der katholischen Kirche, vor allem des Klerus und aller Ordensgemeinschaften nach dem II. Vatikanischen Konzil (1962-65) lichtvoll wieder. Das Konzil hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Kirche der heutigen Welt anzupassen, in der irrigen Hoffnung, damit bestehende Mißstände in Geistlichkeit und Kirchenvolk beseitigen und die Welt zu Gott zurückführen zu können. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hatten protestantisierend-liberale Kräfte sich verstärkt bemüht, das unwandelbare, auf dem Felsen Petri stehende Lehrgebäude der katholischen Kirche auf allen Ebenen zu unterhöhlen und weltweit aufklärerisches, antikatholisches Gedankengut einzuschleusen. Diese Versuche sind bis zum Tode Pius XII. energisch zurückgedrängt, doch offensichtlich nicht restlos beseitigt worden.
Papst Johannes XXIII. gab als erster diese notwendige Strenge gegen die Irrtümer auf. Damit öffnete er der Flut der Irrlehrer, den Wölfen im Schafspelz, Tür und Tor, so daß in den folgenden Jahren und insbesondere auf dem Konzil die bewahrenden Kräfte verdrängt wurden und eine gut organisierte liberale Partei von Kardinälen und Bischöfen die Oberhand gewann. Innerhalb weniger Jahre wurden alle einflußreichen Stellen, in Rom wie in den Diözesen mit Neuerern besetzt.
Schon unter Paul VI., dem folgenden Papst, gelang es Erzbischof Bugnini, einem nachgewiesenen Freimaurer, der allerdings das volle Vertrauen des Hl. Vaters genoß, ein dem Zeitgeist angepaßtes Glaubensverständnis, dem bisherigen Glauben vielfach widersprechend, in den Ritus einer völlig neu gestalteten Meßliturgie einfließen zu lassen. Der sog. Novus Ordo, der die bis dahin (im lat. Raum) allein gültige tridentinische hl. Messe abgelöst hat, wurde unter Leitung Bugninis innerhalb von zwei Jahren in Zusammenarbeit mit sechs Protestanten zu deren voller Zufriedenheit geschaffen. Kann das noch ein katholischer Ritus sein?
Nun ist die hl. Messe der wichtigste Ort, an dem der Gläubige mit der Dogmatik, der gesamten Theologie, in direkte Berührung gelangt. Sie überliefert die gesamte Glaubenswahrheit und ist gleichzeitig tiefster Ausdruck wie höchste Lehrmeisterin derselben. Das bedeutet: Wenn man eine neue Messe macht mit Gebeten, die einen neuen, veränderten Geist und ein anderes Verständnis enthalten, wird sich nach und nach unweigerlich der Glaube ändern nach dem immer gültigen Prinzip: Das Gesetz des Betens bestimmt das Gesetz des Glaubens.
Die Folgen sind heute mehr als deutlich: grundlegender Mangel an wirklichem Glaubenswissen bei den jüngeren Priestern wie bei den Gläubigen (es wird kein Katechismusunterricht mehr erteilt); eine katastrophale Unsittlichkeit nicht nur bei der Jugend (die katholische Sittenlehre kommt überhaupt nicht mehr zur Verkündigung, und Ärgernisse jeder Art werden sanktionslos geduldet); beängstigende Zahlen von Kirchenaustritten (die Notwendigkeit des Festhaltens am katholischen Glauben zur Rettung der Seele wird hartnäckig verschwiegen, und das verweichlichte, fast nur noch auf rein sozialen Kontakt beschränkte Gemeindeleben hat vielerorts keine Anziehungskraft mehr); erschütternde Skandale bis hinauf in den höheren Klerus, der Abfall von über 100.000 Priestern seit dem II. Vatikanum; das Versiegen der geistlichen Berufungen (die Diözese München-Freising z.B. hatte 1995 – wohl das erste Mal seit Gründung der Diözese – keinen einzigen neuen Seminaristen aus der Diözese, und der Zusammenbruch nahezu aller Orden ist nur noch eine Zeitfrage); der Stillstand der Konversionen (man rät Übertrittswilligen [wie Frère Roger Schütz von Taizé oder den Marienschwestern von Darmstadt], sie sollen doch lieber Protestanten bleiben) — all dies spricht eine überdeutliche Sprache. Daß mancherorts noch etwas bessere Zustände herrschen, ist auf die wenigen – gegen alle Anfeindung der Modernen – treu gebliebenen Priester zurückzuführen, kann aber den gläubigen Katholiken nicht mehr über das wahre Desaster hinwegtäuschen.

 

VIII. Selig die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Himmelreich

Erzbischof Marcel Lefebvre und die Priesterbruderschaft St. Pius X.
Erzbischof Lefebvre, der zu den treuen, den Glauben bewahrenden Konzilsvätern gehörte, gründete 1970 mit Approbation des Ortsbischofs und Belobigungsschreiben des Hl. Stuhles die Priesterbruderschaft St. Pius X. als offizielles Werk der Kirche, um Priester im wahren, unverfälschten Glauben auszubilden. Seit 1934 hatte er ja auf diese Weise bereits zahllose Seminaristen zum größten Segen der Kirche herangebildet und hatte sich vor allem in der Afrika-Mission durch die Gründung von 21 neuen Diözesen verdient gemacht. So stand er bei den Päpsten bis hinauf zu Johannes XXIII. in hohen Ehren. Letzterer ernannte ihn sogar zum päpstlichen Thronassistenten.
Gerade durch seine Treue zur empfangenen Lehre und die zeitlose Art der Glaubensweitergabe, die ihm noch kurz vorher zu Lob und Anerkennung gereicht hatten, wurde er denen, die eine neue Kirche wollten, immer mehr zum Dorn im Auge. Die liberale Theologie, die jetzt in einer Ökumene nach dem Grundsatz Einheit vor Wahrheit alle Häretiker, Schismatiker und Irrlehrer hofiert, kennt nur einen Gegner: die Tradition des katholischen Glaubens selbst und alle, die daran festzuhalten suchen.
Der zentrale Angriffspunkt war, daß der Erzbischof sich weigerte, den neuen Meßritus anzunehmen, und das mit Recht – ist doch die tridentinische hl. Messe bis zum Ende der Zeiten durch die Bulle Quo Primum (vom hl. Pius V.) approbiert; dies Dokument versichert ausdrücklich, daß kein Priester wegen der Zelebration derselben jemals belangt werden könne. Dennoch wird der Erzbischof letztendlich genau deshalb, weil er die neue Messe nicht annimmt, 1976 vom Amt suspendiert.
Der immer offensichtlicher werdende Notstand der katholischen Kirche in Glaubensverkündigung und Sakramentenspendung, sowie der verheerende Abfall zahlloser Geistlicher und die Hilferufe aus aller Welt um treue Priester veranlassen ihn, 1988 ohne direktes Mandat von Rom vier Bischöfe zu weihen, um die traditionelle Priesterausbildung zu sichern. (Rom hatte ihm wohl Bischöfe versprochen, die Ausführung aber immer wieder hinausgezögert – offensichtlich in Erwartung des baldigen Todes Erzbischof Lefebvres und des damit erhofften Zusammenbruchs der Bruderschaft). Daraufhin erklärt ihn der Hl. Stuhl gegen geltendes Kirchenrecht für schismatisch.

Allen Anfeindungen zum Trotz wächst die Bruderschaft weltweit mit dem offensichtlichen Segen des Himmels, während sonst überall die Berufungen schwinden. Die Bruderschaft hat heute (Stand Dez. 2013) drei eigene und mehrere befreundete Bischöfe, 575 Priester, über 200 Seminaristen, 125 Brüder, 186 Schwestern und 81 Oblatinnen. Diese leben in 163 Prioraten auf allen fünf Kontinenten. Wir haben sechs Priesterseminare, 2 Universitäten, 100 Schulen, acht Exerzitienhäuser und sieben Altersheime; zudem betreuen wir ungefähr 300 weitere Kapellen und Missionen. Außerdem gibt es auf der ganzen Welt über 20 Klöster der alten Orden und Ordensgemeinschaften, die z.T. bei uns ihre Seminaristen ausbilden lassen, mit uns zusammenarbeiten und den Kampf für die Erhaltung des unverfälschten katholischen Glaubens kämpfen.


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