Benediktiner in den USA PDF Drucken E-Mail

Kloster Unserer Lieben Frau von Guadeloupe (Silver City / USA)

introDie Berufung zum Mönchsleben

„An Dich richten sich nun meine Worte, wer auch immer Du sein magst, dass Du Deinen eigenen Willen verkündest, für Christus, den wahren König, zu kämpfen.“ (St. Benedikt)

Was ist ein Mönch?

Wie das Wort schließen lässt oder wie die lateinische Form „monachus“ zeigt, hat es die Vorsilbe „mono“, was „ein“ oder „einzeln“ bedeutet. Ein Mönch ist daher jemand, dessen Bestreben auf etwas „einziges“ gerichtet ist, er wünscht sich nur ein Ding in der Welt, und das ist Gott allein.


Die Mönche überschrieben früher ihre Briefe mit der lateinischen Inschrift „Soli Deo“, das bedeutet: „für Gott allein“ oder „an Gott allein“. Unter den geistlichen Übungen, die Karthäusermönche in der Einsamkeit ihrer Zelle üben, haben sie die Gewohnheit, schöne und sehr persönliche Briefe „soli Deo“, an Gott allein zu schreiben. Am Ende jedes Jahres werden diese Briefe und Betrachtungen der Mönche, die im Schweigen und im Angesicht Gottes verfasst wurden, im Hochofen verbrannt. Von dort steigen sie wie Weihrauch zum Himmel empor. Für die Neugier der Menschen bleibt nur Asche übrig, da diese geistliche Übung „soli Deo“ ist.

silver city 10Dom Columba Marmion schrieb, dass eine Person das wert ist, was sie sucht oder anstrebt. Also, wenn du Reichtum erstrebst, kannst du Millionen wert sein ... aber Geld ist nur Papier und es wird vergehen, wie alles Papier. Was hat also das Profane zu bieten als Weltlichkeit? Nur eine Täuschung der Vernunft könnte Gewinnsucht die Möglichkeit zugestehen, Glückseligkeit zu vermitteln. Dein Wert liegt also in dem von dir angestrebten Objekt. Wenn du Gott anstrebst, dann ist das Objekt all deines Strebens ewigwährend.

Das Streben eines Durchschnittsmenschen liegt irgendwo zwischen zwei Extremen, sein Streben ist gemischt und seine Fähigkeit, sich auf die Ideale des Glaubens zu konzentrieren, ändert sich mit jedem Augenblick. Der heilige Augustinus drückte diese Idee im Folgenden aus: „Unruhig ist unser Herz, bis ruht in Dir, o mein Gott.“

Daher ist der Mönch jemand, der Gott allein anstrebt, der alle anderen Dinge verlässt, so dass er für Gott allein lebt.


Ein reines Geschenk der Gnade

Die Kapelle von außen

Die Berufung zum Mönchsstand ist ein Beweis für Gottes unendlich großes Erbarmen, mit dem Er durch die Gnade den menschlichen Willen zum Ihm hinwendet. Es geschieht nur durch Gnade, dass man das sucht und ersehnt, was eigentlich unser vollkommenstes und übernatürliches Ziel ist. Dadurch wird der menschliche Wille erleichtert und dazu befreit, mit reinster Sehnsucht das höchste Gut, nämlich Gott selbst, anzustreben. Gott zu suchen, nur Gott zu ersehnen, nur für Gott leben zu wollen und alles andere zu verlassen – das ist die Berufung zum Mönchsstand. Es ist aber nicht nur ein Wunder der Gnade Gottes, sondern eigentlich auch die normale Konsequenz aus der Gnade, die jede Seele bei der Taufe bekommt. Ein Mönch ist eine dieser Seelen, die sich dazu entschieden haben, mit der Gnade zu leben, die das ewige Leben schenkt, das jetzt schon beginnt...

Das Geheimnis der Mönche

Ein Mönch ist eine dieser ganz normalen Seelen, der sich dazu entschieden hat, das außerordentliche Leben anzunehmen, das jedem bei der Taufe geschenkt wird. Doch wenn Mönchsein so etwas Durchschnittliches und Normales ist, warum gibt es dann so wenige davon? Das Geheimnis der Mönche findet man in den Gleichnissen der Evangelien. Das berühmteste ist das Gleichnis von dem reichen Jüngling. Im Gespräch mit dem Herrn fragt der Jüngling, was er über die bloße Erfüllung der Gebote hinaus noch zusätzlich tun könne. Der Herr zeigt dem jungen Mann in Seiner Antwort, wohin seine Gebote letztlich führen. Er sagt zu dem jungen Mann: „Geh hin und verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen, nimm dein Kreuz auf dich und folge Mir nach.“ Kurz gesagt, der Herr zeigte dem jungen Mann die Berufung zum Mönchsstand. Aber „der Jüngling ging traurig weg...“. Die Lehre dieses Gleichnisses zeigt, dass er großen Besitz hatte und sehr daran hing. Diese Güter hielten ihn vom Herrn ab und zogen ihn nach Hause.

Materialismus gegen Berufung zum Mönchsstand

Das einzige Hindernis auf dem Weg zum Mönchsstand, das einzige Ding, das jemanden von seiner Berufung abhalten kann, ist die Anhänglichkeit an irdische Güter, wie das Gleichnis zeigt. Materialismus ist der Feind der Berufung. Das einzige Verdienst des Materialismus ist es, dem Besitz zu erlauben, sich zwischen Gott und die Seelen zu stellen, ansonsten ist er nur ein Verlust. Doch auch auf der Ebene des Moralischen gibt es eine sehr gierige Art von Materialismus. Dieser ist rein geistig und lässt die Seele an sich selber haften. Das ist Selbstsucht, Egoismus oder Selbstliebe. Durch den Stolz wird die Seele aufgebläht und wendet sich von Gott ab: der Wille Gottes wird zugleich mit der Zurückweisung der Berufung zu einem opferbereiten Leben, das einen wichtigen Bestandteil des Mönchslebens darstellt, zurückgewiesen. Für die unglückliche Seele, die von der Krankheit des Materialismus geschwächt wird, gibt es nur ein Heilmittel: den Geist der Opferbereitschaft. Die Übung des Geistes der Armut in vielen materiellen Dingen und die Übung der Großzügigkeit und Selbsthingabe für andere.

Kann ich ein Mönch werden?

OSB-USA-1
„Introibo ad altare Dei...“

Warum gehen manche Menschen unerschrocken durch die düsteren Klosterpforten, ohne die Berufung zu vielen Schwierigkeiten und Opfern zu beachten? Der Psalmist schreibt: „In meinen Gedanken ist ein Feuer entzündet.“ Wenn wir den Heiligen Geist anrufen, beten wir „...und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.“ In der Geschichte von Moses offenbarte sich Gott in der Form eines brennenden Busches, der stark brannte, aber die Zweige nicht verbrannte. Die Flamme der Liebe Gottes zu einer Seele, die geheimnisvolle Macht des Feuers, das sich nicht nur verzehrt, sondern auch hypnotisiert und fasziniert, ist das Bild, das in der Heiligen Schrift am häufigsten gebraucht wird, um die Kraft und das Geheimnis der göttlichen Liebe zu beschreiben. Das Feuer der Liebe Gottes für die Seele eines Menschen fesselt erst dessen Aufmerksamkeit, um sie dann zu prüfen und sie hart zu machen wie Stahl und schließlich wie Gold im Feuerofen zu läutern. Sie ist machtvoller als man es sich je vorstellen kann, aber in einer Weise, die ehrfürchtige Scheu und Verehrung in der Seele hervorruft. Dieses Bild eines Feuers, das wir gebrauchen, wenn wir in tiefer Betrachtung über Gott versunken sind, uns vom Heiligen Geist führen lassen oder wenn Gott sich uns offenbart, ist das Bild reinster Flammen, die seine intensive Liebe zu uns darstellen, die uns zu ihm hinzieht.

Die Antwort auf Gottes Berufung ist ein eigener Lebensweg

Die ersten Mönche in der Wüste waren sich nicht bewusst, dass sie einen neuen Lebensweg erfanden. Das mönchische Leben, das sie führten war nichts anderes als eine stets wachsende Faszination von Gottes eigenem Leben. Nicht losgelassen von der Macht der Liebe Gottes waren sie bemüht, sich ihm ganz zu übergeben und wurden zu Heiligen, den Freunden Gottes, was das Ziel eines jeden Getauften sein soll. Es ist dringend nötig, Gottes Willen zu folgen, wenn man der Berufung zum Mönchsstand folgt. Aber warum ruft Gott die Seelen in einer so geheimnisvollen Art und Weise? Er erklärte dem Propheten Jeremias: „Mit unendlicher Liebe habe Ich dich geliebt, darum habe Ich dich zu mir gekehrt.“ Die Berufung zum Mönchsstand ist der Anstoß der magnetischen Anziehungskraft der unendlichen Liebe Gottes zu einer Seele. Die Antwort, die diese Seele auf Gottes Liebe gibt, die Seele, die ernsthaft auf die Stimme Gottes hört und auf seine Berufung achtet – diese Antwort entscheidet alles.

Das Innere der Kapelle

 

Die Berufung zum Mönchsstand und die kirchliche Lehre

Ungeachtet der vielen Proteste von areligiöser Seite hat die Kirche die Berufung zum Mönch auf eine Art Podest gestellt, damit alle sie sehen und als Idealbild anstreben können. Den Platz, den die Kirche dieser Lebensform einräumt, zu betrachten, ist bei weitem der beste Weg sich damit zu befassen und hilft, seine Wichtigkeit und seinen universellen Charakter zu verstehen. Papst Pius IX. lobte diese Wahrheit sehr – und mit ihm nicht weniger als fünfzehn andere Päpste: „Da sie von sehr heiligen Menschen, die der Heilige Geist inspirierte, gegründet wurden und sie die höhere Ehre Gottes und das Beste für die Seelen anstreben und sie vom Apostolischen Stuhl bestätigt wurden, tragen sie zu der wunderbaren Vielfalt der Kirche bei, die der Kirche einen so herrlichen Glanz gibt. Und sie stellen Elitetruppen dar, diese Hilfstruppen im Streitheer Jesu Christi, die stets sowohl für die Zivilbevölkerung als auch für die Christenheit eine mächtige Hilfe, eine Zierde und ein Bollwerk waren.“ „Mit ihrer brennenden Liebe für Gott und die Menschen waren sie immer ein Schauspiel für die Welt, für die Engel und für die Menschen, da sie keine andere Freude kannten als ihre Kräfte, ihren Eifer und ihre Energie dafür zu gebrauchen, Tag und Nacht übernatürliche Dinge zu betrachten.“

Die Berufung in dieser Zeit der Krise

Wir haben die Berufung in ihrer allgemeinen Gültigkeit als etwas Normales gezeigt, aber auch als etwas Außergewöhnliches, da sie einzig ist unter den vielen Wegen, die zu Gott führen. In dieser Zeit der Krise sind die Berufungen selten geworden, da die Wege, die Gott nutzt, um die Seelen zu rufen, von Kirchenmännern zurückgedrängt wurden. Der heiligmäßige Erzbischof, der von der göttlichen Vorsehung als Werkzeug gebraucht wurde, hat uns deutlich an den Wert der Berufung zum Mönchsstand erinnert:

„Ohne Klöster, ohne das Beispiel der Ordensleute, die sich dem ununterbrochenen Lob Gottes hingeben, wird sich die Kirche niemals von ihrer gegenwärtigen Krise erholen. Um die gegenwärtige Krise zu überwinden, muss es mehr Klöster geben und mehr Seelen, die bereit sind, ihr ganzes Leben dem Gebet und der Fürbitte zu widmen.“ (Erzbischof Léfèbvre)

„Auf deinen Mauern, o Jerusalem, habe ich Wachen aufgestellt. Den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie nicht aufhören, den Namen des Herrn zu preisen.“ (Antiphon aus dem Brevier der Benediktiner)

Die Kommission „Ecclesia Dei“ war erfolgreich in ihrem Bemühen, die Benediktiner von Le Barroux vom Werk Erzbischof Léfèbvres zu trennen. Nichtsdestotrotz konnte ein handvoll Mönche es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, den heiligmäßigen Erzbischof als schismatisch und exkommuniziert anzusehen. Nach den historisch bedeutsamen Ereignissen des Sommers 1988 war es für diese Mönche sehr schnell nicht mehr erträglich, im Kloster von Le Barroux zu verbleiben und gleichzeitig den Erzbischof zu unterstützen. Die einzige Möglichkeit war, das Kloster zu verlassen und sich der Hand der Vorsehung zu überlassen.

Pater Cyprian war einer von denen, die das Kloster verließen. Nachdem er nach Ecône gereist war, um mit dem Erzbischof zu sprechen, traf er dort Pater Thomas von Aquin, den Oberen der traditionellen Benediktiner in Brasilien. Es wurde beschlossen, ein neues traditionelles Benediktinerkloster im Südwesten der USA zu gründen.

Die gewaltige Aufgabe, ein neues traditionelles Kloster zu errichten hat begonnen. Hoch oben in den Bergen von Gila Wilderness bauen die ersten Kandidaten für ein Ordensleben ihr eigenes Kloster. Einige junge Männer sind gekommen, um die Pioniersarbeit eines Klosterbaus zu leisten. Da sie abwechselnd mit Bauarbeiten beschäftigt sind und das Göttliche Offizium beten, wachsen die Mauern allmählich. Es gibt schon eine Warteliste mit Berufenen aus aller Welt, die sofort das Leben der Benediktiner annehmen möchten – aber wir haben keinen Platz. Einige Sturköpfe haben allerdings durchgesetzt, trotzdem zu kommen und auf Bequemlichkeit zu verzichten, während sie in Wohnwagenanhängern leben.

Die Entbehrungen sind zahlreich, aber die Gnade Gottes hat diesen Seelen den Geist der Mönche des Mittelalters geschenkt, die auch ihre Klöster selbst bauten. Möge unser Verehrter Vater Benedikt in ihren Herzen die brennende Liebe entzünden, damit sie ihr Leben dem heiligen Dienst der Kirche weihen, um das ausgewählte Kampfheer seien, das in den Kampf mit den Mächten der Finsternis zieht.

Hier ist der Tagesplan, den wir im Kloster Unserer Lieben Frau von Guadeloupe verwenden:

3.00h
3.30h
4.30h
5.30h
6.00h
7.00h
7.30h
8.00h
9.30h
10.30h
11.45h
12.00h
14.00h
14.15h
17.30h
18.30h
19.30h
20.00h
Aufstehen
Matutin
geistliche Lesung
Laudes
Angelus, Stille Messen, persönliches Gebet im Chor
Frühstück
Prim, Kapitel
geistliche Lesung
Terz, Konventmesse
Unterricht, Studium oder handwerkliche Arbeit
Sext
Angelus, Mittagessen
Non
handwerkliche Arbeit
Vesper, persönliches Gebet im Chor
Abendessen
Komplet
Bettruhe


Wegen der großen Aufgabe der Bauarbeiten, an denen die Gemeinschaft zur Gänze teilnimmt, werden zu gegebener Zeit bestimmte Änderungen im Tagesablauf vorgenommen. Einmal in der Woche unternehmen wir zur Erholung Wanderungen in die umliegenden Berge.


Pater Cyprian mit einem seiner Mönche auf der Baustelle


Kontaktanschrift:

map 1Rev. Father Cyprian, OSB
Monastery of Our Lady of Guadalupe
142 Joseph Blane Rd
Silver City, NM 88061
USA
Tel: +1 (0) 505 - 388 92 79
Zur Homepage des Distriktes USA

Andere Kongregationen der Benediktiner:

Abbaye Notre-Dame de Bellaigue
Bellaigue - 63330 Virlet
France
+33 (0) 473 - 52 33 26
Zur Homepage

Rev. Fr. Thomas de Aquinas OSB
Caiza Postal 96582
28601-970 Nova Friburgo RJ
Brazil


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