Rabbiner finden Jesus (Teil 1) PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 13. Oktober 2011 um 11:03 Uhr

altpius.info widmet die folgende Serie "Rabbiner finden Jesus" dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden, Dr. Dieter Graumann.

Dr. Graumann hat den Anstoß zu einem neuen Selbstverständnis der jüdischen Identiät gegeben. Am 17. 9. 2011 forderte er in einem Interview mit der F.A.Z.:

"Das Judentum darf nicht verengt werden auf Formeln wie Schoa plus Antisemitismus. [...] Aber wir Juden dürfen uns doch von ihnen nicht dominieren lassen. Wir können nicht in der Vergangenheit und nicht in den uns widerfahrenen Katastrophen leben. Schon gar nicht dürfen diese unsere Identität ausmachen. Wir dürfen uns nicht auf den Status einer Opfergemeinschaft, die wir schon lange nicht mehr sind, reduzieren lassen und schon gar nicht immerzu chronisch melancholisch Trauer zelebrieren." (Vgl. Offener Brief an Dr. Graumann)

Diesen Worten kann man nur zustimmen. Es muss endlich wieder um die theologische Diskussion gehen, um die alles entscheidende Frage: Ist Jesus von Nazareth der verheißene "maschiach" (Messias) oder nicht?

Die folgende Serie dokumentiert das Ringen und die Auseinandersetzung von zwanzig Rabbinern, an deren Ende immer die Erkenntnis stand: Christus ist der wahre "ben ha elohim", der Sohn Gottes.

RABBINER P. PHILIPS

Philipp Philips hatte das Vorrecht, einer gottesfürchtigen Familie zu entstammen und schon in früher Jugend in die Literatur seines Volkes eingeführt zu werden. Später wurde er Rabbiner einer Synagoge in New York. Eines Freitagabends betrat er die Synagoge gerade in dem Augenblick, als der Kantor die Worte sang: "O Bräutigam, begegne der Braut; lasst uns vorangehen, den Sabbat einzuführen... Mein Volk, stehe auf aus dem Staub! Kleide dich in deine Prachtgewänder! Durch Jesses Sohn aus Bethlehem kommt meiner Seele Errettung."

Philips sehnte sich ernstlich nach Errettung. Sein Herz war voller Furcht, dass er nicht errettet würde. Er nahm Zuflucht zu seinen Büchern und las alle jüdischen Schriften: die Mischna und die Gemara, den Midrasch Rabba und den Targum (eine aramäische Übersetzung der Bibel), und zahlreiche andere Schriften. Doch nichts konnte das Verlangen seines Herzens stillen, nirgendwo konnte er befriedigende Antworten auf seine Fragen erhalten. Wem konnte er sich anvertrauen? Niemand in seiner Gemeinde schien in der Lage zu sein, ihm zu helfen, und er wollte nicht den Verdacht erregen, als wolle er der jüdischen Religion untreu werden.

Nun geschah es, dass gerade während dieser Zeit der Angst und des Zweifelns der bekehrte Rabbi Jakob Freshman in New York arbeitete. Er war der Direktor eines Evangeliumsdienstes.

Es war sein Vorrecht, durch hingebenden Dienst viele Juden zum Heiland zu führen. Philipp Philips fühlte sich sehr zu diesem Mann hingezogen. Aber er wagte es nicht, am Tag zu ihm zu gehen; denn er wusste, es würde für ihn als Rabbiner ein gefährliches Unternehmen sein, einen solchen Mann öffentlich zu besuchen. So beschloss er, spät abends hinzugehn. Auf dem Weg dorthin begegnete ihm der stadtbekannte Evangelist D.L.Moody, zu dem er schon lange in einem freundschaftlichen Verhältnis stand. Sie begrüßten einander freundlich, und dann fragte Moody in überraschendem Ton: "Rabbi, was treibt Sie denn noch so spät abends hinaus?" Philips erwiderte, er sei auf dem Weg zu Herrn Pastor Freshman. "Der ist gerade auf einer Evangeliumsreise", entgegnete Moody, "und er wird wahrscheinlich noch einige Wochen fort sein." Dann, so erzählt Philips, fuhr Moody fort: "Warum bleiben Sie nicht zu Hause und ergötzen sich an den Früchten ihrer Tafel? Lieber Freund, Sie sind ruhelos. Ich merke das. Ich fühle, dass Sie ein Nikodemus sind." Und sofort erkannte er, dass er das Richtige gesagt hatte, und jubelte: "Dem Herrn sei Dank!" Moody erzählte dem Rabbiner, dass er und Dr. Rossvally, der bekannte Arzt, um seine Rettung gebetet hatten.

Er bat Philips, das Neue Testament zu lesen, aber der weigerte sich, denn er fürchtete Verfolgung, wenn die Juden es erfahren würden. Moody aber war nicht leicht abzuschütteln und bot dem Rabbiner ein Neues Testament an, das er bei sich trug. Er empfahl ihm, das erste Kapitel des Matthäus-Evangeliums zu lesen. Aber immer noch weigerte sich Philips und sagte, es würde ihm unmöglich sein, an Moodys Jesus zu glauben. Schließlich nahm er doch das Buch an.

Und welche Entdeckung machte er dann! Er hatte gedacht, er würde darin einen Quell des Stolzes, der Selbstsucht, des Hasses und der Gewalttat finden; stattdessen fand er nur Liebe, Demut und Frieden. Statt Steinen fand er Perlen; wo er sich vor Dornen gefürchtet hatte, stömten Rosen ihren Duft aus; wo er erwartet hatte von Lebenslast und Not zu lesen, da las er von Segnungen, Auferstehung und himmlischen Schätzen. Nun lernte er die Berichte des Alten Testaments in dem wunderbaren Licht des Neuen Testamentes zu verstehen. Wie Gott seine Väter in der Wüste am Tag durch die Wolkensäule und des Nachts durch die Feuersäule geleitet hatte, so sah er nun in dem Messias Jesus den Führer, der uns Menschenkinder auf den Weg der Erlösung zu leiten hat. Er erkannte, dass ihm noch "nicht die Hälfte gesagt ward," und bekehrte sich zu diesem Jesus als seinem Retter und Gott, in welchem er den Erlöser Israels und der ganzen Menschheit sah. Er demütigte sich und kam zu Jesus als ein armer Sünder, der gar nichts verdiente und nur um Gnade bitten konnte.

Er verließ sich ganz und gar auf Gottes Verheißungen und konnte nun endlich die Worte in Jesaja 53,4-5 verstehen: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt."

Bald musste er Verfolgung leiden. Seine Freunde verstanden ihn nicht und legten ihm sein Bekenntnis zum christlichen Glauben als Blindheit aus. Leute fragten, wieviel man ihm für sein Christwerden bezahlt hätte. Das verursachte ihm viel Schmerz. Er wusste, dass er nichts anderes von den Menschen erwarten konnte. Der schwerste Schlag kam von seiner Mutter, die ihm schrieb: "Philip, Du bist nicht mehr mein Sohn. Wir haben Dich sinnbildlich begraben. Du hast die Religion Deiner Väter und die Synagoge um eines Betrügers willen verlassen, und darum wird ein Fluch auf Dir ruhen."

Dieser Brief verwundete den Sohn unsagbar, obwohl er wusste, dass ein Jude alles aufgeben muss, wenn er Jesus nachfolgen will.

Je mehr die Seinen ihn hassten und verachteten, um so inniger liebte er sie und betete für sie. Drei Wochen später war es ihm möglich, seiner Mutter eine freundliche und liebevolle Antwort auf ihren Brief zu schreiben, und nun konnte er nur den Tag herbeiwünschen, wenn es ihm möglich sein würde, die Botschaft vom Kreuz allen seinen Lieben zu bringen.

Er hatte nur ein Verlangen, Prediger des Evangeliums zu werden. Dieser Wunsch wurde ihm durch Gottes Hilfe erfüllt. Viele Jahre diente er seinem Meister in großer Treue.

Aus: Die Weisheit ruft. Zeugnisse von Rabbinern.

Zum Weiterlesen: Offener Brief des Distriktoberen von Deutschland an Dr. Dieter Graumann


E-Mail




 
 
Erklärung des Generaloberen Bischof Fellay über die neue Pastoral der Ehe gemäß Kardinal Walter Kasper

 
Fastenopferbrief des Distriktoberen: Golgota und Auferstehung

distriktlogo

 
Mitteilungsblatt

Gerne senden wir Ihnen das monatliche Informationsblatt der Priesterbruderschaft.

Button MB 2

 
Häufig gestellte Fragen

Meistgestellte Fragen

Stellenangebot Erzieherin/Betreuerin (St.-Theresien-Gymnasium)

intro st theresien

 
Brief an die Freunde und Wohltäter - neuer Rosenkranzkreuzzug

mgr fellay lab81

 
Offizielle Erklärung der Bischöfe der Bruderschaft

b weihen intro

 
Die katholischen Jugend der Tradition

tumbnail

 
Video von der Kirchweihe in Berlin (14 min)

kirchweihe berlin

 
Europäische Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens

eu initiative

 
Spenden

Helfen Sie mit!
Ihre Spende zählt!

 
Ein Tag im Kloster

schwestern video

 
Aus der Reihe Humor...

 
Helfen Sie dem Theresiengymnasium!

alt

 
Lesen Sie das...

 
Zusammenfassung

Wofür steht die Priesterbruderschaft St. Pius X.?