Eine Parade der Peinlichkeiten – Erlebnisbericht von der Jugendvigil in Freiburg PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. September 2011 um 09:10 Uhr

[Freiburg/Pius.info] Warum hat niemand dem Papst gesagt, dass vor seiner Ankunft auf dem Freiburger Messegelände die Jugendlichen mit äußerst fragwürdigen Methoden gegen ihn aufgehetzt worden sind?

Die vom BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) federführend organisierte Jugendvigil mit dem Papst war ein Potpourri aus schlechter Musik und Gruppendynamik.

Der Papst und seine Predigt über die heiligmachende Gnade hatten mit dem Rahmenprogramm so viel Gemeinsamkeiten wie Mutter Theresa mit Alice Schwarzer. Das ist die Quintessenz der vielen Rückmeldungen, die pius.info von protestantischen und katholischen Teilnehmern der Jugendvigil am Abend des 24. September erhalten hat.

Ein Teilnehmer hat seine Eindrücke zusammengefasst:

Dass die Predigt des Papstes bei der Vigilfeier für Jugendliche in Freiburg das einzig Katholische war, hätte ich, als ich das Freiburger Messegelände betrat, nicht gedacht. Im Gegenteil erwartete ich im Trubel des überschäumenden Hasses, der in den Wochen vor dem Besuch Papst Benedikts Deutschland überrollt hatte, hier eine katholische Oase, einen Ort der katholischen Eintracht und der Zustimmung für ihn. Doch bereits nach wenigen Minuten wurde meine Naivität Lügen gestraft – die Kirchenkrise ist hausgemacht, das sagte schon Paul VI., das sagt auch die Piusbruderschaft, und dass das richtig ist, erlebte ich hier einmal mehr.

Der BDKJ hatte dafür gesorgt, dass dieser Abend eine Demütigung für jeden ernstmeinenden Katholiken sein musste. Nur kurze Zeit, bevor der Papst eintraf, trat ein Moderatorenduo vom Pop-Radiosender SWR 3 auf die Bühne, das den versammelten Jugendlichen Suggestivfragen stellte, über die es mithilfe von roten und grünen Luftstangen (längliche Luftballons) abstimmen lies. Hier ging es zu wie beim einem Propaganda-Parteitag: Mit spöttischem, suggestivem Unterton, der sowieso nur jeweils eine Antwort zuließ, wurde z.B. gefragt:

„Ist gelebte Homosexualität Sünde?“ - Ein Meer von Ablehnung. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie auch ein Kleriker in Soutane mit Nein gestimmt hat.
Oder die Frage:
„Sollten Frauen zum Priesteramt zugelassen werden?“ Massenhafte Zustimmung.

Diese Antworten waren natürlich haargenau das, was die Initiatoren vom BDKJ sehen wollten. Beide Fragen sind vom kirchlichen Lehramt bereits eindeutig gegenteilig beantwortet und stehen in der katholischen Kirche nicht zur Disposition, was den Jugendlichen natürlich nicht gesagt wurde.

Dass man es sich als junger Katholik antun muss, wenn man schon tagsüber von papsthassenden Freiburger Linksradikalen angefeindet wurde, im offiziellen Vorprogramm zur Vigilfeier mit dem Papst an einer Sitzung teilnehmen zu müssen, die den Hass gegen die Kirche und den Papst weiter schürt und zudem noch von zwei Radiomoderatoren eines Pop-Radiosenders geleitet wird, das ist für mich das Ende der Fahnenstange.

Es ist keineswegs so, dass den Jugendlichen am Samstagabend ein „super-peppiges“ Programm geboten wurde, welches sie begeistert hätte. Vielmehr war es anbiedernd; man hat verzweifelt versucht, cool und hip zu sein – und war es gerade deshalb nicht!

Angefangen vom Vorprogramm, das sich in Tänzen von halbbekleideten Varietékünstlern, unterirdisch schlechter Jugend-Kirchenmusik und einem peinlichen Trommeltanz erschloss, bis hin zum Migräne auslösenden Rockkonzert im Nachprogramm, war dieses „jugendliche Getue“ eine Parade der Peinlichkeiten. Es ist fragwürdig, ob dies bei den Jugendlichen die gewünschte Begeisterung auslöste.

Organisatoren, die Veranstaltungen wie diese fehlplanen, müssten eigentlich wissen, dass die Besucher kirchlicher Feiern spirituelle Gesänge und keine drittklassigen Pop-Verschnitte hören wollen. Außerdem sollten sie sich die Frage stellen, warum in Hollywood-Produktionen liturgische Feiern mystisch und majestätisch statt bürgerlich-spießig dargestellt werden. Die Filmregisseure wissen eben besser um die menschliche Sehnsucht nach dem Erhabenen als vom Zeitgeist besessene kirchliche „Pastoralmitarbeiter“.

Leider kann ich die Vigilfeier selbst von meiner Kritik auch nicht ausnehmen. Diese bestand im wesentlichen daraus, dass eben diese Vertreter von kirchlichen Jugendverbänden (in denen der Glaube bekanntlich gar keine Rolle mehr spielt) sich vor den Heiligen Vater stellten und ihr eigenes soziales Engagement anpriesen.

Trauriger Höhepunkt war der Auftritt einer jungen Frau aus der KJG: Sie stellte sich mit einem T-Shirt einer antikirchlichen Aktion der KJG Freiburg, die diese anlässlich des Papstbesuches durchführte, vor den Papst und klopfte sich über ihr eigenes Engagement auf die Schulter.

Schnittmenge dieser Glaubensberichte war, dass man sich sozial engagiere, um sich für eine bessere Welt einzusetzen. Das Problem: Christus ist für mehr gestorben als für innerweltliches Gutmenschentum. Mit diesen Scheinidealen ist man bei der Gewerkschaftsjugend besser aufgehoben. Was mittlerweile jeder weiß, nur die Diözesanbischöfe nicht wahrhaben wollen: Der katholische Glaube ist vollständig verwässert.

In der Predigt forderte der Heilige Vater die Jugendlichen auf, die in der Taufe erworbene heiligmachende Gnade im Laufe des Lebens zu erhalten, um so den Heiligen, von denen der hl. Paulus schreibt, beigezählt werden zu können. Auch maßregelte er den innerweltlichen Optimismus und Aktionismus, dem aber de facto die Jugendlichen, die sich bei der Vigilfeier inszenieren durften, anheimgefallen sind. Seine Predigt wirkte neben den selbstgefälligen Showeinlagen und dem Katzengejammer der Musikband wie ein Diamant in der Abfalltonne.

Beichtstühle wie bei den Weltjugendtagen suchte man vergebens. Die musikalische Umrahmung der Vigilfeier war so schlecht, dass die Jugendlichen, die mit dem ganzen Anlass ohnehin nicht viel anfangen konnten, spöttisch zu schunkeln anfingen und sich über den Sirenenton der von sich merklich eingenommenen Sängerin lustig machten.

Der Papst wurde hier aufs Glatteis geführt. Es weiß in Deutschland doch jedes Kind, dass die katholischen Jugendlichen in den diözesanen Gemeinden von kleinauf nicht nach dem Katechismus unterrichtet werden. Deshalb ist es auch fraglich, was sie überhaupt mit Begriffen wie „heiligmachende Gnade“, die der Papst erwähnte, anfangen sollen. In der Kirche sehen sie nur eine Institution, die ein bisschen soziale Arbeit macht.

Das ist die bittere, durch diese fragwürdige Veranstaltung wieder knallhart vorgeführte Realität.

P.S.: In besseren Zeiten der Kirche wäre der Reinfall einer solchen Veranstaltung Grund genug gewesen, den Verantwortlichen (in diesem Fall ist das Erzbischof Zollitsch) den Rücktritt nahe zu legen.


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