Theologe Pesch fabuliert: "Papst im Schisma" PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 07. Juli 2012 um 18:29 Uhr

peschKöln (KNA/pius.info) Mit scharfen Worten hat der katholische Theologe Otto Hermann Pesch den Vatikan vor Konzessionen an die traditionalistische Piusbruderschaft gewarnt. Papst Benedikt XVI. drohe selbst zum Kirchenspalter und Häretiker zu werden, sagte der emeritierte Hamburger Theologe dem „Kölner Stadt-Anzeiger" am Freitag.

Wenn er sich ohne Einschränkung auf die Seite der Piusbrüder stellen und ihnen die Ablehnung der Lehre zur Religions- und Gewissensfreiheit zugestehen würde, „würde er eine Kirchenspaltung, ein Schisma, fördern und wäre damit selbst schismatisch", so Pesch.

Nach einer mittelalterlichen Tradition kann laut Pesch auch ein Papst ein Häretiker werden, Irrlehren vertreten und ein Schisma herbeiführen. „Die Frage ist nicht, ob das möglich ist, sondern wer das feststellt", so der Theologe. „Diese brisante Frage wird mit Sicherheit gestellt werden, sollte sich der Papst auf die Linie der Piusbrüder einigen."

Am ehesten zu befürchten sei „ein windelweicher Kompromiss", wonach die Piusbrüder die Autorität des Papstes anerkennen, sich aber nicht in gleicher Konsequenz zu den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) bekennen müssten, sagte Pesch. Das Generalkapitel der Piusbruderschaft berät kommende Woche in deren Zentrale im schweizerischen Econe über die Bedingungen des Vatikan für eine mögliche Aussöhnung.

Kommentar: Der Theologe Pesch hat hier ganz unbegründete Ängste. Papst Benedikt hat bezüglich des Konzils eine deutlich andere Position als die Piusbruderschaft. Für ihn besteht zwischen der Tradition der Kirche und dem Konzil eine Kontiniuität und kein Bruch, während die Piusbruderschaft (hier ausnahmsweise im Verein mit allen modernen Theologen!) einen klaren Bruch feststellt: Für die Progressisten war das Konzil der Aufbruch für das neue Kirchen-, Mess- und Glaubensverständnis, für alle Katholiken war es der Bruch, der die (Konzils)-Kirche von ihrer Tradition getrennt hat.

Man sieht aber am Beispiel von Herrn Pesch, wie groß die Ängste bei den progressiven Kräften sind, dass sich durch die Anerkennung der Piusbruderschaft diese letztere Beurteilung durchsetzen könnte. Auch die vagesten und kühnsten (Un-)Möglichkeiten werden erwogen und sofort scharf kritisiert und abgelehnt.

Interessant auch hier wieder, dass man mit den Priesterrebellen aus dem eigenen Lager so milde und verständnissvoll umgeht, dem Papst dagegen bei einer möglichen Hinwendung zu katholischen Positionen gleich ein Schisma androht. Dabei wird sogar mit dem (sonst so verpönten) Mittelalter argumentiert: "Nach einer mittelalterlichen Tradition...". Man holt sich die Argumente, wie es gerade passt!

Die Handkommunion stamme von den Urchristen, ein Papst könne gemäß mittelalterlicher Lehre auch mal im Schisma sein (das gilt natürlich nur für "Fundamentalisten", nicht für die moderne Theologen), immer mit einem Ziel: die moderne Theologie zu rechtfertigen.

Ein praktisches Schisma besteht dagegen schon längst in vielen Teilen der katholischen "Landeskirchen", die sich herzlich wenig um die römischen Vorgaben scheren und ihr eigenes Süppchen kochen und dabei von den Bischöfen toleriert und sogar immer wieder auch unterstützt werden. Man lässt Rom einfach reden und handelt nach dem eigenen Willen. Das beste Beispiel aktuell ist die vom Papst angeordnete Änderung der Wandlungsworte.

Die progressiven Theologen sollten also aufpassen, dass die Schisma-Keule nicht wie ein Bumerang auf sie zurück fällt.

Wie katholisch Herr Pesch ansonsten ist, lässt sich übrigens an einem 2007 von ihm höchstpersönlich eingebrachten Vorschlag ablesen: 

Die katholische Kirche solle Martin Luther bis 2017 vollständig rehabilitieren. Das wäre ein ökumenisches Zeichen ersten Ranges, denn in diesem Jahr werden nicht nur die EKD-Gliedkirchen, sondern mehr als 70 Millionen Lutheraner weltweit ein großes Reformationsjubiläum feiern.

Wen wundert es da noch, dass Otto H. Pesch, ein Freund Luthers, der bekanntlicher Weise das Papsttum als "vom Teufel gestiftet" betrachtete, ein Feind der Piusbruderschaft ist. 

 


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