Vortrag von Pater Pfluger zum Spes Unica Sonntag PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 11. Mai 2012 um 11:23 Uhr

pfluger 3Beim diesjährigen Spes Unica Sonntag war Gastredner der 1. Assistent der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Niklaus Pfluger. In seinem Vortrag sprach er über die aktuellen Verhandlungen mit Rom. Lesen Sie hier die Zusammenfassung des Veranstalters.

Bericht über die jüngsten Entwicklungen

Nichts Neues – das konnte man höchstens über die erste halbe Stunde der Rede von Pater Niklaus Pfluger beim diesjährigen spes-unica-Sonntag sagen: Der Erste Assistent des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. rief noch einmal in Erinnerung, wie sich die Beziehungen zu Rom in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Danach aber legte sich eine aufmerksame Spannung über die Stadthalle Hattersheim, denn unerwarteterweise begann Pater Pfluger die Geschehnisse in den vergangenen Monaten bis zum heutigen Tag offenzulegen. Und er gab außerdem bekannt, dass diese Ereignisse Bischof Fellay bewogen haben, vom bisherigen Grundsatz der Bruderschaft in den Verhandlungen mit Rom Abstand zu nehmen.

Das Drängen von Papst Benedikt auf eine Lösung

"Kein praktisches Abkommen ohne eine lehrmäßige Einigung" – so lautete das Prinzip, mit dem die Piusbruderschaft in die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl gegangen war. Doch die Verhandlungen der vergangenen beiden Jahren haben offenkundig werden lassen, daß die unterschiedlichen Standpunkte in zentralen Fragen der Kirchenlehre nicht überbrückt werden können.

In den vergangenen Wochen wurde nun deutlich, dass Papst Benedikt XVI. so sehr an einer kanonischen Lösung für die Bruderschaft interessiert ist, dass er bereit ist, mit ihr ein Abkommen zu schließen, auch wenn diese die strittigen Texte des II. Vatikanischen Konzils und die Neue Messe nicht anerkennt. Sollte sich die Bruderschaft aber unter diesen Umständen immer noch einer Vereinbarung verweigern, wurde ihr eine mögliche erneute Exkommunikation in Aussicht gestellt.

Die Freiheit, unbehindert weiterwirken zu dürfen

Unter diesen Umständen hält es der Generalobere, Bischof Bernard Fellay, nicht für möglich, das Angebot des Papstes zurückzuweisen. Es käme einem Abgleiten in den Sedisvakantismus gleich, sollte man sich dem Wunsch des Heiligen Vaters auch dann noch verschließen, wenn dies mit keinerlei Anerkennung falscher Glaubenslehren verbunden sei. Es sei zudem eine Frage der Klugheit, nicht jegliche Verbindung mit Rom abzubrechen. Man solle sich eine Tür offenhalten, auch wenn derzeit keine Annäherung in den doktrinellen Fragen absehbar sei.

Voraussetzung sei selbstverständlich, dass ein Abkommen die Zusicherung enthält, dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. auch künftig in den strittigen Fragen vom Standpunkt Roms abweichen darf und dass sie die Freiheit erhält, mit ihren Niederlassungen und Einrichtungen ihr Wirken unverändert fortsetzen zu dürfen. Zu einem autonomen Status gehöre dabei auch das Recht, am Konzil und dem Modernismus Kritik äußern zu dürfen.

Das Angebot Erzbischof Lefebvres und historische Parallelen

Zur Unterstützung der Entscheidung Bischof Fellays erinnert Pater Niklaus Pfluger an das Vorgehen von Erzbischof Lefebvre in den Jahren 1987 und 1988. Damals legte dieser selbst einen sehr weitgehenden Vorschlag für ein Abkommen vor, mit dem er eine pragmatische Zwischenlösung erreichen wollte, die für die Kirche insgesamt von Vorteil gewesen wäre. Die Vereinbarungen, die der Erzbischof damals zu unterschreiben bereit gewesen war, verlangten von der Bruderschaft weitaus größere Zugeständnisse, als jetzt von Papst Benedikt gefordert würden.

Zudem müsse man realisieren, wie weit die falschen Lehren in der Kirche verbreitet seien. Selbst wenn eine theologische Einigung mit dem Heiligen Stuhl zustande gekommen wäre, hätte man nicht damit rechnen können, daß die Irrlehren auf ein Machtwort des Papstes von heute auf morgen aus der Welt verschwunden wären. Pater Pfluger verweist auf Parallelen in der Kirchengeschichte: Auch nach der Verurteilung des Arianismus war diese Irrlehre noch eine lange Zeit weit verbreitet, in manchen Gegenden sogar noch für viele Jahrzehnte. Und noch 50 Jahre nach dem Konzil von Trient fragt der Bischof von Mailand in Rom um Rat: Fast sein gesamter Klerus habe Frau und Kinder, was soll er tun? – Die Antwort Roms zeige, wie die Kirche in solchen Situationen mit Klugheit und gesundem Menschenverstand vorgehe: Wenn er den Klerus nicht ersetzen könne, dann müsse er ihn eben behalten.

Das unaufhaltsame Wiedererstarken der Tradition

Die Anerkennung der Priesterbruderschaft sei schließlich eine offizielle Bestätigung für die Bedeutsamkeit der Tradition, was in der gesamten Kirche äußerst einflußreich wäre. Und sie würde das Unrecht ihrer Stigmatisierung wiedergutmachen.

Besteht nicht die Gefahr, daß die feindlich gesonnenen Ortsbischöfe das Abkommen nutzen werden, um ein weiteres Wirken der Bruderschaft zu bekämpfen und unterbinden? – Diesem absehbaren Einwand hält der Erste Assistent die Entwicklung der vergangenen Jahren entgegen: Die Bewegung hin zur Tradition, vor allem der Wunsch der jungen Priester, die Alte Messe zu lesen, sei inzwischen so stark, daß sie trotz Einschüchterung und Unterdrückung nicht mehr aufzuhalten sei. Sie sei mittlerweile stark genug, dass sich die Bruderschaft gegen die absehbaren Forderungen der modernistischen Bischöfe wehren werde können.

Quelle: Actio Spes Unica


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