Prächtige Kirchweihe in Schramberg PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. Mai 2012 um 09:03 Uhr

kirchweihe SCHRMBAm gestrigen Pfingstmontag konsekrierte S.E. Bischof Tissier de Mallerais die neugebaute Kirche der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Schramberg.

Während andernorts Kirchen abgerissen oder umfunktioniert werden, weiht die Bruderschaft neue Kirchen ein.

350 Gläubige aus Nah und Fern waren zu dem feierlichen Ereignis angereist.

Eine Kirchweihe gehört zu den liturgisch feierlichsten Tätigkeiten eines Bischofs. Eine Vielzahl von Symbolen und Riten drückt aus, dass hier ein sakrales Gebäude ganz für das heilige Messopfer bestimmt wird.

Dabei wird natürlich Bezug genommen auf den Tempel des Alten Bundes. Wenn auf dem Altar an fünf Stellen ein wirkliches Feuer entzündet wird und der darauf liegende Weihrauch das ganze Kirchenschiff erfüllt, dann ist man zutiefst an das Weihrauchopfer des Tempels von Jerusalem erinnert. Nicht umsonst war zunächst die Stiftshütte, anschließend der salomonische Tempel, das wahre Vorbild und Symbol des Neuen Bundes.

Der Unterschied besteht in der Opfergabe: Während im Alten Testament Tiere geopfert wurden im Glauben an das Blut des Gottessohnes, wird im Neuen Bund das vollkommene Opfer Christi dargebracht, das Messopfer, welches die unblutige Vergegenwärtigung des Todes Jesu am Kreuz ist.

Genau das sind auch die Worte von Bischof Tissier de Mallerais in seiner Festpredigt:

"Das Messopfer ist, wie im Konzil von Trient dogmatisiert, ein Sühneopfer. Wer sagt, das Messopfer sei lediglich ein Lob- und Dankopfer, nicht aber ein Sühneopfer, der sei mit dem Anathema belegt", zitiert Bischof Tissier das Konzil. 

Deshalb habe die neu gebaute Kirche keinen Tischaltar, sondern einen wirklichen Altar. „Nicht dem Volke, sondern nach Gott orientiert." Der Priester bringe Gott allein ein Opfer dar.

Die Bruderschaft habe an diesem Sühnopfer Jesu aller Zeiten nichts verändert, so Bischof Tissier.

"Unsere Religion, die katholische Religion, hat den Altar als Mittelpunkt. Die neue Religion, die Religion des Menschen, die Religion der Gemeinschaft und communio ist nur die Selbstfeier des Menschen und der Gemeinde. Die Versammlung der Gläubigen ist in dieser neuen Religion der Mittelpunkt. Ohne Versammlung gibt es kein verständliches Opfer in der neuen Religion. Aber im Gegenteil: In der katholischen Religion ist das Opfer unabhängig von der Versammlung des Volkes."

Weiter fragte Weihbischof de Mallerais mit Blick auf das neue Kirchengebäude:

„Bedeutet es, dass die Zeit der Erniedrigung zu Ende ist? Dass alle Kirchen wieder für den überlieferten Ritus geöffnet sind?" Und gibt zur Antwort: „Schritt um Schritt wird die Rekonstruktion der Kirche verwirklicht."

Weiterer Höhepunkt der vierstündigen Zeremonie ist das Aschenkreuz in Form eines Chi (22. Buchstabe des griechischen Alphabetes und Anfangsbuchstabe des Namens Christos). Dabei schreibt der Bischof auf dem Boden in die aus Asche gestreuten Balken des Chi-Kreuzes das vollständige griechische und lateinische Alphabet. Damit wird die Universalität der Heilsbotschaft ausgedrückt; und nach Durandus, einem mittelalterlichen Theologen, stellt es die im Glauben erfolgte und durch das Kreuz Christi bewirkte Vereinigung der Juden und der Heiden dar (I, c.6, n. 21).

Reliquien sind die sterblichen Überreste von heiligen Martyrern, das heißt von Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind. Diese Reliquien sind jedem Katholiken heilig, denn alle Kinder Gottes sind Brüder, jene, die ihr Leben ruhmvoll beendet haben und als Heilige im Himmel thronen, natürlich ganz besonders, denn sie sind Vorbild und Fürsprecher zugleich.

Diesen wundervollen Gedanken der menschlichen Gemeinschaft, die Raum und Zeit übersteigt, haben die protestantischen Gemeinschaften vollständig verloren. Doch gerade die Gemeinschaft der Heiligen, die mich mit einem heiligen Franziskus oder einer heiligen Thersia genauso verbindet wie mit meinem Nachbarn auf der anderen Straßenseite, ist genuin katholisch. Deswegen werden in jeder Kirchweihe die Reliquien von Heiligen in den Altar gelegt.

Feierlich werden diese Reliquien vom Diakon im Levitengewand in die Kirche getragen. Auch hier blitzt für einen kurzen Augenblick wieder die dreitausendjährige Geschichte der Erlösung auf.

Die Reliquien sind nämlich in einem goldenen Schrein und werden unter feierlichem Gesang in einer Prozession, begleitet von Kerzenträgern und Weihrauch, in die Kirche getragen. Wer ist da nicht erinnert an den Einzug der Bundeslade? Zugleich werden in geradezu vollkommener Weise die Worte des Hebräerbriefes verwirklicht:

"Denn dies ist der Bund, den ich dem Hause Israel errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Indem ich meine Gesetze in ihren Sinn gebe, werde ich sie auch auf ihre Herzen schreiben; und ich werde ihnen zum Gott, und sie werden mir zum Volke sein." (Heb. 8,10)

Wärend also im Alten Bund die Weisungen Gottes (Gesetzestafel) in der Bundeslade aus Akazienholz lagen, sind sie den Martyrern ins Herz geschrieben.

Nicht zu vergessen ist die Salbung der Apostelleuchter. Das sind zwölf Kerzen mit einem Marmorkreuz in der Wand. Diese werden mit heiligem Salböl geweiht, denn sie stehen symbolisch für die zwölf Apostel. Nicht umsonst ist die katholische Kirche die einzige der Welt, welche für sich in Anspruch nehmen kann, wirklich und wahrhaft auf die Apostel zurückzugehen.

Alle (!) anderen christlichen Denominationen – so eifrig ihre Vertreter in der persönlichen Christusbeziehung auch sein mögen – sind samt und sonders erst im Lauf der Kirchengeschichte gegründet. Nicht so die katholische Kirche. Weil diese Apostolizität von so großer Wichtigkeit ist, werden auch die Apostelleuchter in besonderer Weise geheiligt.

Natürlich atmet die ganze Kirchweihe den Geist der Sühne und der Heiligung. Die Allerheiligenlitanei wird schon ganz zu Beginn gesungen, und es folgen immer wieder Gebete und Gesänge, welche den Ort segnen und entsühnen.

So wird zur Besprengung der Kirchwände mit dem gregorianischen Wasser ein Ysopbüschel verwendet. Gregorianisches Wasser ist Weihwasser, in welches Salz, Asche und Wein gemischt wird. Eine ganz besondere Anlehnung an die levitischen Gesetze: Ysop wurde gebraucht, wenn es galt, den Aussatz eines Hauses zu reinigen (Lev. 14,4.49.52), wobei die Asche einer roten Kuh in das Wasser geschüttet wurde. So soll also der Aussatz der Sünde von jenem Haus ferngehalten werden, in welchem sich das Gottesvolk versammelt, um Gott anzubeten.

Die heilige Messe im Anschluss ist sozusagen die Antwort Gottes. Wie bei der salomonischen Tempelweihe Gott selbst auf den Tempel in Gestalt einer Wolke herniederstieg, so dass die Hohenpriester nicht länger wirken konnten, so steigt im Neuen Bund Gott selbst auf den Altar herab, nicht mehr nur in Form einer Wolke, sondern mit Leib und Blut, mit Gottheit und Menschheit. Wenn nämlich der Bischof die erste Wandlung in der neukonsekrierten Kirche vollzieht, dann ist Christi Fleisch und Blut wahrhaft und wirklich auf dem Altar gegenwärtig. Alle Gläubigen, die diesen herrlichen Ritus miterleben durften, waren zutiefst ergriffen und erbaut.

Anschließend wurde im Kirchhof noch viel geplaudert, bis man sich zum Festsaal von Schramberg begab. Dort wartete ein Mitagessen für über dreihundert Gäste, das dank der vielen eifrigen Helfer in Windeseile serviert war und vorzüglich schmeckte. Pater Heumesser, der zuständige Seelsorger, hielt eine humorvolle Laudatio, ebenso sprachen der Distriktobere, Pater Franz Schmidberger, und Herr Hils als Vertreter der vielen Gläubigen, die durch ihre Mitarbeit und ihre Spenden es ermöglicht haben, dieses Gotteshaus zu bauen.

Besonders erwähnenswert: Die Kirche in Schramberg ist wie alle (!) Werke der Bruderschaft einzig und allein von den Spenden ihrer Gläubigen finanziert. Dies zeugt von der großen Identifikation der traditionstreuen Katholiken: Während viele Konzilskirchenbesucher nur missmutig oder aus Zwang Kirchensteuer zahlen (nicht umsonst ist der häufigste Grund für den Kirchenaustritt das Geld), sind die Katholiken der Tradition bereit, Geld und Zeit zu opfern für ihren Glauben und die Ehre Gottes.

Die Kinder der Gemeinde spielten ein Theaterstück, der Chor sang schöne Lieder, und eine Festtorte in Form der neuen Kirche wurde mit tosendem Applaus begrüßt.

Den Abschluss bildete die Firmung, welche um 17.00 Uhr an über zwanzig Kinder und Jungendliche gespendet wurde.

So schloss sich der Kreis: Die Kirche, das neue Gotteshaus, wurde an Pfingsten 2012 geweiht und durfte noch am selben Tag dazu dienen, den Heiligen Geist auf die Firmlinge herabzurufen. 

Allen Helfern nochmals ein ewiges "Vergelt's Gott". Schramberg ist die zwölfte neugebaute Kirche der Bruderschaft in Deutschland. Deo Gratias!

Hoffentlich hat diese unfassbare Zeit bald ein Ende, da auf der einen Seite Kirchen massenhaft geschlossen oder umfunktioniert werden, auf der anderen Seite Katholiken Kirchen von Grund auf neu bauen.

Heute Nachmittag folgen die Bildergalerien und in den nächsten Tagen können Sie auf pius.info die Video-Reportage "Kirchweihe in Schramberg" sehen.

Auch die Predigt von Bischof Tissier gibt es zum Nachhören.

Pressestimmen, die bereits von der Kirchweihe berichteten: - Neue Rottweiler Zeitung: Piusbrüder weihen neue Kirche

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