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Gestern Abend hielten die Gläubigen der Priesterbruderschaft St. Pius X. eine Mahnwache gegen das gotteslästerliche Theaterstück "Góglota Picnic".
Ca. 80 Gläubige waren erschienen, um gemeinsam mit Pater Brühwiler, dem Seelsorger der Bruderschaft in Hamburg, ihren Protest gegen das Stück zum Ausdruck zu bringen.
"Es war eine sehr gute Veranstaltung", sagte Pater Brühwiler im Anschluss. "Alles ging friedvoll vonstatten, genau so, wie wir es vorgesehen hatten."
Pünktlich um 19.00 Uhr begannen die Gläubigen mit Gebet und Gesang, umgeben von zahlreichen Journalisten. Die Stadt Hamburg hatte acht Polizisten zum Schutz der von der Bruderschaft angemeldeten Meinungskundgebung gesandt. Eine kleine Störung brachte einzig ein fanatisierter Christenhasser, der lautstark Parolen schrie, damit aber aufhörte, als er sah, dass sein Tun keine Reaktionen bei den Gläubigen zeigte.
"Wir haben gebetet, um Sühne zu leisten für die Lästerung gegen Gott und sein heiliges Erlösungswerk, das in diesem Stück verhöhnt wird", sagte Pater Brühwiler weiter. Im Vorfeld hatte er sich persönlich in einem Brief an den Bürgermeister der Stadt Hamburg gewandt.
"Das Verhältnis zur Stadtverwaltung war sehr gut, auch die Genehmigung unserer Mahnwache war ganz den Gesetzen unserer Demokratie entsprechend und ohne Verzögerung. Dank hier an die Stadt Hamburg."
Um 20.30 Uhr dankte Pater Brühwiler auch allen Katholiken und Christen der Stadt Hamburg für ihren Einsatz und gab zum Abschluss den Segen.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wird jetzt gegen das Thalia-Theater Anzeige erstatten wegen Verletzung von §166 des StGB.
Im Vorfeld waren über tausend Emails an das Theater geschickt worden, wie der kaufmännische Leiter Ludwig von Otting gegenüber SPIEGEL.online bestätigt. Darin wurde gefordert, das Stück aus Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Christen abzusetzen.
Darauf hat der Intendant, Joachim Lux, nicht reagiert. Tausend Mails sind aber, so die Rechtsabteilung der Bruderschaft, ein Beweis dafür, dass dieses Stück sehr wohl "den öffentlichen Frieden" gestört hat, wie dies der Fall sein muss, damit §166 Abs. 1 in Kraft tritt.
Dem Hamburger Abendblatt sagte der Intendant, er habe von der Staatsanwaltschaft noch nichts gehört.
Die Rechtsabteilung der Bruderschaft erklärt diesen Sachverhalt: "Er kann auch noch nichts gehört haben, denn die Anzeige kann erst nach erfolgter Tat geschehen. Der Versuch ist laut §166 nicht strafbar."
"Ob das Thalia-Theater verurteilt wird und wenn ja, wie schwer, darüber wird der Richter befinden", sagt Pater Steiner, Sprecher der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland. "Wir Katholiken sind keine Bürger zweiter Klasse, sondern haben ebenso das Recht, unsere Religion zu schützen, wie das auch andere Gemeinschaften tun."
Die Rechtsabteilung steht der Anzeige positiv gegenüber: "Wir haben Fälle in Deutschland, wo Personen verurteilt wurden, weil sie auf Klopapier die Worte 'Koran, der heilige Koran' geschrieben haben. Hier im Fall des Thalia-Theaters ist mit christlichen Symbolen viel Schlimmeres geschehen."
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