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Joachim Lux, der Intendant des Thalia-Theater, sagte gegenüber Deutschland-Radio Kultur, die Priesterbruderschaft St. Pius X. würde "jede Gelegenheit nützen, um Aufmerksamkeit zu erregen".
Doch die Realität sieht anders aus. Die Bruderschaft ist schockiert über das Stück, weil es das Heiligste und Ehrwürdigste unseres Glaubens in den Schmutz zieht: Den Opfertod Jesu Christi, des Sohnes Gottes.
Der Grund, warum sich außer der Bruderschaft niemand für Christus eingesetzt hat, liegt darin, dass heute ganz andere Werte heilig gehalten werden.
Massenproteste gäbe es wohl nur bei dem Stück "Jossele-Picinic". Sie kennen das Stück nicht?
In "Gólgota Picnic" wird der Tod eines jüdischen Mannes vor 2000 Jahren von einer Frau im Nacktkostüm mit Motorradhelm und Dornenkrone auf dem Haupt dargestellt. Das Ganze geschieht über einem Berg von 20.000 Hamburgern und Leinwandprojektionen von nackten Genitalien.
Die Gerichte (die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat bei zwei Instanzen geklagt), sagen: "Das ist erlaubt."
Der Intendant spricht von "Kunstfreiheit".
Die Presse spricht davon, dass die wenigen, die gegen die Lästerung über diesen Mann Jesus protestieren, sich nur wichtig machen wollen.
Alles läuft seinen Weg.
Szenenwechsel: Der Tod eines anderen Menschen.
Auch diesesmal handelt es sich um einen Juden, doch nicht um Jesus, den Sohn Mariens aus Nazareth, sondern es geht um "Jossele". Sein Name lautet in Wirklichkeit Josef, doch seine Familie nennt ihn mit dieser jiddischen Koseform.
Jossele war ein kleiner Junge.
Er war 14, als er getötet wurde. Sein Tod war grausam: Jossele musste unter unsagbaren Qualen stundenlang mit ausgestreckten Händen an einer Wand stehen. Um ihn zu quälen, haben die KZ-Wärter ihm Stecknadeln durch das Fleisch gebohrt. Auch durch den Kopf, in Form einer Krone.
Ein Zeuge hat den Tod Josseles miterlebt.
Dieser Zeuge hat damals gefragt: Wo bist du, Gott? Der Zeuge hat geweint, sein Leben lang.
Eine Theatergruppe will jetzt den Tod des Knaben Jossele nachspielen.
Irgendwo in Deutschland in irgendeiner Stadt lässt ein Intendant ein Gastspiel aufführen mit dem Titel: "Josseles Picnic".
Der Zeuge hat weinend und händeringend protestiert.
Vor dem Gericht, doch dort hat man ihm gesagt: "Du brauchst ja nicht hinzugehen."
Der Intendant hat ihm gesagt, dass es hart sei, dass man den Tod Josseles von einem Mädchen im Nacktkostüm spielen lasse, das ein Stecknadelkissen auf dem Kopf habe, aber es handle sich um Kunst, und die sei nun mal provozierend.
Die Presse hat über den weinenden Zeugen geschrieben. Er war vor dem Theater. Nur seine jüdische Familie und seine engsten Freunde aus der Synagoge haben protestiert, friedlich. Still, weinend. Seine Augen waren rot. "Er ist sensationslüstern", hat die Presse geschrieben. "Er nützt jede Gelegenheit, sich zu profilieren", hieß es in der Zeitung.
Schnitt: Das eben Geschilderte würde niemals passieren. Im Gegenteil, es gäbe einen Aufschrei der Empörung in der Öffentlichkeit. Ganz Deutschland würde sich kollektiv über die Verhöhnung des gewaltsamen Todes des Jungen aus dem KZ erregen. Man würde nicht von "Freiheit der Kunst" sprechen, sondern von einer grenzenlosen und unsagbaren Verachtung gegenüber den Opfern des NS-Regimes und den Angehörigen.
Zu Recht.
Aber am Ende bleibt doch die eine Frage im Raum stehen: Was ist der Unterschied zwischen Jossele und Jesus? Wann läuten bei den Menschen die Alarmglocken der Empörung?
Natürlich dann, wenn etwas verhöhnt wird, das uns heilig und liebenswert ist.
Zeigt die ausgebliebene Empörung der Öffentlichkeit auf "Gólgota Picnic" nicht vor allem eins: Dass der gewaltsame Tod Jesu am Kreuz den meisten Menschen vollständig egal ist?
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