Papst spricht von „Gottesfinsternis“ PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 20. August 2011 um 11:32 Uhr

Madrid (KNA) Papst Benedikt XVI. hat die knapp 730.000 Ordensschwestern weltweit ermutigt, angesichts der wachsenden Entfernung vieler Menschen von Gott die „verwandelnde Kraft“ der Liebe Christi mit ihrer persönlichen Existenz vorzuleben. Dem lebendigen Zeugnis der Ordenschristen komme heute eine besondere Bedeutung zu, da eine Art „Gottesfinsternis“ festzustellen sei und die Gefahr, „die eigene tiefere Identität zu verlieren“, sagte der Papst. Das Kirchenoberhaupt äußerte sich am Freitag vor rund 1.600 jungen Ordensfrauen im Klosterkomplex von El Escorial nordwestlich von Madrid. Als Gegenmittel zum Relativismus und zur Mittelmäßigkeit sei die Radikalität des geweihten Lebens notwendig, die die Zugehörigkeit und die Liebe zu Gott bezeuge.

Der Papst würdigte vor den Ordensfrauen die verschiedenen Formen des Ordenslebens. Schweigen und Gebet, Tätigkeiten in der Erziehung, Pflege, im Einsatz für das Leben und für den Frieden oder in der Mission drückten die Sendung aus, die Gott ihnen anvertraut habe. Benedikt XVI. äußerte den Wunsch, dass die „geweihte Jugend“ der Ordensfrauen auch andere Jugendliche ermutige. Die Begegnung war Teil des in Madrid stattfindenden Weltjugendtags. In Spanien leben derzeit rund 50.000 weibliche und 12.000 männliche Ordensleute. Das Land ist in Europa neben Italien und Frankreich eine der traditionellen Hochburgen des „gottgeweihten Lebens“. Hier wurden unter anderem die Jesuiten, die bis heute weltweit größte katholische Ordensgemeinschaft, gegründet.


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